G E S C H E N K T

 

Eines Tages ging ein armer junger Mann von Tür zu Tür, um Waren zu verkaufen, damit er sein Studium finanzieren konnte. Er stellte fest, dass er nur noch ein 10-Cent-Stück besaß, und er hatte Hunger. Daher beschloss er, im nächsten Haus um etwas zu essen zu bitten. Doch als dort eine hübsche junge Frau die Tür öffnete, verließ ihn der Mut. Anstatt um eine Mahlzeit bat er nur um ein Glas Wasser.

 

Die Frau sah, dass er hungrig war, und brachte ihm ein großes Glas Milch. Er trank es langsam aus und fragte dann: »Was bin ich Ihnen dafür schuldig?« »Du brauchst mir gar nichts dafür zu bezahlen«, antwortete sie. »Mama hat uns beigebracht, dass wir niemals akzeptieren sollen, dass man uns für eine Freundlichkeit etwas bezahlt.« Er antwortete: »Dann danke ich Ihnen von ganzem Herzen.«

 

Als er das Haus verließ, fühlte sich Howard Kelly nicht nur körperlich gestärkt, sondern er spürte auch, wie er seinen Glauben an Gott wiedergewann. Er hatte kurz davorgestanden aufzugeben. Einige Jahre später wurde diese junge Frau ernsthaft krank. Die Ärzte in ihrem Ort wussten nicht mehr weiter. Sie schickten sie in die nächste Großstadt und baten die Spezialisten, die Behandlung dieser seltenen Erkrankung zu übernehmen. Dr. Howard Kelly wurde gerufen, um sich die Patientin anzusehen. Als er den Namen der Stadt hörte, aus der sie stammte, blitzte ein seltsames Funkeln in seinen Augen auf. Er stand sofort auf und machte sich auf den Weg zu ihrem Zimmer. In seinem weißen Kittel trat er an ihr Bett. Er erkannte sie sofort wieder. Dann ging er wieder in sein Büro zurück, fest entschlossen, sein Bestes zu geben, um ihr Leben zu retten.

 

Von diesem Tag an kümmerte er sich mit ganz besonderer Aufmerksamkeit um ihren Fall. Nach einem langen Kampf war die Schlacht schließlich gewonnen. Dr. Kelly bat darum, dass die abschließende Rechnung ihm zuerst zur Prüfung vorgelegt würde. Er sah nur kurz darauf, schrieb dann eine Bemerkung an den Rand und schickte die Rechnung ins Krankenzimmer.

 

Die Frau fürchtete sich davor, sie zu öffnen, weil sie sich sicher war, dass sie den Rest ihres Lebens damit verbringen müsste, sie vollständig abzubezahlen. Endlich öffnete sie doch den Umschlag. Etwas Handgeschriebenes auf dem Rand der Rechnung fesselte sofort ihre Aufmerksamkeit. Sie las die Worte: »Vollständig bezahlt mit einem Glas Milch; gez. Dr. Howard Kelly.« Tränen der Freude schossen ihr in die Augen, und ihr Herz betete voller Freude: »Danke, mein Gott, dass deine Liebe durch die Herzen und die Hände von Menschen ausströmt

 

Autor: Ein Netzfund

 

Es gibt ein altes Bibelwort, das lautet: »Wirf dein Brot hin auf die Fläche der Wasser, denn nach vielen Tagen wirst du es finden« (vgl. Prediger 11,1). Ein Akt der Güte, den du heute ausführst, kann dir oder einem Menschen, den du liebst, in einem Moment nützen, indem du es nicht erwartest.


Was ist Demut 

 

Wenn du fragst, was Demut ist, dann musst du vieles vergessen was du über christliche Demut gehört hast! Demut, das ist nicht die gebückte Haltung, nicht der scheue etwas verhuschte Blick, auch nicht die berühmte Faust in der Tasche, und erst recht nicht den immer untersten Weg gehent! Mit solch einer Haltung kann man sehr wohl seine eigene Ehre suchen und  dem anderen ein schlechtes Gewissen machen!

 

Demut ist gar nicht zuerst eine Haltung sondern eine Handlung, oder besser, die Summe der Handlungen, die alle das eine Ziel haben den Menschen neben dir wachsen zu lassen! Und so frage ich einmal schlicht, ob du für andere eine Wohltat bist? Fühlen sie sich neben dir größer…oder kleiner? Schöner…oder hässlicher? Klüger…. oder dümmer?

 

Wenn andere in deiner Nähe aufblühen, dann ist das ein Zeichen von Demut! Dann hast du denn bezeugt, der ganz zur Ehre Gottes lebte und so den Seinen zum Segen wurde! Jesus! Und je näher du dich beim IHM geborgen weißt, desto mehr bringst du den Mut auf, nicht das Eigene zu suchen, sondern anderen zu ihrem Recht zu verhelfen!

 

Und so darfst DU dich als wiedergeborener Christ, als Kind Gottes, Jünger Jesu immer wieder hinterfragen…wie stehst es um deinen Nächsten?? Lebst du in dieser Demut, dass der andere neben dir aufblühen kann? Überlege dir das im Angesicht Gottes….ganz ehrlich für dich!

 

Oder spürt er, der andere, immer wieder, dass du durch deine geheuchelte Frömmigkeit ihn auf den Boden wirfst? Und wenn du diesen Begriff der wahrlichen Demut ernst nimmst, darin wachsen darfst… wirst Du sehen und erkennen müssen.. wie es dich in die Buße führen wird!

aus einem uralten Kalenderblatt entnommen


 

(Zahlen 1 bis 10.000)

 

Die Zahl 1 = Einheit und Einssein

Die Zahl 2 = Trennung, Scheidung, Entscheidung

Die Zahl 3 = real, wesenhaft, vollständig

Die Zahl 4 = dieser Welt als Schöpfung

Die Zahl 5 = der Lösung, der Gnade

Die Zahl 6 = der Unruhe, der Ruhelosigkeit

Die Zahl 7 = der Vollkommenheit

Die Zahl 8 = des Neuanfangs

Die Zahl 9 = Frucht, Gabe, Wandel

Die Zahl 10 = der Verantwortung, der Erden- und Nationenfülle

Die Zahl 11 = der Zerstörung, Auflehnung

Die Zahl 12 = Vollzahl des irdischen Gottesvolkes

Die Zahl 13 = Empörung, göttliche Neuordnung

Die Zahl 17 = eine Vollendungszahl

Die Zahl 22 = des Leidens

Die Zahl 24 = der Vollmacht

Die Zahl 36 = Fluch, Zorn

Die Zahl 40 = Zubereitung, Versuchung, Strafe

Die Zahl 66 = Mangel

Die Zahl 70 = Vollständigkeit der Völker

Die Zahl 153 = Vollendung Israels

Die Zahl 666 = des letzten Weltdiktators

Die Zahl 1000 = Reichtum, Fülle, Vollmaß

Die Zahl 10 000 = der Engel als überirdische Gewalten 


Thema Christenverfolgung

Corrie ten Boom

 

Bereit für die kommende Trübsal

Ein Brief von 1974

Vorbemerkung

Im Jahre 1974 schrieb Corrie ten Boom (1892-1983) einen bemerkenswerten Brief über Christenverfolgung. Dabei geht sie auch auf die so genannte Vorentrückungslehre ein, die seit etwa 150 Jahren unter ansonsten bibeltreuen Christen immer weitere Verbreitung findet, und verurteilt sie als höchst gefährlich – weil sie schläfrig und unvorbereitet macht (wichtige Kernaussagen wurden fett hervorgehoben, siehe unten).

Der Theologie-Dozent Peter Uhlmann hat den Brief erfreulicherweise ins Deutsche übersetzt. Corrie ten Boom hatte gewisse Frömmigkeitsstile von den Pfingstlern übernommen, was am Ende des Briefes leicht zum Ausdruck kommt. Wenn man ihre Aussagen über die Geistestaufe und das Erfülltsein mit dem Heiligen Geist aber biblisch versteht und nicht im pfingstlerischen Sinne als zweite, höhere Erfahrung, sind sie durchaus richtig und wichtig.

In seiner Vorbemerkung schreibt Peter Uhlmann:
Angesichts der weltweit zunehmenden Christenverfolgungen, die ein noch nie dagewesenes Ausmaß angenommen haben, hat der folgende Brief von Corrie ten Boom eine ungeahnte Aktualität bekommen. Seit den ersten Jahrhunderten wurden Hunderttausende von Christen brutal verfolgt und unzählige wurden wegen ihres Glaubens getötet. Wenn wir in eine große Bedrängnis kommen werden, sollten wir auf jeden Fall bereit sein, für Christus Verfolgung auf uns zu nehmen und auch im Tod unserem Erlöser treu zu bleiben.

Jesus sagte: „Sei treu bis in den Tod, und ich werde dir die Krone des Lebens geben (Offb 2,10).

Christen, die an die Vorentrückungslehre glauben, die John N. Darby um 1833 von Edward Irving und seiner apostolisch-katholischen Kirche übernommen hatte, möchte ich in besonderem Maß bitten, diesen Brief aufmerksam zu lesen. Selbst wenn Sie bei ihrer Meinung verharren, sollten Sie sich bewusst sein, dass Millionen von erweckten Christen diese Lehre von Darby nicht für richtig halten. Es kann sein, dass die Bedrängnis, die viele Christen heute im Nahen Osten, im Norden Nigerias, in China, Nordindien, Nordkorea und zahlreichen weiteren Ländern erleben, auch vor den Toren Mitteleuropas nicht Halt macht.

Jesus betete: „Ich bitte nicht, dass du sie (seine Nachfolger) aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst“ (Joh 17,15). Jesus hatte allen wahren Nachfolgern Verfolgung vorausgesagt; folglich kann es auch uns treffen. Seit dem 1. Jh. bis ins unsere Zeit wurde die Erde in Europa mit dem Blut der Märtyrer getränkt. Glücklich zu preisen sind diejenigen, die mit dem Schlimmsten rechnen, damit sie vorbereitet sind, wenn es eintreffen sollte.

Der Brief:

„Die Welt ist todkrank. Sie liegt im Sterben. Der große Arzt hat bereits den Totenschein ausgestellt. Doch es gibt für die Christen noch ein großes Werk zu tun. Sie sollen Ströme von lebendigem Wasser sein, Kanäle der Barmherzigkeit für diejenigen, die noch in der Welt sind. Sie können dies tun, weil sie Überwinder sind. Christen sind Botschafter für Christus. Sie sind Vertreter vom Himmel her für diese sterbende Welt. Durch unsere Präsenz auf dieser Welt werden sich die Verhältnisse verändern.

Meine Schwester Betsy und ich waren im NS-Konzentrationslager Ravensbrück, weil wir das Verbrechen begangen hatten, Juden zu lieben. Siebenhundert von uns aus Holland, Frankreich, Russland, Polen und Belgien wurden in einem Raum zusammengepfercht, der für zweihundert gebaut war. Soweit ich weiß, waren Betsy und ich die einzigen beiden Vertreter des Himmels in diesem Raum.
Wir waren vielleicht die einzigen Vertreter des Herrn an diesem Ort des Hasses, aber wegen unserer Präsenz änderten sich dort die Dinge. Jesus sagte: „In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden” (Joh 16,33). Auch wir sollen Überwinder sein, die das Licht Jesu in eine Welt bringen, die von Finsternis und Hass erfüllt ist.

Manchmal wird mir bange, wenn ich die Bibel lese und in der Welt sehe, wie all die Bedrängnis und die Verfolgungen wahr werden, wie es von der Bibel vorausgesagt wurde. Aber ich kann Ihnen sagen, wenn auch Sie Angst haben, dass ich gerade die letzten Seiten [der Bibel] gelesen habe. Ich kann jetzt laut rufen: „Halleluja! Halleluja!“, denn ich habe gefunden, wo geschrieben steht, dass Jesus sagte: „Wer überwindet, wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein“ (Offb 21,7).

Das ist die Zukunft und Hoffnung für diese Welt. Nicht, dass die Welt überleben wird, sondern dass wir inmitten einer sterbenden Welt Überwinder sein werden.
Im Konzentrationslager beteten Betsy und ich, dass Gott Betsy heilen würde, die so schwach und krank war. „Ja, der Herr wird mich heilen”, sagte Betsy voller Zuversicht. Sie starb am nächsten Tag und ich konnte das nicht verstehen. Sie legten ihren dünnen Körper auf den Betonboden, zusammen mit all den anderen Leichen der Frauen, die an diesem Tag gestorben waren.

Es war schwer für mich zu akzeptieren, dass Gott eine Absicht für all das hatte, was geschehen war. Doch aufgrund von Betsys Tod bin ich heute auf der ganzen Welt unterwegs, um den Menschen von Jesus zu erzählen.

Es gibt einige unter uns, die lehren, es gäbe keine Trübsal und die Christen wären in der Lage, all dem zu entkommen. Das sind die falschen Lehrer, vor denen Jesus uns warnte, dass sie in den letzten Tagen auftreten werden. Die meisten von ihnen wissen nur wenig von dem, was sich bereits auf der ganzen Welt ereignet. Ich war in Ländern, in denen die Heiligen schon furchtbare Verfolgungen erleiden.

In China wurde den Christen gesagt: „Seid nicht besorgt. Bevor die Trübsal kommt, werdet ihr verwandelt und entrückt.” Dann kam eine schreckliche Verfolgung. Millionen von Christen wurden zu Tode gefoltert. Später hörte ich einen Bischof aus China traurig sagen: „Wir haben versagt. Wir hätten die Menschen für die Verfolgung stark machen sollen, anstatt ihnen zu sagen, Jesus würde vorher kommen. Sagen Sie den Menschen, wie man in Zeiten der Verfolgung stark bleibt, wie man widersteht, wenn die Bedrängnis kommt, wie man besteht und nicht gefügig gemacht wird.”

Ich glaube, ich habe einen göttlichen Auftrag hinzugehen, um den Menschen dieser Welt zu sagen, dass es möglich ist, in dem Herrn Jesus Christus stark zu sein. Wir sind im Training für die Trübsal, aber mehr als sechzig Prozent des Leibes Christi auf der ganzen Welt ist bereits in die Trübsal eingetreten. Es gibt keinen Weg, ihr zu entfliehen. Wir sind die nächsten.

Seitdem ich um Jesu willen inhaftiert war und seit ich den Bischof in China getroffen habe, denke ich jetzt jedes Mal, wenn ich einen guten Bibeltext lese: „Hey, das kann ich für die Trübsalszeit Bedrängnis gebrauchen.“ Dann schreibe ich den Text nieder und lerne ihn auswendig.

Als ich im Konzentrationslager war, in einem Lager, in dem nur zwanzig Prozent der Frauen überlebten, haben wir versucht, uns gegenseitig mit den Worten zu ermutigen: „Nichts kann schlimmer sein als heute.” Aber der nächste Tag war noch schlimmer.
Während dieser Zeit hat mir ein Bibelvers, den ich auswendig kannte, große Hoffnung und Freude gegeben:
„Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr glücklich zu preisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der sich in fremde Angelegenheiten einmischt. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, sondern ehre Gott mit diesem Namen.” (1Petrus 4,14-16)

Ich hörte mich selbst sagten: „Halleluja! Weil ich leide, wird Jesus verherrlicht!”

In Amerika singen die Kirchen: „Lasst die Gemeinde der Bedrängnis entkommen“ („Let thy congregation escape tribulation“), aber in China und Afrika ist die Trübsal bereits angekommen. Im letzten Jahr allein erlitten mehr als zweihunderttausend Christen in Afrika den Märtyrertod. Nun ja, von solchen Ereignissen liest man nichts in den Zeitungen, weil sie zu schlechten politischen Beziehungen führen. Aber ich weiß davon. Ich bin dort gewesen. Wir müssen uns bewusst sein: Während wir in unseren schönen Häusern mit unseren schönen Kleidern sitzen und Steak zu Abend essen, werden viele, viele Glieder des Leibes Christi in diesem Augenblick zu Tode gefoltert. Und doch leben wir so weiter, als ob wir alle der Bedrängnis entkommen würden.

Vor einigen Jahren war ich in Afrika in einem Land, in welchem eine neue Regierung an die Macht gekommen war. Die erste Nacht in der ich da war, wurde einigen Christen befohlen, auf die Polizeiwache zu kommen, um sich dort registrieren zu lassen. Als sie ankamen, wurden sie verhaftet und in der gleichen Nacht hingerichtet. Am nächsten Tag geschah dasselbe mit anderen Christen. Den dritten Tag passierte das gleiche. Alle Christen im Bezirk wurden systematisch ermordet.

Am vierten Tag sollte ich in einer kleinen Kirche sprechen. Die Leute kamen, aber sie waren mit Angst und Spannung erfüllt. Während des Gottesdienstes sahen sie sich ständig mit fragenden Augen an: „Wird mein Sitznachbar der Nächste sein, der getötet wird? Werde ich der Nächste sein?”
Das Zimmer war heiß, stickig und voll von Insekten, die durch die offenen Fenster kamen und um die unverdeckten Glühbirnen über den kahlen Holzbänken herumschwirrten. Ich erzählte ihnen eine Geschichte aus meiner Kindheit:
„Als kleines Mädchen ging ich zu meinem Vater und sagte: ›Papa, ich fürchte, dass ich nie stark genug sein werde, um als Märtyrer für Jesus Christus zu sterben.‹ – ›Sag mir‹, sagte der Vater, ›Wenn du mit dem Zug nach Amsterdam fährst, wann gebe ich dir das Geld für die Fahrkarte? Drei Wochen vorher?‹ – ›Nein, Papa, du gibst mir das Geld für die Fahrkarte, kurz bevor wir in den Zug steigen.‹ – ›Das ist richtig,‹ sagte mein Vater, ›und so ist es mit der Kraft Gottes. Unser Vater im Himmel weiß, wann du die Kraft brauchst, um als Märtyrer für Jesus Christus zu sterben. Er wird dir alles zur rechten Zeit zur Verfügung stellen, was du brauchst.‹“

Meine afrikanischen Freunde nickten und lächelten. Plötzlich senkte sich ein Geist der Freude über diese Kirche und die Menschen begannen zu singen: „In dem Lieblichen, nach und nach werden wir uns an diesem schönen Ufer wieder begegnen.”
Im Verlauf dieser Woche wurde die Hälfte der Menschen dieser Gemeinde hingerichtet. Später erfuhr ich, dass die andere Hälfte vor einigen Monaten getötet wurde.

Aber ich muss Ihnen etwas sagen. Ich war so glücklich, dass mich der Herr gebraucht hat, um diese Menschen zu ermutigen, denn im Unterschied zu vielen ihrer Leiter hatte ich das Wort Gottes. Ich las und entdeckte in der Bibel, dass Jesus sagte, er habe nicht nur die Welt überwunden, sondern allen, die ihm bis zum Ende treu bleiben, werde er die Krone des Lebens geben (vgl. Offb 2,10)

Wie können wir uns auf die Verfolgung vorbereiten?

Erstens müssen wir uns vom Wort Gottes ernähren, es verdauen und es zu einem Teil unseres Wesens machen. Das bedeutet diszipliniertes Bibelstudium jeden Tag, wo wir nicht nur Passagen der Schrift auswendig lernen, sondern ihre Prinzipien in unserem Leben umsetzen.

Außerdem müssen wir eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus entwickeln. Nicht nur den Jesus von gestern, den Jesus der Geschichte, sondern den lebensverändernden Jesus von heute, der lebt und zur Rechten Gottes sitzt.
Wir müssen mit dem Heiligen Geist erfüllt sein. Dieser Befehl der Bibel ist keine Option, sondern absolut notwendig. Die irdisch gesinnten Jünger hätten nie der Verfolgung der Juden und Römer standhalten können, wenn sie nicht auf Pfingsten gewartet hätten. Jeder von uns braucht ein persönliches Pfingsten, die Taufe des Heiligen Geistes. Wir werden niemals ohne sie in der Bedrängnis bestehen können.

In der kommenden Verfolgung müssen wir bereit sein, einander zu helfen und uns gegenseitig zu ermutigen. Wir dürfen nicht damit warten, bis die Trübsal beginnt. Die Frucht des Geistes sollte die bestimmende Kraft des Lebens jedes Christen sein.

Viele haben vor der kommenden Trübsal Angst. Sie wollen fliehen. Ich habe auch ein bisschen Angst, wenn ich daran denke, dass nach all den achtzig Jahren, einschließlich der schrecklichen Zeit im Konzentrationslager, ich auch noch durch die Trübsal gehen müsste. Aber dann las ich die Bibel und ich wurde froh.

Wenn ich schwach bin, dann werde ich stark sein, sagt die Bibel. Betsy und ich waren Gefangene für den Herrn, wir waren so schwach, aber wir bekamen Kraft, weil der Heilige Geist auf uns war. Diese mächtige innere Stärkung des Heiligen Geistes half uns durch. Nein, du wirst nicht stark in dir selbst sein, wenn die Bedrängnis kommt. Vielmehr wirst du stark sein in der Kraft dessen, der dich nicht verlässt. Ich kenne den Herrn Jesus nun sechsundsiebzig Jahre und nicht ein einziges Mal hat er mich verlassen oder mich enttäuscht.

„Obwohl er (Gott) mich schlägt, hoffe ich auf ihn” (Hiob 13,15). Ich weiß, dass Er allen, die überwinden, die Krone des Lebens geben wird. Halleluja!
Corrie ten Boom – 1974

 

Übersetzung von Peter Uhlmann, Schweiz
www.horst-koch.de
info@horst-koch.de


Beten wir für unsere Obrigkeiten, damit sie in diesen Zeiten anfangen zu beten, wie im Jahr 1996 geschehen!

 

 Rev. Joe Wright wurde gebeten, am 23. Januar 1996 die neue Sitzung des Senats von Kansas zu eröffnen.

Dann passierte es….. 

er betet zu GOTT, dem himmlischen Vater 

“Himmlischer Vater, wir treten heute vor Dich, um Dich um Vergebung anzuflehen und um Deine Weisung und Führung zu bitten Wir wissen, dass Dein Wort sagt: “Wehe denen, die das Böse als gut bezeichnen”, aber genau das haben wir getan. * Wir haben unser geistiges Gleichgewicht verloren und unsere Werte umgekehrt. * Wir haben die absolute Wahrheit Deines Wortes verspottet und nannten es Pluralismus. * Wir haben andere Götter verehrt und es Multikulturalismus genannt. * Wir haben Perversion befürwortet und es alternative Lebensweise genannt. * Wir haben die Armen ausgenutzt und es Lotterie genannt. * Wir haben Faulheit belohnt und es Wohlfahrt genannt. * Wir haben unsere ungeborenen Kinder getötet und nannte es Entscheidungsfreiheit der Frau. * Wir haben Abtreiber unterstützt und es als gerechtfertigt bezeichnet. * Wir haben es versäumt, unsere Kinder zu disziplinieren und nannten es Aufbauen von Selbstwertgefühl. * Wir haben Macht missbraucht und es Politik genannt. * Wir haben öffentliche Mittel unterschlagen und nannten es wesentliche Ausgaben. * Wir haben Bestechung institutionalisiert und es Süßigkeiten des Amtes genannt. * Wir haben den Besitz unseres Nachbarn begehrt und es Ehrgeiz genannt. * Wir haben die Luft mit Obszönitäten und Pornografie verschmutzt und dies als Meinungsfreiheit bezeichnet. * Wir haben die alten Werte unserer Vorfahren verspottet und es Erleuchtung genannt. Erforsche uns, oh Gott, und erkenne heute unsere Herzen. reinige uns von jeder Sünde und befreie uns. Amen! “

 

Eine Reihe von Abgeordneten verließ während des Gebets aus Protest den Saal. In 6 kurzen Wochen protokollierte die Christliche Zentralkirche, in der Rev. Wright Pastor ist, mehr als 5.000 Telefonanrufe, von denen nur 47 negativ reagierten. Es wäre an der Zeit, dass auch bei uns in den Parlamenten gebetet wird.


Das Ende des Gesetzes

Viele Christen bemühen sich, von ganzem Herzen die zehn Gebote zu halten und sind zutiefst davon überzeugt, dass der Herr dies von ihnen erwartet. In dieser Lektion wollen wir uns mit der Stellung des Gläubigen zum Gesetz befassen. Im Römer- und im Galaterbrief finden wir eingehende Belehrungen darüber, wie sich der Erlöste dem Gesetz gegenüber zu verhalten hat. Wir wollen uns vor allem mit Stellen aus diesen beiden Briefen beschäftigen. a. Für welche Zeit und für wen war das Gesetz?

1. Seit wann gibt es das Gesetz? 2. Mose 20; Johannes 1,17a:

2. Wer stand unter Gesetz und wer nicht? Römer 2,12.17; 9,4; Apg. 7,53; 1. Korinther 9,20-21:

3. Bis wann hatte das Gesetz seine Funktion und welche Aufgabe übte es aus? Galater 3,19b und 23-25:

Was das Gesetz nicht bewirken kann

4. Was kann durch das Gesetz nicht erreicht werden? Römer 3,20a und 28; Galater 2,16; 3,11:

5. Was kann man durch Gesetzeswerke nicht empfangen? Galater 3,2:

6. Was erlangt man auch nicht durch Gesetzeswerke? Galater 3,18:

7. Und was vermag das Gesetz auch nicht? Galater 3,21:

Was das Gesetz bewirkt

8. Was ruft das Gesetz durch die Sünde im Menschen hervor? Römer 7,5.8.9:

9. Welche Wirkung hat das Gesetz in Bezug auf die Sünde? Römer 4,15b; 5,20:

10. Was erntet der Mensch aufgrund des Gesetzes von Gott? Römer 4,15a:

11. Was bewirkt das Gesetz, das zum Leben gegeben war? Römer 7,9-11:

12. Worunter steht der Mensch unter Gesetz? Galater 3,10.13:

13. Wie nennt der Apostel Paulus den Dienst des Gesetzes? 2. Korinther 3,7a und 9a:

Christus das Ende des Gesetzes

14. Was ist mit den zwischen Gott und uns stehenden Satzungen geschehen? Kolosser 2,14:

15. Was ist mit dem zwischen Juden und Nationen stehenden Gesetz geschehen? Epheser 2,14.15:

16. Was ist mit den Gläubigen geschehen? Galater 3,13:

17. Warum steht man nach der Bekehrung nicht mehr unter Gesetz? Römer 7,4.6; Galater 2,19:

Um zu zeigen, dass der Gläubige nicht mehr unter Gesetz steht, führt Paulus in Römer 7, Vers 2 und 3 das Ehegesetz an. So wie der Tod das Band der Ehe zerreisst, ebenso hat der Tod beim gläubig Gewordenen der Beziehung zum Gesetz ein Ende bereitet. Welcher Tod? Der Tod, den Christus an seiner Statt am Kreuz erlitten hat.

Der Gläubige ist hinfort nicht mehr mit dem Gesetz, sondern mit dem Herrn Jesus verbunden, und zwar auf dem Boden der Auferstehung. Die Gnade Gottes hat ihn aus dem alten Verhältnis herausgenommen und in eine ganz neue Verbindung gebracht, die auf den Tod und die Auferstehung des Christus gegründet ist, in der er Gott Frucht bringen kann, was vorher ausgeschlossen war.

Beachten wir aber, dass der Apostel bei der Anwendung das in den Versen 2 und 3 benützte Bild umkehrt. Nicht der «alte Ehemann», das Gesetz, ist gestorben, sondern die Gläubigen, als mit Christus Gekreuzigte. Der alte Mensch ist tot, der «Mensch im Fleisch», an den sich das Gesetz vom Sinai richtet. Damit hat der Erlöste dem Gesetz gegenüber keine Verpflichtung mehr. Er ist eines «anderen» geworden, «des aus den Toten Auferweckten». Er gehört nun Ihm allein an!

Auf diesem neuen Boden, auf den er durch die Gnade Gottes gestellt ist, kann der Gläubige in der Kraft des Heiligen Geistes fruchtbringend im Dienst für Gott arbeiten. Das Gesetz hat für ihn ausgedient. An die Stelle eines Lebens unter der Knechtschaft des Gesetzes tritt ein Wandel unter der Leitung und in der Kraft des Heiligen Geistes, ein Leben, das aber ebenfalls gekennzeichnet ist durch eine völlige Unterwürfigkeit unter Gottes Wort!

«Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, um eines anderen zu werden, des aus den Toten Auferweckten, damit wir Gott Frucht brächten» (Römer 7,4).

Beachten Sie unter den Beilagen zum Kurs den Artikel «Der Christ und das Gesetz»

https://www.bibelkurs.com/kurs/108-7-das-ende-des-gesetzes


Wie du mir, so ich dir

(aus dem Andachtsbuch "Stille Zeit zu zweit" - Tag: 21. März 
Das Andachtsbuch für Ehepaare - Dennis & Barbara Rainey)

 

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,

dass Christus für uns gestorben ist,

als wir noch Sünder waren - Römer 5,8

 

Wenn zwei Menschen heiraten, gehen sie mit bestimmten Erwartungen an die Beziehung. Oft haben sie die unausgesprochene Vorstellung: "Mein Partner muss mir entgegenkommen." Sie verhalten sich nach dem Sprichwort "Wie du mir, so ich dir". Wenn beide entsprechend funktionieren, werden sich die anderen Familienmitglieder genau so verhalten.

 

Voraussetzung für diese Lebensweise ist, dass jeder seinen Aufgaben nachkommt. Dieses Konzept klingt logisch. Wenn man sich aber danach richtet, bleiben Enttäuschungen nicht aus.

 

Unter anderem bringt es mit sich, dass man nur das bekommt, was man sich durch eigene Leistungen verdient hat. Wir wachen aufmerksamer darüber, was der andere gibt, als über unsere eigenen Taten. Man wartet mit Liebesbeweisen, bis der andere unsere Erwartungen erfüllt. Da es bei einem so berechnenden Verhalten immer subjektiv zugeht, ist unsere Motivation ausschließlich auf Gefühle gegründet.

 

Wie kann man auch berechnen, ob ein Mensch uns auf halbem Wege entgegengekommen ist? Thomas Fuller sagte dazu: "Jedes Pferd glaubt, sein Gepäck sei am schwersten."

 

Am Anfang unserer Ehe haben wir dieses Verfahren auch ausprobiert. Ich ging nur dann liebevoll mit Barbara um, wenn ich fand, dass sie es sich mit gründlicher Hausarbeit verdient hatte. Barbara brachte nur dann Zärtlichkeit und Lob auf, wenn ich pünktlich nach Hause kam, mit den Reparaturen im Haus nicht im Rückstand war und fleißig im Garten arbeitete.

 

Ganz anders ist die Art von Liebe, die Gott uns erweist. Man könnte es so formulieren: Egal, was wir tun - Er gibt uns alles. Wie der obige Bibelvers zeigt, schenkt er uns auch dann Liebe, wenn wir sie nicht verdienen.

 

Auch Ehepaare sollten sich lieber an dieses Vorbild halten. Das heißt: Jeder gibt seine ganze Liebe, egal, was der andere an "Gegenleistung" bringt.

 

Gebetstip:

Beten Sie darum, dass Gottes Art, unverdiente Geschenke zu machen, sich auf das Wesen aller Familienmitglieder auswirkt.


Allgemeine Kennzeichen des Schwarmgeistes

Auszug aus KRÄFTIGE IRRTÜMER

Eine Stellungnahme zum Thema „Schwärmer einst und jetzt”

von Richard Ising

 

Auf der 14. Gnadauer Konferenz 1910 in Wernigerode wurden aus biblischer Sicht grundsätzliche Feststellungen über die Pfingstbewegung und das Schwärmertum gemacht. Wir entnehmen dem Buch von D. Paul Fleisch „Die Pfingstbewegung in Deutschland”, die folgende Erklärung von Pastor Buddeberg als Vertreter des reformierten Pietismus in seinem Referat „Wo fängt die Schwärmerei an?” eine äußerst prägnante Kennzeichnung des Wesens der Schwärmerei, die wir ebenfalls gekürzt wiedergeben.
1. Die Schwärmerei ist eine Krankheit des Glaubenslebens, ein erregtes Fiebern
    der Seele.
2. Die Schwärmerei ist eine Versuchung des Satans, der die Kinder Gottes zum
    Glaubensübermut verleiten möchte. Die Versuchungsgeschichte des Heilands
    ist ein Beleg dafür.
3. Die Wurzel der Schwärmerei liegt a) in dem mangelnden Wahrheitssinn,
     b) in dem Hochfahren des menschlichen Geistes.
4. Aller Schwärmerei liegt ein unpersönlicher, naturhafter Gesetzesbegriff
     zugrunde.
5. Die Schwärmerei fängt da an, wo der Mensch die Gesetze überfliegt, die
     Gott für seinen Verkehr mit den Menschen ein für allemal gegeben hat.
6. Solche Gesetze sind:
a) Gott will durch sein geoffenbartes Wort mit uns verkehren.  – Die Schwärmerei will darüber hinaus „inneres” Wort Gottes haben und richtet ein neues Prophetentum mit autoritativer Gewalt auf.
b) Gott will durch seinen Sohn mit uns verkehren. – Die  Schwärmerei löst den Geist von der Person Christi.
c) Gott hat uns an die Schöpfung und ihre Ordnung gewiesen. – Die Schwärmerei will alles „Kreatürliche” hinter sich lassen und nur Geist sein.
d) Gott stellt seinen Verkehr mit uns Sündern auf den Grund  der rechtfertigenden Gnade. – Die Schwärmerei läßt die  Rechtfertigung als eine Anfangsstufe des Glaubens hinter sich.
e) Gott stellt seinen Verkehr mit uns Sündern auf die Furcht des Herrn. – Die Schwärmerei überspringt in falscher Vertraulichkeit diese heiligen Grenzen.
f) Gott tut uns seinen Willen vornehmlich kund durch sein  Wort, durch die Lebensführung und durch erfahrene Christen. – Die Schwärmerei will nur unmittelbar vom Geist geleitet werden.
g) Gott stellt seinen Verkehr mit uns auf den Glauben und nicht  auf das Schauen. – Die Schwärmerei möchte aus der Glaubensbahn heraustreten und Gesichte und Erscheinungen haben.  Sie überschätzt die ekstatische Frömmigkeit.
h) Gott stellt die Entwicklung unseres Glaubens unter die Gesetze des wachstümlichen Lebens. – Die Schwärmerei möchte  aber durch einen Glaubensflug auf die Höhen des christlichen Lebens kommen (Sündlosigkeit).
i) Die Schwärmerei überspringt schließlich die geschichtliche Entwicklung des Reiches Gottes und möchte es in der Ungeduld eigenwillig aufrichten.

Auf die Frage, wie sich die Kirche vor den Irrungen der Schwärmerei bewahren könne, gab Pastor Buddeberg folgende Hinweise:
1. Sie bleibe auf dem Boden des Wortes Gottes stehen.
2. Sie bleibe auf dem Boden der Rechtfertigung aus Gnaden.
3. Sie bleibe auf dem Boden der Erfahrung der Gläubigen in allen Jahrhunderten.

Dem Schwarmgeist wohnt immer etwas Berauschendes, den klaren Blick Benebelndes bei. Man muß staunen, wohin er vernünftige Christen bringen kann. Man wird sagen dürfen, daß er sie oft geradezu sie gründlich blamierende oder gar anstößige Dinge zu tun veranlaßt, um die von ihnen vertretene Sache Gottes vor der Welt lächerlich zu machen und in Verruf zu bringen . . .

Der Schwarmgeist bietet sich an als höhere Stufe des Christentums. Auch werden viele getäuscht durch lichtähnliche Charaktereigenschaften . . .

Der Schwärmer ist unbelehrbar. . .“
Wir schließen diese Wiedergabe mit einem Ausspruch von D. Walter Michaelis: „Man darf eine Bewegung nie nach einigen prächtigen Menschen beurteilen, die auch darin sind, s o n d e r n nach dem führenden Gut, den ursprünglichen Quellen und den maßgebenden Grundsätzen.“

(hochgeladen mit freundlicher Genehmigung von 
Horst Koch - Aufklärung im Licht der Bibel - https://horst-koch.de/)


TÄTOWIEREN und PIERCEN – eine harmlose Jugendmode?

Man schätzt, daß bereits mehr als drei Millionen Deutsche tätowiert sind. Tendenz steigend. Die Symbole variieren tausendfach, von Schlangen, Elfen, Totenköpfen bis Rosen. Diese Tattoos (moderne Bezeichnung für Tätowierungen) sind besonders bei jungen Leuten sehr gefragt. So schreibt eine Tageszeitung schon 1996 unter der Überschrift “Bilder, die unter die Haut gehen”: “Die Fans des Körperkults sind in den 2000 Tattoo-Studios auf der Suche nach der neuen Herausforderungen, nach dem ultimativen Kick. Erlaubt ist, was gefällt: Body-Painting, Nasenringe, Piercing-Metall an allen Körperteilen.” Gleichzeitig werden immer bizarrere Formen angeboten, die zum Teil auch schmerzhaft sind.

Neu im Trend liegt “Branding”, wo die “Opfer” einiges aushalten müssen, wenn sich ein auf 1000 Grad erhitzter Stempel auf ihre Haut preßt. Für noch härtere Typen gibt es das “Tuckering”, bei dem Metallklammern in die Haut geknipst werden.

Fazit: Was früher als Strafe, Demütigung, Entstellung oder Kennzeichnung von Sklaven empfunden bzw. praktiziert wurde, gilt heute als „cool“ und findet wachsende Anhängerschaft. So schreibt wiederum eine Zeitschrift zum Thema Piercing: Ein Ring durch die Nase, den Bauchnabel oder im Intimbereich ist “in”. Ringe im Ohr von jungen Männern sind auch immer mehr gefragt. Inzwischen ist es bald eine Teenagermode geworden.

Fraglich wird es, wenn auch Fromme sich derartig “outen”; vor allem vor dem Hintergrund, daß die ersten Männer, die mit solchem „Schmuck“ im Ohr auftraten, in den 60er Jahren die Homosexuellen waren. Es war damals ihr Erkennungszeichen. Natürlich denken die gläubigen Teenager nicht daran und es hat heute längst nicht mehr diese Bedeutung. Doch kann man die Wurzel einer Entwicklung völlig ignorieren?

Ringe im Ohr und auch in der Nase der israelitischen Frau galten dagegen gemäß der Bibel als Schmuck (Hes. 16,12) und besonders der Nasenring als Symbol der Unterwerfung der Frau unter die Autorität des Mannes bzw. eines anderen (1. Mose 24,47). Dieses Bild gebraucht die Bibel dann auch an anderer Stelle als Symbol für das Gericht, in diesem Fall über das Heer Assyriens. „Weil du denn gegen mich tobst und dein Übermut vor meine Ohren gekommen ist, so will ich dir meinen Ring in deine Nase legen…“ (2. Kön. 19,28; Jes. 37,29).

Zur Zeit des Alten Testaments wurde einem Sklaven, der bei seinem Herrn bleiben wollte, als Kennzeichen seiner freiwilligen Unterwerfung ein Pfriem durch sein Ohr gestoßen, “und er sei ein Sklave für immer” (2. Mose 21,6 und 5. Mose 15,17). Darf hier eine Parallele, keine dogmatische Aussage, angedacht werden? Ist dies womöglich ein Kennzeichen dafür, daß man sich jemand anderem bewußt oder unbewußt als Sklave zur Verfügung gestellt hat?

Die Bibel spricht davon, daß es einen unsichtbaren Sklavenhalter gibt, der die Menschen durch die Sünde an sich fesselt und sie nennt ihn auch den Gott dieses Zeitalters (Joh. 8,34 und 2. Kor. 4,4).

Insider nennen die 90er Jahre das Jahrzehnt der Homosexuellen. Vielleicht werden nachkommende Kirchenhistoriker unser Jahrzehnt das nennen, in dem sich die (westliche) Christenheit am rasantesten dem Zeitgeist angeglichen hat.

Tätowieren war früher das Markenzeichen der Halb- und Unterwelt, und wurde bevorzugt von Strafgefangenen praktiziert. Diese Praktiken entstammten den Naturvölkern, die sich vor allem aus religiösen und kultischen Gründen solche Hautveränderungen beibrachten.

In Gottes Wort werden Einritzen oder Schnitte in die Haut, in gewisser Hinsicht Vorläufer der heutigen ausgefeilten Techniken und Praktiken, ausdrücklich verboten (3. Mose 19,28; 21,5). “Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes. Ihr sollt euch um eines Toten willen nicht wund ritzen noch kahl scheren über den Augen” (5 Mose 14,1). Solche Handlungen wurden in der heidnischen Welt gewöhnlich in Verbindung mit Trauer um einen Verstorbenen praktiziert. Die Warnungen der Schrift sind nicht ohne Grund, obwohl die Bibel eine tiefere Erklärung für jenes Verbot nicht gibt. Die Kommentatoren zu diesen mosaischen Stellen sind jedoch ziemlich einmütig in ihrer Interpretation. Der Wycliff Bible Commentary meint zu dem Gebot von 3. Mose 19,28: “Es verbat irgendeine willentliche Entstellung der Person. Sowohl Einschnitte wie Tätowierung des Leibes wurden von den Heiden praktiziert” (Wycliff Bible Commentary, S. 101).

Ein anderer Kommentator schreibt zu der gleichen Bibelstelle: “Die Praxis, sich Einschnitte in Gesicht, an Armen und Beinen zuzufügen als Ausdruck der Trauer, war universell unter den Heiden verbreitet. Es wurde als Kennzeichen des Respekts vor den Toten gewertet, wie auch als Versöhnungsopfer für die Götter gedacht, die über den Tod herrschen. Die Juden hatten diese Sitten in Ägypten gelernt, und standen in der Gefahr, darin wieder zurückzufallen (Jer. 16,6; 47,5). Tattoos waren auch mit dem Namen von Dämonen verbunden und waren ein bleibendes Zeichen des Abfalls bzw. der Rebellion.”

Ob man solche Aussagen in dieser Schärfe treffen kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Doch sollte nachdenklich stimmen, daß der Tätowierungsboom einhergeht mit dem Aufblühen heidnischer, esoterischer Strömungen. Von daher ist es bemerkenswert, daß die Bibel von dieser Praxis im Zusammenhang mit dem Gericht Gottes über die Völker redet (Jer. 41,5; 48,37).

Deshalb sollten Christen von jeglicher Form der Tätowierung Abstand nehmen. So schreibt ein Informationsblatt zum gleichen Thema: „Seelsorger wissen zu berichten, daß Menschen mit Tätowierungen, die zu Christus finden, immer wieder ‘instinktiv’ spüren, daß ihre Hautbilder nicht zu ihrem neuen Stand als Gotteskinder passen.“

In Verbindung mit 5. Mose 14,1 schreibt derselbe Kommentator: “Obwohl diese Handlungen in sich selbst unschuldig erscheinen mögen, waren sie verbunden mit Praktiken und Glaubensvorstellungen, die Gott zuwider waren. “Schnitte in die Haut zur Steigerung der religiösen Verzückung schildert 1. Kön. 18,28. Dieser Vers berichtet davon, wie die Baalspriester um ihren Altar tanzten und sich dabei in das Fleisch ritzten, bis sie bluteten und in Ekstase geraten waren. Der Wycliff Bible Commentary bemerkt zu der Technik, durch Tanz eine geistliche “Verklärung” zu erreichen: „Solche Praktiken sind auch heute nicht unbekannt bei gewissen tanzenden Derwischen“ (ibid, S. 333).

Manches christliche Festival bzw. Jugendtreffen erinnert in verblüffender Weise, was jedenfalls die Körperbewegungen anbelangt, solche einem Auftritt von Baalspriestern, wo man nach uralten heidnischen Methoden versucht, einen veränderten Bewußtseinszustand herzustellen. Die damit verbundene rauschartige Beglückung wird als Wirkung des heiligen Geistes angesehen, denn, so wird argumentiert, es war ja ein christliches Konzert, das man besuchte. Bei der Warnung des Paulus in 1. Kor. 10,7 erwähnt die Bibel u.a., wie das Volk “spielte”. Das im Griechischen gebrauchte Verb “paizo” heißt wörtlich, sich wie ein Kind benehmen, und kann mit springen, hüpfen, tanzen übersetzt werden.

Noch ein erschreckender Gedanke drängt sich auf. Im Buch der Offenbarung gibt es ja die berühmte Prophetie, wie am Ende der Tage jeder die Zahl des widergöttlichen Tieres annehmen muß. Es kommt also zu einer Art “globalen Tätowierung” bzw. einem “Massenpiercing” oder wie auch immer die Kennzeichnung der Menschen durchgeführt wird. Nach dem gegenwärtigen Stand der Entwicklung hat man den Eindruck, daß bei dieser Generation gegenüber solch einer “Brandmarkung” immer weniger Berührungsängste bestehen. (Alexander Seibel)

(hochgeladen mit freundlicher Genehmigung von
Horst Koch - Aufklärung im Licht der Bibel - https://horst-koch.de/)


Auszug aus:

DAS KONZEPT DER „STILLEN ZEIT“ IM LICHT DER HEILIGEN SCHRIFT © Ronald Senk

 

Für viele christliche Kreise ist dies ein sehr wichtiger und fester Bestandteil des Glaubens. Wir werden nun zuerst anhand einiger Zitate von Vertretern dieser Ansicht die Lehre von der „Stillen Zeit“ beschreiben. Danach wollen wir anhand der Schrift schauen, was von dieser Lehre biblisch wirklich zu halten ist.

 

„Fast jeder Rückfall beginnt mit der Vernachlässigung der Stillen Zeit. Haben wir am frühen Morgen Gottes Wort vor Augen, dann können wir gestärkt und getrost den Versuchungen und Anfechtungen entgegensehen, die uns im Laufe des Tages begegnen werden. Watchman Nee hat einmal etwas herausfordernd geschrieben: „Das kränkliche Christenleben, welches heute unter Gotteskindern vorherrscht, ist weniger auf schwerwiegende geistliche Probleme zurückzuführen, als auf die Tatsache, daß morgens zu spät aufgestanden wird. Ich kenne niemand, der dem Herrn nahe ist, der spät aufsteht.“

 

 

Möge Gott bewirken, daß wir es uns zu einer eisernen Gewohnheit machen, den Arbeitstag nicht zu beginnen, ohne vorher Stille Zeit mit dem Herrn gehalten zu haben. Viele Probleme werden sich dann von selbst lösen. Aber der geistliche Segen scheint uns nicht so bedeutungsvoll zu sein, so daß wir den Schlaf mehr lieben als die Gemeinschaft mit dem Herrn. Die Folgen davon sind verheerend: „Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen: und deine Armut wird kommen wie ein rüstig Zuschreitender, und deine Not wie ein gewappneter Mann.“ (Spr.6,10-11) David nimmt nur einmal Urlaub vom Kampf, versäumt nur einmal seine Stille Zeit und schon hat er sich zum Freiwild des Teufels gemacht. Seine Augen sehen plötzlich etwas, das er im Kampfgetümmel an der Front niemals beachtet hätte: eine sich badende Frau. Langeweile und Trägheit sind ein idealer Nährboden für sexuelle Sünden.“

 

„Ja, der Mensch muss zwischen dem Bett und dem Herrn wählen. Wenn du dein Bett lieber hast, dann schlaf weiter; aber falls du den Herrn mehr liebst, musst du früher aufstehen. Jeder, der vor Gott beschließt, früh aufzustehen, wird bald mannigfaltigen geistlichen Segen erfahren. Seine Gebete zu anderen Tageszeiten können nicht mit den Morgengebetsstunden verglichen werden. Die Bibellese zu einer anderen Stunde kommt jener in der frühen Morgenstunde nie gleich.Und die Gemeinschaft mit dem Herrn ist nie so tief und erfreuend wie zu Tagesbeginn.

 

Wir haben genügend Erfahrung, um sagen zu können, dass unsere Bibellese verdorben sein wird, wenn wir eine Stunde später aufstehen, und wenn wir zwei Stunden länger liegenbleiben, es mit dem Gebet aus sein wird. Wenn wir nicht früh genug aufstehen, wird unser geistliches Leben zweifellos sehr dürftig bleiben. Da es die beste Zeit des Tages ist, sollte sie damit verbracht werden, mit Gott Gemeinschaft zu halten, stille auf ihn zu harren, in seiner Gegenwart nachsinnen, um von ihm Anweisung und Führung zu empfangen. Dadurch, dass wir ihm unseren Geist öffnen, lassen wir Gott zu uns sprechen. Mit Gott Gemeinschaft haben, heißt seinen Geist Gott geöffnet zu haben. Und sowie der Geist Gott geöffnet ist, ist auch der Verstand ihm geöffnet. Das gibt Gott Gelegenheit, uns Licht zu vermitteln, ein Wort mitzuteilen, in uns einen Eindruck zu schaffen und uns eine lebendige Berührung mit ihm zu gewähren. Die Seele genießt das Vorrecht, es lernen zu dürfen, Gott zu berühren, Besinnung und stille Betrachtung zu üben und sich dem Herzen Gottes zu nähern. Das ist, kurz gefasst, Gemeinschaft mit Gott.“


Gottes Visitenkarte

Die Bibel nennt einige Namen Gottes und gibt so einen spannenden Einblick in seinen Charakter.

 

Ist Jahwe im Alten Testament gleichzeitig Gott-Vater im Neuen Testament? Und lassen sich die Gottesbezeichnungen aus dem Alten Testament auch auf Jesus übertragen? Alfred Dannecker versucht, eine Antwort auf diese Fragen zu geben.

 

Die Namen Gottes

 Zu Beginn möchte ich etwas ausführlicher auf die Namen Gottes im Alten Testament eingehen. So entsteht ein Überblick über die vielfältigen Namen Gottes. Vorne weg ist noch zu sagen, dass Namen in der Bibel mehr sind als Schall und Rauch.

 

Sie beschreiben ihren Träger und offenbaren oft eine bestimmte Eigenschaft. Die verschiedenen Namen, mit denen Gott in der Bibel bezeichnet wird, offenbaren deswegen etwas von seinem Charakter. Wenn man die Bedeutung der Gottesnamen im Alten Testament mit den Eigenschaften Gottes im Neuen Testament vergleicht, dann wird deutlich, dass es sich dabei um ein und denselben Gott handelt. Ob sich Gott den Israeliten als Jahwe offenbart oder ob er durch Jesus Christus als Gott-Vater handelt: Er ist und bleibt derselbe Gott.

 

Übrigens bedeutet die Bezeichnung „der Name des Herrn“ auch ohne konkrete Gottesbezeichnung schon etwas. „Den Namen des HERRN anrufen“, bedeutet ihn anbeten oder Gott um Hilfe bitten (1.Mose 21,33). Wer dagegen seinen Namen missbraucht, entehrt Gott (2.Mose 20,7). 

 

El und Elohim

Das Wort Elohim (Gott) kommt im Alten Testament etwa 2570 Mal vor. Davon bezieht es sich 2310 Mal auf den wahren Gott. Erstmals begegnen wir diesem Namen im allerersten Vers der Bibel. Falsche Götter werden gelegentlich auch so bezeichnet. Manche Ausleger leiten Elohim von „Furcht“ ab. Womit dann auf die Ehrfurcht, Achtung und Anbetung verwiesen wäre, die Gott zustehen.

Andere führen den Namen auf die Grundform „stark“ zurück. Dabei steht die Kraft Gottes im Vordergrund. Die zweite Möglichkeit wird als die Wahrscheinlichere angenommen. Der wahre Gott ist somit der starke und mächtige, der erhabene Gott. Dabei steht diese majestätische Größe im Zusammenhang mit seinen Machttaten: In Beziehung zu seiner Souveränität, in Beziehung zu seinem Schöpfungswerk, in Beziehung zu seinen Gerichten und in Beziehung zu seinem Wirken für Israel. 

 

Anzumerken wäre hier noch, dass Elohim die Mehrzahl des Wortes El ist.

 

Zusammensetzungen mit El

Die Zusammensetzungen mit El (bzw. auch mit Jahwe; siehe unten) sind keine neuen Namen Gottes sondern Bezeichnungen oder Titel, die oft aus Schlüsselereignissen entstanden sind. Sie beschreiben Aspekte Gottes, die erfahren wurden und auch heute noch erfahrbar sind. Denn Gottes Wesen verändert sich nicht. 

Einige Beispiele:
El Shaddai: Die Herkunft von Schaddai ist nicht ganz klar. Manche leiten Schaddai von einem Wort ab, das „Berg“ bezeichnet. Andere nehmen an, dass es die Grundbedeutung „stark sein“ oder „Herr“ hat.

Allgemein wird dieser Gottesname so verstanden, dass er Gott als den Allmächtigen bezeichnet. So offenbart sich Gott den Erzvätern, um ihnen Trost zu spenden und den Bund mit Abraham zu bestätigen. (1.Mose 17,1, 1.Mose 28,3, 1.Mose 35,11).

 

El Eljon: Dieser Name betont Gottes Stärke, Souveränität und Erhabenheit: Er ist Gott, der Höchste. Er wird erstmals von Melchisedek verwendet, als er Abraham segnet (1.Mose 14,19).

 

El Olam: Dieser Name bedeutet der ewige Gott. „Olam“ stammt von einer Grundform mit der Bedeutung „von der grauen, undenklichen Vorzeit“ oder auch „von der ununterbrochene Zukunft“. Er betont Gottes Unveränderlichkeit (1.Mose 21,33, Psalm 100,5) und wird mit seiner grenzenlosen Kraft in Verbindung gebracht (Jesaja 40,28).

 

El Roi1: Der Gott, der sieht. Dieser Name wurde Gott von Hagar gegeben, als er von der Geburt Ismaels zu ihr sprach (1.Mose 16,13).

 

Jahwe

Der zweite Name Gottes ist der Name, mit dem er sich persönlich offenbart hat: JHWH oder Jahwe (Herr). Dieser Name kommt am häufigsten vor, im Alten Testament etwa 5321 Mal. Der Ursprung von JHWH ist nicht eindeutig geklärt. Allgemein wird angenommen, dass sich das Wort von der Wurzel „hawa“ herleitet, mit der Bedeutung von „sein“, „werden“, bleiben“.

 

Den Namen verwenden schon Menschen zur Zeit Sets, Noahs und Abrahams (1.Mose 4,6). Aber erst Mose wurde die tiefe Bedeutung des Namens geoffenbart. Gott ist den Erzvätern erschienen, aber nicht unter seinem Namen Jahwe (2.Mose 6,2-3). Die Offenbarung wurde erst Mose am brennenden Dornbusch zuteil, indem sich Gott als der „Ich bin, der ich bin“ oder „ich werde sein, der ich sein werde“ vorstellt. Hier bedeutet der Name vor allem Gottes Gegenwart bei seinem Volk Israel.

 

Weil „Jahwe“ Gottes persönlicher Name ist, betrachtete man ihn nach dem babylonischen Exil als heilig und unaussprechlich. Deshalb ersetzte man ihn für gewöhnlich mit Adonai (siehe unten), so dass im 6. und 7. Jahrhundert v.Ch. die Konsonanten JHWE mit den Vokalzeichen von Adonai versehen wurden. So wurden die Vorleser in der Synagoge daran erinnert, das heilige Tetragramm JHWH nicht zu lesen, sondern stattdessen „Adonai“ auszusprechen. Dadurch entstand das Kunstwort „Jehova“.

 

Manche deutsche Bibelübersetzungen benutzen das groß geschriebene HERR um deutlich zu machen, wann im hebräischen Grundtext Jahwe verwendet wird. So kann man diesen Gottesnamen von der Anrede Herr (Adonai) unterscheiden.

 

Zusammensetzungen mit Jahwe

So wie es Gottesnamen gibt, die sich mit El zusammensetzen, so gibt es auch Verbindungen zwischen Jahwe und Eigenschaften, die Gott selbst offenbart hat oder die von Menschen so erfahren wurden.

Einige Beispiele:
Jahwe Zebaoth: Der Herr der Heere/ Heerscharen (1.Samuel 1,3). Dieser Vergleich aus dem Kriegsleben bezeichnet Jahwe als den Oberbefehlshaber der himmlischen Engelsheere, sowie des Kriegsheeres Israels. Gott ist der eigentliche Führer und Bewahrer Israels.

 

Jahwe Jireh: Der Herr sieht. Nachdem der Engel des Herrn einen Widder als Ersatz für Isaak bereitgestellt hatte, nannte Abraham den Ort „der Herr sieht“ (1.Mose 22,14).

Jahwe Shalom: Der Herr ist Frieden (Richter 6,24).

Jahwe Makkadeschem: Der Herr, der euch heiligt (2.Mose 31,13).

Jahwe Roi1: Der Herr, mein Hirte (Psalm 23,1).

 

Jahwe Zidkenu: Der Herr, unsere Gerechtigkeit (Jeremia 23,6).

 

Jahwe Rophecha: Der Herr, dein Arzt (2.Mose 15,26).

 

Jahwe Elohim Israel: Der Herr, der Gott Israels (1.Mose 33,20).

 

Adonai 

Wie Elohim ist Adonai ein Majestätsplural. Die Einzahl bedeutet „Herr“, „Meister“, „Eigentümer“. Das Wort wird auch für die Beziehung zwischen Menschen verwendet. Ein Beispiel ist das Verhältnis zwischen Herren und Sklaven. 

Daneben wird mit Adonai aber auch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben. Dabei ist es bezeichnend, dass Menschen Gott auf diese Art und Weise als ihren Herrn anreden (1.Mose 15,2, 2.Mose 4,10). Wenn Gott im Alten Testament mit diesem Namen genannt wird, dann drückt der Mensch damit sein Vertrauen aus. Er weiß, dass er unter Gottes Leitung und Schutz steht.

 

Griechische Bezeichnungen und Übersetzungen der Gottesnamen: Theos

Theos ist der häufigste Gottesname, der später auch im Neuen Testament verwendet wird. Dazu ist er die Standardübersetzung von El/ Elohim in der Septuaginta. Die Septuaginta ist die älteste, durchgehende altgriechische Übersetzung des hebräischen Tanach (jüdische Bezeichnung des Alten Testamentes). Sie ist das Werk griechischstämmiger Juden aus Alexandria. Fast immer ist mit Theos der wahre Gott gemeint. Manchmal werden damit aber die Götter der Heiden bezeichnet, die als falsche Götter zurück gewiesen werden. Die Verwendung von Theos offenbart eine Anzahl wesentlicher Wahrheiten über Gott.

  • Er ist der einzige wahre Gott.
  • Er ist alleine Gott.
  • Er ist transzendent.
  • Er ist der Heiland. 

Jesus als Theos

Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird an mehreren Stellen des Neuen Testamentes als Theos (Gott) bezeichnet:Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Johannes 1,1
Thomas antwortete und sprach zu ihm [Jesus]: Mein Herr und mein Gott [Theos]! Johannes 20,28
In Titus 2,13 findet sich wohl die deutlichste Gleichstellung von Jesus mit Gott in den Schriften des Apostels Paulus:

 

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes [Theos] und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken. (Titus 2,11-14).

 

Griechische Bezeichnungen und Übersetzungen der Gottesnamen: Kyrios

Kyrios (Herr) wird in der Septuaginta gebraucht, um die Begriffe Jahwe und Adonai zu übersetzen. Im Neuen Testament findet man von den 717 Verwendungen von Kyrios die meisten bei Lukas (210) und Paulus (275), da sie für die Menschen in der griechischen Kultur und Sprachwelt schrieben. Kyrios betont Autorität und Erhabenheit. Es bedeutet Herr als Anrede, Eigentümer, Meister, kann aber auch für einen Götzen oder den Ehemann stehen.  

Wo Gott als Kyrios bezeichnet wird, steht vor allem seine Schöpfergewalt, seine in der Geschichte offenbarte Macht und seine gerechte Herrschaft über das Universum im Vordergrund.

 

Jesus als Kyrios

Während seines irdischen Lebens wurde Jesus als „Herr“ im Sinne von Rabbi oder Meister angesprochen. Thomas erkennt ihn als Herrn, indem er ihm zuruft: „Mein Herr [Kyrios] und mein Gott!“ (Johannes 20,28).

 

Für Judenchristen und römische oder griechische Christen aus dem 1.Jahrhundert, die im Alten Testament belesen waren, stand „Kyrios“ gleichbedeutend mit dem Gott des Alten Testamentes. Im Zusammenhang mit einem Vers wie Römer 10,9 bedeutete dies, dass jeder Jude, der Jesus als Herr (Kyrios) bezeichnete, damit gleichzeitig anerkannte, dass Jesus Gott ist.

 

Jesus als der ewige „Ich bin“

Das Fundament des christlichen Glaubens war es also, Jesus von Nazareth auch als den Jahwe des Alten Testamentes zu bezeugen. Wenn wir im Zitieren und Lesen des Alten Testamentes in deutscher Übersetzung HERR lesen, sehen wir darin auch bereits Jesus verborgen. 

 

Jesus Christus ist derselbe, der sich den Erzvätern, Mose und den Propheten als JHWH offenbarte. Damit liest sich Johannes 8,56-58 so: Jesus zeigt hier den Juden, dass er selbst der große „Ich bin“ (Jahwe: siehe oben) ist. Er ist der gleiche, der zu Mose im Dornbusch gesagt hatte: „Ich bin, der ich bin“ (2.Mose 3,14).

 

Auch die „Ich bin“ – Worte Jesus machen das deutlich (z.B. Johannes 10,11: Ich bin der gute Hirte). Durch die grammatikalische Form, die Jesus dort im Griechischen verwendet, macht er deutlich, dass er sich mit Jahwe gleichsetzt.

 

Auch ein Vergleich von Hebräer 13,8 mit Maleachi 3,6 bestätigt, dass Jesus Herr und Gott ist.
Aber auch Gott der Vater ist JHWH, ganz Gott. Beide sind eins wie Jesus selbst gesagt hat: „Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10,30)

 

Der Unterschied liegt in der Bezeichnung „Vater“ und „Sohn“. Gott ist der Einzige, der Eine, der Ewige, der sich den Menschen geoffenbart hat als Vater und Sohn (und Heiliger Geist).

 

Gott als Vater

Eine Besonderheit des Neuen Testamentes ist die Offenbarung Gottes als Vater der Christen. Im Alten Testament wird Gott nur 15 Mal als Vater angesprochen (5.Mose 32,6, Psalm 103,13, Jesaja 63,16). 

 

Im Neuen Testament ist das hingegen 245 Mal der Fall und wird möglich, weil Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung die Vater–Kind–Beziehung zwischen Mensch und Gott wieder möglich gemacht hat (Johannes 1,12).

 

Als Vater gibt Gott seinen Kindern Gnade und Friede (Epheser 1,2), gute Gaben (Jakobus 1,17) und Gebote (2.Johannes 4). Gott darf im Gebet als Vater angesprochen werden (Matthäus 6,9, Epheser 2,18, 1.Thessalonicher 3,11).

 

Fazit

Gott offenbart sich in der Bibel unter verschiedenen Namen und Titeln. Im Alten Testament begegnet er den Menschen meistens unter dem Namen Jahwe, im Neuen Testament sind die Begriffe Kyrios und Theos vorherrschend.

Dabei stehen die einzelnen Bezeichnungen nicht in einem Gegensatz zueinander. Sie ergänzen sich vielmehr und zeigen jeweils einen anderen Aspekt von Gottes Wesen auf.  

 

Wer auf die genaue Bedeutung der Namen achtet und auch beobachtet, in welchem Zusammenhang sie gebraucht werden, kann dadurch einen tieferen Einblick in Gottes Handeln und Sein gewinnen. Deswegen lohnt sich ein genauer Blick auf Gottes Visitenkarte nicht nur von sprachlicher oder theologischer Seite her. Auch das persönliche Glaubensleben, die Kenntnis von Gottes Wesen und dadurch das Vertrauen zu ihm, können davon profitieren.


Der kleine Skeptiker und der kleine Gläubige

Gibt es ein Leben nach der Geburt?
Im Bauch einer schwangeren Frau waren einmal eineiige Zwillinge. Obwohl sie einander vollkommen glichen, war ihre Einstellung sehr unterschiedlich: Der eine war eher skeptisch eingestellt, der andere gläubig. Oder vielleicht eher realistisch? Hört hin, was sie so diskutieren:

Der kleine Skeptiker fragt:
Glaubst Du immer noch an ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige:
Ja, klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.

Der kleine Skeptiker:
Blödsinn, das gibt's doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige:
Das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.

Der kleine Skeptiker:
So ein Quatsch! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon jetzt viel zu kurz ist.

Der kleine Gläubige:
Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.

Der kleine Skeptiker:
Es ist noch nie einer zurückgekommen von nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine einzige Quälerei. Und dunkel.

Der kleine Gläubige:
Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.

Der kleine Skeptiker:
Mutter?!? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?

Der kleine Gläubige:
Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.

Der kleine Skeptiker:
Quatsch! Von einer Mutter habe ich ja noch nie was gemerkt, also gibt es sie auch nicht.

Der kleine Gläubige:
Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt. Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt!


Antiker und moderner transhumanistischer Turmbau zu Babel 

 

Vor mehr als 3000 Jahren versuchte die Menschheit schon einmal im Größenwahn Gott von seinem Thron zu stoßen.

1. Mose 11,4: Und sie sprachen: Wohlan, laßt uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, daß wir uns einen Namen machen, damit wir ja nicht über die ganze Erde zerstreut werden!

 

Wie klein und beschränkt war doch das Gottesbild dieser Menschen! Sie dachten, sie könnten einen Turm bauen, mit dem sie den Himmel erreichen könnten.

 

Drei Dinge fallen hier auf: 

  1. Titanismus (Größenwahnsinn), Gott zu erreichen und zu sein wie ER
  2. Vereinigung als ein Volk und eine Sprache
  3. eine Zunahme der Angst, ein Grausen davor, zerstreut zu werden

Gott antwortet: 

 

1. Mose 11,6-8: Und der Herr sprach: Siehe, sie sind ein Volk, und sie sprechen alle eine Sprache, und dies ist [erst] der Anfang ihres Tuns! Und jetzt wird sie nichts davor zurückhalten, das zu tun, was sie sich vorgenommen haben.  Wohlan, laßt uns hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, damit keiner mehr die Sprache des anderen versteht!  So zerstreute der Herr sie von dort über die ganze Erde, und sie hörten auf, die Stadt zu bauen.  Daher gab man ihr den Namen Babel, weil der Herr dort die Sprache der ganzen Erde verwirrte und sie von dort über die ganze Erde zerstreute.

 

Die Bibel zeigt hier klar und deutlich, dass Gott in seiner Souveränität dem Menschen Grenzen setzt, die dieser nicht überschreiten darf. Gott lässt sich nicht durch irgendeine Idee des Menschen in seinem Handeln einschränken. Er greift ein, als der Mensch sich zum Maß aller Dinge machen will.

 

Gerade dann zerstreut Gott die Menschheit und lässt nicht zu, dass ihr Vorhaben gelingen kann. Die Menschheit wurde durch das Eingreifen Gottes zerstreut. Das göttliche Gericht, das sie fürchteten, wurde durch ihr eigenes Handeln Realität. Ja, sie hatten es selbst herbeigeführt. Die Analogie zu heute ist erschütternd:

 

Titanismus

Der Transhumane Mensch, dem nichts mehr verwehrt ist

 

Vereinigung, Sprache

Die Globalisierung, die neue digitale Sprache

 

Zunahme der Angst

Es ist erschütternd zu sehen, wie Angst geschürt wird und
Menschen aus Angst heraus irrational handeln. Angst ist ein schlechter Ratgeber!

 

So wie damals, so ist auch heute die Menschheit dabei, Stein auf Stein (Erfindung auf Erfindung) zu schichten, um einen Turm zu bauen, der bis an den Himmel reicht. Ein Vorhaben, das dem Menschen erlaubt, an die Stelle Gottes zu treten, um ihn vom Thron zu stoßen? Wie klein ist auch hier wieder das Gottesbild dieser Zeitgenossen zu denken, Gott hätte sich selbst überholt. Was für eine abgeklärte Arroganz!

 

Wer die Bibel kennt, der weiß, wer sich hinter der Weltanschauung des Transhumanismus verbirgt: Es ist die alte Geschichte, die des Teufels, der versucht, an die Stelle Gottes zu treten. Dieses Bestreben "impft" er regelrecht denjenigen ein, die sich in seinen Herrschaftsbereich begeben und sich von ihm gebrauchen lassen.

 

Noch eine kleine Weile, dann hat es die Menschheit "geschafft", die Bestrafung Gottes vom Turmbau zu Babel aufzuheben. Hat die Menschheit den Fluch und die Heimsuchung Gottes von damals etwa rückgängig gemacht? Transhumanisten wollen den "Alten Adem" überwinden. Der neue Mensch soll, losgelöst von Gott, die Beherrschung des Todes erlangen. Es ist die alte Geschichte: "Wir wollen sein wie Gott!" Es wird versucht, den allmächtigen Gott beiseite zu schieben, Mensch und Maschine sollen an die Stelle Gottes gesetzt werden!

...

Dataismus - die neue Religion des Transhumanismus

Der Transhumanismus kennt weder Geist noch Seele, er ist die logische Fortführung des Rationalismus und der Wissenschaftsgläubigkeit der vorherigen Generationen.

 

Oberster Wert dieser neuen Religion ist der Informationsfluss: Menschen sind lediglich Instrumente, um das Internet aller Dinge zu schaffen. Das Datenverarbeitungssystem wird damit zu Gott. Alles soll miteinander verbunden werden: Menschen und Dinge - eben alles. Die Daten-Religion sagt, dass jedes meiner Worte und jede meiner Handlungen, ja selbst meine Überlegungen, Teil des großen Datenflusses sind, so dass mich die Algorithmen ständig im Auge haben, alles neu berechnen und abspeichern und damit über mich wachen. - Ist das der Sinn des Lebens?

 

...

Für die Umgestaltung hin zum transhumanen Menschen sind tiefgreifende Veränderungen in Politik und Gesellschaft notwendig. Experimente insbesondere auch im genetischen Bereich unabdingbar. Es ist keinesfalls abwegig, die mit einer nie da gewesenen Vehemenz durchgeführten Covid-Impfungen in diesem Licht zu sehen.

 

...

Es drängt sich der Gedanke auf, dass die momentane "Pandemie" die Blaupause darstellt, die zur Manipulation der Menschheit in eine weltweite Diktatur hinleitet. Dramatisch dabei ist, dass selbst Christen, die ihre Bibel kennen sollten, wieder einmal mitmarschieren und sich vereinnahmen lassen. Panik macht sich auch unter Gläubigen breit: "Werde ich mich infizieren? "Was wird sein, wenn...?" Das ist höchst beschämend! Haben wir keine andere HOofnung? Unterscheidet uns nichts von den Kindern dieser Welt?

Einige Zitate aus "Transhumanismus - Der moderne Turmbau zu Babel -
Traum oder Wirklichkeit? von Dr. Daniel Wiener

Bibelverse aus Schl 2000


Warum die „flache Erde“ Unsinn ist

 

Der (Aber-)Glaube an eine „flache Erde“ nimmt überhand. Daher habe ich mich entschlossen, folgenden (im Original amerikanischen) Artikel von Dr. Danny Faulkner von Answers in Genesis jetzt auf Deutsch zu veröffentlichen. Ich selber habe Verwandte, die in der Nähe von Cape Kennedy wohnen und von denen Angehörige bei der NASA arbeiten. Sie bestätigen mir alle, dass die Mondflüge echt waren und dass die Erde eine Kugel ist! Euer Lothar Gassmann www.L-Gassmann.de

Amerikanischer Original-Text (mit Fotos und Grafiken):
https://answersingenesis.org/astronomy/earth/is-the-earth-flat/

Provisorische Übersetzung (leicht gekürzt, ohne Fotos und Grafiken):
Ist die Erde flach?
von Dr. Danny R. Faulkner, Answers in Genesis


Gründe, warum wir wissen, dass die Erde kugelförmig ist
Der Schatten der Erde

Woher wussten die Menschen in der Antike, dass die Erde sphärisch ist? Die früheste aufgezeichnete Diskussion über eine kugelförmige Erde stammt von Pythagoras im 6. Jahrhundert vor Christus. Pythagoras hat richtig verstanden, dass die Ursache der Mondfinsternisse der Schatten der Erde ist, der auf den Mond fällt. Dies kann nur geschehen, wenn sich der Mond gegenüber der Sonne in unserem Himmel befindet, die mit dem Vollmond zusammenfällt. Der Schatten der Erde ist größer als der Mond, daher können wir nicht den gesamten Schatten auf einmal sehen. Während einer Mondfinsternis sehen wir jedoch, wie der Schatten der Erde über den Mond kriecht. Da der Rand des Erdschattens immer ein Teil eines Kreises ist, muss der Erdschatten ein Kreis sein. Wenn die Erde flach und rund wäre, ähnlich einer Scheibe, könnte sie einen kreisförmigen Schatten werfen, aber nur für Mondfinsternisse, die um Mitternacht auftreten. Für eine Mondfinsternis bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang dagegen wäre der Schatten der Erde eine Ellipse, eine Linie oder ein Rechteck, je nachdem, wie dick die Scheibe im Vergleich zu ihrem Durchmesser war. Der Erdschatten während einer Mondfinsternis ist jedoch immer ein Kreis, unabhängig von der Nachtzeit, zu der die Finsternis auftritt. Die einzige Form, die unabhängig von ihrer Ausrichtung durchgehend einen kreisförmigen Schatten aufweist, ist eine Kugel.
DIE EINZIGE FORM, DIE UNABHÄNGIG VON IHRER AUSRICHTUNG DURCHGEHEND EINEN KREISFÖRMIGEN SCHATTEN AUFWEIST, IST EINE KUGEL.

Sichtbarkeit der Sterne
Ein weiteres Argument betrifft die Sterne, die im nördlichen und südlichen Teil des Himmels sichtbar sind. Der Nordstern liegt in einem gewissen Grad des Himmelsnordpols, der Raumrichtung, in die die Erdrotation zeigt. Während sich die Erde jeden Tag dreht, scheinen sich die Sterne, die Sonne und der Mond um den nördlichen Himmelspol zu drehen, so dass der nördliche Himmelspol am Himmel fixiert bleibt. In der Antike dachten viele Menschen, dass sich die Himmelskugel jeden Tag um eine sich nicht drehende Erde drehte. Für unsere Zwecke spielt es keine Rolle, was der Fall ist. Der Himmelsnordpol bildet einen Winkel zum nördlichen Horizont. Wir nennen diesen Winkel die Höhe des Himmelsnordpols. Da sich der Nordstern so nahe am nördlichen Himmelspol befindet, können wir die Höhe des nördlichen Himmelspols mit der Höhe des Nordsterns approximieren.

Die Höhe des Nordsterns ist am Himmel an nördlichen Standorten merklich höher als an südlichen Standorten. Zum Beispiel ist der Nordstern in den nördlichen Vereinigten Staaten und in Kanada viel höher am Himmel als in Florida, wie jeder bezeugen kann, der auf eine Reise achtet, zum Beispiel auf Urlaub. Dies kann nur passieren, wenn die Nord-Süd-Bewegung entlang eines Bogens verläuft. Dies wird durch andere Überlegungen weiter unterstrichen. Es gibt eine Region um den Nordstern, in der die Sterne nicht aufsteigen oder untergehen, sondern ständig aufstehen und sich scheinbar im Kreis um den nördlichen Himmelspol drehen. Wir nennen diese zirkumpolaren Sterne „um den Pol“. Die Region der zirkumpolaren Sterne ist an nördlichen Standorten größer als an südlichen Standorten. Ebenso gibt es unterhalb des südlichen Horizonts eine zirkumpolare Region, deren Sterne sich immer unterhalb des Horizonts befinden. Die nördliche Zirkumpolarregion, in der Sterne immer sichtbar sind, ist sehr groß, und die südliche Zirkumpolarregion, deren Sterne niemals sichtbar sind, ist ebenfalls groß. Näher am Erdäquator sind die beiden zirkumpolaren Regionen kleiner. Zum Beispiel habe ich viele Jahre in South Carolina gelebt, ungefähr vier Grad südlicher Breite, von wo aus ich jetzt in Northern Kentucky lebe. Ich kann sehen, dass der Nordstern in Nordkentucky etwas höher ist als in South Carolina. Außerdem stieg der helle Stern Canopus im Winter in South Carolina jede Nacht kaum über den südlichen Horizont; aber in Kentucky kann ich Canopus nie sehen. Dies liegt daran, dass Canopus im Norden von Kentucky in der südlichen zirkumpolaren Region liegt, in der Sterne niemals sichtbar sind, während dies in South Carolina nicht der Fall ist. Auch dies zeigt, dass die Erde in Nord-Süd-Richtung gekrümmt ist.


Krümmung der Erde
Die Erde ist nicht nur in Nord-Süd-Richtung gekrümmt, sondern auch in Ost-West-Richtung. Zwischen der Ost- und der Westküste der Vereinigten Staaten besteht ein Zeitunterschied von drei Stunden. Das heißt, die Sonne geht an der Ostküste etwa drei Stunden früher auf und unter als an der Westküste. Dies kann leicht von jedem überprüft werden, der zwischen der Ost- und Westküste der Vereinigten Staaten geflogen ist. Ihre Uhr zeigt nicht nur einen Zeitunterschied von drei Stunden, sondern Ihr Körper merkt auch den Zeitunterschied. Wenn einer von einer Küste zur anderen fährt, dauert die Fahrt mehrere Tage, sodass unser Körper den Zeitunterschied nicht so stark wahrnimmt. Unsere Uhren zeigen jedoch, dass sich die Zeit geändert hat. Ein so schneller Transport war in der Antike nicht möglich. aber die Alten konnten diesen Zeitunterschied anders sehen. Eine Mondfinsternis muss natürlich für alle Menschen auf der Erde gleichzeitig stattfinden, aber an verschiedenen Orten wird es unterschiedliche Zeiten geben. Beispielsweise kann eine Mondfinsternis kurz nach Sonnenuntergang im östlichen Mittelmeerraum wie in Griechenland einsetzen. Im westlichen Mittelmeerraum, wie in Spanien, war der Mond jedoch bereits in der Finsternis, als der Mond in dieser Nacht aufging. Dies bedeutet, dass die Mondfinsternis vor Sonnenuntergang / Mondaufgang in Spanien, aber nach Sonnenuntergang / Mondaufgang in Griechenland begann. Die Kommunikation war in der Antike so, dass die Menschen diesen Effekt bemerkten. Dies zeigt, dass die Erde in Ost-West-Richtung gekrümmt ist. Wenn die Erde sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung gekrümmt ist, ist die wahrscheinlichste Form der Erde eine Kugel.


Antike Quellen
Antike Quellen wie Aristoteles erwähnten auch, dass die Schiffsrümpfe vor ihren Masten verschwanden, als Schiffe davonfuhren. Dies würde nur passieren, wenn die Erde kugelförmig ist. Ohne optische Hilfe ist dies schwer zu erkennen. Man kann jedoch leicht einen verwandten Effekt erkennen. Befindet man sich auf dem Mast des Schiffes, kann man Land oder andere Schiffe erkennen, bevor die Leute an Deck können. Aus diesem Grund wurden Spötter oft in einem Krähennest hoch über einem Schiffsdeck platziert. Wenn die Erde flach wäre, wäre es kein Vorteil, über Deck zu sein. Ähnliches ist an Land zu beobachten. Die Door Peninsula in Wisconsin bildet das Ostufer der Green Bay. Die Entfernung über Green Bay vom nördlichen Teil der Door Peninsula nach Northern Michigan beträgt mehr als dreißig Kilometer. Blickt man über Green Bay vom Strand auf der Westseite der Door Peninsula, man kann Nord Michigan nicht sehen. Wenn man jedoch die Klippen über dem Strand hinaufsteigt, kann man die Küste von Nord-Michigan sehen. Dies ist nur möglich, wenn die Erde kugelförmig ist.

Antike Menschen wussten nicht nur, dass die Erde kugelförmig war, einer von ihnen maß die Größe der Erde genau um 200 v. Chr. Eratosthenes arbeitete in der Great Library in Alexandria, Ägypten. Eratosthenes ist der Vater der Geographie, weil er den Begriff geprägt und die Erstellung vieler Karten in Auftrag gegeben hat. Ein besonderes Jahr zur Sommersonnenwende befand sich Eratosthenes in Südägypten in der Nähe des heutigen Assuan. Da sich die Sonne am nördlichen Rand der Tropen befand, stand sie zur Sommersonnenwende mittags direkt über ihnen. Eratosthenes erkannte dies, weil er in einen tiefen Brunnen hinunterblicken und den Grund sehen konnte.
Normalerweise ist der Boden eines Brunnens nicht sichtbar, weil das Sonnenlicht nicht direkt auf den Boden scheint, aber es geschah am Mittag der Sommersonnenwende, weil die Sonne direkt über dem Kopf stand. Die Sonne stand in Alexandria nie direkt über mir, weil sie nicht in den Tropen ist. Zurück in Alexandria im folgenden Jahr, maß Eratosthenes die Höhe der Sonne am Mittag der Sommersonnenwende. Dazu konstruierte er einen vertikalen Pfahl bekannter Höhe und maß mittags den Schatten des Pfahls. Die Trigonometrie ermöglichte es Eratosthenes, die Sonnenhöhe zu berechnen. Der Unterschied zwischen neunzig Grad und der Höhe war, wie weit die Sonne von der Vertikalen entfernt war. Eratosthenes stellte fest, dass der Winkel etwa ein Fünfzigstel eines Kreises betrug. Dies bedeutete, dass Alexandria und Assuan durch ein Fünfzigstel des Erdumfangs getrennt waren.
Warum nehmen heute so viele Menschen an, dass alle dachten, die Erde sei bis zur Zeit von Kolumbus flach? Die Auseinandersetzung zur Zeit des Kolumbus bezog sich nicht auf die Erdform, sondern auf die Erdgröße. Muslime hatten den Europäern die Landhandelswege nach Fernost versperrt. Jeder erkannte, dass eine Reise nach Asien mit dem Segeln von Europa nach Westen möglich war, aber warum sollten Sie das wollen? Es gab einen riesigen Ozean (sie wussten nichts über die beiden amerikanischen Kontinente dazwischen), der Europa und Asien trennte. Es war viel kürzer, von Europa nach Osten zu segeln, vielleicht um Afrika herum, um Asien zu erreichen. Bei den damals eingesetzten kleinen Schiffen war es nicht ratsam, mehr als ein paar Tage außer Sichtweite des Landes zu segeln. Columbus schlug eine Reise von ein paar Monaten über offene, unbekannte Gewässer vor. Das war sehr gefährlich. Um seine vorgeschlagene Reise schmackhafter zu machen, überschätzte Kolumbus die Entfernung von Europa nach Osten und verringerte gleichzeitig Eratosthenes ‚Messung des Erdumfangs. Der Unterschied zwischen diesen beiden war Columbus ‚erwartete Entfernung nach Asien, als er von Europa nach Westen segelte. Nach Kolumbus ‚Einschätzung war es kürzer, nach Asien zu gelangen, wenn man nach Westen als nach Osten segelte. Ein Blick auf einen modernen Globus oder eine Weltkarte zeigt, dass dies falsch ist. Mit anderen Worten, Columbus hatte Unrecht und seine Kritiker hatten Recht!


Vorwurf des Christentums
Im späten neunzehnten Jahrhundert schufen zwei atheistische Skeptiker, Andrew Dickson White und John Draper, die Konfliktthese, dass das Christentum den Fortschritt der Wissenschaft bremste. Eines ihrer Hauptargumente war, dass die Kirche im Mittelalter gelehrt hatte, dass die Erde flach sei. Bei der Schaffung dieses Mythos schlugen Draper und White vor, dass die Kirche sich für diesen vermeintlichen Fehler in der Erdform entschädigen könnte, indem sie in das Erdgeschoss des Darwinismus eintritt. Dieser Trick war sehr erfolgreich in dem Maße, in dem ein Großteil der Kirche vor der Evolution kapitulierte. Es veränderte auch fälschlicherweise die Geschichte. Es ist diese falsche Version der Geschichte, die die meisten Menschen gelernt haben. …

„Unterstützung“ für eine flache Erde
Lassen Sie uns einige der häufigeren Behauptungen diskutieren, die angeblich beweisen, dass die Erde eher flach als kugelförmig ist. Die meisten der angeblichen Beweise sind negativ; das heißt, sie sind Versuche zu zeigen, dass die Erde nicht kugelförmig ist. Mindestens eines, das Bedford Level Experiment, ist jedoch positiv, ein Versuch, direkt zu zeigen, dass die Erde flach ist. 1838 behauptete Samuel Birley Rowbotham, ein Experiment am Old Bedford River auf der Bedford-Ebene in der Nähe von Norfolk, England, durchgeführt zu haben. Die Bedford-Ebene ist eine sechs Meilen lange Strecke des Old Bedford River, die gerade verläuft und einen uneingeschränkten Blick über die sechs Meilen ermöglicht. Außerdem gibt es dort kein Gefälle, so dass dieser Teil des Flusses einem langsam fließenden Entwässerungskanal entspricht. Wenn die Erde gekrümmt ist, beträgt der Tropfen von einem Ende zum anderen ungefähr 24 Fuß.
Rowbotham watete in den Fluss und benutzte ein Teleskop, das 20 cm über dem Wasser stand, um ein Ruderboot mit einer zwei Meter hohen Mastreihe zu beobachten. Rowbotham behauptete, er könne den Mast in einer Entfernung von zehn Kilometern sehen, obwohl die kugelförmige Erde erforderte, dass sich die Spitze des Mastes etwa drei Meter unter seinem Horizont befand (aus einer Entfernung von zehn Zentimetern über dem Wasser). Rowbotham kam zu dem Schluss, dass die Erde flach sein muss, oder es ist wahrscheinlicher, dass er dies bereits dachte und dieses Experiment seine These zumindest zu seiner Zufriedenheit bewies. Unter einem Pseudonym veröffentlichte Rowbotham seine Ergebnisse 1849 in einer Broschüre mit dem Titel Zetetic Astronomy , die er 1865 zu einem Buch erweiterte.
Die meisten Leute ignorierten Rowbothams Arbeit. Im Jahr 1870 jedoch befürwortete John Hampden eine andere flache Erde. Der Befürworter bot jedem, der eine konvexe Krümmung eines großen Gewässers nachweisen konnte, wie es eine kugelförmige Erde erfordern würde, einen hohen Einsatz an. Der berühmte Alfred Russell Wallace nahm die Herausforderung an. Anscheinend wusste Wallace nichts von Rowbothams Ergebnis und änderte die Technik ein wenig. Er platzierte zwei identische Objekte an verschiedenen Orten entlang der Bedford-Ebene. Wallace untersuchte beide Objekte mit einem auf einer Brücke montierten Teleskop. Er fand heraus, dass das nähere Objekt höher erschien als das weiter entfernte, was mit den von einer kugelförmigen Erde vorhergesagten Ergebnissen übereinstimmte. Warum der Unterschied? Die Luftdichte nimmt mit zunehmender Höhe ab. Da sich dadurch der Brechungsindex in der Luft geringfügig ändert, werden Lichtstrahlen, die in der Nähe der Erdoberfläche verlaufen, nach unten gebeugt.


Atmosphärische Brechung
Übrigens lässt dieser wohlverstandene Effekt die Sonne etwa zwei Minuten früher aufgehen als sie tatsächlich scheint. Eine Temperaturinversion, bei der die Temperatur mit der Höhe zunimmt, ist in geringen Höhen entlang des Bedford Levels und anderer Gewässer üblich. Temperaturinversionen betonen die Brechung. Wenn die Anstiegsrate der Lufttemperatur mit der Höhe groß genug ist, kann eine Temperaturumkehr sogar dazu führen, dass Objekte in der Ferne über dem Horizont erscheinen. 1896 führte Ulysses Grant Morrow unter diesen Bedingungen ein ähnliches Experiment auf dem Old Illinois Drainage Canal durch und fand Ergebnisse, die mit einer konkaven Krümmung der Erde übereinstimmten (es gibt Leute, die glauben, die Erdoberfläche sei das Innere einer Muschel). Anscheinend war sich Wallace dieser Auswirkungen bewusst, Rowbotham hingegen nicht.
Diejenigen, die für die flache Erde werben, erwähnen oft das Bedford Level Experiment als Beweis dafür, dass die Erde flach ist. Sie scheinen zu glauben, dass Rowbothams Experiment von 1838 die Sache für alle Zeiten geregelt hat. Sie wissen absichtlich nicht, dass das Experiment seit 1838 viele Male wiederholt wurde. Wenn diese Experimente ordnungsgemäß durchgeführt werden, um den Effekt der Brechung zu minimieren, stimmen sie mit einer kugelförmigen Erde überein.
Einige Internetvideos, die für die flache Erde werben, zeigen einen Zeitrafferfilm der Mitternachtssonne. Die Sonne scheint sich am Horizont nach rechts zu bewegen und bewegt sich jeden Tag langsam auf und ab. Der Anspruch wird geltend gemacht , dass die Mitternachtssonne irgendwo nördlich des Polarkreises sichtbar ist (etwa 66,6 Grad nördliche Breite), aber dass , wenn die Erde kugelförmig wäre, die Mitternachtssonne nur am Nordpol sichtbar sein.


Nördlicher Polarkreis
Bei der Sommersonnenwende hat die nördliche Hemisphäre der Erde ihre maximale Neigung zur Sonne. Betrachten Sie einen Beobachter am Polarkreis. Am Punkt A ist es Mittag und die Sonne steht so hoch am Himmel wie möglich, fast 47 Grad. Für einen Beobachter, der der Sonne mit dem Nordpol im Rücken gegenübersteht, würde die Sonne im südlichen Teil des Himmels erscheinen. Zwölf Stunden später führt die Erdrotation den Beobachter jedoch zu Punkt B. Dies ist um Mitternacht. Wie Sie sehen können, gehen die Sonnenstrahlen über den Nordpol und erreichen Punkt B tangential zur Erdoberfläche. Wenn die Sonnenstrahlen die Erdoberfläche berühren, steht die Sonne am Horizont. Da der Beobachter dem Nordpol zugewandt sein muss, um die Sonne sehen zu können, befindet sich die Sonne im nördlichen Teil des Himmels.
Auf dem Polarkreis ist die Mitternachtssonne nur an der Sommersonnenwende sichtbar. In höheren Breiten ist die Mitternachtssonne länger sichtbar. Am Nordpol der Erde steht die Sonne sechs Monate lang über dem Horizont. Die Sonne scheint am Nordpol nicht jeden Tag auf und ab zu schaukeln. Stattdessen scheint die Sonne jeden Tag in etwa der gleichen Höhe zu kreisen. Tatsächlich geht die Sonne am Frühlingspunkt auf und gewinnt langsam an Höhe bis zur Sommersonnenwende, woraufhin die Sonne langsam wieder untergeht, bis sie am Herbstpunkt untergeht. Die maximale Sonnenhöhe an der Sommersonnenwende beträgt 23,4 Grad.
Hier gibt es eine Ironie. Während Anhänger der flachen Erde fälschlicherweise behaupten, dass die Mitternachtssonne auf dem Polarkreis nicht auftreten kann, wenn die Erde kugelförmig ist, ist es die flache Erde , die Schwierigkeiten hat, die Mitternachtssonne zu erklären. Bei den meisten Modellen mit flacher Erde befindet sich der Nordpol in der Mitte einer scheibenförmigen Erde ….
Angenommen, die Mitternachtssonne ist sowohl am Nordpol als auch am Polarkreis sichtbar. Dies wird durch Linien von der Sonne zum Nordpol und am Punkt A auf dem Polarkreis angezeigt. Beachten Sie, dass wir auf einer flachen Erde eine Linie von der Sonne zu jedem Punkt auf der Erde ziehen können, der nicht innerhalb des Polarkreises liegt (z. B. Punkt C). Wenn die Erde also flach wäre, müsste die Mitternachtssonne überall sichtbar sein, nicht nur innerhalb des Polarkreises. Da dies eindeutig nicht der Fall ist, kann die Erde nicht flach sein.
Einige der Werbevideos zur flachen Erde , die sich mit der Mitternachtssonne befassen, zeigen, wie die Sonne jeden Tag um den Nordpol der Erde kreist. Geheimnisvollerweise gibt es auf der Erde jenseits des Nordpols einen Schatten vor der Sonne. Wenn die Sonne den Nordpol umkreist, umkreist auch der Schatten. Anscheinend zeigt der Schatten an, wo es Nacht auf der Erde ist. Da sich die Sonne an Orten in diesem Schatten jedoch deutlich über dem Horizont befindet, sollte es dort Tag sein. Der Ursprung dieser schattenerzeugenden Nacht wird nie erklärt. Da die Sonne für die gesamte flache Erde klar über dem Horizont steht, sollte es außerdem überall auf der Erde Tag sein. Auch das wird nicht erklärt.
Eine weitere Behauptung, die gegen die kugelförmige Erde aufgestellt wurde, ist, dass wenn die Erde ein sich drehender Globus wäre, der jedes Jahr die Sonne umkreist, die Drehachse der Erde nicht mit dem Nordstern ausgerichtet bleiben würde. Dies liegt daran, dass sich unsere Perspektive ändert, wenn wir von einer Seite der Erdumlaufbahn zur anderen wechseln.


Erdumlaufbahn
Wenn die Erdachse an Punkt A mit dem Nordstern ausgerichtet wäre, würde die Erde sechs Monate später, wenn die Erde an Punkt B ankommt, nicht mit dem Nordstern ausgerichtet sein. Dieser Effekt ist hinreichend bekannt, um einen Namen zu rechtfertigen: Parallaxe. Mindestens eines der Videos gibt an, was die Astronomen für die Entfernung zum Nordstern halten (vier Billionen km, aber es ist ungefähr doppelt so weit) und den Radius der Erdumlaufbahn (150 Millionen km). Wir können diese Zahlen verwenden, um wie viel die Parallaxe Winkel, π ist. Wie wir sehen werden, ist der Winkel π ein kleiner Winkel, so dass wir die kleine Winkelnäherung verwenden können. Wenn ein Winkel klein ist, können wir den Winkel im Bogenmaß als das Verhältnis der Grundlinie zu einer der anderen Seiten ausdrücken. Die Basislinie ist der Umlaufradius der Erde, r, und die andere Seite ist der Abstand zum Nordstern, d. Das ist,

π = r/d = (150 million km) / (2 quadrillion km) = 7.5 x 10-8 radians.Um dies in Grad umzuwandeln, müssen wir mit 57,3 multiplizieren. Danach beträgt der Winkel 4,3 x 10 & supmin ; & sup6; Grad oder etwas mehr als vier Millionstel Grad. Das ist der scheinbare Durchmesser eines Cent, wenn man ihn in einer Entfernung von 250 Kilometern betrachtet. Tatsächlich wäre die Gesamtverschiebung, die wir sehen würden, doppelt so hoch, aber denken Sie daran, dass die im Video angegebene Entfernung ungefähr halb so groß ist wie der wahre Wert. Offensichtlich ist dies ein sehr kleiner Winkel, der viel zu klein ist, um von unseren Augen wahrgenommen zu werden. Daher ist dieser angebliche Beweis, dass die Erde flach ist, falsch.
In einem Interview diskutierte Eric Dubay , Förderer der flachen Erde, über Parallaxe. Dubay hat mehrere Bücher über die flache Erde geschrieben, darunter The Flat Earth Conspiracy, und er wird vorgestellt oder mit mehreren Videos auf YouTube gutgeschrieben. In diesem Interview gab Dubay ausdrücklich an, dass es keine Parallaxenmessungen gibt. Dies ist offensichtlich falsch. Obwohl es sehr klein ist, ist es möglich, die Parallaxe für die erdnächsten Sterne zu messen. Die ersten Parallaxenmessungen erfolgten in den 1830er Jahren. Die Technologie hat sich seitdem enorm verbessert, so dass es heute Parallaxenmessungen für mehrere hunderttausend Sterne gibt. Die HIPPARCOS-Mission der frühen neunziger Jahre war dabei am hilfreichsten. Von dieser Mission aus haben wir Parallaxenmessungen der meisten Sterne innerhalb von 600 Lichtjahren. Das Ende 2013 gestartete Raumschiff Gaia trägt erheblich dazu bei. Die Gaia-Mission sollte uns Parallaxenmessungen geben, bis 6000 Lichtjahren. Es ist nicht klar, ob Dubay den Status von Parallaxenmessungen nicht kennt.
Im Interview machte Dubay eine Reihe falscher Aussagen. Er sagte, dass der Nordstern bis zu 23 ½ Grad südlich des Äquators sichtbar ist. Dies ist falsch: Der Nordstern ist südlich des Äquators nicht sichtbar. Dubay sagte, dass der Mond nicht fest ist, weil wir Sterne durch den Mond sehen können. Das ist Unsinn, denn von Zeit zu Zeit der Mond vor einem hellen Stern geht, ein Ereignis , das wir nennen Mond occultation . Astronomen messen, wie lange das Mondglied (oder die Kante) benötigt, um Sterne während der Mondbedeckung auszublenden, da das Zeitmaß Aufschluss darüber gibt, wie groß die Sterne sind.
WENN DUBAY AUCH NUR DIE ELEMENTARPHYSIK VERSTEHEN WÜRDE, WÜRDE ER WISSEN, DASS AUFGRUND VON NEWTONS ERSTEM BEWEGUNGSGESETZ EIN OBJEKT EINE KRAFT BENÖTIGT, UM IN DER UMLAUFBAHN ZU SEIN.
Dubay versteht die Physik eindeutig nicht. Er behauptet, dass Raketen im Weltraum nicht funktionieren können, weil es keine Luft gibt. Raketen funktionieren aufgrund des dritten Newtonschen Bewegungsgesetzes (Aktion-Reaktion), nicht, weil sie die Luft verdrängen. Dubay protestiert dagegen, dass die Schwerkraft zwei widersprüchliche Eigenschaften zu haben scheint: Dinge auf der Erde festhalten und andere Dinge dazu bringen, die Erde zu umkreisen. Wenn Dubay auch nur die Elementarphysik verstehen würde, würde er wissen, dass aufgrund von Newtons erstem Bewegungsgesetz ein Objekt eine Kraft benötigt, um in der Umlaufbahn zu sein. Die Schwerkraft liefert diese Kraft. Dies unterscheidet sich nicht von jedem Objekt, das in einer kreisförmigen Bahn geht. Ein Gewicht gewirbelt um eine Zeichenkette wird in seiner Umlaufbahn durch Spannung in der Kette gezwungen. In ähnlicher Weise liefert die Schwerkraft die Kraft, die erforderlich ist, damit der Mond die Erde umkreist.
Viele der von Dubay und anderen vorgebrachten Argumente für eine flache Erde sind so schlecht, dass man sich fragen muss, wie ernst diese Menschen sein müssen. Dubay scheint es ernst zu meinen, aber konnte er wirklich so viele Dinge nicht verstehen? Möglicherweise gibt es sehr früh im Interview einen Hinweis darauf, dass das Ganze ein Gag war. Das Interview wurde über Skype geführt. Sowohl der Interviewer als auch Dubay klingen, als wären sie Amerikaner. Der Interviewer gab an, dass sich Dubay im „sonnigen Thailand“ befand. Dubay antwortete, dass Thailand dann „im Mondlicht“ sei. Anscheinend war es Tag, an dem sich der Interviewer befand, aber es war Nacht in Thailand. Auf einer flachen Erde wäre das schwer zu erklären, auf einer kugelförmigen Erde jedoch relativ leicht.


Christen, die den flachen Erdglauben unterstützen
Als ich mich umsuchte, konnte ich keine einzige Quelle finden, die für das erneute Interesse der Christen an der flachen Erde verantwortlich war . Ich fand jedoch einen langen Dokumentarfilm zu diesem Thema, der anscheinend von Christen produziert wurde: „ The Biblical Flat Earth Series: Der Dokumentarfilm über die Offenbarung der flachen Erde der globalen Lüge. Der Dokumentarfilm enthält vier Personen: Philip Stallings, Rob Skiba, Robbie Davidson und Emmanuel Lokonga. Es gibt nicht viele Informationen über Emmanuel Lokonga. Robbie Davidson ist offenbar der Filmemacher und in erster Linie für die Produktion des Dokumentarfilms verantwortlich. Sowohl Rob Skiba als auch Philip Stallings haben andere Videos, die für Flat Earth werben, sowie andere Ideen im Internet. Stallings gilt als Begründer der Bibel Flat Earth Society identifiziert. Eine Organisation namens Celebrate Truth war ebenfalls an der Dokumentation beteiligt. Es ist nicht klar, was Celebrate Truth ist oder wer dahintersteckt. Sowohl Celebrate Truth als auch die Bible Flat Earth Society scheinen ausschließlich in den sozialen Medien präsent zu sein.
Während die Dokumentation vom technischen Standpunkt aus recht gut ausgearbeitet erscheint, ist ein Großteil des Materials im Programm mangelhaft. Zum Beispiel behauptet der Dokumentarfilm zwischen 53:00 und 55:30 , dass wir keine Sternparallaxe sehen, und kommt zu dem Schluss, dass sich die Erde nicht bewegen darf. Wie bereits erwähnt, ist dies offensichtlich falsch. Dies ist leicht zu widerlegen.

Gegen 56:30 Uhr gibt es eine Liste verschiedener merkwürdiger Dinge, die zusammengeworfen werden. Ein Punkt auf der Liste ist die Ablehnung der Existenz von extrasolaren Planeten (sie existieren). Ein anderer bestreitet, dass Sterne weit weg sind. Es gibt eine Ablehnung, dass Meteore die Erde treffen. (Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Meteore die Erde treffen. Der Arizona Meteor Crater ist beispielsweise ein gut dokumentierter Meteoriteneinschlag.) Ebenfalls enthalten ist eine Ablehnung, dass die Energiequelle der Sonne nuklear ist, obwohl es Beweise dafür gibt. Die alte aristotelische Behauptung, dass eine sich bewegende Erde ihre Atmosphäre hinter sich lassen würde, gibt es auch. Eine Variation dieses letzteren Punktes wird um 1:22:30 Uhr vorgenommen, wo die Behauptung aufgestellt wird, dass ein Flugzeug nicht auf einer Landebahn landen könnte, wenn sich die Erde bewegen würde. Während sich die Erde bewegt, bewegt sich die Atmosphäre mit, sodass die Atmosphäre nicht zurückbleibt. Da sich Flugzeuge in Bezug auf die Luft bewegen, während sich Luft mit der Erde bewegt, werden Flugzeuge sowohl mit der Luft als auch mit der Erde mitgeführt. Die einzige Schwierigkeit ist, wenn es auf der Flugbahn starken Wind gibt, aber die Piloten kümmern sich jeden Tag darum. Auch dies ist alles so schlimm, dass ich die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass es sich bei der gesamten Dokumentation um eine Satire oder einen Lampoon handelt. Gegen 1:29:11 wird die grundlegende Bedeutung von Genesis angesprochen . Dies klingt ähnlich wie die Botschaft von Answers in Genesis. Ist das eine Art Slam von Answers in Genesis?

Sobald man eine flache Erde postuliert, führt dies zu anderen absurden Behauptungen. Wenn die Erde eher flach als eine Kugel ist, ist es unvorstellbar, dass wir uns in den Weltraum gewagt haben. In dem bereits erwähnten Interview mit Eric Dubay, leugnete er , dass es irgendwelche Satelliten , die die Erde umkreisen oder dass Astronauten in den Weltraum gegangen. Er behauptet, dass alle Fotos und Videos aus dem All gefälscht sind. Zum Beispiel sagt Dubay, dass das berühmte Foto der Erde, das von den Apollo 17-Astronauten aufgenommen wurde, ein computergeneriertes Bild ist. Natürlich setzt diese Argumentation automatisch voraus, dass die Apollo-Mondlandungen Scherze waren. Es gibt jedoch gute Gründe zu der Annahme, dass wir während des Apollo-Programms wirklich auf dem Mond gelandet sind.
Christen, die diesen Unsinn unterhalten wollen, sollten wissen, dass der Astronaut Jeffrey Williams während seines sechsmonatigen Aufenthalts auf der Internationalen Raumstation 2006 die Erde mehr fotografierte als jeder andere Astronaut in der Geschichte. Einige von Williams ‚Fotos sind in seinem Buch “ Das Werk seiner Hände: Eine Ansicht der Schöpfung Gottes aus dem Weltraum“ zu finden . Viele der Fotos zeigen, dass die Erde sphärisch ist. Es sollte aus dem Buchtitel ersichtlich sein, dass Williams ein Christ ist, aber der Inhalt des Buches macht es reichlich klar. Daher zu bezweifeln , dass die Erde kugelförmig ist , oder dass die Astronauten in den Raum gegangen sind , ist es, einen Christenbruder einer Lüge zu bezichtigen.
Aber Williams ist nicht der einzige Christ, der ins All gegangen ist: Jim Irwin und Charles Duke waren unter den zwölf Männern, die auf dem Mond liefen. Kürzlich bat ich Charles Duke, auf diejenigen zu antworten, die denken, dass die Erde flach ist, und auf diejenigen, die denken, dass wir die Apollo-Mondlandung gefälscht haben. Das schrieb er:
Ich war der Mondlandefähre Pilot auf der Apollo 16 Mission zum Mond. Wir starteten am 16. April 1972 vom KSC (Kennedy Space Center) in Florida. Etwa drei Stunden später verließen wir die Erdumlaufbahn für unsere dreitägige Mondreise. Als wir unser Raumschiff zum Andocken an unsere Mondlandefähre manövrierten, kam die Erde in einer Entfernung von etwa 32.000 Kilometern in Sicht. Es war ein großartiger Anblick. Wie Sie auf dem Foto sehen können, handelt es sich offensichtlich um eine Kugel und nicht um einen flachen Kreis. Auf unserer Reise zum Mond schauten wir aus den Fenstern und sahen eine kleinere Erde, und jedes Mal sahen wir verschiedene Landmassen, also drehte sie sich offensichtlich um ihre Achse.
Einige Leute hinterfragen die Tatsache, dass wir auf dem Mond gelandet sind und behaupten, dass es sich um einen großen Scherz handelt. Nun, wir sind sechs Mal auf dem Mond gelandet, und die Beweise sind überwältigend. Wenn wir die Landung gefälscht haben, warum haben wir sie 6 Mal gefälscht? Man muss sich nur die Fotos vom Lunar Reconnaissance Orbiter von meiner Mission ansehen. Die Fotos unseres Landeplatzes zeigen die Abstiegsstufe, den Mondrover, das Experimentierpaket und die Spuren, die wir auf dem Mond hinterlassen haben. Jeder Landeplatz hat Ähnliche Beweise. Es gibt viele andere Beweise, die schlüssig zeigen, dass Apollo tatsächlich sechs Mal auf dem Mond gelandet ist.

 

Fazit
Zumindest einige der Menschen, die hinter diesem Aufschwung in der Bewegung der flachen Erde stehen , könnten die Schöpfungsbewegung verspotten. Als solche sind sie eindeutig keine Freunde der Kirche; vielmehr widersetzen sie sich Christus und seinem Reich. Ich empfehle den Christen, ihre Lehren sehr kritisch zu betrachten


Predigt zu Römer 5,3

"Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt,"

 

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller

 

Von Natur sind wir nicht geduldig. Und weil wir so ungeduldig sind, können wir keine Erfahrungen mit unserem Gott machen. Die macht man nämlich in der Stille. Wir ungeduldigen Leute aber laufen Gott immer weg. Weil der Herr es jedoch gut mit uns meint, hält Er uns fest. Das Mittel, durch das Er uns festhält, ist Trübsal.

 

Wenn der Herr uns in die Trübsal stellt, schlagen wir zuerst aus wie ein wildes Pferd. Aber Gott hält uns in der Trübsal fest, bis wir stille werden. Trübsal bringt Geduld." Wenn das Herz still geworden ist und – vielleicht voll Angst, Not und Furcht – auf den harten Herrn schaut, der es in die Trübsal stellt, dann „bringt die Geduld Erfahrung". Da tut Gott Sein Herz auf und zeigt der erschrockenen Seele Seine Liebe, Seine Barmherzigkeit, Sein Heil in Jesus. Das sind selige Erfahrungen.

 

Und aus solchen Erfahrungen lernt das Herz die Trübsal gering achten. Es lernt: Es geht dem Herrn nicht um die Trübsal, sondern um mein Heil. Die Trübsal ist nur ein vorübergehendes „Mittel zum Zweck". ja, sie geht vorüber.

So kommt aus der Erfahrung der Liebe Gottes die Hoffnung. Das ist aber keine trügerische Scheinhoffnung. Denn sie gründet sich ja auf die Liebe Gottes, die am Kreuze offenbar wurde und in unser Herz ausgegossen ist: Er wird's gut zu Ende bringen mit mir und mit Seiner Gemeinde. Selige Stufenleiter! Von Segen zu Segen! Amen.


Predigt zu Matthäus 10,37

Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Wer Vater oder Mutter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht wert. Und wer Sohn, oder Tochter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht wert.

 

Wenn der Herr sagt, wir dürfen Vater, Mutter, Sohn und Tochter nicht mehr lieben, als ihn, so meint er damit nicht, dass wir sie so viel lieben dürfen, als ihn. Darüber belehrt er uns klar, wenn er uns zuruft: „du sollst lieben Gott deinen Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.“ So dürfen wir keine Kreatur lieben, auch Eltern und Kinder nicht. Wir sollen sie von Herzen lieben, sie sollen einen warmen Platz in unseren Herzen haben; aber das ganze Herz gehört nur dem Herrn, keinem Menschen.

 

Wie steht es aber bei vielen Menschen in Wirklichkeit? Sie lieben ihre Angehörigen, besonders ihre Kinder mehr, als den Herrn. Das merkt man am Besten bei Todesfällen. Wie untröstlich kann man da sein, ja wie mürrisch gegen Gott! Wären solche Stimmungen möglich, wenn man den Herrn mehr liebte, als die Verstorbenen, wenn man ihn von ganzem Herzen liebte? Hat die Liebe Jesu vom Herzen Besitz genommen, so hat man Trost auch am Grabe der Liebsten und kann nicht gegen Gott murren.

 

Dass manche Eltern ihre Kinder mehr lieben, als den Herrn, sieht man auch daran, dass sie es nicht vermögen, ein Kind in die Mission, oder in den Diakonissendienst zu geben; eher geben sie eine Tochter einem zweifelhaften Mann, wenn er nur Geld hat. Willst du wissen, ob du Eltern oder Kinder mehr liebst, als den Herrn, so frage dich, ob du beten kannst: Herr, du kannst meine Lieben krank werden lassen, du kannst sie sterben lassen; mache sie nur selig. Kannst du so beten, so ist dir der Herr am liebsten.

 

Erforsche mich Gott und erfahre mein Herz! Prüfe mich, ob ich Dich von ganzem Herzen liebe, und mache mich los von allem, was zwischen mir und Dir ist. Amen


Ein Gebet auf Psalm 16

aus einer Predigt von Hans Dieter Pfleiderer

Psalm 16

Ein Miktam von David.

 

1 Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich!

Geliebter himmlischer Vater

 

Zuerst will ich dir wieder danken, dass ich eine Bibel habe. Du hast mir damit und darin das allerhellste Licht, dass es in dieser Welt gibt, geschenkt. Und so danke ich dir auch für diesen 16. Psalm. Ich bin so dankbar, dass ich dich, den allmächtigen Gott um Bewahrung bitten darf, denn ich lebe in einer gefährlichen Welt. Du weißt das. Auch ich möchte nicht nur um Bewahrung bitten. Ich will Dir auch mein ganzes Vertrauen schenken, und da kommt mir auch sofort, Herr Jesus, der Psalm 23 in den Sinn, der Psalm 91, der Psalm 103, der Psalm 121. Sie dienen mir alle dazu, um eben mich gewiss zu machen, dass ich durch dich bewahrt bin. Ich bin so glücklich. Ich darf nicht nur sagen, denn ich vertraue auf dich. Ich darf durch den Herrn Jesus sagen, mein Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Herr Jesus, größere  Sicherheit gibt es nicht.

 

2 [Meine Seele,] du hast zum Herrn gesagt: »Du bist mein Herr; es gibt für mich nichts Gutes außer dir!«

 

Herr Jesus, lass mich bitte nie vergessen, dass ich zu dir gesagt habe, du bist mein Herr, denn ich gehöre nicht mehr mir selbst, ich darf aus Gnaden dein leibeigener Knecht sein. Du nennst mich Freund. Ich nenne dich mein Herr, mein König und mein Gott. Ich liebe diese Stellung von mir zu Dir und von Dir zu mir. Deshalb darf ich auch von ganzem Herzen und in Aufrichtigkeit sagen, es gibt nichts Gutes außer dir. Ich habe dich, den Einmaligen erkannt und auch das Erbe, dass mir in deiner Person geschenkt ist. Wie reich hast du dich doch mit dir selbst gemacht.

 

3 Die Heiligen, die auf Erden sind, sie sind die Edlen, an denen ich all mein Wohlgefallen habe.

 

Herr Jesus, du hast die Gemeinde gegründet, und ich liebe deine Gemeinde. Es ist die Schar derer, die du mit deinem Blut für dich und für den Vater erkauft hast. Es sind deine Heiligen, deine Edlen, deine Auserwählten, deine Geliebten, und ich darf aus Gnaden dazu gehören. Auf ihnen ruht dein Wohlgefallen, leider nicht immer wegen ihrer Qualitäten. Weil du, Herr Jesus, in ihnen wohnst durch den Heiligen Geist, darum sind sie dir wohlgefällig. Und weil sie dir gefallen, darum sind sie auch für mich wohlgefällig.

 

4 Zahlreich werden die Schmerzen derer sein, die einem anderen [Gott] nacheilen; an ihren Trankopfern von Blut will ich mich nicht beteiligen, noch ihre Namen auf meine Lippen nehmen!

 

5 Der Herr ist mein Erbteil und das [Teil] meines Bechers; du sicherst mir mein Los.

 

Herr Jesus, nicht alle Menschen gehören zu deinen Auserwählten und Wohlgefälligen. Es ist mir ein großer Schmerz, dass so viele Menschen anderen Göttern nacheilen. Sie gebrauchen sogar manchmal fromme Worte, aber ihr Herz gehört nicht dir, Herr Jesus. Bitte bewahre mich vor ihnen. Lass mich bitte kompromisslos bleiben. Halte mir immer das Ziel und mein Erbe vor Augen, so wie es im nächsten Vers ausgedrückt wird. Der Herr ist mein Erbteil, das Teil meines Bechers. Du sicherst mir mein Los. Im Geist beuge ich mich vor Dir, meinem Gott. Ich bin überwältigt. Schon zu deinem Knecht Abraham hast du gesagt, fürchte dich nicht, denn ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Und David sagt dasselbe, der Herr ist mein Erbteil. Dein Knecht Paulus sagt auch dasselbe. Wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken. Herr Jesus, hier bleibt mir nur die Anbetung. Du selbst bist mein Erbteil. Du selbst bist meine Quelle. Du selbst bist auch die Sicherheit meiner ewigen Rettung.

 

6 Die Meßschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil.

 

Herr Jesus, wenn ich diesen Vers lese, dann denke ich mit großer Freude an meine zukünftige Heimat bei dir. Ich denke an die Hochzeit des Lammes. Ich denke daran, wie es geschrieben steht, was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Oh, mein Gott, ich freue mich darüber.

 

7 Ich lobe den Herrn, der mir Rat gegeben hat; auch in der Nacht mahnt mich mein Inneres.

 

Herr Jesus, wenn ich all das vorausgehend Genannte bedenke, was bleibt mir anderes übrig als dich zu loben, dir allein die Ehre zu geben. Ich denke an das, was du auch mir in Jeremia 31 sagst, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt. Darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Und ich halte mich daran, was in Römer 8,28 steht. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Maximum dienen.

 

8 Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht

 

9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen,

 

Vater, es ist so schön, dass wir immer im Augenkontakt mit dir stehen dürfen. Du liebst uns und du siehst uns Tag und Nacht, und wir schauen im Geist zu dir empor und warten auf Deine Führung. Herr Jesus, weil du unser Hoherpriester bist, deshalb sind wir immer in Sicherheit. Es gilt für uns Psalm 121 ohne Abstriche, siehe der Hüter Israels schläft, noch schlummert nicht. Vielen Dank, Herr Jesus. Ich habe es bei dir sehr gut.

 

10 denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, daß dein Getreuer die Verwesung sieht.

 

Herr Jesus, weil du für mich in den Tod gegangen bist, deshalb gilt auch für mich das Wort. Der Tod ist verschlungen in Sieg. Herr Jesus, ich bleibe nicht beim Sterben, nicht beim Tod, nicht beim Grab, Friedhof und Begräbnis stehen. Ich höre deine Worte vom Kreuz. Es ist vollbracht und heute wirst du mit mir im Paradiese sein.

 

11 Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!

 

Herr Jesus, ich höre immer dein Wort, wie du in Johannes 14,6 gesagt hast, ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Und auch das andere Wort. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ja, Herr Jesus, du bist meine ganze Sicherheit geworden. Ich vertraue dir und deinem Wort, auch gerade dem in Johannes 10,27 bis 30. Du bringst mich dorthin, wo es heißt, vor deinem Angesicht sind Freuden die Fülle. Liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Darum Herr Jesus, dieses Gebet. Bewahre mich Gott, denn ich vertraue auf dich. Du wirst es für mich tun, du bist der Anfänger und du bist der Vollender deines Reiches, und dafür danke ich dir von ganzem Herzen.

Amen

 


Psalm und Hirte

 

Sie waren zusammen zur Schule gegangen. Der eine war Prediger geworden und sollte nun bald in den Ruhestand versetzt werden. Ein berühmter Redner war er nie; wohl aber hatte er Sonntag für Sonntag mit ganzem Herzen das Evangelium in schlichter Art verkündigt. Der andere, sein Schulfreund, war zum Theater gegangen und ein bekannter Schauspieler und Vortragskünstler geworden. Er kam aus einer gläubigen Familie und war das, was er in seiner Jugend gehört hatte, nie ganz losgeworden, obwohl er es über seiner Arbeit fast vergessen hatte. Auch er war am Ende seiner Laufbahn angekommen und man bereitete ihm eine Abschiedsfeier vor.

 

Man bat ihn, seine Freunde selbst einzuladen, und so schrieb er auch an seinen Schulkameraden, den Prediger. Nach einigem Widerstreben nahm dieser die Einladung an. Es wollte ihm gar nicht gefallen, in Gesellschaft von Schauspielern zu kommen. Aber schließlich beschloss er doch hinzugehen, weil er es so nett fand, dass sein alter Schulfreund ihn nicht vergessen hatte.

 

Der Prediger saß zwischen zwei Schauspielern, und die Unterhaltung war sehr angenehm. Gegen Ende der Feier wurde der Jubilar gebeten, den Gästen etwas vorzutragen. Er willigte ein mit der Bedingung, dass sein Schulkamerad dasselbe tun dürfe.

 

Der gefeierte Mann wählte den 23. Psalm. Warum er gerade den Hirtenpsalm nahm, wusste er selbst nicht zu erklären. Vielleicht spielten dabei Erinnerungen an seine Jugend und an sein Elternhaus eine Rolle. Wer weiß?

 

Was auch immer, er sprach die bekannten Worte auf unnachahmliche Weise, und anhaltender Applaus folgte. Danach stand der alte Prediger auf, eine etwas schüchterne, wenig imponierende Gestalt. Er holte seine viel gebrauchte Bibel hervor und las denselben Psalm nur einfach vor, wie er es häufig an Sterbebetten getan hatte. Es wurde still, stiller als vorhin; und nach den letzten Worten: "Und ich werde wohnen im Haus des Herrn auf immerdar", blieb es still.

 

Da stand der Schauspieler auf, gab seinem alten Schulkameraden die Hand und sagte zu den Gästen: "Wisst ihr was der Unterschied ist? Ich kenne den Psalm, aber er kennt den Hirten."

Der gebrochene Fuß

Eines Abends kam ein Wanderer an einen einsamen Schafstall. Die Tür war nicht verschlossen, und so trat er ein. Mitten zwischen seinen Schafen saß der Hirte, der nach kurzem Gruß sich wieder einem Schäfchen zuwandte, das anscheinend krank auf einem Bündel Stroh lag.

"Was fehlt ihm?", fragte der Wanderer.

"Ein Fuß ist gebrochen", antwortete der Hirte und streichelte es sanft.

Der Fremde wollte wissen, wie das geschehen war. Da erzählte der Hirte:

"Ich selbst habe ihm den Fuß gebrochen, weil ich seinen Ungehorsam nicht länger ertragen konnte. Monatelang habe ich versucht, es mit Liebe zu leiten und ihm nur Gutes zukommen zu lassen, aber es hat nie richtig auf meine Stimme gehört. Immer ging es seinen eigenen Weg. Einmal musste ich es von steilen Felsen herunterholen und ein anderes Mal aus einem Abgrund herauftragen. Fast wäre es schon dem Adler zum Opfer gefallen; aber das Schlimmste war, dass auch andere Schafe ihm nachliefen. Da wusste ich nur noch ein Mittel: Ich musste ihm den Fuß brechen, damit es nicht mehr weglaufen kann. Erst war es böse, fraß nichts und stieß nach mir; aber jetzt sieht es mich demütig an und leckt mir meine Hände. Auch auf den Ton meiner Stimme achtet es genau. Bald kann es wieder laufen, und eines weiß ich, dass ich dann in meiner Herde kein ungehorsames Schaf haben werde."

Als der Wanderer seinen Weg fortsetzte, dachte er bei sich: "Sollte der himmlische Hirte mit seinen Schafen nicht auch so handeln?"

 

Dein Tun ist stets gesegnet,

selbst wenn es hart uns scheint.

Dein Blick voll Trost begegnet

dem, der gebeugt hier weint.

Oh, wohl uns, dass wir stehen

in Deiner Hirtenhut!

Wir können freudig gehen,

Du machst es immer gut.

aus Traktat "Mein HIrte" VdHS

Einiges über Schafe

Erkennungszeichen:

Gewöhnlich bekommen Schafe von ihrem neuen Besitzer nach dem Kauf ein Zeichen mit Farbe auf den Rücken gemalt. Er drückt ihnen seinen Stempel auf.

So sind die Schafe des guten Hirten auch zu erkennen: An ihrem Betragen und Lebenswandel muss man sehen können, dass sie für einen teuren Preis erkauft sind. Durch sein Blut sind sie sein, und Er hat ihnen seinen Stempel aufgedrückt.

 

Dummheit:

Ein Schaf ist nicht intelligent, sondern ziemlich dumm; es hat Fürsorge und Leitung nötig und kann auch nicht wieder zurückfinden, wenn es sich verirrt hat.

Jemand hatte seinen Hund an einen Bekannten verkauft, der 50 km entfernt wohnte. Der Hund wurde per Auto mitgenommen. Aber drei Tage später war er wieder zurück und stand an der Tür seines alten Herrn.

Es ist bekannt, dass z.B. auch ein Pferd allein den Weg nach Hause findet. Aber ein Schaf kehrt niemals von selbst zurück, wenn es sich verirrt hat; es hat einen Hirten nötig, der es sucht.

Dass wir mit irrenden Schafen verglichen werden, ist nicht schmeichelhaft, aber wer ehrlich ist, muss doch sagen, dass die Heilige Schrift unsere irrenden Herzen hier treffend kennzeichnet.

 

Vom Fliehen:

Einige Tiere haben Hörner, Klauen, scharfe Zähne, aber ein Schaf hat keine Verteidigungswaffen. Es ist für seine Bewahrung vom Hirten abhängig.

Eins aber kann es wohl, es kann vor dem Feind fliehen. Darum lesen wir in Johannes 10,5: "Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen."

Vor der Sünde zu fliehen ist nicht feige, sondern mutig.

Ein junger Prinz von Brandenburg war Gast am Hof des Königs Willem III. der Niederlande. Er wurde zu einem nächtlichen Fest eingeladen. Als das Fest beginnen sollte, suchte man vergebens nach dem Prinzen. Er war abgereist, denn die weltlichen Sitten waren ihm zuwider.

aus Traktat "Mein HIrte" VdHS


Die halbe Bibel

In einem Dorf erfuhr ein durchreisender Prediger von einer Familie, in welcher der Mann so feindlich gegen das Christentum sei, dass er keine Bibel und kein Testament ins Haus lasse. Sofort begab sich der Prediger dorthin.

 

Die Frau hing gerade Wäsche auf. Nach einigen einleitenden Worten bot ihr der Prediger ein hübsch gebundenes Testament an. Zuerst streckte sie die Hand danach aus, zog sie aber wieder zurück und sagte, ihr Mann dulde dieses Buch nicht. Schließlich aber nahm sie es doch an. Es kostete ja nichts, der Prediger schenkte es ihr. 

 

In diesem Augenblick kam der Mann herein. Auf seiner Schulter trug er eine Axt. "Was wollen Sie?", fuhr er den Besucher an. Als er das Testament sah, sagte er zu seiner Frau: "Wir teilen ja alles miteinander. So wollen wir auch dieses Buch teilen!" Nun legte er es auf einen Block und hieb es mit der Axt in zwei Stücke. Eins gab er seiner Frau, das andere steckte er in seine Tasche.

 

Einige Tage später war er zum Holzhauen im Wald. Mittags wurde eine Pause gemacht und das mitgenommene Essen verzehrt. Da fiel ihm das halbe Testament ein, das er bis dahin in seiner Tasche hatte. Er fing an zu lesen. Es war gerade die Geschichte vom verlorenen Sohn. Doch bei den Worten "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen", war der Axthieb.

 

Abends sagte der Mann in bemüht beifälligem Ton zu seiner Frau, sie solle ihm ihre Bibelhälfte zeigen, er habe da angefangen, von einem davongelaufenen Sohn zu lesen und würde gern wissen, wie die Geschichte ausgehe. Die Frau gab ihm ihre Hälfte, ohne eine Silbe zu sagen. Und nun las er die Geschichte nicht nur zu Ende, sondern er las sie mehrmals hintereinander.

 

Am nächsten Tag sah seine Frau ihn immer wieder nach dem Buch greifen, und am Abend sagte ihr Mann plötzlich. "Ich glaube, das ist das beste Buch, das ich je gelesen habe!"

 

Und wieder einige Tage später "Ich will versuchen, nach diesem Buch zu leben, denn einen besseren Führer als Jesus Christus kann es nicht geben."

aus "Glaube im Alltag" Verlag Friedensstimme


ISRAEL IN DER ERFÜLLUNGSZEIT

Man erzählt, daß Friedrich der Große in seinem Kabinett seine Minister und Generäle fragte: “Gibt es einen handfesten Gottesbeweis?” Da antwortete einer aus seiner Umgebung: “Majestät, die Juden!”

 

Israel ist das auffälligste Zeichen der Endzeit. Alte Weissagungen beginnen sich zu erfüllen. Was Jeremia prophezeite (31, 10): “Der Israel zerstreute, der wird es wieder sammeln”, bekommt in der Gegenwart wieder große Aktualität. Israel ist ein Wunder vor unseren Augen, und zwar ein vielfältiges Wunder.

 

Das Wunder seiner Erhaltung

Von Abraham bis zur Gegenwart, insgesamt etwa 4000 Jahre, währt Gottes Geschichte mit diesem Volk. Professor Karl Heim in Tübingen pflegte zu sagen: “Dies Volk ist von Gott für eine große Zukunft aufbehalten. ” Viele Völker der Menschheitsgeschichte sind aufgeblüht und mit ihren Kulturen wieder vergangen. Israel aber blieb.

 

Das Wunder seiner Sammlung

Was weissagten die Propheten? Jesaja 43, 5: “Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln.” Jesaja 56, 8: “Gott der Herr, der die Versprengten Israels sammelt . . .” Jeremia 23, 3: “Ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen.”

Diese Prophetien erfüllen sich in unseren Tagen.

Zwar sind erst ca. vier Millionen Juden heimgekehrt, und es leben noch einige Millionen unter anderen Völkern. Doch hat die Sammlung begonnen.

 

Das Wunder der Staatsgründung

Seit den Makkabäerkämpfen im zweiten vorchristlichen Jahrhundert hatte Israel kein eigenes Staatswesen mehr. Seine zweitausendjährige Hoffnung ging im Mai 1948 mit der Neugründung des Staates Israel in Erfüllung.

 

Das geologische Wunder

Kanaan war vor viertausend Jahren ein Land, darin “Milch und Honig” floß. Diese sprichwörtliche Fruchtbarkeit ging verloren. Seit der Kreuzigung Jesu hörten Früh- und Spätregen auf. Das Land versandete. Dieser Fluch beginnt sich zu lösen. In den Jahren 1901 und 1902 setzten Früh- und Spätregen wieder ein. Der Grundwasserspiegel stieg stellenweise über zehn Meter. Der Boden kann wieder urbar gemacht werden. Getreide wird angebaut. Citrusplantagen entstehen. Gebiete in der Wüste können aufgeforstet werden. Durch die Anpflanzungen werden Klima und Niederschlagsmengen günstig beeinflußt. Geologen sprechen von einem geologischen Wunder. Das Land bereitet sich vor, eine größere Volksmenge aufzunehmen und zu ernähren.

 

Das wirtschaftliche Wunder

Ein junger Staat braucht ein wirtschaftliches Fundament. Auf israelischem Gebiet werden Rohstoffquellen erschlossen, insbesondere die Mineralien des Toten Meeres. Xiel Federmann entdeckte 1953 Erdölquellen südlich des Toten Meeres, und Professor Glueck etwas später die Kupferminen König Salomos. Große Wasserversorgungsanlagen sind geplant und gebaut worden, zum Beispiel die gewaltige Rohrleitung vom See Genezareth zur Negevwüste.

 

Das Wunder der Sprache

Wo in der Welt gibt es das Phänomen, daß eine tote Sprache wieder zum Leben erwacht und zur Nationalsprache eines Staates wird? Das gibt es nur in Israel, denn die biblische Sprache des Alten Testamentes ist die Grundlage des neuen »Ivrit«, das alle jüngeren Einwanderer in den sogenannten Ulpans (Sprachschulen) lernen müssen.

In Israel werden gegenwärtig über 100 Nationalsprachen gesprochen. Ohne das einigende Band einer gemeinsamen Sprache ist es schwer, eine nationale Identität zu erlangen. Dank der Arbeit von Elieser Ben Jehuda, wie er sich nannte, wäre dieses monumentale Werk einer gemeinsamen Umgangssprache nicht zustande gekommen. Gott hat diesen Mann dazu benutzt, trotz aller Widerstände durchzuhalten und die Heilige Sprache zu einer flexiblen, modernen Gebrauchssprache zu machen.

 

Das Wunder der Bewahrung

Wer kann es fassen, daß dieser kleine Staat seit seiner Entstehung sich mehrfach gegen eine vielfache Übermacht hat behaupten können und im Golfkrieg des Jahres 1991 mit einer solchen vernünftigen Gelassenheit auf die Raketenangriffe des Irak reagierte? Kriege sind ein Zeichen der gefallenen Welt und bringen unendliches Leid über die davon betroffenen Menschen. Und doch, wenn wir die kriegerischen Ereignisse der heutigen Zeit mit denen vergleichen, die Israel in seiner langen Geschichte schon erlebt hat, können wir erkennen, daß Gott auch heute zu seinem Volk stehen wird. Es wird auch die Zeit kommen, wo Israel die eroberten Gebiete, Ostjerusalem, das Westjordanland usw. wird behalten können, weil es im Alten Testament verheißen ist.

 

Aufgrund der biblischen Verheißung muß aber auch gesagt werden, daß Israel seinen größten Kampf noch vor sich hat, aber auch da wird die Hand des Herrn eingreifen.

 

Sind diese Wunder in der jüngsten Geschichte Israels nicht ein beredtes Zeichen unserer Tage? Wer Ohren hat zu hören, der höre! Wer Augen hat zu sehen, der sehe! Israel ist der stärkste Hinweis auf den endgeschichtlichen Charakter unserer Zeit. Unser Herr selbst sagt: »Wenn der Zweig des Feigenbaums jetzt treibt und die Blätter kommen, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist« (Mattb. 21, 32). Der Feigenbaum Israel hat begonnen, sich in dem von Gott ihm verheißenen und zugeteilten Land einzuwurzeln. Das Bäumlein wächst, seine Zweige gewinnen Saft, und die Blätter kommen. Es ist eine verhängnisvolle Blindheit, die Hand Gottes und sein Handeln in der gegenwärtigen Geschichte Israels nicht zu erkennen und damit ein entscheidendes Zeichen der Zeit zu übersehen.

Zwei große Wunder, genauer gesagt, die beiden größten Wunder in der Geschichte Israels stehen noch aus.

 

Das Wunder der Bekehrung Israels

Israel ist noch mit Blindheit geschlagen. Aber Gott wird seinem Volk eines Tages die Augen öffnen, daß es seinen Messias, unseren Herrn Jesus Christus, erkennt. Jesus sagte dieses Ereignis voraus (Mattb. 23, 37 39): »Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst die, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: >Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!«< Der Apostel Paulus beschäftigt sich ausführlich mit der Zukunft Israels, mit seiner Verwerfung und Bekehrung, in den drei Kapiteln Römer 9 11.

»Ich will euch, liebe Brüder, nicht verhehlen dieses Geheimnis, auf daß ihr euch nicht auf eigene Klugheit verlaßt: Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen ist, und alsdann wird das ganze Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: >Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der da abwende das gottlose Wesen von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen«< (Röm. 11, 25 27).

 

Das Wunder der Sendung Israels

Dies wird das letzte große Wunder in der Geschichte des Volkes sein. Israel wird noch einmal allen Völkern zum Segen werden. Wir dürfen damit rechnen, daß Israel im Tausendjährigen Reich von Gott den Auftrag zur Völkermission erhält. Paulus deutet dies in Römer 1, 15 an, wenn er schreibt: »Wenn Israels Verwerfung der Welt Versöhnung ist, was wird seine Annahme anders sein als Leben aus den Toten!« Überhaupt scheint das ganze 11. Kapitel des Römerbriefes darauf hinzuweisen, daß Israel noch einmal eine große Aufgabe in der Reichgottesarbeit auf Erden zu übernehmen hat. Gott führt seine Pläne durch. Seine Verheißungen, die er den Erzvätern gegeben hat, sind nicht zurückgenommen. Gottes Zusagen stehen fester als die Berge der Erde.

 

Wer über Gottes Handeln mit Israel nachdenkt, steht staunend vor der Treue und Barmherzigkeit des Herrn, die auch durch die Untreue seines Volkes nicht aufgehoben werden. Wohl brachen entsetzliche Gerichte über dieses Volk herein. Mit seinem Ungehorsam und Abfall lud es den Fluch auf sich. Aber alle Scheußlichkeiten der Weltgeschichte, die dieses Volk durchleiden mußte, dienen letztlich nur dazu, es seinem von ihm einst verstoßenen Messias zuzuführen. Durch Gericht und Gnade kommt Gott zu seinem Ziel.

 

O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! (Röm. 11, 33)

 

Die Vollendung der Wege Gottes mit Israel hat begonnen. Die Zeit der Gerichte über diesem Volk neigt sich dem Ende zu, auch wenn es durch letzte schwere Krisen gehen mag. Damit hat aber die letzte Epoche der Menschheitsgeschichte vor der Wiederkunft Jesu Christi begonnen. Der Kommende steht vor der Tür.

“Des Menschen Sohn kommt in den Wolken mit grosser Kraft” (Matth. 24,30). Der Niedrige, der Durchbohrte ist nun der Erhöhte, der Herrliche. Der Verachtete, der Verlästerte ist nun der, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Mit Riesenschritten gehen wir auf ihn zu. “Seid stille vor Gott dem Herrn, denn des Herrn Tag ist nahe”

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Israels Hoffnung und Wiederannahme

...am Ende der Zeit knüpft Gott wieder mit Israel an. Deutlich sind schon heute markante Flammenzeichen zu erkennen. Das gegenwärtige Zeitalter neigt sich seinem Ende zu. Der Zeiger auf Gottes Weltenuhr naht sich der Mitternachtsstunde.

 

Vier Hauptereignisse sind, was Israel betrifft, bisher ganz besonders hervorragende Signale:

 

1791: Aufhebung aller Ausnahmegesetze gegen die Juden durch die französische Nationalversammlung. Seitdem rasche Entwicklung des jüdischen Einflusses in Politik, Presse und Hochfinanz.

 

1897: Gründung des Zionismus und damit planmäßiges Streben nach Rückkehr in das Land ihrer Väter.

 

1917: Balfour-Erklärung. Palästina zur nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes unter britischer Oberhoheit erklärt (Konferenz in San Remo 1919).

 

1948: Gründung des Staates Israel.

 

Dies alles sind „Zeichen der Zeit“. Sie behalten ihre Bedeutung, auch wenn es noch rückläufige Bewegungen geben mag (vgl. 2.Thess.2,6;7).

 

Eins ist bei dem allen aber zu beachten: Die Wiederherstellung Israels gelangt nicht durch geradlinige „Vollendung“ dieser Zeichen der Zeit zur Verwirklichung. Denn das Reich Gottes kommt in keiner Weise durch menschlichen Fortschritt. Es ist nicht das Ergebnis von Leistungen und Entwicklungen auf Erden, sondern ist Geschenk und Kraftwirkung des Allerhöchsten vom Himmel her (Dan. 7, 13; 14).

 

So auch bei Israel. Seine letzte Entwicklung vor dem Anbruch des Messiasreiches wird durch Katastrophen gehen. Gottes Gericht wird in erschütterndstem Maße offenbar. Die große Trübsal – die Drangsal Jakobs (Jer. 30, 7) – wird hereinbrechen.

 

Dann aber wird der Messias erscheinen. Dem im Lande vereinten Überrest werden die Augen aufgehen (Off.1,7; Sach.14,4). In Buße werden sie sich zum Herrn wenden (Sach. 12, 10; Jes. 53, 3‑6), und Israel wie auch die Völkerwelt werden innerlich erneuert werden (Jes. 11, 1‑10; Zeph. 3, 9).

 

Christus wird herrschen. Gekrönt mit der Doppelkrone (Sach.6, 11‑13 Hebr. 7), wird Er der Gottkönig über Israel und die Völkerwelt sein.

 

Bekehrung und Vereinigung Israels (

Hos.3, 5; Hes.37, 15‑23),

Erneuerung der Nationen (Zeph. 3, 9),

Friede unter den Völkern (Micha 4, 3 ; 4),

Segnungen der Natur

(Jes. 11, 6‑8; Hos. 2, 23; 24),

erhöhter Glanz von Sonne und Mond

(Jes. 30, 26)

‑ dies sind einige der Herrlichkeiten dieses goldenen Zeitalters.

 

So erreicht Gott Sein Ziel. Auch in Bezug auf Israel siegt Seine Gnade (Röm. 11, 26; 29). Trotz aller Krisen im einzelnen wird Gottes Gesamtplan vollendet. Das Wanderziel Abrahams leuchtet auf. Die errettete Nachkommenschaft des Patriarchen ‑ sein leiblicher und geistlicher Same durch den Glauben ‑ nimmt teil am Genuß der Erfüllung seiner Sehnsucht. Denn Abraham erwartete „die Stadt, deren Schöpfer und Baumeister Gott ist“ (Hebr. 11, 10).

 

Wahrlich: „Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar . . . O Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes!“ (Röm. 11, 29; 33.) Ihm aber, dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs (1. Kön. 18, 36, vgl. 31), Ihm, dem Gott Israels und der Nationen (Röm. 3, 29), Ihm, dem Könige der Zeitalter, dem unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (1. Tim. 1, 17).  

(von Erich Sauer)


Zur neueren Geschichte Israels
(Jer. 17,14-18 / Sach. 2,12 / Matth. 23,37-39; 27,24+25)

 

1483

30.000 Juden werden durch die katholische Inquisition an vielen Orten in Spanien öffentlich verbrannt

1492

Durch Ferdinand II. von Aragonien und Isabella I. von Kastilien werden alle Juden aus Spanien vertrieben

1494

Abertausende jüdischer Frauen werden durch die Hexenbulle des Papstes als Hexen verdächtigt und an vielen Orten Europas grausam umgebracht

1496

Durch das Dekret von Kaiser Maximilian I. werden alle Juden aus Österreich vertrieben

1501

Viele Juden werden in Toledo/Spanien verbrannt

1504

Alle führenden Juden in Moskau werden verbrannt

1506

2.000 Juden werden in Lissabon/Portugal erschlagen

1574

897 Juden werden in Mexiko öffentlich verbrannt

1614

Das Judenviertel in Frankfurt wird völlig vernichtet

1648

12.000 Juden werden durch die Kosaken des Bogdan Chmielniki in Rußland und der Ukraine niedergemetzelt

1648

400.000 Juden werden in Polen durch grausame Massaker der Kosaken niedergemetzelt und ausgerottet

1650

200.000 Juden werden wiederum durch die Kosaken in Rußland niedergemetzelt und ausgerottet

1670

4.000 Juden werden durch Leopold I. aus Wien vertrieben

1679

Bis 1692 werden in Palma de Mallorca viele tausend Juden durch Gerichte, Autodafé genannt, verbrannt

1680

86 Juden werden in Madrid/Spanien auf dem Scheiterhaufen öffentlich verbrannt (Autodafé)

1704

Bis 1769 in Portugal Tausende Juden getötet (Autodafé)

1734

20.000 Juden werden durch die kosakischen Haidamacken in Polen niedergemetzelt und massakriert

1818

Viele Juden in Würzburg getötet, die restlichen 400 vertrieben. Dabei grölt man wieder das schreckliche „Hep! Hep!“ (Hierosolyma est perdita – Jerusalem ist verloren)

1821

In Odessa bricht der erste blutige Pogrom auf, der auf viele andere Städte Rußlands und der Ukraine übergreift. Dabei kommen bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges über 100.000 Juden zu Tode

1858

Abertausende von Juden werden durch sich oft wiederholende Pogrome in ganz Rußland umgebracht

1859

Bis 1871 wiederholen sich die Pogrome in Odessa

1864

In Marokko toben heftige Judenverfolgungen

1867

In Rumänien setzen heftige Judenverfolgungen ein

1881

792 Juden werden in Kiew/Ukraine getötet

1881

Grausamer Pogrom in Elisabethgrad und 1882 in Balta

1883

Grausamer Pogrom in Rostow am Don (Südrußland)

1903

Grausamer Pogrom in Gomel und Kischinew/Moldau

1905

Schreckliche Pogrome in 700 Städten in Rußland und der Ukraine durch die „Schwarzen Hundert“

 

1917

Bis 1921 werden über 30.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder durch andauernde Pogrome in über 1.200 Orten Rußlands und der Ukraine ermordet

1917

Balfour-Erklärung

1919

1.500 Juden werden bei Pogromen in Proskurow getötet

1919

Bis 1921 verübt die ukrainische Nationalarmee über 100 Pogrome, wobei viele tausend Juden getötet werden

1929

Alle Juden werden durch die Araber in Hebron/Palästina grausam ermordet und vertrieben

1933

Bis 1945 werden in fast allen europäischen Ländern durch die Naziherrschaft 6,25 Millionen Juden vernichtet, davon sind 1,5 Millionen Kinder unter 14 Jahren!

1936

Bis 1939 kommen fast 500 jüdische Männer, Frauen und Kinder durch die arabischen Unruhen in Palästina um

1941

Der arabische Groß-Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini, besucht Hitler in Berlin und ruft ihn zur Vernichtung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina auf

1945

Bis 1948 viele Tote durch die arabischen Überfälle und den Untergang seeuntüchtiger Einwandererschiffe

1948

Staatsgründung Israels

1948

Über 6.000 Tote und 9.000 Verwundete im Befreiungskrieg gegen fünf arabische Armeen

1956

170 Tote und 700 Verwundete im Suez-Krieg

1967

800 Tote und 2.600 Verwundete im Sechs-Tage-Krieg

1972

11 israelische Sportler werden durch arabische Terroristen bei den Olympischen Spielen in München ermordet

1973

2.650 Tote und 7.500 Verwundete im Yom-Kippur-Krieg

1982

574 Tote und 2.780 Verwundete im Libanon-Feldzug

1986

21 Tote durch türkische Terroristen beim Sabbathgottesdienst in der Synagoge in Istanbul

1991

2 Tote durch Raketeneinschläge und 72 Tote durch andere Kriegseinwirkungen im Golfkrieg

1993

Seit 1948 sind 17.709 Männer und Frauen als Soldaten im Krieg umgekommen, um die man in 24.682 Familien trauert, mit insgesamt 61.249 Kriegsinvaliden

 

1993

Seit 1948 wurden durch arabische Arafat-Terroristen über 2.128 israelische Männer, Frauen und Kinder in Israel ermordet. Durch den weltweiten arabischen Arafat-Terror wurden 69 israelische Diplomaten getötet

2006

Libanon-Krieg: Kein Sieg Israels mehr


"Die Bibel ist nicht dazu da, um unser Wissen zu vermehren. Sie ist dazu da, unser Leben zu verändern!" 

Dwight Lyman Moody



Ein Überwinder von innen heraus!
Georg Steinberger

 

"Ein jeglicher aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde." (Jakobus 1,14+15)

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"Wie kann ich Sieg über die Sünde erlangen, die bei mir immer wieder zum Vorschein kommt?", ist die oft gehörte Frage. Hier soll eine Ursache der Niederlagen gezeigt werden und auch ein Mittel, sie aus dem Weg zu räumen.

 

Lust von innen und Versuchung von außen gebiert die Sünde, sagt uns hier Jakobus. Wir können sicher sein, dass wir in den seltensten Fällen von einer plötzlichen Versuchung von außen zu Fall gebracht werden. Gewöhnlich haben wir die Sünde, die nun ganz unerwartet in Erscheinung tritt, schon vor Wochen, Monaten, auch Jahren in den Gedanken und Empfindungen begangen. Die Sünde war schon im Innern begangen und wartete nur auf den Augenblick, wo sie offenbar werden konnte. Darum sagt Jesus in der Bergpredigt: "Wer eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon die Ehe gebrochen mit ihr in seinem Herzen." d.h. im Herzen ist die Tat schon geschehen. David führt seinen Fall mit Bathseba nicht auf die plötzliche Versuchung zurück, sondern er sagt uns in Psalm 51, wo er seinen Fall beschreibt und bereut: "Du verlangst Wahrheit im Innern."

Damit gibt er die Ursache seines Falles an. Er sagt damit, dass nicht die plötzliche Versuchung, sondern die Untreue im Innern ihn zu Fall gebracht habe. Darum seine weitere Bitte: "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz!"

 

Jede Sünde hat eine Vorgeschichte im Innern, manche eine jahrelange, manche eine wochenlange, manche nur eine solche von einem Augenblick. Aber die Entstehung einer Sünde geschieht im Innern.

Jakobus sagt: "Wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde." Zwischen empfangen und geboren werden liegt immer ein Zeitraum.

 

Du redest hart gegen deinen Bruder, und du entschuldigst dich und sagst, du habest dich durch diese oder jene Veranlassung hinreißen lassen. O nein! Du warst vorher in deinem inneren Urteil, in deinen inneren Empfindungen diesem Bruder gegenüber nicht treu. Deine lieblosen Äußerungen waren nichts anderes als die Frucht deiner lieblosen Gesinnung.

 

Du kommst in schwierige Verhältnisse und handelst falsch und entschuldigst dich dann, indem du sagst: Der schwierige Augenblick veranlasste mich zu dieser Tat, sonst ist dies nicht mein Charakter. Nein! Wir sind in Wahrheit gerade das, was wir in schwierigen Augenblicken sind. Nirgends so wie gerade hier wird unser wahrer Charakter offenbar. Wir haben hierfür einen treffenden Beweis an dem Streit zwischen den Hirten Lots und den Hirten Abrahams (1. Mose 13). Der Streit offenbarte, was ein jeder von diesen beiden Männern war. Abraham gab er Gelegenheit, seinen Glauben vor Gott und den Menschen kundzutun, während er andererseits die Weltlichkeit zur Schau stellte, die in den geheimen Kammern des Herzens Lots verborgen war. Der Streit erzeugte in dem Herzen Lots ebenso wenig die Weltlichkeit als in dem Herzen Abrahams den Glauben, sondern machte nur offenbar, was in der Tat in den Herzen beider vorhanden war. Lot trieb der Streit nach Sodom.

 

So ist auch der Fall Achans in Josua 7 nach dieser Seite hin sehr lehrreich für uns. Als Josua ihn fragte: "Warum hast du das getan?" antwortete Achan: "Ich sah, es gelüstete mich, und ich nahm es." Zwei Dinge gingen dem Diebstahl voraus. "Sehen" und "gelüsten lassen". Achan wurde von seiner eigenen Lust gelockt und fortgezogen zur Sünde. Er unterlag der Sünde, weil er die Lust in seinem Herzen hegte.

 

Die Lawine, die im Tal großes Unglück und Verwüstung anrichtet, hat oft ihren Anfang genommen mit dem bisschen Schnee, den ein Vogel mit seinen Klauen losgerissen hat. Schwere Niederlagen haben in der Regel ihren Anfang genommen mit einem unerlaubten Blick, mit der Duldung eines unerlaubten Gedankens einer Empfindung.

 

Gott hat Lust zur Wahrheit im Innern. Wahrheit im Innern ist mehr, als keine unwahren Dinge reden, unwahre Handlungen begehen; es ist ein inneres Stehen und Wandeln vor Ihm, dem Heiligen und Reinen.

 

Gott wirkt immer von innen nach außen, ob in der Natur oder in der Erziehung Seiner Kinder - wir wirken in der Regel von außen nach innen. Unser Gott tut immer ganze Arbeit. Er baut nicht vom Giebel aus, sondern legt Grund, der für und für bleibt. Er steigt hinab bis in die tiefsten Tiefen unseres Wesens. Er dringt mit seinem Licht hinein in die Grundgesinnung, in das eigentliche Wesen unseres Herzens, bis an den Ort, wo die Gedanken entstehen und die Empfindungen geboren werden, und macht uns nicht nur unsere ungöttlichen Werke, Worte und Gedanken zur Sünde, sondern auch die verborgenen Empfindungen, die sich noch gar nicht zu Gedanken formuliert haben.

 

Als Hiskia den Tempel reinigen ließ, sprach er zu den Leviten: "Fanget inwendig an!" (2. Chronik 29). Wenn Gott uns, Seinen Tempel, wieder herstellt, fängt Er auch inwendig an. Er öffnet wie Hiskia zuerst die Türen und gibt Befehl, allen Unflat aus dem Heiligtum zu tun, die Lampe anzuzünden, das Räucherwerk herzustellen, das Brandopfer darzubringen, den Schaubrottisch zu belegen und alle Geräte des Heiligtums, die besudelt sind, zu heiligen und sie vor den Altar Gottes zu bringen. Und wenn dann dies alles geschehen ist, macht sich der König früh auf, um in Seinem Hause einzuziehen. "Der Tempel Gottes, der seid ihr," sagt Paulus. Aber bevor Gott in Seinen Tempel einzieht, heiligt Er ihn, wie Paulus weiter sagt: "Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch, dass euer Geist ganz samt der Seele und dem Leib unsträflich behalten werde." Gott fängt allezeit Sein Werk im Innern an. Er legt den Sauerteig inwendig hinein, bis die drei Scheffel Mehl, d.h. Geist und Seele und Leib, ganz durchdrungen sind.

 

O, wie verkehrt sind wir auch in diesem Stück! Wir sind den Kindern gleich, die eine schöne Blume abpflücken, sie in ein Häuflein Sand stecken, sie mit viel Wasser begießen und meinen: Nun muss sie wachsen. Wir wirken von außen nach innen! Wir versuchen auch außen als Kinder des Lichts zu wandeln und dulden in unserem Innern die Finsternis. Wir trauern über den verdorbenen Weinberg und lassen doch die kleinen Füchse leben. Statt dass unser Christenwandel eine Frucht der inneren Verbindung mit Christus sein sollte, ist er sehr oft nur eine Arbeit, die aus "Zusammennehmen" und "Inachtnehmen" besteht. Aber von Arbeit wird man müde, vom Fruchtbringen nicht. Ich kann nach außen nicht in der Wahrheit wandeln, wenn ich nicht Lust zur Wahrheit habe, die im Verborgenen liegt. Ich kann nicht treu, aufrichtig, freundlich, liebevoll, keusch und rein sein, wenn ich es nicht im Innersten meines Wesens bin.

 

Ich kann auf diesen Gebieten niemals ein Überwinder werden, wenn ich es nicht von innen heraus werde. Bei einer solchen entschiedenen Wendung bleiben wir dann nicht nur bewahrt vor vielen Niederlagen, sondern der Kampf verliert auch an Bitterkeit. Denn unser ganzer innerer Mensch ist ein für allemal auf die Seite Gottes getreten. Nicht der Kampf mit der Sünde macht die Bitterkeit des Kampfes aus, sondern der Kampf mit der geweckten, genährten und gepflegten Lust. Die Lust lockt und zieht zur Sünde, hat einen Zug zur Sünde, sagt uns Jakobus.

 

Man hat gesagt, der Herr Jesus habe sich darin geirrt, dass Er Sein öffentliches Auftreten mit der Bergpredigt eingeleitet habe; später habe Er gemerkt, dass diese Predigtweise dem Volke nicht entsprechend sei und habe darum dann meistens in Gleichnissen gesprochen. Wir können das aber nicht annehmen, sondern glauben vielmehr, dass Er uns Menschen von vornherein zeigen wollte, dass Er nicht wie wir von außen nach innen wirkte, sondern von innen nach außen. "Selig sind, die reines Herzens sind" ist das Thema der Bergpredigt. Und wenn uns der Geist Gottes etwas von dem inneren, verborgenen Leben zeigen kann, fangen wir auch an, die Bergpredigt zu verstehen und sehr dankbar dafür zu sein.

 

Denn von Natur ist unser Herz eine Bilderkammer, wie sie in Hesekiel 8 beschrieben ist, voll tierischer Leidenschaften, voll Gräuel und allerlei Götzen. Und die Bergpredigt ist der Hesekiel, dem Gott den Auftrag gegeben hat, ein Loch durch die Wand dieser geheimen Kammer zu graben, damit der schändliche Bilderdienst in Phantasie, Gemüt und Herz ans Licht gebracht und gestraft werde. Denn Licht und Gericht gehen immer Hand in Hand.

David sagt in Psalm 27: "Der Herr ist mein Licht und mein Heil und meines Lebens Kraft." Wenn wir dem Herrn erlauben, unser Licht zu sein, wird Er auch unser Heil und unsere Kraft. Das ist die göttliche Reihenfolge. Höre auf, um Kraft zu schreien, solange der Herr nicht dein Licht sein darf!

 

Nicht nur ein neues Herz, sondern auch ein reines Herz bedürfen wir. Nicht nur die Vergebung der Sünden, sondern auch die Reinigung von Sünden müssen wir haben. In 1. Johannes 1,9 ist zwischen Vergebung der Sünden und Reinigung von Sünden ein Unterschied gemacht. Die Vergebung der Sünden sollte zur Reinigung von Sünden führen, d.h. zur Reinigung vom Sündigen. Wenn dies nicht der Fall ist, haben wir die Vergebung vergeblich empfangen, sagt Petrus (2. Petrus 1,9).

 

Es ist Zeit, dass wir dies verstehen und uns reinigen von jedem Zusammenhang mit der Sünde, auch von dem unscheinbarsten. Denn viel mehr, als wir meinen, sind es kleine, in uns liegende, von uns gepflegte Dinge, die uns die Niederlagen bereiten. Wir denken von diesen Dingen wie die Israeliten von dem Städtchen "Ai": "Es ist ja nur klein!" (Josua 7). Aber gerade hier hatten sie die Niederlage. Ahab hatte vielleicht eine Ritze in seinem Panzer, aber gerade in diese Ritze traf der Pfeil des Feindes und tötete ihn (2. Chronik 18,33.34). Machen wir nicht ähnliche Erfahrungen?

 

Wir denken: Es ist ja nur klein! Es ist ja nur eine Ritze in der Waffenrüstung! Und siehe, das "Kleine" bringt uns die Niederlage. Statt dass Israel die Kanaaniter ausrottete, machte es sie tributpflichtig. Lässest du der Sünde noch einen Platz in dir und schreibst du ihr vor, wie weit sie gehen darf? Glaube es, sie wird eines Tages die Grenze überschreiten und dich wieder in Knechtschaft und Gefangenschaft führen wie die Kanaaniter Israel! Freilich machen diese Dinge allein nicht einen Überwinder aus uns; sie sind nur eine Seite davon - aber eine wesentliche. Denn wer den Bach austrocknen will, muss die Quelle verstopfen, und wer nicht im Feuer umkommen will, darf nicht mit Funken spielen.

 

Alles Gut! sagst du. Aber wie verstopft man die Quelle?

Kann man allein mit einem guten Willen, mit Entschlossenheit und Energie dies zustande bringen? Wir haben ja bereits gesehen, dass wir entschlossen sein müssen, aus allem herauszutreten, was irgendwie mit der Sünde im Zusammenhang steht; aber wir geben zu, dass wir mit dem allein nicht durchkommen. Es bedarf etwas mehr als guten Willen, es bedarf auch noch mehr, als sich der Sünde für tot "halten", es bedarf, sagt Paulus "des Geistes des Lebens in Christus" (Römer 8,2).

 

Der gleiche Lebensgeist, der in Christus wirkte, wirkt auch in mir, und durch ihn habe ich die Befreiung von dem Gesetz der Sünde gefunden, die Befreiung, die ich in Römer 7 durch eigene Kraft gesucht habe. Die Sünde wirkt in unseren Gliedern wie ein Gesetz. Wie in einem Gegenstand das "Gesetz der Schwere" wirkt, die den Gegenstand hinunterzieht auf die Erde, sobald du ihn aus deinen Händen lässest, so wirkt in uns das "Gesetz der Sünde" und zieht uns beständig hinunter. Aber wie dieser Gegenstand vor dem Fallen bewahrt bleibt, weil ein anderes Gesetz auf ihn einwirkt als das Gesetz, das in ihm selbst ist, nämlich das "Lebensgesetz" in deinem Arm, so bleiben auch wir bewahrt vor dem Fallen, weil ein stärkeres Gesetz als das Gesetz der Sünde auf uns wirkt, nämlich das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus, und gleichwie dir außerordentlich viel daran gelegen ist, etwas Kostbares, das du in deinen Händen hältst, nicht fallen zu lassen, wie du besorgt bist, dass es nicht zur Erde in den Schmutz fällt, so und noch viel mehr ist es des Heilands Verlangen, dich nicht fallen zu lassenwenn du dich nur halten lässt. Ja, wir bleiben nicht nur bewahrt vor dem Fallen, sondern dieses Lebensgesetz zerreißt in uns auch das Sündennetz, zerstört den Sündennerv und damit auch das Sündengesetz. Denn solange wir noch von der Lust gelockt und fortgezogen werden können, haben wir noch nicht unsere Stellung als Mitgekreuzigte eingenommen, oder wir sind bereits wieder aus unserer Festung herausgetreten und haben den Wandel im Geist aufgegeben (Galater 5,16).

Zitatende


aus dem Buch

"Es war ein reiches Leben"

 

von Beate und

Arthur Ernest Wilder-Smith

 

zwei wunderbare Zeugnisse und Ratschläge, die auch heute

noch Gültigkeit haben ! 

 

Glaubensüberlegungen vor der Hochzeit

 

So hatten wir schon von Beginn an sehr viel Gemeinsames auf den meisten Gebieten unseres Glaubens. Aber klar war es, dass aufgrund unserer verschiedenartigen christlichen Erziehung früher oder später Fragen auftauchen würden. Fragen zur Taufe, zum Abendmahl, zur Konfirmation, das Verhältnis von Werken zum Heil, würden sicherlich zur Sprache kommen. Wie sollte man sie lösen? Die Ehegemeinschaft ist eine sehr tiefgehende Gemeinschaft. Da sollte man Einmütigkeit erreichen können, wenn man gemeinsam all den Stress des Lebens meistern will. ....

 

Wir hatten diese und viele andere Probleme prinzipiell zu lösen, ehe wir es wagten, die Ehe einzugehen. Denn wir trachteten nach echter Erkenntnisgemeinschaft. Wir sollten (und wollen) alles in unserer Ehe im Sinn des Geistes Gottes lösen. Wir glaubten und glauben, dass Gottes Wort Geist ist. "Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist", sagte der Sohn Gottes (Joh. 6,63). Wenn wir also im Geist der Eintracht Gottes leben wollten, müssten wir zwangsläufig alles nach dem biblischen Wort in unserer Ehe einrichten. "Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden." (Mt. 6,33) war unser Prinzip, das wir in unserer Ehe in die Praxis umsetzen wollten und wollen. Aber wie geschieht all das in der Praxis?

 

Beate und ich kamen zum Schluss, dass ein Paar in unserem Fall am besten so vorgehen sollte: Wenn Fragen der Doktrin und der Praxis auftauchen, wollten wir die Entscheidung für unsere Handlungsweise durch ein gemeinsames Studium der Praxis und der Lehre der Bibel anhand einer guten Konkordanz treffen. Wir wollten altbekannte Traditionen außer Acht lassen und versuchen herauszufinden, wie die Apostel gehandelt und gedacht haben, und dann einmütig danach handeln. So setzten wir uns oft zusammen, nahmen eine Konkordanz zur Hand und suchten zuerst alle betreffenden Bibelstellen. Es gab ja damals noch nicht Bibelkonkordanzen-Software. Nachdem wir alle Bibelstellen, die Auskunft über das betreffende Problem erteilen, gelesen hatten, versuchten wir anhand der Urtexte zu klären, was sie aussagen. Wir beteten dann über die so gewonnenen Erkenntnisse und versuchten ernsthaft, diesen Erkenntnissen entsprechend unsere Ehe zu führen. Die Praxis des Wortes Gottes sollte unser Eheleben kennzeichnen..

 

Mein zukünftiger Schwiegervater als gläubiger Pfarrer war mit dieser Lösung sehr zufrieden, meine Schwiegermutter auch. Denn sie waren alle eine Familie des einen Buches und hatten wegen ihrer biblischen Einstellung auch in ihrer Kirche viel auf sich genommen. Sie waren also froh darüber, dass wir uns gemeinsam entschieden hatten, den biblischen Weg zu gehen. Für heutige verlobte Paare können wir keinen besseren Weg und Rat empfehlen. Gemeinschaft in der Ehe wird durch Wachstum in der Praxis und Erkenntnis des Wortes Gottes erreicht. Der erste Johannesbrief lehrt uns, wenn wir im "Licht wandeln." (und das Wort Gottes ist unser Licht), so werden wir miteinander echte Gemeinschaft erleben. Wir haben gerade diese Gemeinschaft unser ganzes Eheleben hindurch erlebt.

Die Rolle der Frau

 

Beate begleitete mich immer zu meinen Vorträgen. Sie unterstützte mich voll und ganz, besonders durch ihr Gebet. In Bremen kam einmal eine Studentin mit einer kleinen Tochter zu ihr nach einer Vorlesung. "Ist es Ihnen nicht über, immer im Hintergrund zu stehen, während ihr berühmter Mann immer im Mittelpunkt steht und bewundert wird? Wie können Sie das aushalten? Ich habe mich gerade von meinem Mann scheiden lassen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, nur Ehefrau und Mutter sein zu müssen. Ich will mich jetzt selbst verwirklichen." Dabei sah sie recht bitter und unglücklich aus.

"Liebe Dame", erwiderte Beate, "es tut mir leid, dass Sie so frustriert sind. Darf ich Ihnen eine ehrliche Antwort geben?"

"Selbstverständlich, deswegen bin ich ja zu Ihnen gekommen. Außerdem sehen Sie nicht einmal unglücklich aus. Haben Sie nicht den Wunsch und das Bedürfnis, sich selbst zu verwirklichen? Ist es nicht höchste Zeit, dass wir Frauen die gleiche Rolle wie die Männer spielen?"

"Sie haben recht", antwortete Beate, "wir Frauen brauchen Erfüllung und Selbstverwirklichung. Doch ich erreiche dieses Ziel auf eine ganz andere Weise.

 

1. Ich bin der Überzeugung, dass die Rolle einer Frau nicht die gleiche wie die eines Mannes ist, besonders in der Familie. Wir haben vielfältige, unterschiedliche, aber gleichwertige Talente und Aufgaben. Ich freue mich, dass mein Mann die Vorlesungen hält und im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht. Ich sehe es als meine Rolle an, ihn zu unterstützen, dass er seine Aufgabe gut ausüben kann. Das tue ich, indem ich ein kleines Paradies zu Hause zu schaffen versuche, aus dem mein Mann und auch unsere Kinder Kraft für ihre Aufgaben schöpfen können. Ich glaube, eine Frau besitzt mehr Talent, aus dem Heim ein Paradies zu gestalten. Sie hat ein viel feineres Gespür herauszufühlen, was ein jedes Familienglied nötig hat und wie man es dann verwirklicht.

 

2. Nach meiner Erfahrung wird man glücklich und erfüllt, und zwar sowohl in der Familie als auch in jeglichem Beruf, indem man anderen aus ganzem Herzen dient. Glück ist nie ein Ziel in sich selbst. Es entsteht als frohmachendes Nebenprodukt, wenn man andere Menschen glücklich macht. Was befriedigt uns mehr, und wie können wir uns besser verwirklichen als dadurch, dass wir unsere Talente und unsere Fantasie dazu einsetzen, um unsere Mitmenschen glücklich zu machen? Indem wir nach dem Glück und nach Selbstverwirklichung jagen, werden unsere Ansprüche immer höher und immer noch mehr - wir erreichen es nie und sind letztlich unzufrieden."

 

Im heutigen Zeitalter der Forderung von Rechten und Selbstverwirklichung hatte die junge Frau noch nie desgleichen sagen gehört.

Zitatende


Martin Luther schrieb 1527 an Johann Hess, als die Pest in Wittenberg ausbrach:

 

 

"Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde. Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht."


Dies ist ein Geheimnis für Gottes Kinder

Wir wissen aus bitterer Erfahrung um die Möglichkeit, von unserem Herrn abzuirren, aber auch darum, dass Er nicht ruht, bis wir wieder zu Ihm zurückgekehrt sind. Sicher, die Erlösung in Christus steht fest. Daran kann keine Macht im Himmel und auf Erden etwas ändern. Nach Johannes 10,28 kann niemand die Schafe aus seiner Hand reißen und sie gehen nicht verloren ewiglich.

Aber ebenso sicher ist die andere Seite der Wahrheit, dass die Schafe auf Ihn zu hören und Ihm zu folgen haben. Wer nicht gehorcht und wer abweicht, trägt nicht die Kennzeichen eines gesunden und normalen Schafes; es ist ungehorsam und befindet sich in Lebensgefahr. Die Garantie, sich nicht zu verirren, gilt nur für solche, die Ihm folgen und die nach einer Abweichung mit dem Bekenntnis ihrer Schuld wieder zu Ihm zurückkehren.

Das längste Kapitel der Bibel, der 119. Psalm, endet mit einem ergreifenden Vers: "Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf; suche Deinen Knecht, denn ich habe Deine Gebote nicht vergessen!" Hier spricht ein erfahrener Gläubiger, der vom Heiligen Geist inspiriert, in diesem kunstvollen Psalm in 176 Versen die Herrlichkeit des Wortes Gottes darstellt. Aber dieser Mann, der so nah bei Gott war, wusste auch, wie leicht man abirren kann. Ist es nicht ernst, dass er am Ende seines Liedes in ehrlichem Rückblick auf sein Leben bekennen muss: "Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf..."? 

Da waren Augenblicke und Zeiten in seinem Leben gewesen, in denen er eigene Wege gegangen und vielleicht in diese oder jene Sünde gefallen war...

Denk ein wenig über diesen Ausdruck nach: Ein verlorenes Schaf - welche Einsamkeit, welche Angst, welches Elend! Er war von Gott abgeirrt als ein verlorenes Schaf, aber jetzt war er ein gefundenes Schaf. Trotz seiner Weisheit und der ihm erwiesenen Gnade hatte dieser Dichter gesündigt. Und das sagt er am Ende seines Liedes, als ob es das Endergebnis gewesen sei. Hätte er diesen Schluss nicht besser weggelassen? Doch so kann nur der Heilige Geist schreiben und das Innerste unseres Lebens anrühren. Wir finden hier:

Elend - umherirren

Erlösung - gesucht werden

Dankbarkeit - gefunden und zurückgebracht werden.

 

Welcher Christ, der schon länger auf dem Glaubensweg ist, hat dies nicht selbst erlebt? Aber welch ein Schaden, welch ein Verlust ist es, vom Hirten abzuirren!

Als verlorenes Schaf hat er geweint und um Gnade geschrien. Leben ohne Ihn ist kein Leben!

Es muss heraus! Er will es ehrlich anerkennen. Nun hat er sein Abirren bekannt.

Er hat Vergebung empfangen.

Er sagt: "Suche Deinen Knecht!" Nicht: "Ich such Dich!" Denn alles muss von dem Hirten ausgehen. Ach, die Umkehr kommt nur durch sein Suchen. Alles ist Gnade. Jetzt will er nur noch Knecht sein und dem Meiser dienen.

Ein bekehrter Sünder, der Frieden fand,  hat Freude. Aber es ist nicht der tiefe und bleibende Frieden und die Freude eines Schafes der göttlichen Herde, das wiederhergestellt ist. Denn die Wiederherstellung ist nicht allein auf die Kenntnis des von Christus vollbrachten Werkes, sondern auf noch tiefere Erfahrung gegründet, die allerdings auf sehr beschämende Weise erlangt ist - Es ist die praktische Erkenntnis Christi, dieser wunderbaren Person, nicht allein als Retter, sondern auch als Hirten und Aufseher unserer Seelen.

Es gleicht der Rückkehr des verlorenen Sohnes, der trotz schrecklicher Sünden mit offenen Armen aufgenommen wurde. Doch tief in seinem Herzen hatte das Wort Gottes stets gemahnt: "Denn ich habe Deine Gebote nicht vergessen."

Jetzt aber ist alles wieder wunderbar gut. Er ist um eine tiefe Erfahrung reicher geworden und kann nun anderen erzählen, welche eine überwältigende Gnade und Liebe in dem Herzen Gottes ist!

aus dem Traktat "Mein Hirte" - VdHS Eschenburg

Wenn ich einmal soll scheiden,

so scheide nicht von mir.

Wenn ich den Tod soll leiden,

so tritt du dann herfür.

Wenn mir am allerbangsten,

wird ums Herze sein.

So reiß mich aus den Ängsten,

Kraft deiner Angst und Pein.

 

Erscheine mir zum Schilde,

zum Tod in meinem Tod.

Und lass mich sehen dein Bilde

in deiner Kreuzesnot.

Da will ich nach dir blicken ,

da will ich glaubensvoll

dich fest an mein Herz drücken.

 

Wer so stirbt, der stirbt wohl,

Amen.

Text: Paul Gerhardt


NICHT ICH  - SONDERN CHRISTUS IN MIR

Fromme Rebellen

 

Wir haben gesehen, wie Gott alles ausschaltet, was der Mensch ist und schafft. Paulus hat es zuletzt gezeigt an dem Verhältnis Israels zu den Heiden. Das auserwählte Volk, das die Gottesoffenbarung hat, erlangt nichts; die Heiden, die von Gott nichts wissen, gehen in Scharen ein in das Heil. Warum das? Israel sucht das Heil in dem, was es selbst ist und schafft, die Heiden, die nichts sind und schaffen, stellen sich gern auf den Boden dessen, was Gott in Christus Jesus zu ihrem Heil ist und schafft.

 

Paulus empfindet tief das tragische Geschick des auserwählten Volkes. Es ist sein Volk, sein Herz brennt für die Rettung dieses Volkes. Tragisch: Es ist so wenig Eifer für Gott in der Welt; hier in diesem Volk ist eine heilige, leidenschaftliche Bewegung zu Gott hin, und diese kann nicht zum Ziel führen, weil sie irregeleitet ist, weil sie „nicht gemäß der Erkenntnis“ ist, weil sie nicht anerkennt, was Gott ist und was der Mensch ist; weil sie die Sache nicht sieht und beurteilt, wie Gott sie sieht und beurteilt. „Sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht untertan.“ Wörtlich: Sie erkennen nicht die Gerechtigkeit Gottes – die Gerechtigkeit, die Gottes ist, die Gott schafft, die allein sein Werk ist mit Ausschluss alles Menschenmachwerkes; die Gerechtigkeit, die Gott geschaffen hat in Christus Jesus für eine verlorene, selbstsichere, rebellische Welt; die Gott schenkt. Sie trachten ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten. Sie sind versunken in sich selbst, mit ihrem eigenen Ich beschäftigt und wollen ihr Ich vor Gott aufrichten und heiligen und schmücken und herrlich machen – fleischlich gesinnt!

 

„Sie eifern um Gott.“ Mit leidenschaftlichem Eifer flicken sie an ihren Lumpen, um Gott zu gefallen, und verachten das himmlische Prachtgewand, das Gott ihnen darbietet – eben weil sie mit Augen und Gedanken so versunken sind in sich selbst, dass sie für nichts anderes Augen und Ohr haben. „Und sind also der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.“ Wer mit seinem Ich sich beschäftigt, es kultivieren, veredeln, heiligen, vervollkommnen, vor Gott herrlich darstellen will, der wird eben damit ein immer größerer Rebell gegen Gott und ist bei allem leidenschaftlichen Eifer weder Gott untertan noch der Gerechtigkeit, die nicht aus Menschen, sondern aus Gott allein ist.

 

„Ende, nämlich des Gesetzes, ist Christus – zur Gerechtigkeit jedem Glaubenden.“ In Christus dem Gekreuzigten ist ein für allemal und gründlich mit dem aufgeräumt, was der Mensch ist und tut. Der Mensch mit allem, was er geschafft hat und schafft, ist in Christus ans Kreuz genagelt, mit Christus gekreuzigt, gestorben, begraben. „Ende“ ist im Grundtext stark betont als erstes Wort an die Spitze gestellt: Ende! Vorbei damit! Gänzlich ausgeräumt, hinweggefegt für immer! Was? Das Gesetz. Die Sklavenpeitsche, die den Menschen hetzt: du, du! Du, Mensch, du musst etwas aus dir machen, du musst dich bessern, du musst etwas werden, du, mach dich göttlich, du, sei Gott! Christus, der Gekreuzigte ist das Ende alles dessen. „Wer an ihn glaubt, der ist gerecht.“

 

Wie einfach! Wie kindlich! Wie hört da alle Spannung auf! Aber eben weil es so einfach ist, sieht der hochmütige Mensch, sieht das Ich darin eine tödliche Beleidigung, empört sich der fromme Sinn dagegen, der eben in sich fromm sein will, etwas sein will. Hier ist er gar nichts: „Wer an ihn glaubt, der ist gerecht.“ Sobald der Mensch den Boden dessen, was er ist und schafft, gänzlich verlässt und sich stellt auf den Boden dessen, was Gott in Christus schafft, ist er gerecht, ist er vor Gott in der Stellung, in der Gott ihn haben will. Da mag er in religiöser und sittlicher Hinsicht weit zurückstehen gegen die, die auf dem Boden des Gesetzes stehen, er ist gerecht, er hat die Gerechtigkeit Gottes, hat Gott, während jene nichts haben als ihr Ich – vielleicht ein sehr schönes, bewunderungswürdiges Ich, voll heftiger, leidenschaftlicher Bewegung zu Gott hin, aber doch nur ihr Ich.

 

Ist Christus deines Gesetzes Ende? Glaubst du an ihn, wirklich gar nicht an dich? Hast du die Gerechtigkeit Gottes? Bist du gerecht? 

Auszug aus "Nicht ich, sondern Christus in mir" von Johannes Lohmann


NICHT ICH  - SONDERN CHRISTUS IN MIR

Fleisch oder Geist?

 

Das Thema von Römer 7 ist „der Mensch in sich selbst“, das Thema von Römer 8 „Der Mensch in Christus“.

„Der Mensch in sich selbst,“ d.h. der Mensch, wie er seine Lebensquelle und sein Lebenselement in sich selbst hat, steht unter dem Gesetz (7,1-4), ist „im Fleisch“ (7,5), getötet (7,11-13), fleischlich, unter die Sünde verkauft (7,14), gefangen in der Sünde Gesetz (7,23). Der Mensch „in Christus“ steht außerhalb des Verdammungsurteils (8,1), ist befreit von dem Gesetz der Sünde und des Todes (8,2), geistlich gesinnt (8,5), weil Gottes Geist in ihm ist (8,11), ist Gottes Kind (8,14 ff.).

 

Kapitel 7 hat den Wandel nach dem Fleisch gezeigt, Kapitel 8 zeigt den Wandel nach dem Geist.

 

Was heißt nach dem Fleisch wandeln? In Kapitel 7 kommt ungefähr fünfzigmal das Wort Ich vor, nicht einmal der Heilige Geist, Christus nur am Schluss, Vers 25, in dem Wort, welches die Antwort aus Kapitel 8 vorwegnimmt. Dagegen in Kapitel 8,1-15 kommt das Wort Ich überhaupt nicht vor, Christus Jesus achtmal und der Heilige Geist fünfzehnmal.

 

„Nach dem Fleisch wandeln“ heißt, „das eigene Ich zur Grundlage seiner Beziehungen zu Gott machen oder im weitesten Sinn „das eigene Ich zur Grundlage seines Lebens überhaupt machen“. Hier liegen die Ursachen all unserer Konflikte und all unseres Verderbens. Wir wandeln nach dem Fleisch, z.B. in der Ehe. Der Mann hat bestimmte Vorstellungen, welche Befriedigung er von der Ehe erwartet; die Frau hat ebenso bestimmte Vorstellungen, welche Befriedigung sie von der Ehe erwartet. So dreht sich jeder um seine Idee, und keines hat groß acht, ob das andere auch seine Befriedigung findet. Wo diese um die zwei verschiedenen Mittelpunkte kreisenden Interessen sich kreuzen, da kracht es. Das ist das Gegenteil von dem, was wir in Epheser 5,25 ff. finden. Das Ich ist der Drehpunkt. Ebenso ist es im Familienleben zwischen Eltern und Kindern. Wir wandeln nach dem Fleisch im sozialen Leben. Der Arbeitgeber stellt die Ansprüche fest, die sein Ich machen zu können glaubt; der Arbeitnehmer stellt die Ansprüche fest, die sein Ich machen zu können glaubt. Nun kommt die Maschine in Gang, jedes Rad dreht sich um sein Ich, unbekümmert um die anderen Räder; wo sie sich kreuzen, da kracht es zusammen. So die Konkurrenz der Arbeitgeber untereinander, der Arbeitnehmer untereinander, so im Geschäftsleben, in der Politik, auf allen Gebieten. Aller Gott heißt „Ich“, aber es sind so viel Götter wie Menschen; alle haben das Ich zur Grundlage ihres Lebens gemacht. Mögen sie auch noch so fromm und wohltätig und aufopfernd sein. Wandel nach dem Fleisch! Dasselbe im kirchlichen Leben, im Gemeinschaftsleben, in der Arbeit für den Herrn.

 

Aber bei dem Wandel nach dem Fleisch in Römer 7 handelt es sich um etwas anderes. Der Mensch hat das eigene Ich zur Grundlage seiner Beziehungen zu Gott gemacht. Römer 7 handelt nicht von gottlosen Menschen, sondern von Menschen, welche alle Kraft einsetzen, um sich den Klauen des Gesetzes, das in ihren Gliedern ist, zu entziehen und für Gott heilig zu sein, ganz gleichgültig, ob sie bekehrt sind oder nicht. Aber sie tun es auf dem Boden des eigenen Ich: „In mir wohnt die Sünde, in mir wohnt nichts Gutes, ich will das Gute tun. Ich elender Mensch!“

 

Das ist der Wandel nach dem Fleisch, dass der Mensch in sich selbst eine Quelle des Lebens sucht statt im Weinstock, dass der Mensch seine eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachtet, statt sich in der Gerechtigkeit Jesu zu freuen, dass der Mensch an sich selbst und seiner Ohnmacht und Erbärmlichkeit hängen bleibt, statt in der Kraft und Herrlichkeit Jesu zu leben, dass der Mensch sein eigenes Ich zu bessern oder zu kreuzigen sucht, statt es in Jesus gekreuzigt zu sehen.

 

Weil ich fleischlich bin, weil ich mit meinem Ich rechne, bin ich unter die Sünde verkauft, denn wie könnte mein Ich, und wenn es noch so fromm würde, je mit der Sünde fertig werden! Selbst das heilige Gesetz Gottes steht vor lauter Unmöglichkeiten, weil es durch das Fleisch geschwächt ist, weil es sich wendet an das Ich des Menschen, an das, was der Mensch ist und kann.

 

„Fleischlich sein“ heißt, sich mit sich selbst beschäftigen. „Die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt,“ d.h. die das Ich zur Grundlage ihrer Beziehungen zu Gott machen, die durch ihr Ich bestimmt sind, die sinnen auf das, was des Fleisches ist, die drehen sich mit ihrem ganzen Sinnen und Denken, auch mit ihrem frommen Sinnen und Denken, immer wieder nur um sich selbst und kommen nicht los von sich selbst.

Diese Fleischesgesinnung ist Tod. „Das Streben und Trachten des Fleisches ist Tod.“ Das „für sich begehren“ ist Tod. Das Hängenbleiben an sich selbst, sei es an der eigenen Frömmigkeit, sei es an der eigenen Erbärmlichkeit, ist Tod. Das „Sich in seinen Gedanken mit seinem Ich beschäftigen“ ist Tod. Das „Von sich selbst etwas erwarten“ ist Tod. Das Ich in all seinen Gestaltungen und Betätigungen ist Tod und dem Tode verfallen und kann nur Tod wirken, auch wenn es sich mit der größten Heiligkeit und Tugend schmückt. Sich mit dem Ich beschäftigen führt entweder zur Selbstgerechtigkeit oder zur Verzweiflung, und beides ist Tod.

 

Die Fleischesgesinnung ist Feindschaft gegen Gott. „Ihr werdet sein wie Gott,“ wenn ihr euer Ich zur Geltung bringt, euch selbständig macht Gott gegenüber. Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht strafen lassen, denn sie sind Fleisch, „aufgeblasen“ in ihrem fleischlichen Sinn. Was nichts ist, hat Gott erwählt, dass er zunichte machte, was etwas ist, auf dass vor ihm kein Fleisch sich rühme; denn viele rühmen sich nach dem Fleische, nach dem, was sie selbst sind. 

 

„Wir wandeln nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist.“ Was heißt nach dem Geist wandeln? Wörtlich „gemäß dem Geist“, in den Linien des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist hat eine bestimmte, scharf umrissene Tendenz, die in drei parallelen Linien läuft. Die erste ist: Er wird überführen von der Sünde. Ich wandele nach dem Geist, wenn ich mich durch den Heiligen Geist überführen lasse von meiner Sünde, von meiner ganzen Nichtigkeit. Die zweite Linie zeigt Jesus ebenso klar und scharf mit den Worten: „Derselbe wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.“ Der Heilige Geist hat die Tendenz, uns Jesum zu verklären, zu offenbaren und die Fülle dessen zu erschließen, was in Jesus uns geschenkt ist, es uns zuzueignen, indem er es unserem Glauben so vor Augen stellt, dass wir es nehmen können. „Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem meinen nehmen und euch verkündigen.“ Der Heilige Geist stellt uns in ein vollbrachtes Werk: „Absolut kein (betont an den Anfang gestellt im Grundtext) Verdammungsurteil nun jetzt für die, welche in Christus Jesus sind.“

 

Nach dem Geist wandeln heißt: Nicht das Ich, sondern Jesus Christus zur Grundlage meiner Beziehungen zu Gott machen und ebenso zur Grundlage meiner Beziehungen zur ganzen Schöpfung. „Gottes Geist wohnt in euch“ und „Christus in euch“ ist beides eines.

Die dritte Linie, in der die Tendenz des Heiligen Geistes läuft, zeigen uns die Apostel, z.B. Paulus: „Der Geist, der da heiligt,“ der aussondert, in Besitz nimmt. Er heiligte den Sohn Gottes, nahm ihn in Besitz zum Geopfert- und Geschlachtetwerden. Und er heiligt Menschen, nimmt sie in Besitz für Jesus und wacht eifersüchtig darüber, dass restlos alles in dir in den Besitz Jesu kommt. Nach dem Geist wandeln heißt „sich vom Heiligeln Geist für Jesus in Besitz nehmen lassen“, weil der Heilige Geist mir Jesum verklärt, offenbart in seiner Herrlichkeit, in seinem vollbrachten Werk, in der Fülle alles dessen, was Jesus mir erworben hat und was Jesus für mich ist.

 

„Die da geistlich sind, die sind geistlich gesinnt,“ wörtlich: „die gemäß dem Geist sind“, die der Tendenz des Heiligen Geistes folgen und von ihm sich Jesum verklären und offenbaren lassen, die sinnen auf das, was des Geistes ist, d.h. sie drehen sich mit ihrem ganzen Sinnen und Denken nicht um sich selbst, sondern um Christus und gründen sich immer ausschließlicher auf ihn. Sie werden immer unabhängiger von ihren eigenen Gefühlen und Zuständen und lassen sich durch den Heiligen Geist die Fülle Christi immer tiefer erschließen.

 

„Dieses Sinnen des Geistes ist Leben, Frieden.“ Mit dem Ich sich beschäftigen ist Tod; da sind keine Lebensquellen. Die Seele versenkt sich in Nacht und Grauen, verfällt der Selbstzermarterung – oft genug geht auch der Leib dabei zugrunde. Mit Christus sich beschäftigen, ihn erkennen, macht so froh und frei.

„Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Sind wir von Christus erfüllt, so mag der Leib zerfallen und Gottes Gericht über die Sünde in ihm sich auswirken, der Geist ist Leben, ist ewigen Lebens teilhaftig, denn er lebt nicht aus irgendeiner menschlichen, durch das Ich produzierten Gerechtigkeit, sondern aus der Gerechtigkeit, die Christus für mich ist. 

 

Dieses Gottesleben, das die erfüllt, welche nach dem Geist wandeln, ist so real, dass nicht nur aller Fleischeswandel, sondern auch die Frucht des Fleischeswandels, der leibliche Tod, verschlungen wird. Der in ihnen wohnende und sie seiner Tendenz gemäß in Jesum pflanzende Heilige Geist verbindet sie so real nicht nur mit dem Auferstandenen, sondern auch mit dem, der ihn auferweckt hat, dass auch sie auferweckt werden, dass auch ihre sterblichen Leiber an diesem Gottesleben teil bekommen und lebendig gemacht werden, eigentlich „als lebende Wesen hervorgebracht werden“ – eine Wiedergeburt des Leibes. Gott, der Auferwecker, ist der Wiedergebährende für den ganzen Menschen nach Geist, Seele und Leib in denen, in welchen sein Geist wohnt und zum Wandel nach dem Geist führt.

Auszug aus "Nicht ich, sondern Christus in mir" von Johannes Lohmann


NICHT ICH  - SONDERN CHRISTUS IN MIR

Der Glaube stellt den Menschen nie auf sich selbst, sondern auf das, was Gott getan hat in Christus, auf das, was Gott tut und ist, und das ist Leben und Seligkeit und Freude und Friede. Das ist für alle!

Darum ist die Gerechtigkeit, welche vor Gott gilt, aus Gnaden, d.h. umsonst, nicht gegründet auf irgendetwas, was der Mensch ist und erarbeitet, sondern unabhängig von allem Menschentun „ohne Zutun der Werke“, ganz unverdient, ein Geschenk Gottes für den, der an Jesus glaubt. „Dass die Verheißung fest sei allem Samen“ Fest! Sind Gottes Verheißungen abhängig von irgendetwas, was ich bin und tue, dann sind sie unsicher und schwankend, so unsicher und schwankend wie ich selbst und meine Gefühle. Sind sie allein abhängig von der Erlösung, die Gott in Christus vollbracht hat, von dem, was Gott in mir ist und wirkt, dann sind sie fest.

„Abraham hat geglaubt Gott, der da lebendig macht die Toten…“ Mag ich in mir selbst ohnmächtig, tot sein, das stört meinen Glauben nicht – ich habe es ja nicht mit mir zu tun, ich rechne mit dem, der Totes lebendig macht. Es gibt viele, die wollen glauben, wenn sie das neue Leben in sich spüren und sehen. So kommen wir nicht zum Leben. Wenn ich mich tot und kalt für Gott fühle, dann glauben: er ist mein Leben! Ebenso wenn ich um mich her Totes sehe; ich kann und soll es nicht lebendig machen; ich rechne mit Gott: er macht lebendig!

Abraham hat geglaubt Gott, „der dem ruft, das nicht ist, dass es sei.“ Ich sehe: ich bin nichts. Das stört mich nicht, ich soll ja gar nicht etwas sein. Ich rechne mit Gott, der ruft dem, das nicht ist, dass es sei, ich rechne mit Gottes Schöpfertaten. Ich fühle meine Ohnmacht und Schwachheit, das stört mich nicht. Der Glaube rechnet mit Gott, welcher dem ruft, das nicht ist, dass es sei. Ich sehe, da sind in meinem Körper die Nervenzellen zum großen Teil zerstört – ich rechne mit Gott, welcher ruft dem, das nicht ist, dass es sei. Tust du das? Rechnest du so? Das heißt glauben.

Der Weg des Gesetzes ist für eine Elite – und die ist betrogen. Der Weg des Glaubens ist für alle.

Wenden wir den Rücken der Sonne zu, so haben wir immer unseren eigenen Schatten vor uns. Ganz anders, wenn wir uns der Sonne zuwenden. Jesus ist die Sonne. Wende ich ihm den Rücken zu, so sehe ich immer nur meinen Schatten, mein Ich – entsetzlich! Wende ich mich aber Jesus zu, da ist Licht, Herrlichkeit.

Abraham hatte das Wesen des Glaubens erfasst. Er sah nicht auf seinen eigenen erstorbenen Leib, er sah Gott.

Hier ist die Quelle aller Not. Wir sind uns selbst so wichtig. Jesus hat nicht Sonnenbedeutung für dich! Die einen sehen immer ihren Leib an, die anderen immer ihre Seele – kontrollieren da ihre Gefühle und Erfahrungen. Das ist Götzendienst. Die einen warten auf selige Gefühle, die anderen auf einen inneren Zusammenbruch – immer in sich schauend, immer von sich selbst abhängig, nie loskommend von sich selbst. Die einen schauen in ihre Vergangenheit und kommen nicht los vom bösen Gewissen, die anderen in all ihre Untreue, die sie als Gotteskinder begangen haben. Uns selbst ansehend, sind wir entweder selbstzufriedene Pharisäer, die meinen, aus sich noch etwas machen zu können, oder Pessimisten, die alles aufgeben, weil sie sich sagen: Ich bin so miserabel, daraus kann nie etwas werden.

 

Jesus ist die Sonne. Ihn ansehen ist das einzige Heil und Glück, Sieg und Freiheit. Ihn anschauen, da fallen die Ketten. Sobald ich Jesus im Glauben anschaue, Glaubensstellung in ihm nehme, habe ich nichts mehr zu tun mit mir selbst, mit meinem Schatten, nichts mit irgendetwas, was ich gewesen bin oder bin – auch nichts mit den Nachklängen in meinem Gefühlsleben, in meinem Unterbewusstsein, die da aus früherer Zeit sich festgesetzt haben und nicht gleich weichen wollen – er ist mein Leben, meine Gerechtigkeit, mein Alles.

Auszug aus "Nicht ich, sondern Christus in mir" von Johannes Lohmann


Die Grundstellung des Glaubens

(Auszug aus "Strahlen von Kreuz und der Auferstehung" von O. Faust

„So sind wir mit Ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.“

Römer 6,4

 

Wer die Grundstellung des Glaubens eingenommen hat, verlernt es, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Es ist sehr gefährlich, sich selber den Puls zu fühlen oder das beim anderen zu tun.

Wir stehen noch auf schwankendem Boden, solange wir unser Heil in irgendeiner Weise von uns, unseren Erfahrungen oder unserem jeweiligen Zustand abhängig machen. Darum müssen die Grundlagen, die tragkräftig sind, außerhalb von uns selbst liegen, außerhalb unserer Natürlichkeit.

 

Diese Grundlagen sind Jesu Kreuzestod und Auferstehung. Wir haben den ewigen Felsen Christus, Er schwankt nie. Unsere Gefühlen wechseln. Er aber ist unveränderlich. Die Erlösung liegt außerhalb unserer Person und ist darum auch unabhängig von unseren Schwankungen. Sie bringt unser schwankendes, unruhiges Leben zur Ruhe. Glauben wir der Erlösung, ohne unser Herz, unseren Zustand oder unsere Erfahrungen zu Rate zu ziehen! Sie gibt uns Halt und Kraft.

 

In dieser Glaubenshaltung kann uns der Heilige Geist das Erlösungswerk völliger aufschließen und damit die Todes- und Lebenskräfte Christi für unser tägliches Leben flüssig machen. Tiefer in den Tod Christi eindringen, heißt: tiefer ins Gericht kommen und das Gericht des Kreuzes tiefer durchleben. Verlassen wir nie den Gerichtsboden, auf dem es uns immer deutlicher wird: An uns ist nichts Gutes. Wir sind schuld am Tode Jesu und nicht wert, dass wir leben.

 

Wer die inneren Schmerzen scheut, die mit dieser Erkenntnis zusammenhängen, wird nie die Kraft der tieferen Erlösung erfahren. Viele Menschen gehen noch darum kraftlos einher weil sie nur verstandesmäßig, ganz allgemein, zugeben, dass sie Sünder sind. Ihr Leben und Wesen wird nicht umgestaltet. Keiner kann als Erlöster auf dieser Erde wandeln, ohne sich den Schmerzen des Gerichts auszuliefern. Wer aber das Kreuz bejaht, erlebt die Kraft und Freude der Erlösung. In Kraft der Auferstehung geht er ein in die Schmerzen des Kreuzes und lässt sich scheiden von allem, was den Herrn nicht ehrt und preist.

 

Immer mehr öffnet sich uns der unausforschliche Reichtum Christi. Es geht von Kraft zu Kraft, von Sieg zu Sieg, von Freude zu Freude. Jeder, der in die Todesgemeinschaft mit Jesus eingeht, erfährt Auferstehungsherrlichkeit. Ein neugeborenes Gotteskind ist jedoch mit einem Kind zu vergleichen; das aus trostlosen, verkommensten Verhältnissen heraus plötzlich zum Erben eines prächtigen Schlosses wird. Es kann noch in keiner Weise den Reichtum seines herrlichen Erbes erfassen und würdigen. Nur auf einen kleinen Ausschnitt dieses Erbes sind ihm ein paar Lichtstrahlen gefallen. Wollen wir immer einem solchen Kinde gleichen? Wollen wir nicht lieber zum Mannesalter heranreifen, um schrittweise das uns geschenkte Erbe nun auch praktisch in Empfang zu nehmen?

 

Unausforschlich ist der Reichtum Christi (Epheser 3,8). Sollte es noch einen Tag in unserem Leben geben dürfen, an dem wir nicht tiefer in diesen Reichtum eindringen möchten? Jeder Tag und jede Lebensführung bieten uns reichlich Gelegenheit, tiefer in das Kreuz und reichlicher in die Herrlichkeit der Auferstehung zu gelangen. Unverwesliches Leben will uns erfüllen und die überschwengliche Größe Seiner Kraft an uns offenbaren (Epheser 1,18-21). Diese Lebenskraft stößt alles ab, wovon wir uns selbst niemals lösen könnten und bringt Befreiung und Entlastung für das müde Herz.

 

 

Es gibt keine größere Kraft in der Welt als die Auferstehungskraft Jesu. Durch den Glauben darf jeder von uns mit dieser gewaltigen und herrlichen Macht in Verbindung treten. Glaubend und ohnmächtig geben wir uns ihr hin und erleben, dass unser kleines Leben überschwenglich von ihr erfüllt wird. Wenn wir der Lebensmacht Jesu alles zutrauen, so wird sie alle Widerstände und Nöte in uns überwinden und sich aufs völligste bei uns durchsetzen.

 

Wie Jesus vor dem Leiden stand, hatte Er auch schon den Durchblick in die Herrlichkeit (Matthäus 20,17-19; Johannes 12,24-25). Er hat sich durch den ewigen Geist Gott geopfert. „So Er stirbt (Kreuz), bringt Er viele Frucht (Auferstehung).

 

 

Wer in diese Auferstehungsherrlichkeit hineinschaut, in dem erstirbt die Liebe zur Welt. Er lässt das Geringere fahren und vertraut sich mehr und mehr dieser Lebensmacht an, die nicht ruhen wird, bis sie uns zum Thron hinaufgebracht hat, wo der Sohn Gottes beim Vater ist (Offenbarung 3,21). Johannes 17,24: „Vater, ich will, dass, wo Ich bin, auch die bei Mir seien, die Du Mir gegeben hast.“ Von dieser Herrlichkeit soll aber schon hier auf Erden etwas offenbar werden. Jesus verlangt nach einer Gefolgschaft, die Seinen Reichtum der Welt kundtut und durch die Er weiterleben kann (Jesaja 53,10).

 

 


Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit

Die Bibel spricht von einem „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“. Unter Geheimnis versteht sie Dinge, welche nicht mit dem natürlichen Verstand erkannt werden können, sondern nur mit einem von oben erleuchteten Geist.

 

Wir bedürfen jetzt wahrlich mehr als nur gesundem Menschenverstand, um in dem gegenwärtigen Durcheinander uns zurecht zu finden. Die Irrgeister verbergen ihr wahres Wesen unter heuchlerischem Gebaren. Die Kunst der Lüge und Fälschung wird auf das Höchste gesteigert, ein Geist der Irreführung umgarnt die Menschheit mit dem raffiniertesten Lügengewebe.

 

Es regt sich und ist bereits wirksam, das Geheimnis der Gesetzlosigkeit. Man soll nur nicht wähnen, die Gesetzlosigkeit würde bei ihrer vollen Ausreifung in den Endzeiten eine derartige Ausprägung erfahren, dass ihr wahres Wesen ganz offenbar vor aller Welt daliegt. Solch ein Irrtum müsste verhängnisvoll wirken. 

Die Gesetzlosigkeit wird sich in eine Form kleiden, die der natürliche Menschenverstand nicht durchschaut. Es kommt darauf an, in der ganzen Zeitentwicklung die Anfänge der Linien zu erkennen, welche in das vollendete Antichristliche ausmünden.

 

Sonst besteht die große Gefahr, mitgezogen, mitverwirrt, mitverblendet zu werden und dann zu versinken in den alles fortreißenden Strudel. Der Betrug wird so fein, so religiös eingekleidet sein, dass, wenn es möglich wäre, auch „die Auserwählen betrogen würden“. In dieser Entwicklung befinden wir uns jetzt…

 

(Pastor Ernst Lohmann 

in einer Broschüre „Tier, Dirne und Prophet“, 

Verlag Koezle, Wernigerode, ca. 1925)


Kommt eine Einheitskirche?

Dazu schreibt G. Gehrig in einer Veröffentlichung über die „neutestamentliche Rettungsarche“ usw. (ca. 1970):

 

„Es gilt den Sieg zu erlangen gegen die „Luft“, das Pneuma (= der Zeitgeist), die Thora (= Gesetzlichkeit), die Dogmen, die Ideologie (= eine Idee wird – fein oder grob – aufgezwungen), die Zeremonien, die
Kirchenpolitik des geistlichen Antichristen auf der hochkirchlichen Ebene, der jetzt die Einheitskirche schaffen will (Offb. 12,17).

 

Diese wird ihm nicht so gelingen, wie er sie gerne haben möchte; aber es wird eine christliche „Gleichschaltung“ kommen, die viel gefährlicher ist, weil sie so harmlos aussieht.

 

Käme eine straff organisierte Einheitskirche, so dass alle ein christ-katholisches Einheitsgesangbuch, Weihwasser, die Marienverehrung usw. annehmen müssten, so würden es viele merken und aufbegehren. So aber werden sie nicht beunruhigt und schlafen weiter bis zum entsetzlichen Aufwachen unterm Malzeichen.

 

Die Gleichschaltung (insbesondere durch Medien mit TV-Spitze, Offb. 13,14-15) wird nach Gottes Zulassung und Satans Willen bewirken, dass alle Kirchen gemeinsam miteinander dem Tiere den Segen zur Diktatur geben werden.

 

Im Zehnzehenstaat (Europa), im Einheitsstaat, nicht in der Einheitskirche, werden dann alle gefangen werden, weil dann niemand mehr kaufen noch verkaufen kann, wenn er sich nicht zum Tier bekennt. Aber das Wort Gottes mahnt: „Wehe ihnen!“ (Offb. 18,6-24, Offb. 14,9-11).“

(G. Gehrig)


Das Neue Testament redet über dreihundertmal von Christi Wiederkunft.

Es ist, als wären alle Worte der Bibel von einem heimlichen Drängen und Fließen erfüllt, wie bei einem mächtigen Strom, der dem ungeheuren Fall entgegentreibt.

Schon weit oberhalb jener Stelle merkt man der Bewegung des Wassers an, dass der Fall nahe ist.

So wird immer wieder, immer stärker und in den verschiedensten Zusammenhängen die eine Botschaft verkündigt, die in der Urgemeinde als Grußwort diente: „Maranatha!“

 

(Karl Leonhardt)


Zwei Frösche im Sahnetopf

 

Es war eine schöne Sommernacht. Zwei Frösche schliefen auf einer Wiese. Die Grillen zirpten und zirpten immer lauter. Von dem lauten Grillenzirpen wurde der eine Frosch wach. Er blinzelte mit seinen Froschaugen und sagte: „Quak – ich bin wach!!“

 

Dadurch wurde der zweite Frosch auch wach. Er blinzelte auch mit den Augen und sagte ebenfalls: „Quak – ich bin auch wach!“

 

So quakten sich beide Frösche einander an und sangen im Duett einen Froschgesang. 

 

Als sie zu Ende waren, sagte der eine: „Ich will ein bißchen Frühsport machen.“  Und er sprang los. „Ich mache mit“, sagte der andere und sprang hinterher. So sprangen sie um die Wette. Einmal war der eine vorne und dann der andere.

Hinter der Wiese stand ein altes Bauernhaus, das hatte ein ebenerdiges Kellerfenster. Als nun die Wiese zu Ende war, waren die beiden Frösche vor dem Kellerfenster angelangt. Da der Keller nicht erhellt war, sahen die Frösche das offene Kellerfenster wie ein großes, dunkles Loch.

 

Der eine Frosch fragte sich: Was ist das? So ein dunkles Loch habe ich noch nie gesehen. Ich will wissen, was das ist.“ So sprang er durch das offene, dunkle
Kellerfenster. Da machte es ‚plumps‘.
 

 

Der andere Frosch sagte: „Was ist das, was da ‚plumps‘ macht? Ich will das wissen!“ Und er sprang ebenfalls durch das offene Kellerfenster. Und da machte es wieder ‚plumps‘.

Nun, die beiden Frösche sind in einen großen Sahnetopf gefallen. Deshalb hat es jedes Mal ‚plumps‘ gemacht. Genauso wie es ‚plumps‘ macht, wenn man einen Stein in den Teich wirft. Das Geräusch ist sehr ähnlich.

 

Weil es damals noch keine Kühlanlagen und Kühlschränke gab, stellten  die Bäuerinnen den Sahnetopf immer vor ein offenes Kellerfenster, damit die Nachtkühle die Sahne frisch hielt.

 

Jetzt waren unsere beiden neugierigen Frösche in dem großen Sahnetopf. Der eine sagte: „Ich armer Frosch bin in den Sahnetopf gefallen. Jetzt werde ich ertrinken!“ Er ließ sich auf den Topfboden fallen und ertrank.

 

Der andere Frosch sagte: „Ich armer Frosch bin in den Sahnetopf gefallen, aber ich will nicht ertrinken. Ich will da wieder raus!“ Und so sprang er, wie zuvor auf der Wiese, jetzt im Sahnetopf. So hat er mit seinen heftigen Sprüngen die Sahne zu Butter geschlagen und saß am Ende gerettet auf der Butter. 

(Erzählt von B.N.)


Der Wettlauf der Frösche

 

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen. Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen.

 

Dann endlich – der Wettlauf begann.

 

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Anstatt die Läufer anzufeuern, riefen sie also: „O, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" oder „Das ist einfach unmöglich!" oder „Das schafft Ihr nie!" Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf. Das Publikum schrie weiter: „O, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte.

 

Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war. Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hatte, den Wettlauf zu gewinnen.

 

Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!

 

Was die Frösche aus unserer Fabel mit Worten unbewusst bewirkt haben, setzen Menschen doch oft als Waffe ein, um anderen zu schaden.

Worte können verletzen und lahmlegen.

Sie können einen anderen regelrecht schachmatt setzen.

Worte, die in der Kindheit ausgesprochen werden, begleiten einen Menschen manchmal bis ins hohe Alter. Worte dringen nicht nur in unser Ohr, sondern oft bis  in die Tiefe unserer Seele. Unser Fühlen und Handeln wird meist nachhaltig von Worten geprägt. Oft heilen Verletzungen durch Worte schlechter als körperliche.

 

Es ist unumstritten:

Worte haben eine große Macht.

 

(Autor Unbekannt)