Gesammelte Gedanken aus dem Gute-Saat-Kalender

Viele gute und wertvolle Gedanken in diesem Kalender sind einfach zu schade für den täglichen Papierkorb, so dass wir einige zum Segen  unserer Leser hier abdrucken 
(mit freundl. Genehmigung CSV.Verlag.de).


Sie werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.

Römer 3,24

Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.

 Epheser 2,8

 

Umsonst gerechtfertigt durch Gottes große Gnade

 

Jeden Samstag besucht Adriana die Familie der kleinen Maria. Neulich versprach sie dem Mädchen beim Abschied: „Nächsten Samstag bringe ich dir ein Geschenk mit – wenn du bis dahin artig bist!“ Maria wollte das Geschenk gern bekommen und fasste gute Vorsätze für ihr Verhalten.

 

Doch am nächsten Samstag ging Maria – anders als sonst – nicht zur Tür, um Adriana öffnen. Trotz ihrer guten Vorsätze und Bemühungen war sie in den vergangenen Tagen ziemlich ungehorsam gewesen. Sie wusste, dass sie das Geschenk nicht verdient hatte.

 

Als Adriana sich an diesem Tag verabschiedete, sah sie dem Mädchen freundlich in die Augen und versprach ihr: „Maria, am Samstag bringe ich dir ein Geschenk mit.“ – Das Mädchen blickte erstaunt auf und ergänzte fragend: „… wenn ich mich gut benommen habe?“ – „Nein, heute verspreche ich dir ein Geschenk, das ganz umsonst ist.“ Am folgenden Samstag wartete Maria schon glücklich und vertrauensvoll an der Tür auf Adriana. Adriana stellte Maria keine Fragen, sondern gab ihr das versprochene Geschenk.

 

Dann erklärte sie: „Maria, genauso handelt Gott mit uns. Wenn wir Vorschriften befolgen oder Gebote halten müssten, um in den Himmel zu kommen, so würde das niemand von uns gelingen. Die Versuchung, Böses zu tun, ist stärker als wir.

Daher sind wir Gott ungehorsam und können niemals durch unsere eigenen Anstrengungen errettet werden!

 

Deshalb stellt Gott nicht die Vorbedingung … wenn du dich gut benimmst, bevor Er uns die Errettung schenkt.

Sein Sohn Jesus Christus hat die Strafe für Sünder auf sich genommen.

 

Wir müssen nur an Ihn als unseren Retter glauben. Es hängt also nicht von uns ab und nicht davon, wie wir uns betragen haben.“


Tut Buße und bekehrt euch! Apostelgeschichte 3,19

 

Wahre Buße und Bekehrung

 

Wenn das Wort Gottes einen Menschen bekehrt, nimmt es ihm die Verzweiflung, aber es nimmt die Buße nicht weg. Zwar denkt der Mensch dann nicht mehr, dass seine Sünde ihn in die Hölle bringen wird, aber er denkt auch nicht, dass seine Sünde eine Kleinigkeit sei.

 

Wahre Bekehrung bringt einem Menschen Vergebung, aber sie macht ihn nicht anmaßend. Seine Übertretungen sind ihm vergeben, aber er sagt deshalb nicht: „Ich werde wieder auf dieselbe Weise sündigen. Wenn man so leicht Vergebung bekommt, warum sollte ich dann nicht sündigen?“ – Kein wirklich bekehrter Mensch würde so reden.

 

Wahre Bekehrung gibt einem Menschen vollkommene Ruhe, aber sie hindert ihn nicht daran, geistlich zu wachsen.

 

Wahre Bekehrung gibt einem Menschen Sicherheit, aber sie gestattet ihm nicht aufzuhören, seinen Feinden gegenüber wachsam zu sein – gegenüber der Welt, dem sündigen Fleisch und dem Teufel.

 

Wahre Bekehrung bringt einem Menschen Kraft, doch nicht so, dass er sich dessen rühmen könnte. Wenn er sich rühmt, dann rühmt er sich seines Herrn.

 

Wahre Bekehrung bringt Harmonie in die Pflichten des täglichen Lebens. Sie hält alle Aufgaben, Gefühle, Hoffnungen und Freuden im Gleichgewicht.

 

Wahre Bekehrung lässt einen Menschen ganz für Gott leben. Er tut nun alles, was er tut, zur Ehre Gottes.

 

Wahre Bekehrung lässt den Menschen bewusst vor Gottes Augen leben. Früher hatte er gewähnt, Gott würde ihn nicht sehen; jetzt ist es seine Freude, vor dem Angesicht Gottes zu leben. Nach C. H. Spurgeon (gekürzt)

 

 

Bei alledem kann der Mensch diese Umkehr nicht in eigener Kraft bewerkstelligen.

 

Aber jeder kann aufrichtig zu Gott beten: „Bekehre mich, damit ich mich bekehre, denn du bist der HERR“ (Jeremia 31,18) 


Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Johannes 10,11

 

„Ich bin der gute Hirte“

 

Kein Ausspruch des Herrn Jesus beschreibt so sehr seine Liebe, Zuneigung und Fürsorge wie dieser! Er ist nicht nur ein Hirte, der sich um seine Schafe kümmert – nein, Er ist „der gute Hirte“, der sogar sein Leben für die Schafe lässt! Wie groß und überwältigend ist diese Liebe!

 

König David von Israel war in seiner Jugend ein Schafhirte. Wenn damals ein Löwe oder ein Bär kam und „ein Stück von der Herde forttrug“, so lief er ihm nach und entriss es ihm. Wenn sie sich dann gegen ihn erhoben, dann tötete er sie mit der Hilfe Gottes. So rettete er sein Schaf. Doch wie weit bleibt sein Einsatz hinter dem zurück, was der Gute Hirte getan hat! (1. Samuel 17,34.35)

 

Um Sünder von der Macht Satans zu retten, gab der Herr Jesus sein eigenes Leben.

Für sie ließ Er sich von Gott richten und ging in den Tod: freiwillig und ohne Rücksicht auf sich selbst. Wie wertvoll muss ein Mensch für Ihn sein, dass Er bereit war, für ihn zu sterben, um ihn von der Strafe für die Sünden und vom ewigen Tod zu erretten!

Er hat es getan!

Was könnte uns nun noch daran hindern, Ihm ganz zu vertrauen?

 

Wenig später sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen.“

Er nennt die, für die Er sein Leben gegeben hat, „die Meinen“.

Sie gehören Ihm, und Er kennt sie alle „mit Namen“.

„Er kennt die, die zu ihm Zuflucht nehmen“, kennt ihre Eigenarten, Schwächen und Probleme.

Wie intensiv, wie persönlich und wie vertraut ist diese Beziehung zwischen dem Hirten und denen, die Er „die Meinen“ nennt!

 

 

Und weil Er sie so gut kennt, freut Er sich, wenn auch sie Ihn immer besser kennenlernen, Ihm vertrauen und sich auf Ihn verlassen. (V. 14; Nahum 1,7)


Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euchPhilipper 4,4

Freut euch!

Ein Missionar in Afrika gab sich viel Mühe, einen alten Häuptling zum Christentum zu bekehren. Allerdings kannte der Prediger seine Bibel selbst nicht gut. Seiner Meinung nach bestand die christliche Glaubenslehre zum großen Teil aus Verboten; und die versuchte er dem schon recht betagten Häuptling zu vermitteln.

 

Der Alte hörte geduldig zu. Schließlich meinte er: „Ich verstehe das alles nicht. Du sagst mir, dass ich nicht die Frau meines Nachbarn nehmen darf.“ – „Stimmt“, sagte der Missionar. – „Oder sein Elfenbein oder seine Ochsen?“ – „Ganz recht.“ – „Und ich soll nicht den Kriegstanz tanzen, um ihn dann zu überfallen und zu töten?“ – „Völlig richtig.“ – „Aber ich kann das alles sowieso nicht mehr tun!“, sagte der Häuptling bedauernd. „Ich bin zu alt. Alt sein und Christ sein ist wohl dasselbe!“

 

Ja, Gottes Maßstäbe und Gebote sind ewig gültig! Und doch hinterlässt diese Geschichte einen bitteren Nachgeschmack. Durch einseitige Verkündigung kann es zu großen Missverständnissen kommen: Dann stellt man sich das Glaubensleben als etwas Altes, Langweiliges, Freudloses vor, wo man hinter dem Ofen sitzt und böse Blicke auf alle fröhlichen jungen Leute wirft.

 

Man hält die Bibel für den Feind des wirklichen Lebens, für einen Gegner der Liebe und der Freude.

 

Unbewusst stellt man sich Gott dann so vor wie vor langer Zeit jene Dame, die ihrem Kindermädchen sagte: „Sehen Sie nach, was der Kleine macht, und sorgen Sie dafür, dass er damit aufhört!“

 

Nein, die gute Botschaft Gottes ist eine ganz andere! Unser Eingangsvers macht das deutlich: Christen sind zur Freiheit und zur Freude berufen.

 

Sie haben wirklich Grund, froh zu sein und sich zu freuen.

 

Früher haben sie erfahren, wie die Sünde unglücklich macht; aber jetzt wissen sie, wo tiefe und bleibende Freude zu finden ist!

 

 


Jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Jakobus 1,14.15

Opfer oder Überwinder der Versuchung?

Der irische Schriftsteller Oscar Wilde schrieb einmal: „Ich kann allem widerstehen – außer der Versuchung.“ Ein Satz voller Ironie und Selbstironie; aber es ist durchaus etwas Wahres daran.

 

Seit das erste Menschenpaar das Gebot Gottes übertreten hat, trägt jeder Mensch eine Neigung zum Verkehrten und Bösen in sich. Das ist fatal: Wenn nämlich eine Versuchung von außen auf uns einwirkt, sind wir leicht geneigt, ihr nachzugeben und zu sündigen. Auch ein Mensch, der das Gute tun und das Verkehrte meiden will, muss erkennen: Ich habe gar nicht die Kraft, der Versuchung immer und in allem zu widerstehen. – Und manchmal kommt es sogar nach jahrelangem Kampf zur Niederlage.

 

Was ist da zu tun?

Wie können wir die Versuchung überwinden?

Gute Vorsätze reichen nicht, das wissen wir längst. Auch nicht die eigenen Fähigkeiten und Anstrengungen. Nein, ohne Gott geht es nicht!

 

Wenn wir das Böse wirklich überwinden wollen, brauchen wir:

  • eine neue, lebendige Beziehung zu Gott;
  • ein ganz neues Leben mit neuen Zielen, mit Liebe zum Guten und Ablehnung des Bösen;
  • die Kraft des Heiligen Geistes.

Das alles will Gott uns durch Jesus Christus und aus freier Gnade schenken.

An uns ist es, dieses Geschenk, dieses neue Leben, anzunehmen und es dann Tag für Tag durch Gebet und durch Gottes Wort zu kräftigen.

 

Jesus Christus sagt: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt.“ Matthäus 26,41


Lasst euch retten …! Apostelgeschichte 2,40

Wir alle brauchen Hilfe

In seinem Jahresbericht teilt der Österreichische Bergrettungsdienst mit: 7.249 Personen wurden im Jahr 2016 in den Bergen des Alpenlandes geborgen. Darunter waren etwa 5.032 Verletzte und 164 Tote. Die meisten Toten gab es dabei unter den Bergwanderern im leichten Gelände, vorwiegend aufgrund von Herz- und Kreis­lauf­erkran­kungen.

 

Bei den Rettungsaktivitäten haben 12.600 Männer und Frauen der Bergrettung insgesamt 74.221 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. Für diesen freiwilligen Dienst kann man nur dankbar sein – besonders wenn man zu den Geretteten gehört.

 

Etwas Wichtiges haben allerdings auch die Geretteten beigetragen: Sie haben sich retten lassen! Sie haben erkannt, dass sie nicht allein weiterkamen, sondern Hilfe brauchten. Und dann haben sie die Hilfe angenommen. Eigentlich selbstverständlich, oder? Aber viel zu viele sind einfach zu stolz, um sich retten zu lassen – jedenfalls, wenn es um die Rettung vor dem ewigen Verderben geht.

 

Da gibt es Menschen, die mühsam versuchen, auf eigene Faust weiterzukommen. Doch dadurch wird ihre Situation nur noch schwieriger. Zudem laufen sie Gefahr, den Zeitpunkt für die Rettung ganz zu verpassen. Anderen gefällt der Retter nicht.

 

Sie irren lieber nach eigenem Gutdünken weiter umher, als sich der Führung des Herrn Jesus Christus anzuvertrauen.

Aber zu solchen Vorbehalten gibt Jesus keinen Anlass. Er ist doch der Sohn Gottes, der aus freier Liebe Mensch wurde, um uns durch seinen Sühnetod zu retten:

 

„Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ Markus 10,45

 

 


Einige der Pharisäer und der Herodianer kommen und sagen zu Jesus: Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen, sondern lehrst den Weg Gottes nach der WahrheitMarkus 12,14

Jesus Christus ist die Wahrheit

Pharisäer und Herodianer machen gemeinsame Sache. Eine bemerkenswerte Koalition! Denn die Pharisäer eifern für das Gesetz Moses und die religiösen Traditionen der Juden, die im Laufe der Jahrhunderte hinzugefügt wurden, während die Herodianer wahrscheinlich Beamte des Vierfürsten Herodes Antipas waren, der über Galiläa und Peräa regierte.

Nun ist eine Gesandtschaft beider Gruppen in gemeinsamer Mission unterwegs. Bevor sie mit ihrer Frage herausrücken, die Jesus in Verlegenheit bringen soll, schmeicheln sie Ihm zuerst mit den Worten aus unserem Tagesvers. Sehen wir uns an, was sie über den Herrn Jesus sagen und wie es um sie selbst bestellt ist:

 

1. Sie reden Ihn mit „Lehrer“ an, der den „Weg Gottes nach der Wahrheit lehrt“. Damit geben sie zu, dass Er das Alte Testament richtig auslegt. – Andererseits sind es gerade die Pharisäer selbst, die die guten Absichten der Gebote Gottes durch menschliche Zusätze verwässern oder sogar ins Gegenteil verkehren. (Mtt.23,23)

 

2. Sie erkennen, dass Jesus „wahrhaftig“ ist – dass Er aufrichtig ist und es Ihm um die Wahrheit geht. Wir wissen: Er ist die Wahrheit in Person. (Joh.14,6) – Andererseits heucheln seine Gegner ihre Wertschätzung für Jesus nur vor: Sie wollen Ihn ja mit einer Fangfrage in die Falle locken.

 

3. Sie stellen fest, dass Jesus „nicht auf die Person der Menschen sieht“. Damit erkennen sie also seine Unparteilichkeit an, mit der Er „den Weg Gottes lehrt“. – Andererseits dreht sich ihr ganzes Denken und Handeln nur um Macht, Einfluss und Anerkennung.

 

Ja, Jesus Christus ist die Wahrheit, und Er lehrt die Wahrheit wie kein anderer!


So spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der ZerschlagenenJesaja 57,15

 

Gottes Wort ist im Alltag eine große Stütze

Wenn Belastungen auf uns zukommen, wenn Krisen unser Berufs- oder Privatleben bedrohen, dann sind wir dankbar für jede Ermunterung und jeden wirklich hilfreichen Rat von Freunden. In solchen Umständen sind allgemeine „Lebensweisheiten“ oder oberflächliche Redensarten zu wenig; wir brauchen konkrete Hilfe für unsere Probleme. Vorausgesetzt, dass es überhaupt eine Lösung gibt.

 

Aber auch dann, wenn es keinen Trost und keinen „Hoffnungsstrahl“ mehr gibt, muss man nicht verzweifeln. Das sagt uns Gottes Wort, die Bibel. Viele hoffnungslose Situationen entstehen ja gerade dadurch, dass die Menschen Gott nicht mehr kennen, auch nicht mehr als „Helfer in der Not“. Gott „beherrscht“ aber auch unsere Notlagen und will sich oft gerade dadurch bei den Menschen in Erinnerung bringen. – Wie gut, wenn der Mensch sich dann auf Ihn besinnt und zu Ihm umkehrt!

 

Christen dürfen sich auf die zahllosen Ermunterungen im „Buch Gottes“ stützen. Und die sind nicht leer und unverbindlich. Dahinter steht die ganze Autorität und Vertrauenswürdigkeit des lebendigen Gottes.

 

Er hat gesagt:  „Siehe, ich bin der HERR …; sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?“ Jeremia 32,27

 

 

So ist auch unser Tagesvers eine Ermutigung für den, der ganz am Ende ist. Ja, der große und erhabene Gott wohnt in der Höhe, aber Er will auch in das Herz eines Menschen einziehen, der Ihn fürchtet und seinem Wort glaubt.


Die Jünger wurden zuerst in Antiochien Christen genannt. Apostelgeschichte 11,26

Was kennzeichnet einen Christen?

Ein Christ, wie Gottes Wort ihn beschreibt, ist ein Jünger des Herrn Jesus Christus – jemand, der Christus nachfolgt und seine Wesenszüge widerspiegelt.

 

Ein Christ ist jemand, bei dem es zu einer radikalen Lebenswende gekommen ist: Früher führte er sein Leben ohne Gott und nach seinen eigenen Vorstellungen; jetzt aber kennt er Jesus Christus als seinen Retter und Herrn; er hört gern auf seine Stimme und folgt Ihm nach. (Eph.2,1-13; Joh.10,27)

 

·         Ein Christ hat die Vergebung seiner Sünden. (Epheser 1,7)

 

·         Ein Christ weiß aus der Bibel, dass er durch den Glauben an den Sühnungstod Jesu Christi vor Gott gerechtfertigt ist, und er hat Frieden mit Gott. (Römer 3,24-26; 5,1)

 

·         Ein Christ weiß, dass er von neuem geboren und dadurch vom Tod zum Leben gelangt ist; er besitzt das ewige Leben. (Johannes 3,3.16; 5,24)

 

·         Ein Christ sieht der ewigen Herrlichkeit bei Gott in voller Gewissheit entgegen; er hat ja die Zusage, dass es für ihn „keine Verdammnis“ gibt. (Römer 5,2; 8,1)

 

·         Ein Christ ist ein Kind und Erbe Gottes und wird mit Christus am Reichtum des Himmels teilhaben. (Römer 8,15-17)

 

·         Ein Christ hat den Heiligen Geist empfangen als Zeugnis, Siegel und Unterpfand seines ewigen Heils. (2. Korinther 1,22)

 

Wir merken: Christsein ist eine Sache des Herzens und des Lebens. Es beginnt damit, dass wir unser Innerstes für Gottes Wort und Wirken öffnen.

 

 


Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide findenJohannes 10,9

„Ich bin die Tür“

Jeder weiß, wie nützlich eine Tür ist: Durch die offene Balkontür spüren wir, dass es Herbst wird. Hinter der Schranktür steht unser Geschirr sicher. Und unsere Haustür schützt uns vor unliebsamen Besuchern.

 

Der Herr Jesus gebraucht hier das Bild einer Schafhürde im Orient. Dieses Gehege war oft mit einer Steinmauer und viel Gestrüpp umgeben. So konnten die Schafe nicht ausbrechen, und wilde Tiere kamen nur schwer hinein. Und an der Tür lag nachts der Hirte und wachte.

 

Wer durch eine Tür eintritt, trifft eine Entscheidung. Er verlässt das Draußen und ist drinnen. Wer Jesus Christus annimmt, wer durch Ihn „eingeht“, ist errettet und ist in Sicherheit. Er ist für ewig gerettet durch das Erlösungswerk auf Golgatha – und er wird auch auf seinem Lebensweg Rettung und Bewahrung erfahren.

 

Der, der eintritt, ist nun frei und kann „ein- und ausgehen“. Er wird nicht gesetzlich eingeengt, sondern ist frei, den Willen Gottes zu tun und Ihm in Hingabe nachzufolgen. Er geht hinein, um Gott anzubeten, und er geht hinaus, um die Botschaft anderen Menschen weiterzusagen. Und er wird „Weide finden“, wird „auf grüne Auen“ und „zu stillen Wassern“ geführt werden. (Ps.23,2)

 

 

Jesus sagt: „Ich bin die Tür.“ Niemand kann durch Ihn eingehen, ohne errettet zu werden – aber niemand kann auch errettet werden, ohne durch Ihn einzugehen. Er ist der Name, „in dem wir errettet werden müssen“. (Apg.4,12) Doch die Bibel spricht auch von einer Zeit, wenn die Tür verschlossen sein wird. Dann kann keiner mehr errettet werden! Doch heute ist die Tür noch offen! Fassen Sie Mut und kommen Sie herein!


Als Jesus zwölf Jahre alt war und sie nach der Gewohnheit des Festes nach Jerusalem hinaufgingen und die Tage vollendet hatten, blieb bei ihrer Rückkehr der Knabe Jesus in Jerusalem zurück; und seine Eltern wussten es nichtLukas 2,42.43

Als Lösegeld für viele

 

Als Jesus Christus seine Kindheit in der Landschaft Galiläa im Norden Israels verbrachte, war das jüdische Volk in mehrfacher Hinsicht auf dem Tiefpunkt: Politisch waren sowohl Galiläa als auch Judäa römische Provinzen. Schlimmer noch war der moralische Zustand der jüdischen Führungsschicht: Es gab Vetternwirtschaft, Korruption, Intrigen und Ausbeutung der Armen. Für viele erschöpfte sich die Frömmigkeit hauptsächlich in den äußeren Formen des jüdischen Glaubens.

 

Stolz waren die Juden vor allem auf ihren Tempel, den König Herodes der Große so prächtig ausgebaut hatte. Dort in Jerusalem feierten die Juden einmal jährlich das Passahfest und strömten dazu aus allen Teilen des Landes zusammen. Und auch Jesus zog mit Maria und Joseph nach Jerusalem.

 

Als das Fest vorüber ist, bleibt Jesus in Jerusalem zurück, während Maria und Joseph mit vielen anderen nach Galiläa zurückkehren. Es vergeht eine Zeit, bis sie bemerken, dass Jesus fehlt. Erst nach drei Tagen finden sie Ihn im Tempel.

Dort unterhält Er sich mit den Schriftgelehrten, die sich über die erstaunlichen Antworten und das weitreichende Verständnis des Jungen verwundern.

 

Aus dem Mund Jesu hören Maria und Joseph dann die Worte: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ – Damit ist zunächst der Tempel gemeint, das Haus Gottes, und darüber hinaus auch alles, was Gott, seinen Vater, betrifft.

Maria kann die Bedeutung der Worte damals nur ahnen, aber sie bewahrt sie in ihrem Herzen.

(Lk. 2,51)

Später wird sie miterleben, wie Jesus seinen öffentlichen Dienst für Gott aufnimmt und „wohltuend und heilend“ umhergeht.

 

Und schließlich sehen wir sie unter seinem Kreuz stehen, wo Er sein Leben gibt „als Lösegeld für viele“ und um Gott, den Vater, zu verherrlichen. (Apg.10,38; Mk.10,45; Joh.17,4)

 

 


Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbetete, hörte zu, deren Herz der Herr auftat, dass sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde. Apostelgeschichte 16,14

 

Die gottesfürchtige Lydia

 

Lydia war mit dem Glauben des Volkes Israel vertraut, sie war gottesfürchtig. Jetzt begegnete sie dem Apostel Paulus an einer Gebetsstätte am Fluss, draußen vor der Stadt Philippi. Paulus erzählte von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, den Gott als Erretter in die Welt gesandt hatte. Und dann geschah etwas Besonderes: Der Herr tat das Herz von Lydia auf!

 

Es ist wichtig, dass es nicht heißt: „deren Geldbeutel der Herr auftat“, so dass sie vielleicht monatlich große Beträge zur Verfügung stellte. Es heißt auch nicht, dass der Herr sie veranlasste, Ihm viel von ihrer Zeit zu opfern. Und auch die guten Werke werden nicht hervorgehoben, obwohl der Herr auch solche durch Lydia wirken konnte. Nein, der Herr tat ihr Herz auf. Das war das Entscheidende. Er gewann Zugang zum Allertiefsten, was ein Mensch besitzt. Und Lydias Geschichte zeigt, dass sie ihr Herz dem Herrn sehr bereitwillig öffnete.

Freunde, wenn wir das tun, dann fängt ein neues Leben an – ein Leben mit dem Herrn Jesus! Dann blicken wir nicht mehr auf Zeit und Geld, dann ist Er uns mehr als alles wert. Dann wollen wir nur Ihm folgen und Ihm dienen. Dann ist Er das Thema unseres Lebens.

 

Haben Sie, unser Leser, Ihr Herz schon für den Sohn Gottes geöffnet? Haben Sie sich Ihm schon ganz übergeben? Er hat so viel für uns getan: Er hat sein Leben am Kreuz für uns hingegeben. Dort hing Er und hat die Strafe für fremde Schuld getragen.

Welche Antwort geben Sie Ihm, wenn Er sagt: „Gib mir … dein Herz!“? (Spr.23,26)

 

 

„Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Handlungen.“ Jer.17,10


Als sie aber von Toten-Auferstehung hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber auch nochmals hören.   Apostelgeschichte 17,32

 

Vorstellungen stehen im Weg

 

Zwischen Spott und Neugier bewegten sich die Antworten der Leute in Athen, als der Apostel Paulus ihnen das Evangelium von Jesus Christus verkündigte. Sie fühlten wohl, dass ihnen bei ihrer Vielgötterei etwas fehlte, denn einen ihrer Altäre hatten sie mit der Aufschrift versehen: „Dem unbekannten Gott“. Als Paulus ihnen aber dann den wahren Gott verkündigte und von Jesus Christus, dem Richter der Welt, sprach, da wichen sie aus. Dieser Gott entsprach nicht ihren Vorstellungen.

 

Zwischen Spott und Neugier bewegen sich auch heute die Antworten vieler Menschen auf das Evangelium, und zwar aus demselben Grund. Unsere eigenen Vorstellungen stehen uns oft im Weg.

 

Doch die Spötter sollten bedenken, dass Gottes Existenz nicht davon abhängt, ob wir Ihn begreifen. Er wäre sonst nicht der wahre Gott, der das ganze Weltall geschaffen hat. Wir müssen es uns sagen lassen, dass Gott übernatürlich handeln kann und das auch tut, wenn es Ihm gefällt. Ohne Glauben kommt man Ihm nicht näher als die Athener damals, deren „Götter“ man heute im Museum findet.

 

Und die Neugierigen oder Oberflächlichen sollten bedenken, dass man mit Gott nicht nach Laune umgehen kann.

Wer Ihn zur rechten Zeit nicht ernst nimmt, wird den Anschluss verpassen. Die Athener jedenfalls haben das Zeugnis des Apostels Paulus nie wieder gehört.

Deshalb sollte sich niemand unserer Leser durch seine Mitmenschen davon abhalten lassen, nach Gott zu fragen! Wir finden Ihn, wenn wir die Bibel lesen.

 

 


Was nennt ihr mich aber: „Herr, Herr!“, und tut nicht, was ich sage? Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut – ich will euch zeigen, wem er gleich ist: Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, der grub und in die Tiefe ging und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, schlug der Strom an jenes Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, denn es war auf den Felsen gegründet.

Lukas 6,46-48

 

Einsturzgefährdet?

 

Der Einsturz des Stadtarchivs in Köln am 3. März 2009 führt uns wieder einmal vor Augen, wie außerordentlich bedeutsam das Fundament ­eines Hauses ist. Dabei ist dem Architekten des 1971 erstellten Gebäudes gar nichts anzulasten. Doch weil U-Bahn-Arbeiten nachlässig durchgeführt wurden, konnte der Boden unter dem Archivgebäude in den Bereich der benachbarten U-Bahn-Baustelle absacken. Dadurch entstand ein Krater, in den das Gebäude abrutschte.

 

Im Gleichnis von den zwei Häusern spricht Jesus von dem „Lebenshaus“, das jeder Mensch für sich baut. Auch hier kommt es auf das Fundament an!Auf was für eine Grundlage bauen wir unser Leben, unser Glück, unsere Hoffnung, unsere Zukunft, unsere Sicherheit?

 

Jesus Christus zeigt uns, wie wir unser Leben auf einen festen, sicheren Grund stellen können, so dass es den Belastungen der Zeit und der Zukunft standhält. Das Wichtigste ist die Beziehung zu Ihm selbst. Diese Beziehung darf sich nicht auf das Äußerliche beschränken – es genügt nicht, Ihn „Herr“ zu nennen. Nein, wenn unser Leben gelingen soll, muss der Sohn Gottes tatsächlich unser Erlöser und unser Herr sein. Das zeigt sich dann Tag für Tag und auch in den besonderen Entscheidungen unseres Lebens darin, dass wir seine Worte nicht nur hören, sondern auch tun. So hat unser „Lebenshaus“ Bestand.

 

Wer aber gehört und nicht getan hat, ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf die Erde baute, ohne Grundlage, an das der Strom schlug, und sogleich fiel es zusammen, und der Sturz jenes Hauses war groß.

Lukas 6,49

 

Beim Kölner Stadtarchiv sorgte die Zusammensetzung der Außenwände für eine natürliche Klimatisierung. So benötigte das Gebäude nur wenig zusätzliche Klimatechnik; 65.000 Urkunden und 26 Regalkilometer Akten waren 38 Jahre lang optimal vor Klima- und Witterungseinflüssen geschützt. Dann kam der Einsturz: Wassereinbrüche und Erdrutsche zogen dem Stadtarchiv gewissermaßen den Boden unter dem Fundament weg. 90% der Archivalien wurden verschüttet. Zwar konnten davon 95% geborgen werden, zumeist mit starken Beschädigungen. Aber die Restaurierungsarbeiten werden noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

 

Mit dem Gleichnis von den zwei Häusern will Jesus uns zeigen, wie wichtig die Grundlage ist, auf der wir unser Leben, unser Glück, unsere Zukunft errichten. Dort, wo man sein Wort hört und tut, dort, wo Christus tatsächlich der Erlöser und der Herr ist, da gibt es Bestand. Wer das Wort des Herrn vielleicht hört, aber nicht danach handelt, dessen „Lebenshaus“ wird einstürzen, spätestens dann, wenn er nach einem Leben ohne Christus vor Gott treten muss: Dann wird er erkennen, dass die ganze Energie und Sorgfalt, die er auf sein Glück, seine Sicherheit, seine Lebensqualität verwandt hat, vergeblich war.

 

Hören und tun – heute wollen viele nicht einmal hören, was Christus, der Herr, uns sagen will. Doch der Einsturz des Kölner Stadtarchivs, die vielfältigen Krisen in der Welt und manche tragischen Ereignisse stellen uns vor die Frage: Sind vielleicht auch die Grundlagen unseres Lebens längst unterspült, und rutscht der Boden unter unserem Lebenshaus ab? Anlass genug, das im Licht der Bibel zu überprüfen!

 

 


Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nichtMarkus 8,18

 

Sehen und hören

 

Immer wieder kommt es vor, dass Leute mit abenteuerlichen und absurden Meinungen in die Schlagzeilen kommen. Diese „Wissenden“ können ihre Sicht zwar oft nicht schlüssig untermauern, aber das Gegenteil kann man ihnen auch nicht immer beweisen. Denken wir nur an die bizarren Erklärungsversuche für das Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen im sogenannten Bermudadreieck oder auch an den UFO-Glauben.

 

Wenn man sich nicht voreilig der Meinung solcher Menschen anschließen will, wappnet man sich am besten mit einer gehörigen Portion Misstrauen. Und dann erlebt man, dass geheimnisvolle Erscheinungen irgendwann aufgeklärt werden oder dass es allmählich still darum wird.

 

Wen wundert es, wenn auch der Botschaft Gottes Zweifel entgegengebracht werden? Wer beweist uns denn, dass es Himmel und Hölle, Engel und Teufel tatsächlich gibt?

 

Doch so leicht lässt uns die Bibel nicht entkommen. Jesus Christus selbst stellt die aufrüttelnden Fragen in unse­rem Bibelwort. Wer immer zuerst sehen und hören will, bevor er glaubt, sollte dann aber auch das, was man tatsächlich von Gott und seinen Dingen „sehen“ und „hören“ kann, bereitwillig wahrnehmen und gewissenhaft prüfen.

 

Die Bibel erzählt uns keine Mythen, sondern Ereignisse, die in Raum und Zeit stattgefunden haben, die völlig glaubwürdig bezeugt und mit Sorgfalt aufgezeichnet worden sind. Das Leben Jesu Christi, sein Tod und seine Auferstehung lassen sich nicht wegdiskutieren. Wir haben also durchaus auch etwas zum „Sehen“ und „Hören“.

 

 

Und wer die biblischen Berichte über Christus in diesen Punkten geprüft und erkannt hat, dass sie zuverlässig sind, wird dem Wort Gottes auch dann Vertrauen schenken, wenn es um Himmel und Hölle geht – um Bereiche, die wir nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen können.


Wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden. … Wir sehen jetzt … undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.   1. Korinther 13,10.12

 

Durch eine Lupe

 

In einem Museum bewunderte ich ein großes Gemälde. Ein kleiner Junge kam hinzu und begann aus Spaß, das Bild durch eine Lupe zu betrachten.

Da bat ich ihn, mir das Gemälde doch einmal zu beschreiben.

Wieder nahm er seine Lupe und begann, mir viele Einzelheiten aufzuzählen: Hier stand ein Blumenstrauß, dort saß ein hübsches Rotkehlchen …

Auf diese Weise sah der Junge aber nur Einzelheiten des Gemäldes und erhielt keinen Gesamteindruck.

Er war unfähig, mir zu sagen, was das Gemälde insgesamt darstellte.

 

Da schlug ich ihm vor, etwas zurückzutreten und das Bild ohne Lupe zu betrachten.

Auf einmal sah er die ganze Landschaft, die Harmonie der Farben und der Größenverhältnisse. Vorher hatte er eine nur stückweise Sicht, jetzt sah er das Ganze.

Es war dasselbe Gemälde, aber die Beschreibung, die der Junge davon gab, war nun ganz anders.

 

„Jetzt erkenne ich stückweise“, sagt der Apostel Paulus. Auf der Erde nehmen wir die Dinge nur bruchstückhaft wahr, Gott aber sieht das Ganze.

Im Gebet teilen wir Gott unsere Bedürfnisse mit, und zwar entsprechend der Sicht, die wir jetzt haben.

Doch Gott kennt schon das ganze Bild.

Und seine Antwort voller Weisheit zieht die zahlreichen Elemente in Betracht, die uns noch entgehen.

 

Wenn wir die Bibel lesen, können wir Gott und seine Gedanken immer besser kennenlernen. Ein Stück fügt sich an das andere.

Aber erst wenn die Gläubigen bei Christus in der Herrlichkeit sind, werden sie eine vollkommene „Gesamtschau“ haben.

 

Auf diesen Augenblick freuen sie sich.


Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle.   1. Timotheus 2,5.6

 

Toleranz oder Wohlwollen?

 

In der heutigen Zeit zählt die Toleranz oder Duld­samkeit zu den höchsten Tugenden. Sie gilt als unentbehrliche Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander der Menschen und als Gegenmittel gegen Fanatismus, Vorurteile und Benachteiligung anderer. Und ganz sicher ist das Gegenteil davon, die Intoleranz, die Ursache für viele Streitigkeiten, ob in den Familien, den Gruppen der menschlichen Gesellschaft oder unter den Völkern.

 

Aber das müssen wohl alle zugeben: Wir sind gern tolerant in Fragen, die uns selbst nur wenig betreffen, aber viel weniger zur Toleranz bereit, sobald die Sache uns direkt angeht. Dazu kommt, dass niemand nur „geduldet“ werden möchte. Wir sehen es lieber, wenn andere unsere Überzeugungen und unsere Lebensart als richtig anerkennen.

 

Wie äußert sich die Bibel zu diesem Thema?

Sie fordert uns auf, unserem Nächsten wirkliche Anteilnahme entgegenzubringen und ihn zu „lieben wie uns selbst.“ (Matthäus 19,19)

 

Dazu gehört, dass wir den anderen achten, ihm unsere Überzeugungen nicht aufzwingen und ihm zugestehen, seine persönlichen Entscheidungen zu fällen.

 

Und doch sollen wir deshalb keineswegs neutral oder gleichgültig sein gegenüber dem, was der andere denkt oder tut, sondern uns zu Gottes Maßstäben bekennen.

 

Diese wahre Anteilnahme drängt uns als gläubige Christen, von unserem Glauben zu reden, um ihn mit anderen zu teilen.

Wenn wir mit dem wahren Gott in Verbindung und ins Reine kommen wollen, so geht das nur durch den Mittler Jesus Christus und durch den Glauben an Ihn. Diese äußerst wichtige Botschaft möchten wir zum Wohl aller Menschen um uns her weitergeben – gerade weil wir sie alle zutiefst achten und uns ihres Wertes für Gott bewusst sind.

 

 


Ihr wisst nicht, was der morgige Tag bringen wirdJakobus 4,14

 

Ernste Angelegenheiten erst morgen!

 

Archias gehörte zu den Herrschern (Oligarchen) der griechischen Stadt Theben. Während eines fröhlichen Festes im Jahr 379 V. Chr. überbrachte ihm ein Kurier aus Athen einen dringenden Brief. „Der Absender bittet dich, diesen Brief unverzüglich zu lesen“, sagte der Bote. „Es geht um ernste Angelegenheiten!“ Lachend antwortete Archias: „Ernste Sachen erst morgen!“, und schob den Brief ungeöffnet unter sein Sitzpolster.

 

Aber dieses „Morgen“ sollte Archias nicht mehr erleben.

Noch in derselben Nacht drangen Verschwörer in Theben ein und ermordeten ihn und seine Gäste, bevor das Fest zu Ende war.

Der ungeöffnete Brief aber enthielt eine Warnung vor gerade dieser Verschwörung.

Ein ­anschauliches Beispiel für die Neigung vieler Menschen, unangenehme Dinge, so wichtig sie auch sind, auf später zu verschieben!

 

Auch Gott hat „Boten“ mit Nachrichten von allergrößter Bedeutung gesandt. Dabei denken wir an seinen Sohn Jesus Christus, an die Apostel Jesu und auch an die Propheten des Alten Testaments. Ihre Botschaft finden wir zuverlässig aufgezeichnet in der Bibel. Da geht es um den Schöpfer und seine Ansprüche an uns, um die Gerechtigkeit Gottes, um das Böse in uns, um den Tod und das Jenseits, um Himmel und Hölle, vor allem aber um Jesus Christus, den Retter und Herrn.

 

Das alles ist vielen unangenehm.

Es erinnert sie an ihr Versagen. Deshalb denken sie: „Ernste Dinge erst morgen!

Heute gehen wir den normalen Aufgaben und dem Vergnügen nach, damit haben wir genug zu tun!

Morgen ist noch Zeit genug, an die Ewigkeit zu denken.“

Doch dieses Denken brachte dem Oligarchen von Theben den Untergang.

Deshalb sollten wir den „Brief“ Gottes heute öffnen und beherzigen!

 

 

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ Hebräer 3,15


Frage doch … die Vögel des Himmels, und sie werden es dir kundtun. Hiob 12,7

 

Die Natur Gottes ist etwas einzigartiges!

 

Haben Sie schon einmal vom Thermometerhuhn gehört? Das ist kein Scherz – es heißt wirklich so.

 

Das Huhn wird 60 Zentimeter groß, 2 Kilogramm schwer und lebt in Australien. Es brütet nicht wie alle anderen Vögel, sondern lässt seine Eier durch die Wärme eines mühsam hergestellten Bruthügels ausbrüten. Dazu baut es ab ­April eine 3 Meter breite und 1 Meter tiefe Grube und füllt sie mit Pflanzenmaterial. Sobald dieses feucht geworden ist, wird es mit Sand bedeckt. Oben auf dem bis zu 1,5 Meter hohen Haufen liegt die Brutkammer, in die dann im Oktober bis zu 30 Eier gelegt werden. Darüber kommt noch einmal eine Schicht aus Erde und Sand. Nach zwei bis drei Monaten schlüpfen die Jungen, die vom ersten Tag an selbstständig sind.

 

In der fast zehnmonatigen Bau- und Brutphase prüft das Huhn täglich mit seinem Schnabel die Temperatur im Bruthügel. Sie liegt, bedingt durch die Wärme aus Sonneneinstrahlung und Verrottung, bei etwa 33 Grad. Temperaturabweichungen reguliert das Huhn, indem es Luftlöcher gräbt und den Sand bewegt.

 

Woher hat das Thermometerhuhn seine spezielle Brutmethode? Woher hat es sein Wissen über Luftzirkulation und Wärmeregulierung? Wieso kann es mit seinem Schnabel die Temperatur messen und dann auch die richtigen Korrekturmaßnahmen ergreifen? Was wäre, wenn es zwar bauen, aber nicht messen könnte? Oder wenn es messen, aber das Messergebnis nicht umsetzen könnte?

 

Wie erstaunlich sind doch die Ideen des Schöpfers! Er hat nicht die einfachste Lösung gewählt, sondern eine, die komplex und vielschichtig, aber erstaunlich und wunderbar ist!

 

 

„Wer würde nicht an diesen allen erkennen, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat, in dessen Hand die Seele alles Lebendigen ist und der Geist alles menschlichen Fleisches?“ Hiob 12,9.10


Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren WerkenOff.20,12

 

Einwand: „Ich bin kein so schlechter Mensch!“

 

Ich erinnere mich an einige junge Menschen, die zu mir sagten, dass sie im Vergleich zu anderen doch recht harmlose Zeitgenossen wären. „Okay, ich habe ja bestimmt mal gesündigt, aber guck dir doch mal die Mörder an. Die sind ja wohl viel schlimmer!“ – Aber können wir uns mit diesem Argument wirklich der Verantwortung für die eigenen Fehltritte entziehen?

 

Stellen wir uns folgende Gerichtsszene vor: Jemand ist wegen Mordes angeklagt. Gelingt es dem Verteidiger wohl, einen Freispruch zu erwirken, wenn der Angeklagte Folgendes sagt: „Herr Richter, ich gebe zu, dass ich schuldig bin; aber Adolf Hitler hat noch viel schlimmere Dinge getan. Dagegen war mein Vergehen ja wirklich harmlos“? Nein, der Richter wird den Mörder ganz individuell für sein eigenes Vergehen bestrafen, so wie das Gesetz es vorsieht.

 

Jesus Christus, der Heiland der Welt, wird einmal auch der gerechte und unbestechliche Richter sein. Unser Bibelwort spricht von dem Endgericht, wo Christus alle Menschen, die sich nicht durch den Glauben retten lassen wollten, richten wird.

 

Alle aber, deren Namen im „Buch des Lebens“ stehen, haben keine Strafe mehr zu erwarten. Warum nicht? Weil Gott ihre Sünden schon einmal gestraft hat, und zwar an Jesus Christus, seinem Sohn. „Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm“, sagt die Bibel. Nur so konnten wir freikommen. Das ist die Liebe Gottes! (Jesaja 53,5)

 

 

Allen, die sich auf dieses Sühnopfer Jesu stützen und im Glauben annehmen, dass es auch für sie geschehen ist, gilt die Zusage Gottes: „Ich werde ihre Schuld vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken“ (Jeremia 31,34)


Der HERR ist mir von fern erschienen: Ja, mit ewi­ger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir fortdauern lassen meine Güte. Jeremia 31,3

 

Nachfolge Jesu hat immer Konsequenzen!

 

Eine Christin erzählt: Mit acht Jahren freundete ich mich mit einer Klassenkameradin an, deren Familie an Jesus Christus glaubte. Bei uns zu Hause sprach man nicht über Gott. Dennoch hatte ich schon früh Fragen über Gott.

Später lud mich meine Freundin zu einem Treffen von jungen Christen ein. Dort hörte ich,

  • dass der Sohn Gottes auf die Erde gekommen ist, um die Menschen zu erretten;
  • dass Jesus am Kreuz die Schuld verlorener Sünder und die Strafe dafür getragen hat;
  • dass Er aus dem Tod auferstanden ist und in Ewigkeit lebt;
  • dass ich – wenn ich an Jesus Christus und an sein Erlösungswerk glaube – ein Kind Gottes werde, der auch mich liebt.

Welch eine tief greifende Veränderung! Als ich nach Hause kam, kniete ich nieder und bat Jesus, in mein Leben zu treten.

 

Ich begann, die Bibel zu lesen. Und dann kamen Schwierigkeiten auf: Bis dahin waren meine Eltern mir immer voller Liebe und Verständnis begegnet, jetzt aber verboten sie mir, mich weiter mit diesen Christen zu treffen und die Bibel zu lesen. Eines Abends betete ich traurig zu meinem himmlischen Vater: „Gib mir doch bitte das, was du mir geben möchtest!“, und plötzlich wurde ich innerlich sehr gestärkt. Von da an war Gott sowohl in guten als auch in schwierigen Zeiten meine Zuflucht, mein Berater, mein Tröster.

 

Später stellten meine Eltern mich vor die Wahl: Entweder sollte ich mich ihrer Sicht der Dinge anschließen, oder ich sollte meinem Gott folgen, aber dann das Haus verlassen. Ich wählte die zweite Lösung, obwohl das nicht leicht für mich war.

 

 

Seitdem sind viele Jahre vergangen. Heute danken mein Mann und ich dem Herrn dafür, dass Er uns täglich neu stärkt und segnet und dass wir in der Freude seiner Gegenwart leben dürfen.


Als Jesus nun hörte, dass Lazarus krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.

Johannes 11,6

 

Jesus nimmt Notiz von jedem Leid!

 

In der Auferweckung von Lazarus wird besonders deutlich, dass Jesus der Sohn Gottes ist (vgl. Römer 1,4). Mit einem Detail des Berichtes möchten wir uns heute beschäftigen. Die Schwestern Maria und Martha des schwer erkrankten Lazarus schicken Jesus die Botschaft: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank“ (V. 3). Sie kennen den Herrn Jesus ja nicht erst seit gestern. Schon wiederholt ist Er bei ihnen zu Gast gewesen. Und jetzt ist Lazarus krank. Schwer krank. Sehr taktvoll, dass sie Jesus nicht direkt auffordern, zu ihnen zu kommen, sondern Ihm lediglich ihr Problem schildern – und die Lösung Ihm überlassen.

 

Und Jesus? Eilt Er Lazarus sofort zu Hilfe? Nein! Er bleibt noch zwei Tage an seinem Aufenthaltsort. Warum bleibt Er? Diese Frage bleibt zunächst ­unbeantwortet. Erst nach zwei Tagen bricht der Herr nach Judäa auf. In der Zwischenzeit ist Lazarus gestorben, kurz nachdem er erkrankt ist. Er wird, wie damals üblich, in einer Felsenhöhle bestattet, die mit einem großen Stein fest verschlossen wird. – Wenn Jesus doch nicht ausgeblieben wäre! So denken die Schwestern von Lazarus; und so sagen sie es Ihm (V. 21.32).

 

Vielleicht haben Sie ähnliche Fragen und Gedanken, die sich aus persönlichem Leid oder aus Ihrem Mit-Leiden mit lieben Menschen ergeben. Dann möchten wir Ihnen Mut machen. Jesus Christus ist da. Er nimmt sehr genau Notiz von jedem Leid. Ja, Er empfindet mit uns in unserer Not (V. 33.35). Er will uns ganz nahe sein und uns helfen. Wir dürfen und sollen Ihm unsere Fragen und Probleme offen sagen. Er wird uns in seiner Liebe helfen und uns seinen guten Weg führen.

 

 

Christen haben eine Perspektive: Jesus Christus wird einmal alle zu sich in die Herrlichkeit holen, die Ihm durch den Glauben angehören. Dann wird jedes Leid beendet sein, und es wird keine offenen Fragen mehr geben. Auf diesen Tag können sich alle wahren Christen freuen (1. Thessalonicher 4,14-17; Offenbarung 21,4).


Und sie kommen nach Jericho. Und als Jesus aus Jericho hinausging mit seinen Jüngern und einer zahlreichen Volksmenge, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, der Blinde, bettelnd am Weg. Markus 10,46

 

Jesus, erbarme dich meiner!

 

Hier haben wir eine der vielen kleinen Szenen in den Evangelien vor uns, die nur wenige Verse umfassen, aber wunderschön sind. Wir begegnen einem Leben voller Not (Bartimäus), Herzen voller Unverständnis (die Menschenmenge) und der Liebe und dem Erbarmen des Herrn Jesus.

 

Jesus Christus ist auf seiner letzten Reise, die Ihn von Jericho nach Jerusalem führt. Dort wird Er wenige Tage später gekreuzigt werden. Eine „zahlreiche Volksmenge“ begleitet Ihn. Darunter sind sicherlich solche, die an Ihn als den Messias und Sohn Gottes glauben. Andere sind nur dabei, weil sie diesen Rabbi hören und sehen wollen, der so ganz anders ist als alle, denen sie bisher begegnet sind. Doch sicher sind in der Menge auch Kritiker, die Jesus ablehnend gegenüberstehen und nur darauf warten, dass sie Ihn verleumden oder anklagen können.

 

Dann kommt Bartimäus in unser Blickfeld: blind und bettelnd. Er kennt keine Farben und kein Licht; alles um ihn herum ist dunkel. Er ist eine Belastung für seine Familie, denn er kann sich den Lebensunterhalt nicht selbst verdienen. So muss er betteln und ist auf das Mitleid und die Almosen anderer angewiesen.

 

Wo finde ich, wo finden Sie sich wieder?

Bei denen, die an Jesus glauben?

Oder bei denen, die nur äußerlich mitgehen, aber (noch) keine persönliche Beziehung zu Jesus haben?

Vielleicht finden Sie Jesus Christus interessant – und lehnen Ihn doch ab, weil Er so geradlinig, so unbequem ehrlich ist?

Oder ist Bartimäus Ihr „Kandidat“: vom Leben gezeichnet, ausgegrenzt, ein offensichtlich „hoffnungsloser Fall“?

 

Und als Bartimäus hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meinerMarkus 10,47

 

Der blinde Bartimäus merkt, dass eine Menschenmenge an ihm vorüberzieht. Es sind viele; das gibt Hoffnung auf Mitleid und milde Gaben. Er erfährt, wer da vorbeizieht: Es ist „Jesus, der Nazarener“. Doch – wie erstaunlich! – Bartimäus ruft:  „Sohn Davids, Jesus“!

 

Jesus – das ist der Wundertäter, das ist der Zimmermann und Rabbi aus Nazareth, dieser kleinen und unbedeutenden Stadt, über die jemand einmal gesagt hat: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Und „Jesus, der Nazarener“ – das bedeutet: Geringschätzung und Verachtung. Zeigt sich das nicht auch heute, wenn man die biblischen Berichte über das Leben und den Tod Jesu Christi zerredet und zerpflückt und verwirft? Wenn man in Ihm nur einen Menschen sieht, einen zwar ungewöhnlichen Menschen, aber eben nicht den Sohn Gottes, den „Heiland der Welt“? (Johannes 1,46; 4,42).

Bartimäus ruft: „Sohn Davids, Jesus.“ Dabei ist Jesus für ihn nicht nur irgendein Nachkomme des Königs David, sondern der eine ganz bestimmte „Sohn“, von dem die Propheten des Alten Testaments gesprochen hatten: der Messias, der Retter, der die alten Verheißungen Gottes erfüllt. Die Wortwahl von Bartimäus zeigt seine Wertschätzung, aber auch seine ganze Hoffnung!

Er ruft weiter: „Erbarme dich meiner!“

Offensichtlich traut er Jesus Christus zu, dass Er ihm helfen kann.

Seine Worte „atmen“ seine Hochachtung und seine Not, aber auch sein Vertrauen und seinen Glauben.

Das will ich von Bartimäus lernen: Ich will den Herrn Jesus um Hilfe bitten, will Ihm gegenüber ehrlich sein und Ihm (wie Bartimäus wenig später) meine Not konkret mit Namen sagen. Und ich will alles von Ihm erwarten und überzeugt sein, dass Er helfen kann und helfen will.

 

Und viele fuhren Bartimäus an, dass er schweigen solle; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen.   Markus 10,48.49

 

Kann man den Unmut der Volksmenge über die lauten Rufe des Blinden nicht nachvollziehen? Die Menge ist groß, und jeder möchte mitbekommen, was Jesus sagt und tut. Diese schreiende Not stört die erwartungsvolle Spannung, deshalb will man Bartimäus zum Schweigen bringen. Doch warum führen die Leute den Blinden nicht einfach zu Jesus Christus? Dann hätte er doch aufgehört zu rufen. Ist es ihr Egoismus, ihre Gleichgültigkeit?

 

Die Leute beschimpfen den Blinden, schreien ihn an, werden vielleicht sogar handgreiflich. Ein Einzelfall, eine Ausnahme? Nein, damals wie heute regt sich Widerstand, wenn einzelne Menschen in ihrer Not zu Jesus rufen, wenn sie zu Ihm kommen wollen. Denn auch heute wissen Menschen, dass sie Sünde und Schuld auf sich geladen haben, und sie stehen vor Abgründen oder in Sackgassen, blicken auf ein verpfuschtes oder zerstörtes Leben zurück und schreien ihre Not heraus. Doch andere sind da, beschwichtigen und vertrösten, lenken ab oder hindern, machen vielleicht auch lächerlich. Echte Sündennot wird heute oft nicht mehr ernst genommen. Da wundert es uns nicht, dass man die geistlichen Hilferufe irgendwie zum Schweigen bringen will.

 

Was macht Bartimäus nun? Er will gehört und wahrgenommen werden und ruft deshalb einfach weiter Jesus um Hilfe an. Er bleibt dran, gibt nicht auf, schreit weiter deutlich seine Not hinaus. Was für ein Mann: blind, bettelnd, hilflos – und gleichzeitig energisch, drängend, nicht aufgebend. Ein Vorbild für echtes Durchhaltevermögen!

 

Und der Herr Jesus? Der hat bei all dem Menschenlärm das Rufen dieses Mannes gehört und bleibt stehen. Wird Er nun dem Rufer eine Lektion erteilen, oder wird Er die Volksmenge maßregeln?

 

Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes; steh auf, er ruft dich! Er aber warf sein Oberkleid ab, sprang auf und kam zu JesusMarkus 10,49.50

 

„Jesus blieb stehen.“ Ich liebe diesen Satz, zeigt er mir doch das ganze Mitgefühl meines Heilands! Auch für mich ist Jesus Christus sozusagen „stehen geblieben“ und hat mich zu sich gerufen. Ich habe erkennen dürfen: Der Sohn Gottes ist in Bethlehem Mensch geworden und ist dann am Kreuz für meine Sünden gestorben! Krippe und Kreuz beweisen mir, wie groß sein Erbarmen für mich ist. Hier bleibt Jesus stehen, weil Bartimäus Ihm wichtig ist – heute bleibt Er stehen, weil Sie Ihm wichtig sind!

 

Jesus sagt: „Ruft ihn!“, und die Umstehenden geben den Ruf an Bartimäus weiter: „Sei guten Mutes; steh auf, er ruft dich!“ Ob Menschen dabei sind, die ihn vorher zum Schweigen bringen wollten? Oder Leute, die sich ärgern, weil Jesus sich wieder einmal einem solchen Menschen zuwendet? – Die Aufforderung, den Ruf und die Einladung des Herrn Jesus weiterzugeben, besteht heute immer noch. Es ist die Aufgabe von jedem, der weiß, dass Jesus Christus für seine Sünden gestorben ist: Er soll hingehen und erzählen, soll einladen und Menschen zu Jesus bringen!

Ist Bartimäus nun über die plötzliche Aufmerksamkeit irritiert, oder ist er eingeschüchtert? Nein, er wirft sein Oberkleid ab, springt auf und steht vor Jesus. Auch heute muss ein Mensch Gewohnheiten ablegen (das „Oberkleid“) und Energie aufwenden („aufspringen“), um zu Jesus zu kommen. – Gott will uns die Kraft dazu geben; und wir müssen Gebrauch davon machen.

 

Bartimäus steht mitten in der Menge – und doch gleichzeitig ganz allein vor Jesus. Er steht vor dem Erlöser, dem er zutraut, dass Er Blinde wieder sehend machen kann.

 

Und Jesus hob an und sprach zu Bartimäus: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich wieder sehend werde. Markus 10,51

 

Da steht Bartimäus nun: hellwach und sicherlich sehr gespannt. Er hat nach Jesus gerufen – dieser hat ihn gehört, ist stehen geblieben und hat ihn jetzt zu sich gerufen. Was passiert nun?

 

„Und Jesus hob an und sprach zu ihm.“ Ja, der Heiland führt ein Gespräch nicht einfach so im Vorbeigehen, sondern Er möchte die volle Aufmerksamkeit und Konzentration seines Gegenübers haben. Das ist auch heute noch so: Wenn Jesus Christus zu einem Menschen redet, dann redet Er bewusst und ganz persönlich.

 

Jesus fragt: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Ja, kennt Er denn nicht die Not und Hoffnungslosigkeit dieses Mannes? Doch, aber Er möchte hören, was dieser Ihm zutraut. – Bittet Bartimäus nun um Geld oder darum, dass seine Lage erleichtert werde? Nein, er sagt: „Rabbuni, dass ich wieder sehend werde.“ Vertrauensvoll, fast kindlich, spricht er aus, was er sich von dem Mann erhofft, dem er gegenübersteht. Ihm, dem verheißenen Messias, traut er zu, seine Blindheit zu zerreißen und ihm wieder Licht zu geben.

 

Vielleicht haben andere bei seinen Worten den Kopf geschüttelt und gedacht: So etwas Verrücktes – das ist doch völlig unmöglich! Doch den Herrn hat die Antwort ganz sicher gefreut: Hier stand einer vor Ihm, der nicht resignierte, auch nicht aufbegehrte, sondern der Ihm seine Not offen sagte.

Und der überzeugt war: Jesus kann und Jesus will helfen! – Gibt es auch heute noch Menschen wie Bartimäus, die glauben, dass Jesus ihre Sünden vergeben kann? Und die dann Mut fassen und kommen und Ihm voll Glauben und Vertrauen sagen: Herr, ich möchte, dass du meine ganze Schuld, meine vielen Sünden wegnimmst und vergibst?

 

 

Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde er wieder sehend und folgte ihm nach auf dem WegMarkus 10,52

Jesus sagt: „Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt!“ Ja, der blinde Bartimäus hat Ihm die Heilung zugetraut und ist nicht enttäuscht worden.

 

Der Herr Jesus macht Bartimäus gesund: Er heilt seinen Körper. Diese Heilung des Blinden ist ein Bild davon, wie Jesus Christus bis heute die Menschen von geistlicher Blindheit heilen will – von der Blindheit in Bezug auf Gott, in Bezug auf das Gute und in Bezug auf sich selbst. Mit einem Wort: Er will die Seele retten. Und diese Rettung ist kein mühsamer Prozess, ist nicht etwas, was man sich mühsam erarbeiten muss, sondern sie ist ein Geschenk Gottes. Die Rettung der Seele geschieht wie die Heilung des Blinden damals „sogleich“ – unmittelbar und vollständig.

 

Jesus hat das Rufen von Bartimäus gehört, seinen Glauben gesehen und ihn gesund gemacht. Nun folgt Bartimäus Ihm nach und beweist seine Dankbarkeit. Er folgt Ihm nach, weil er errettet ist – nicht, um errettet zu werden. Damals führte der Weg Jesu nach Jerusalem, wo die Welt zeigte, dass sie Ihn ablehnte, indem sie Ihn an das Kreuz brachte; und wenn wir Jesus Christus heute nachfolgen, indem wir nach seinem Willen leben, werden auch wir auf diesem Weg weder Ehre noch Anerkennung erfahren.

 

Wenn Sie jetzt noch einmal zurückdenken: Stehen Sie noch in der Volksmenge und schauen zu, wie andere Menschen gerettet werden? Oder rufen Sie schon um Hilfe so wie Bartimäus? Verspüren Sie vielleicht gerade jetzt den Widerstand von Menschen? Oder haben Sie schon Jesus Christus Ihre Sünden bekannt und seine Errettung im Glauben angenommen? Wie schön wäre es, wenn es auch heute heißen würde: Er (oder sie) wurde sehend und folgte Jesus nach auf dem Weg.

 

 


Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.   Johannes 6,37

Beinahe

 

Ein Gramm wiegt nie eine Tonne. Ein einzelner Dachziegel kann nie das Dach eines Hauses bilden. Eine Blattseite ist kein Buch. Ein Baum ist kein Wald. Ein Buchstabe kann nie einen ganzen Satz ersetzen. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, lautet ein Sprichwort. – Das alles ist für uns selbstverständlich; darüber wundern wir uns nicht.

 

Aber es kommt durchaus vor, dass Menschen

  • beinahe das Geld für eine Flugreise beisammenhaben und doch zu Hause bleiben müssen,
  • im Examen beinahe durchkommen und eben doch durchfallen,
  • beinahe rechtzeitig am Bahnhof sind und doch den Zug verpassen.

Und das Erschütterndste? Es gibt Menschen, die beinahe Christen geworden wären und doch für ewig verloren sind. Das „Beinahe“ bedeutet dann „überhaupt nicht“.

Der König Agrippa sagte einst zum Apostel Paulus: „In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden.“ Beinahe war er überzeugt. Und Christus selbst sagte zu einem der jüdischen Schriftgelehrten: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes“ (Apostelgeschichte 26,28; Markus 12,34).

Auch heute gibt es viele, die vom Glauben an Jesus Christus gar nicht weit entfernt sind. Vielleicht haben sie schon oft das Evangelium gehört, vielleicht waren sie manches Mal nahe daran, dem Herrn Jesus Christus ihre Sünden zu bekennen und sich Ihm ganz anzuvertrauen. Aber wenn man diesen Schritt dann nicht tatsächlich getan hat, ist man in Wirklichkeit noch so weit von Ihm entfernt wie eh und je.

 

Niemand weiß, ob Gott ihm noch eine weitere Gelegenheit gibt, umzukehren. Deshalb ist jedes Zögern verhängnisvoll.


An dem Tag, als ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt: In meiner Seele war Kraft.

Der HERR wird es für mich vollenden. HERR, deine Güte währt ewig. Psalm 138,3.8

 

Die belebende Kraft des Wortes Gottes!

 

Im April 1943, während des Zweiten Weltkriegs, wurde der schottische Pfarrer Donald Caskie, der in Frankreich lebte, ins Gefängnis geworfen, weil er alliierten Soldaten geholfen hatte, aus Frankreich zu flüchten.

Über seine Gefangennahme schrieb er später: „Es war eine äußerst demütigende Erfahrung, die einen Menschen leicht zur Verzweiflung führen kann. Aber die Kenntnis der Bibel hat mich davor bewahrt.“ Zwar wurde ihm seine Bibel weggenommen, aber er sagte: „Ich hatte sie in meinem Herzen und in meinem Gedächtnis; so hat sie meinen Glauben und mein seelisches Gleichgewicht aufrechterhalten.“

 

In einem anderen Gefängnis sah Caskie die Namen zahlreicher Gefangenen an die Wände seiner Zelle geritzt. Da fügte auch er etwas hinzu: „So spricht der HERR: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden“ (Jes.43,1.2). Bei diesen Worten dachte er auch an andere Gefangene und betete dafür, dass Gott ihnen Frieden geben möge.

 

In wieder einem anderen Gefängnis erzählte ein Gefangener Caskie seine Geschichte: „Ich war drauf und dran, meinem Leben ein Ende zu setzen (um der Folter zu entgehen), als ich an der Wand Worte entdeckte, die mich innehalten ließen und mir Trost und Kraft gaben. Jetzt fürchte ich mich nicht mehr. Ich werde diese Worte nie vergessen.“

Es waren die Verse, die Caskie in die Wand geritzt hatte. Das Gebet von Caskie war erhört worden. Gottes Wort hatte seine belebende Kraft erneut unter Beweis gestellt.

 

 


Auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.

Und sie hatten jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk. Offenbarung 4,4; 5,8

 

Keine Worte, um die Schönheit des Himmels zu erklären!

 

Manchmal trifft man Menschen, die seltsame Vorstellungen haben: Sie wollen nicht in den Himmel, weil es ihnen dort zu langweilig ist! Sie stellen sich vor: Tag für Tag weiße Kleider anziehen, Kronen tragen, Harfe spielen …

Als am 24. November 1922 der Archäologe Howard Carter (1873–1939) bei seinen Ausgrabungen im Tal der Könige in Ägypten eine Tür freigelegt hatte, die das Siegel des Pharaos Tutanchamun trug, machte er eine kleine Öffnung, zündete eine Kerze an, hielt sie hinein – und blieb lange Zeit stumm. Endlich fragte ihn jemand: Können Sie etwas sehen? Er drehte sich wie verzaubert um und sagte nur: Ja, wunder­bare Dinge!

 

Wenn man die Menge und die Schönheit der Gegenstände aus diesem Grab kennt, dann klingt seine Antwort schwach. Doch ihm fehlten die Worte, um die Herrlichkeit, die er sah, zu beschreiben.

 

Ist es mit dem Himmel nicht ähnlich?

Fehlen der menschlichen Sprache hier nicht auch die Worte, um ihn angemessen zu beschreiben? Kleider, Kronen, Harfen und Gold stehen für das Unaussprechliche, Unbeschreibbare: Kleider stehen für Stellung und Rang, Kronen für Ehre und Würde, Harfen für Freude und Erfüllung und Gold für Reichtum und Schönheit.

 

Auch hier bleiben menschliche Worte weit hinter der Herrlichkeit und Wirklichkeit des Himmels zurück!

 

Die Bibel sagt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz aufgekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben“ (1. Korinther 2,9).

Wenn wir auf der Erde schon faszinierende Schönheit sehen können, wie viel herrlicher muss dann der Himmel sein!

 

Sehen wir uns dort?


Ich würde mich schämen Hilfe anzunehmen!

 

Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühmeEpheser 2,8.9

 

Der neue Vorstandschef der deutschen Großbank ist nicht zu beneiden. Seinen Mitarbeitern schrieb er, er habe die schlechten Nachrichten satt. Und in der Tat: Die glorreichen Zeiten, in denen die Bank als unantastbar galt, sind längst vorüber. Dabei hat man die Finanzkrise von 2008/09 vermeintlich sogar besser überstanden als die US-Konkurrenz, die Staatshilfe im großen Stil in Anspruch nahm.

 

Allerdings meinen Branchenkenner heute, dass es damals ein Grundfehler gewesen sei, staatliche Finanzhilfen abzulehnen. Ein früherer Vorstandschef hatte damals gesagt: „Ich würde mich schämen, Staatshilfe anzunehmen. Ich bin stolz darauf, nicht auf Staatsgelder angewiesen zu sein.“ Zehn Jahre sind seitdem vergangen. Und das Geldhaus kommt aus der selbst verschuldeten Krise nicht heraus.

 

Ich würde mich schämen, Hilfe anzunehmen. Ich bin stolz darauf, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein.Das ist die Haltung vieler Menschen. Und in manchen Lebensbereichen ist sie nicht unberechtigt. Doch es gibt auch Bereiche, wo dieses Prinzip nichts taugt, wo es sogar ungeheuren Schaden anrichtet. Dabei denken wir vor allem an die Beziehung des Menschen zu Gott.

 

Wenn es um die zerbrochene Beziehung zu Gott geht und um die Frage von Schuld und Sünde, dann sind wir auf Gottes Hilfe und Vergebung angewiesen. Dieses Problem können wir nicht selbst aus der Welt schaffen. Das macht unser heutiges Bibelwort ganz klar.

 

Uns die Schuldenlast abnehmendas kann nur Jesus Christus, der Sohn Gottes. Gott hat die Sünden schuldiger Menschen an Jesus Christus bestraft, als Er am Kreuz hing und in den Tod ging. Deshalb werden alle, die an Christus glauben, vor dem ewigen Verderben gerettet – „durch die Gnade“ und „mittels des Glaubens“.

 

 

( Eph.2.8;Eph.2.4+5;Ps.51.3+4;1.Pet.5.10 )


Am Ende deiner Reise wirst Du Rechenschaft ablegen müssen

 

Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Johannes 12,32

 

Michelangelo Buonarroti (1475–1564) ist einer der gewaltigsten Künstler des Abendlandes. Er ist bekannt als Maler, Bildhauer und Architekt, aber er hat auch meisterhafte Gedichte hinterlassen. In seinem letzten Sonett zieht er als etwa 80-Jähriger Bilanz. Er vergleicht sein Leben mit der Fahrt auf schwankendem Kahn durch stürmische See; und er macht sich bewusst, dass er am Ziel dieser Reise Rechenschaft über all sein Tun ablegen muss.

 

Seine Hingabe an die Kunst kann ihm in diesem Punkt nicht helfen, das weiß Michelangelo. Deshalb wendet er den Blick nach vorn und schließt mit den Worten: „Nicht Malen und nicht Meißeln schafft der Seele Heil, sondern nur die Hinwendung zu der Liebe Gottes, die am Kreuz die Arme öffnet, uns zu ergreifen.“

In diesen Worten sehen wir, wie jemand die Verheißung unseres Bibelwortes in Anspruch nimmt, denn die „Erhöhung“, von der Jesus in unserem Tagesvers spricht, bedeutet eben seine Kreuzigung. Für jeden Menschen ist diese Einsicht Michelangelos unabdingbar: Alles eigene Tun kann uns vor Gottes Gericht nicht rechtfertigen; und nur indem wir uns zu dem Einen hinwenden, der auf Golgatha die Strafe für die Sünden getragen hat, können wir „der Seele Heil schaffen“ – das heißt Vergebung der Schuld und ewiges Leben erlangen.

Die ausgebreiteten Arme des Gekreuzigten sind der höchste Ausdruck der Liebe Gottes. Gott will nicht das Verderben des Ihm entfremdeten Menschen, sondern Er ruft ihn in seine Gemeinschaft zurück; ja noch mehr: Er will ihn als sein Kind annehmen. Jesus bezeugt von sich selbst:

 

 

„Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ Johannes 3,14.15; vgl. 4. Mose 21,6-9


Du ahnst nicht, wie gefährdet Du bist

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht.

Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein. Joh. 8,34.36

 

Pfarrer Wilhelm Busch erzählt von einem unerwarteten abendlichen Besucher:

 

„Retten Sie mich“, bat ihn ein Industriemanager. Sein Vater war Alkoholiker gewesen. Und auch ihn selbst überfiel die Sucht zwei- oder dreimal im Jahr wie ein Feuer. „Ich ruiniere mein Leben. Meine Frau und Kinder müssen mich verachten! Und doch – ich muss!“, keuchte er. „Retten Sie mich!“

 

Ich riss mich zusammen: „Wie sollte ich Sie retten können? Die Ketten des Teufels sind doch viel zu stark, als dass ich sie zerbrechen könnte. Wie sollte ich das können, wo Sie selbst es nicht einmal konnten!“

Mit einem unbeschreiblichen Jammerlaut sank er im Sessel zusammen: „Haben Sie mir sonst nichts zu sagen?“ – „Doch“, sagte ich, „doch! Wir sollten uns nach einem umsehen, der stärker ist als der Teufel.“ – „Wo sollte ich so einen finden, der stärker ist als der Teufel?“, murmelte er. Da sagte ich nur einen Namen: „Jesus!“

 

Er fuhr auf. Mit einem Hoffnungsblick im Auge: „Jesus! – Meinen Sie wirklich?“ – Ich nickte. Und dann knieten wir nieder und riefen Jesus an, den Jesus, der die Werke Satans zerstört; den Jesus, der mit Blut Sünder erkauft hat; den Jesus, der stärker ist als Satan. – Von dem Tag an war die Macht des Teufels gebrochen. Es gab noch Kämpfe. Es gab auch Niederlagen, die jetzt noch viel schrecklichere Scham hervorriefen als früher. Aber – der Bann war gebrochen!

 

 

Als wir später einmal zusammensaßen – wir waren inzwischen Freunde geworden –, sagte er: „Du ahnst nicht, wie gefährdet ich bin. Ohne Jesus bin ich im Nu verloren. Darum muss ich mich jeden Tag Ihm in die Hände geben. Jeden Morgen rufe ich Ihn an.


Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken, dass wir nicht umkommen. Jona 1,6

 

Mit der Stange im Nebel?

 

Wenn jemand hilflos und ohne Ahnung von der Sache zu haben, mit irgendeinem Problem fertigwerden will, dann sagt man gelegentlich: „Er tastet herum wie mit einer Stange im Nebel.“ Das soll heißen: Es ist dem Zufall überlassen und noch dazu sehr unwahrscheinlich, dass er je zum Ziel kommt.

Der Prophet Jona befand sich auf einem Schiff, das auf hoher See in größte Seenot geraten war. „Die Seeleute fürchteten sich und schrien, jeder zu seinem Gott.“ Als alles nichts half, trat der Obersteuermann mit den Worten unseres heutigen Bibelverses an Jona heran: „Rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken.“ Wie wenig wussten diese Menschen doch vom wahren Gott! Sie wollten es mit allen Göttern versuchen, in der Hoffnung, dass wenigstens einer dabei war, der wirklich helfen konnte.

 

Die Athener zur Zeit des Apostels Paulus waren auch nicht weiter. Unter den vielen Altären in ihrer Stadt gab es auch einen mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott“. Sie hielten zwar sehr viel von ihrer Weisheit, aber man konnte ja nie wissen …

 

Doch auf diese Weise kann man Gott nicht finden. Dazu braucht man eine Orientierung, die von keinem Menschen kommen kann. Diese Orientierung ist die Bibel, Gottes Wort. Darin hat Gott selbst geredet, zuerst durch seine Propheten und dann in seinem eigenen Sohn Jesus Christus, der auf diese Erde kam, um uns zu Gott zu führen.

 

Jesus Christus ist „der Weg“. Für jeden, der Ihn kennt, hat das Suchen und das Stochern im Nebel aufgehört. (Johannes 14,6)

 

 

„... damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl ertasten und finden möchten, obgleich er nicht fern ist von einem jeden von uns.“ Apostelgeschichte 17,27


Greife zu!

 

Unsere Ungerechtigkeiten sind uns über das Haupt gewachsen, und unsere Schuld ist groß geworden bis an den Himmel. Esra 9,6

 

Der kleinste Schneemann der Welt war mit dem menschlichen Auge nicht zu erkennen: Genau 0,003 Millimeter groß war die Figur, die Ende 2016 in einem kanadischen Institut entstand. Die Nanotechnologie hatte es möglich gemacht.

 

Klein, kleiner, am allerkleinsten. Alles will der Mensch miniaturisieren. Was in der Technik funktioniert, versucht man auch beim Thema Sünde und Schuld. Man redet klein, verniedlicht, banalisiert – und wenn das alles nicht hilft, dann entschuldigt und erklärt man. Dann geht es nicht um Sünde, sondern nur um ein Knöllchen, um eine Steuerhinterziehung, um einen Seitensprung. Zu klein, um sich ernsthaft damit zu befassen, um sich etwas vorzuwerfen!

Sünde miniaturisieren? Das geht höchstens in unseren Gedanken, nicht aber in der Wirklichkeit. Sünde dürfen wir nicht verniedlichen, denn sie trenntvon Gott – manchmal aber auch vom Ehepartner, vom Chef, vom Freund, von den Kindern. Sünde zerstört und verletzt. Manchmal, wenn wir allein sind, spüren wir, dass sie „groß ist bis an den Himmel“.

 

Die Bibel zeigt den Ausweg: „Wo die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überreichlicher geworden.“ Deshalb besteht Hoffnung für jeden, dem seine Schuld zu schaffen macht. Denn Gott hat seine Liebe bewiesen: Er hat seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, damit jetzt „jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Rö.5,20) (Joh.3.16).

 

Reden wir Sünde nicht klein!

Stellen wir uns ihr!

 

Sünde kann in Wahrheit nicht miniaturisiert werden, und sie darf nicht verniedlicht werden – Sünde kann und soll ausgelöscht werden! Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Deshalb liegt jetzt für jeden, der will, Gnade und Vergebung bereit. Nicht nur ein wenig, sondern überreichlich! – Greifen Sie zu!


Worin liegt deine Sicherheit?

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes1. Johannes 5,13

 

Vor einigen Jahren besichtigte ich ein Bergwerk. Als ich im Korb hinunterfuhr, hatte ich seltsamerweise das Gefühl, als ob es aufwärtsging – wobei ich natürlich wusste, dass ich abwärtsfuhr. Als ich später im Korb aus der Dunkelheit wieder ans Licht fuhr, war es genau umgekehrt: Jetzt meinte ich, dass es abwärtsging – aber ich wusste, dass ich aufwärtsfuhr.

 

Etwas Ähnliches erfährt ein Mensch, der ohne Gott lebt. Sein Weg führt ihn abwärts in die ewige Dunkelheit, doch er denkt: „Alles in Ordnung! Mir geht es gut. Ich hoffe, ich komme in den Himmel!“ Doch sein Gefühl täuscht ihn, denn jede Hoffnung muss auf das Wort Gottes gegründet sein.

 

Die Bibel sagt: „Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu erretten“ (1.Tim.1,15)

Wie der Korb in die Finsternis des Bergwerks hineinfuhr, um mich zu holen, so kam der Herr Jesus in diese dunkle Welt, um mich zu retten. Und so wie ich mich dem Korb anvertrauen musste, um nach oben zu kommen, so muss ich mich auch Jesus Christus ganz anvertrauen und an Ihn glauben – an den Sohn Gottes, an den Retter und Herrn.

 

Vielleicht sagt jetzt jemand: „Ich weiß, dass Jesus für meine Sünden gestorben ist. Aber ich fühle nichts!“ Doch das ist eine List des Teufels: Dem, der auf dem Weg zur Hölle ist, dem will er das Gefühl geben, dass alles in Ordnung ist – und dem, der Jesus Christus als seinen persönlichen Retter angenommen hat, dem will er das Gefühl geben, dass alles verloren ist!

 

Ich will nicht länger auf mich und meine Gefühle sehen! Ich will das glauben, was Gott gesagt hat:

Ihr sollt wissen, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

 

 

Darin liegt meine Sicherheit!


Nachfolge und Orientierung

 

 

Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gott zu Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges LebenRömer 6,22

 

Wie kann jemand frei sein und zugleich gehorchen? Für viele Menschen ist das eine widersprüchliche Kombination von Begriffen. Für sie bedeutet Freiheit die Möglichkeit, alles zu tun, was ihnen gefällt oder gerade in den Sinn kommt – ohne irgendeine Einschränkung. Sie sagen: „Wenn ich jemand gehorchen muss, bin ich nicht frei.“

 

Auch Christen könnten versucht sein, so zu denken. Doch wer dem Herrn Jesus Christus nachfolgt und sich an Gottes Wort orientiert, für den erhalten die Worte Freiheit und Gehorsam einen neuen, tieferen Sinn.

  • Echte Freiheit ist dem Menschen durch die Sünde verloren gegangen.

Der Herr hat einmal gesagt: „Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht“ (Johannes 8,34). Von Natur aus praktizieren alle Menschen die Sünde und sind daher Knechte von Begierden, Neid, Hass, Selbstsucht und Eigenwillen.

  • Echte Freiheit kann man nur durch Jesus Christus finden.

Der Sohn Gottes selbst hat auch gesagt: „Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein“ (Joh.8.36). Er macht uns frei von der Knechtschaft der Sünde. Er vergibt nicht nur unsere Sünden, sondern Er schenkt uns auch eine neue Natur, die den früheren Zwängen nicht unterliegt.

 

Von dieser neuen Natur geprägt, will der Gläubige freudig für Gott leben und Ihm dienen. Dabei fügt er sich den Maßstäben und Grenzen, die Gott in seinem Wort setzt. Er empfindet das nicht als Einschränkung, sondern er weiß, dass sie zu seinem Besten dienen.

 

 


Ich glaube allem, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben stehtApostelgeschichte 24,14

Erfreuliches in der Stasi-Akte

Der Apostel Paulus sitzt in Untersuchungshaft. Unter Führung ihres Hohenpriesters Ananias haben die Juden ihn bei Felix, dem römischen Statthalter, angeklagt: Paulus würde gegen das jüdische Gesetz handeln, überall Aufruhr stiften und sei ein Anführer der „Sekte der Nazaräer“.

 

Paulus streitet gar nicht ab, zu diesen Leuten zu gehören. Er bekennt sich offen zu seinem Herrn – zu diesem Jesus, dem Nazaräer. Aber der Apostel bestreitet, dass ein Widerspruch zum jüdischen Gesetz vorliege. Ganz im Gegenteil – Paulus erkennt alles an, was Gott gesagt hat und was im Alten Testament geschrieben steht!

Etwas Ähnliches trug sich auch in jüngerer Zeit zu:

Theo Lehmann aus Sachsen ist als Pfarrer, Jugendevangelist und Buchautor weithin bekannt geworden. In der DDR hatte sich auch das Ministerium für Staatssicherheit für ihn interessiert und inoffizielle Mitarbeiter in seine engste Umgebung eingeschleust.

 

Nach der Wende bekommt Lehmann Einsicht in seine Stasi-Akte. Er liest dort, wie ein Pfarrer sich nach einer Evangelisation bei der Stasi über seine „primitive Theologie“ lustig machte und wie die Stasi sich über die Bekehrung junger Menschen mokierte. Doch etwas berührt Theo Lehmann auch positiv.

Er erzählt, wie der Stasi-Bericht über ihn endete:

„Für ihn gilt die Bibel als uneingeschränkt wahr.  – Das war einer der wenigen Sätze in der Akte, über die ich mich gefreut habe.“

 

 

„Dein Wort ist Wahrheit.“ Johannes 17,17


Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.    Sprüche 16,25

Jesus spricht zu Thomas: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14,6

 

Die Todespiste

Vor vielen Jahren, als die Obere Halbinsel von Michigan praktisch noch unbewohnt war, machten sich zwei Männer auf den Weg zu einem neuen Bergarbeiterlager. An einem Wintermorgen begannen sie die letzte Etappe ihres Weges. Doch während der Nacht hatte der Schnee die Fußspuren unsichtbar gemacht, die frühere Reisende hinterlassen hatten.

Dennoch brachen die beiden Männer zuversichtlich auf. Je später es im Lauf des Tages wurde, desto dichter wurden die Wälder. Im tiefen Wald und bei diesen Witterungsverhältnissen konnten sie sich nicht mehr an der Sonne orientieren. Etwas beunruhigt gingen sie weiter.

Erleichtert entdeckten sie auf einmal frische Fußspuren im Schnee: Zwei Menschen gingen in nur geringem Abstand vor ihnen her. Beruhigt beschleunigten die beiden ihre Schritte. Und nach einer weiteren Stunde waren sie sich sicher, ganz nahe am Ziel zu sein.

Doch die Dämmerung setzte ein, und das Lager kam immer noch nicht in Sicht. Da bewegte sich vor ihnen ein Schatten. Instinktiv erfassten die Männer ihre Waffen. Der Schatten – es war ein Indianer – sprach sie dann in gebrochenem Englisch an: „Weiße Männer sind verloren auf der Piste des Todes.“ Da begriffen sie ihren Irrtum: Die Spuren, denen sie folgten, waren ihre eigenen; sie waren im Kreis gelaufen!

In übertragenem Sinn ergeht es vielen ganz ähnlich: Sie hoffen, den Himmel zu erreichen, aber sie orientieren sich dabei nur an sich selbst und ihrem eigenen Urteil.

 

Und so befinden sie sich auf der „Piste des Todes“! Nur die Orientierung an Jesus Christus, dem Retter und Herrn, führt zu Gott und zum Himmel.


Das verschlossene Buch

 

Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Jesaja 45,22

Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel.

Psalm 32,7

„Papa“, der Gesichtsausdruck meiner Tochter verrät, dass es ihr ernst ist, „du darfst nicht in mein Tagebuch gucken!“ Dabei ist das quadratische Buch mit dem kleinen Vorhängeschloss noch ganz neu und ohne jeden Eintrag – ein Geschenk zum siebten Geburtstag.

Interessant, wie gern eine Schreibanfängerin etwas aufschreibt, was nicht einmal der eigene Vater lesen soll. Ab sofort nimmt das abschließbare Tagebuch einen zentralen Platz auf dem kleinen Schreibtisch im Kinderzimmer ein. Und ehrlich gesagt: Ich würde schon gern einmal hineinschauen; aber natürlich beachte ich die klare Anweisung meiner Tochter.

Dieses Erlebnis beschäftigt mich gedanklich noch ein wenig. Haben nicht alle Menschen das Bedürfnis nach einem persönlichen Schutzraum, nach einem Ort, wo wir unsere Gedanken, unsere Wünsche und Träume, vielleicht auch unsere offenen Fragen und Sorgen niederlegen können? Wohin gehen wir mit unseren ganz persönlichen Anliegen, die wir vielleicht niemand anvertrauen möchten – nicht einmal unseren engsten Freunden? Wie verarbeiten wir das, was wir täglich erleben, ob Freude oder Leid?

Glücklich sind die, die den „Bergungsort“, diesen persönlichen „Schutzraum“, in Gott gefunden haben!

 

Durch seinen Sohn Jesus Christus haben sie die Vergebung ihrer Sünden. Und jetzt erfahren sie: Gott ist unser Vater! Er hat uns lieb und wir sind Ihm wichtig – jeder Einzelne von uns und mit allen Fragen seines Lebens. Weil Er sich um uns kümmert, vertrauen wir Ihm jeden Tag das an, was unser Herz bewegt.


Woher weißt Du, dass es Gott gibt?

 

Jesus hat sich den Aposteln nach seinem Lei­den in vielen sicheren Kennzeichen lebend dar­gestellt, indem er ihnen vierzig Tage hindurch erschienApostelgeschichte 1,3

Woher weißt du, dass es Gott gibt? Weil dich die Beweise, die Indizien überzeugen? Oder gibt es vielleicht noch etwas mehr?

Eine kleine Illustration dazu: Woher weißt du, dass dein Chef in der Firma ist?

  • Du siehst sein Auto auf dem Parkplatz vor der Firma.
  • Du legst deine Hand auf die Motorhaube: Sie ist noch warm.
  • Du fragst die Sekretärin, ob der Chef da ist. Sie bestätigt es.
  • Die Tür zum Büro des Chefs steht offen. In dem Büro ist Licht an.
  • Du hörst die wohlbekannte Stimme des Chefs am Telefon.

Können dich diese Indizien überzeugen? – Ja, sie sind klar, eindeutig und kaum zu widerlegen. – Also bist du hundertprozentig überzeugt? – Na ja, nicht so ganz. Wer weiß …? – Jetzt kommt der Chef aus dem Büro. Du gibst ihm die Hand und sprichst mit ihm. Bist du nun völlig überzeugt, dass der Chef in der Firma ist? – Ja natürlich! – Warum? – Weil du ihn gesehen und gesprochen, also erlebt und erfahren hast.

Sind dadurch die vorigen Beweise und Indizien bedeutungslos geworden? Keineswegs, aber es gibt etwas, was weit mehr bedeutet als Indizien: die persönliche Begegnung.

So ist es auch mit der Frage nach der Existenz Gottes oder nach der Auferstehung Jesu Christi. Es gibt sehr starke Indizien und Gründe, die darauf hinweisen, dass Gott existiert und dass Jesus lebt.

 

Aber völlig überzeugt wird das Herz eines Menschen erst dann, wenn es dem lebendigen Gott und dem Herrn Jesus Christus persönlich be­gegnet ist und wenn diese Begegnung ihre unverwechselbaren Spuren in seinem Leben hinterlässt. Zu dieser Begegnung lädt Gott uns durch die Bibel immer wieder ein.


Wer ist denn dieser?

 

Es fiel ein Sturm auf den See, und das Schiff lief voll Wasser, und sie waren in Gefahr. Lukas 8,23

Der See Genezareth liegt im Norden Israels. Bei einer Fahrt über den See gerieten Jesus Christus und seine Jünger einmal in einen sehr heftigen Sturm. Unter den Männern gab es erfahrene Fischer, aber jetzt standen sie Todesängste aus und flehten den Meister um Hilfe an. Wie erleichtert waren sie dann, als Wind und Wellen plötzlich Ruhe gaben und sich dem Machtwort Jesu fügten!

Fassungslos riefen sie aus: „Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?“ (V. 25)

Dabei kannten die Jünger den Herrn Jesus doch schon! Sie hatten Ihn ja im Glauben als ihren Erlöser angenommen, und sie folgten Ihm nach. Allerdings gab es für sie noch so vieles zu lernen – vor allem, was seine herrliche Größe als Sohn Gottes anging.

Auch heute kennen viele dieses frohe Erstaunen über den Sohn Gottes: „Wer ist denn dieser!“ Immer wieder neu werden gläubige Christen in oft schwierigen Lebensumständen davon überrascht, wie Christus ihnen seine Liebe und seine göttliche Kraft zuwendet, und das oft viel mehr, als sie erwartet haben.

Andere allerdings zweifeln eher oder sind kleingläubig und fragen aus diesem Grund: „Wer ist denn dieser?“

  • Wer ist denn dieser Jesus, dass Er Ansprüche an mein Leben geltend macht?
  • Ist Er wirklich der Sohn Gottes?
  • Kann ich Ihm mein Leben für Zeit und Ewigkeit anvertrauen?

Alle, die noch so fragen, möchten wir dazu anspornen, die Bibel zu lesen.

 

Sie zeigt uns an vielen Beispielen: Für alle, die Ihm vertrauen, erweist sich Jesus Christus in allen Lebensumständen als Helfer und als Herr der Situation.


Jahresende

 

Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße! Den Stab deiner Macht wird der HERR aus Zion senden; herrsche inmitten deiner Feinde!

Psalm 110,1.2

 

Das Jahr 2018 geht zu Ende und mit ihm auch die vielen Hinweise auf Jesus Christus, den Sohn Gottes. Kein Kalenderjahr reicht aus, um Ihn zu beschreiben. Er ist der Mittelpunkt der Bibel. Und weil Er auch der Mittelpunkt des Universums und der Mittelpunkt des göttlichen Heilsplans ist, läuft das ganze Weltgeschehen auf Ihn hinaus.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: In Psalm 110 spricht Gott, der HERR, zu dem auferstandenen Christus, dem Herrn Davids. Er gibt dem gestorbenen und auferstandenen Christus den Ehrenplatz zu seiner Rechten. Und der Zeitpunkt wird kommen, wo Christus auch auf der Erde in Macht und Herrlichkeit regieren wird. Von Christus heißt es auch: „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge … und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters.“ (Philipper 2,9-11)

Jesus Christus kommt wieder! Zuerst nur für alle, die an Ihn geglaubt und Ihn als Herrn über ihr Leben anerkannt haben. Sie werden in den Himmel aufgenommen. (1. Thessalonicher 4,13-18)

Danach kann niemand mehr gerettet werden, der Christus abgelehnt hat oder gleichgültig geblieben ist. Eine zweite Chance im Jenseits gibt es nicht: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Johannes 3,36)

Schließlich wird Christus in Macht und Herrlichkeit auf die Erde kommen und alle seine Feinde richten.

 

Gerade deshalb weist Gott mit großer Geduld jeden Menschen zu Lebzeiten immer wieder auf Christus und seine Gnade hin.


 

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Römer 8,28

Wir wissen, dass wir … Jesus gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1. Johannes 3,2

 

Gewissheiten des Glaubens

Ich kann Ihnen die Wunder Gottes nicht erklären – aber „eins weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe.“   (Johannes 9,25)

Manchmal habe ich den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, als Christ in dieser Welt zu leben, wo man Gott nicht ehrt – aber „ich weiß, dass es denen, die Gott fürchten, wohl ergehen wird, weil sie sich vor ihm fürchten.“  (Prediger 8,12)

Ich sehe, dass die Politiker dieser Welt für gravierende Probleme keine Lösungen anbieten können – aber ich vertraue Gott, weil „ich weiß, dass der HERR alles vermag.“   (Hiob 42,2)

Ich bin traurig darüber, dass einige meiner Angehörigen dem Herrn Jesus Christus nicht nachfolgen – aber ich bete für sie, weil ich weiß, dass Gott „will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.   (1.Timotheus 2,4)

Ich muss erleben, dass meine Freunde nach und nach von der Erde scheiden, und manchmal bedrückt mich der Gedanke an den Tod – aber „ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen.“  (Hiob 19,25)

Das Jahr 2018 geht zu Ende.

Da frage ich mich, was mir die kommenden Tage, Monate und Jahre bringen werden – ‘‘aber ich weiß, dass ich Gott und seiner Führung auch weiterhin vertrauen kann‘‘.

 

„Auf dich vertraue ich; tu mir kund den Weg, den ich wandeln soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele!“ Psalm 143,8


Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl. Meinen Keim sahen deine Augen. Ps.139,14.16

 

In diesem großartigen Psalm spricht König David von der Allwissenheit Gottes. David ist sich dessen bewusst, dass Gott ihn ganz und gar kennt und dass er vor Ihm nicht fliehen kann:

„Nähme ich Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen.“ Vers 9.10

Diese Allwissenheit Gottes und seine Nähe sind David nicht unangenehm. Er weiß nicht nur um die Größe Gottes, sondern auch um seine Güte. Gott hat ihn ja „auf eine erstaunliche und ausgezeichnete Weise gemacht“. Und Gottes „Augen“ sahen schon den Embryo im Mutterleib.

Mein Schöpfer sah „meinen Keim“ mit seinen Erbanlagen, mit seiner Individualität. Jeder Mensch ist absolut einzigartig – auch in seinem Wert für Gott. Jeder ist ein unverwechselbares Original. Und David rühmt staunend den großen Gott, der dieses „Wunderwerk Mensch“ erdacht und konstruiert hat.

David hat erkannt, dass sein Leben nur dann sinnvoll und glücklich verlaufen kann, wenn er es in Gemeinschaft und Harmonie mit seinem Schöpfer lebt. Deshalb öffnet er auch die verborgensten Winkel seines Herzens ganz für Gott. (V. 23.24)

 

In Jesus Christus lädt Gott heute jeden Menschen dazu ein, in diese harmonische Gemeinschaft mit Ihm zurückzukehren. Denn Er will uns segnen, und wir werden Ihn wie einst König David preisen für seine Größe, für seine Güte und Gnade und für seine Vergebung.


Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde1. Mose 1,1   (24.Dezember)

Gedanken zu Weihnachten

Am 21. Dezember 1968 startete das Raumschiff Apollo 8 zum ersten bemannten Flug zum Mond. Frühmorgens am 24. Dezember schwenkten die Raumfahrer in eine Umlaufbahn ein, auf der sie den Mond zehnmal umkreisen sollten.

Immer dann, wenn Apollo 8 aus Sicht der Erde hinter dem Mond verschwand, riss auch der Funkkontakt mit den Astronauten ab. Niemand konnte daher „live“ miterleben, wie die Raumfahrer als erste Menschen die „Rückseite“ des Mondes erblickten und schließlich die Erde über der kargen Mondlandschaft aufgehen sahen – ein atemberaubender, unvergesslicher Anblick!

Einer der Astronauten, James Lovell, sagte später: „Wir reisten zum Mond und entdeckten die Erde.“ Er nannte den blauen Planeten „einen wunderbaren Stein auf dunklem Hintergrund“.

Die drei Männer standen noch ganz unter dem Eindruck der blau-weiß über dem Mondhorizont aufgehenden Erde, als sie wieder Funkkontakt bekamen und schließlich auch live im Fernsehen zu sehen waren.

Wie konnten sie das, was sie sahen und empfanden, angemessen beschreiben? Sollten sie Ein­-
stein zitieren oder irgendeinen berühmten Dichter? – Nein, was sie in diesen Augenblicken im Innersten bewegte, ließ sich nur auf eine einzige Weise in Worte kleiden: Abwechselnd lasen die drei
Astronauten die ersten zehn Verse der Bibel vor: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde …“

Etwa eine Milliarde Menschen haben damals, am 24. Dezember 1968, diese „Weihnachtsbotschaft“ aus dem All gehört. Und viele von ihnen haben an diesem Tag auch daran gedacht, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, auf die Erde gekommen ist, um den Menschen durch seinen Sühnungstod den Frieden zu bringen.

 

Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort, dann jauchzt mein Herz Dir, großer Herrscher, zu:
Wie groß bist Du! Wie groß bist Du!


Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden.

Lukas 15,24

Weihnachtswünsche

Die Zeitung hatte dazu aufgerufen, Weihnachtswünsche zu formulieren und einzusenden. Auf diese Weise sollten die Wunschzettel von Kindern und Erwachsenen öffentlich gemacht werden. Es war interessant, welche Wünsche da zusammenkamen: Puppenhäuser, Eisenbahnen, Smartphones und sogar ein Pferd. Ein Wunsch war jedoch ganz anders als alle anderen: Marie wünscht sich, dass Henry wieder nach Hause kommt!

Ich versuchte mir vorzustellen, welche Geschichte sich hinter diesem Wunsch verbarg: Waren da Bruder und Schwester durch ein Unglück auseinandergerissen worden? Hatte sich ein Ehepaar getrennt? Oder trauerte ein Kind um den Vater, der ausgezogen war? … Wie viel Leid, wie viel Tragik enthielt dieser Satz, wie viel Schmerz und Sehnsucht atmete er! Was wäre, wenn sich dieser Wunsch nicht oder sogar nie erfüllen würde?

Ich musste an einen ganz anderen Wunsch denken: Gott wünscht sich, dass Menschen nach Hause kommen! Auch Er wartet – wartet schon viele Jahre, wartet auf Sie und auf mich!

Was wäre, wenn Henry heute nach Hause käme? Dann wäre Maries Wunsch erfüllt. Sicherlich würde sie ihm um den Hals fallen, und ihre Augen würden strahlen. Und Henry? Würde er sich nicht von ihrer Freude anstecken lassen? Doch warum macht Henry sich nicht auf? …

 

Was wäre, wenn ein Mensch heute zu Gott umkehren würde? Würde er dann nicht erleben: „Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um den Hals und küsste ihn sehr“? Ja, es wäre Freude bei Gott, „Freude im Himmel“ über einen, der Buße tut und nach Hause kommt‘‘. Wenn Sie dieser eine Mensch sind – wie glücklich können Sie dann heute noch werden! (V. 7.20).


Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung. Psalm 62,2

 

Pfarrer Wilhelm Busch hatte ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Mutter. Sie verstanden sich ausgezeichnet. Auf einer Zugreise, so erzählte er, hatten sie lange Zeit wortlos nebeneinandergesessen. Es schien, als hätten sie Streit. Doch das Gegenteil war der Fall. Er erklärte später dazu: „Worte waren zwischen uns nicht mehr nötig.“ – So kann geistliche Harmonie aussehen.

Diese Harmonie strebt auch Gott mit seinen Geschöpfen an. Er möchte sie mit seinen Gedanken und Zielen in Einklang bringen. Das hat Ihn viel gekostet. Dazu musste Er seinen Sohn Jesus Christus in den Tod geben. Um uns zu retten, ist Christus stellvertretend für verlorene Sünder am Kreuz gestorben. Wer an Christus und sein Erlösungswerk glaubt, hat den entscheidenden Schritt zu Gott hin getan.

Dieser Schritt ist eigentlich ganz einfach, doch dem „aufgeklärten“ Menschen fällt er unendlich schwer. Warum? Weil dieser Schritt mit Selbstverleugnung zu tun hat. Der Mensch muss nämlich zu der Einsicht kommen, dass er vor seinem Schöpfer schuldig geworden ist und selbst gar nichts tun kann, um seine Schuld ungeschehen zu machen.

Wir merken, dass der Glaube an Gott und den Herrn Jesus Christus zuerst die Hürde unserer eigenen „Größe“ überwinden muss. Und genau das ist Gottes Absicht. Er weiß, dass wir unsere Sünden nicht selbst aus dem Weg räumen können. Deshalb ist dieser Glaubensschritt nötig. Und dann kommt das Wunderbare, das auch David, der unseren heutigen Psalm gedichtet hat, erlebt hat: Sein Herz kommt zur Ruhe, und inmitten einer lauten, unruhigen Welt genießt er die Nähe Gottes in seinem Leben.

 

Dieses Psalmwort von stillem Vertrauen und von der Rettung Gottes mutet uns vielleicht sehr schlicht an. Doch dahinter steht ein Leben, in dem Davids Gottvertrauen immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Und immer wieder neu erfuhr David: Der Glaube trägt! – Gott ist treu und steht zu seinen Zusagen!


Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Römer 7,14

 

Befreiung von der Macht des Bösen

Nie wieder!“ Wie oft sind diese beiden Worte schon über Menschenlippen gekommen! Wie eine heilige Versicherung, wie ein Schwur klingt es: „Nie wieder!“ Jeder, der die Folgen selbst verschuldeter Irrwege zu spüren hat, wird wohl so sprechen. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer; aber ist es nicht ein ebenso altes Sprichwort, dass der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist?

Nie wieder wollte der junge Mann sich auf sexuelle Unmoral einlassen. Nie wieder wollte ein anderer sich in schlechte Gesellschaft begeben, ein Dritter sich nie wieder zum Glücksspiel verleiten lassen und ein Vierter nie wieder seine Angehörigen belügen und betrügen und harte Worte gegen sie gebrauchen.

Aber wie ein schlechter Baum keine guten Früchte trägt, so hat auch der Mensch von Natur aus nicht die Fähigkeit, das Gute hervorzubringen. Der Herr Jesus Christus weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Baum nur solche Frucht bringen kann, die seiner Natur entspricht (Mtt. 12,33). Das ist der springende Punkt: Wir brauchen eine radikale Veränderung unseres Herzens, dann wird auch die Frucht gut – anders nicht. Und wie ist eine solche Veränderung möglich?

 

Durch sein Wort will Gott in uns die Einsicht wirken, dass wir Sünder sind und uns nicht selbst retten können. Wenn wir zu Ihm umkehren und unsere Lebensschuld und unsere Gebundenheiten offen eingestehen, vergibt Er uns jede Schuld und schenkt uns das ewige Leben – und damit eine ganz neue Natur. Wenn wir uns im Glauben auf das stützen, was Gott selbst durch Christus getan hat, müssen wir „der Sünde nicht mehr dienen“, sondern können unser Leben frei und froh mit Gott führen.(Rö. 6,3-6)


Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst5. Mose 30,19

 

Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch sie eingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden. Matthäus 7,13.14

 

In den meisten Fällen, wo wir eine Wahl zu treffen haben, hat das keine weittragenden Folgen: Welches Kleidungsstück wir wählen, was für ein Auto und welchen Ferienort – unsere Zukunft hängt nicht davon ab. Schon bedeutsamer ist die Wahl unseres Wohnortes und unseres Berufs, und von besonderer Tragweite ist die Wahl unseres Ehepartners. Aber auch diese Entscheidungen betreffen nur unsere irdische Zukunft.

Doch wie ist es mit der Wahl, die unsere ewige Zukunft betrifft? Hier ist jeder dazu aufgerufen, einmal die rechte Entscheidung zu treffen und den Weg zu wählen, der zum ewigen Leben führt. Jesus Christus erklärt uns, dass der eine Weg, der zum Verderben führt, breit ist und dass viele darauf gehen. Der andere Weg aber, der zum Leben führt, ist schmal, und nur wenige finden ihn.

Der breite Weg erscheint zwar leichter. Man hat dort zahlreiche Weggefährten und entschuldigt seine Verfehlungen mit dem Gedanken: „Das tun doch alle!“ Aber Christus, der Herr, sagt unmissverständlich, dass dieser Weg ins Verderben führt.

Der andere Weg führt durch die Umkehr zu Gott und den Glauben an Jesus Christus zum ewigen Leben. Es ist ein „schmaler“ Weg. Wer ihn betreten will, muss hinderliches Gepäck zurücklassen, nicht nur die Sündenschuld seines Lebens, sondern auch das Vertrauen auf die eigene Gerechtigkeit.

 

Aber was für ein Glück: Auf dem schmalen Weg erhält man die Gewissheit, dass dieser Weg zum Leben führt!


Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht steht auf dem Weg der Sünder und nicht sitzt auf dem Sitz der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!    Psalm 1,1.2

 

Erino Dapozzo (1905–1974) arbeitete bei einer Baufirma. Er war ein Christ, der seinen Glauben lebte und bekannte – und deshalb oft von den Kollegen gemobbt wurde. Auch sein Chef ließ keine Gelegenheit aus, ihn zu demütigen.

An einem Wintertag erschien er mit seinem Lkw auf der Baustelle, um die Arbeiter abzuholen. Jeder drängte sich ins warme Führerhaus, doch nicht alle passten hinein. Da machte einer den Vorschlag, Dapozzo könne ja auf der Ladefläche mitfahren – sein Gott würde ihn sicherlich warm halten!

Und so fuhr man los: Im Führerhaus war es warm und lustig, draußen auf der Ladefläche dagegen kalt. Bald erreichten sie den Fluss, den sie auf einer nur behelfsmäßig gesicherten Brücke überqueren mussten. Dabei verlor der Chef die Kontrolle über den Lkw, der Wagen durchbrach die Absperrung und stürzte in den Fluss. Auch Dapozzo wurde ins Wasser geschleudert, konnte sich aber schwimmend retten. Als er später im Krankenhaus untersucht wurde, erfuhr er, dass er als Einziger überlebt hatte. Alle anderen waren im Führerhaus umgekommen.

Drinnen im Warmen hatten alle über Dapozzo und seinen Gott gelacht und gelästert. Doch Dapozzo hielt an Gott fest, auch wenn er deshalb draußen frieren musste. Und dann wurde er als Einziger gerettet.

 

Vielleicht sind Sie Christ wie Dapozzo: Sie leben und bekennen Ihren Glauben – und werden dafür ausgegrenzt. Fassen Sie Mut, und halten Sie sich weiter treu zu Jesus Christus! Auch wenn Ihnen manche den Eindruck vermitteln wollen, dass Sie auf der falschen Seite stehen – Gott hat das letzte Wort!