Gesammelte Gedanken aus dem Gute-Saat-Kalender ab 12/2018

Viele gute und wertvolle Gedanken in diesem Kalender sind einfach zu schade für den täglichen Papierkorb, so dass wir einige seit Dezember 2018 notiert haben und zum Segen  unserer Leser hier abdrucken 
(mit freundl. Genehmigung CSV.Verlag.de).


Als Jesus nun hörte, dass Lazarus krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.

Johannes 11,6

 

Jesus nimmt Notiz von jedem Leid!

 

In der Auferweckung von Lazarus wird besonders deutlich, dass Jesus der Sohn Gottes ist (vgl. Römer 1,4). Mit einem Detail des Berichtes möchten wir uns heute beschäftigen. Die Schwestern Maria und Martha des schwer erkrankten Lazarus schicken Jesus die Botschaft: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank“ (V. 3). Sie kennen den Herrn Jesus ja nicht erst seit gestern. Schon wiederholt ist Er bei ihnen zu Gast gewesen. Und jetzt ist Lazarus krank. Schwer krank. Sehr taktvoll, dass sie Jesus nicht direkt auffordern, zu ihnen zu kommen, sondern Ihm lediglich ihr Problem schildern – und die Lösung Ihm überlassen.

 

Und Jesus? Eilt Er Lazarus sofort zu Hilfe? Nein! Er bleibt noch zwei Tage an seinem Aufenthaltsort. Warum bleibt Er? Diese Frage bleibt zunächst ­unbeantwortet. Erst nach zwei Tagen bricht der Herr nach Judäa auf. In der Zwischenzeit ist Lazarus gestorben, kurz nachdem er erkrankt ist. Er wird, wie damals üblich, in einer Felsenhöhle bestattet, die mit einem großen Stein fest verschlossen wird. – Wenn Jesus doch nicht ausgeblieben wäre! So denken die Schwestern von Lazarus; und so sagen sie es Ihm (V. 21.32).

 

Vielleicht haben Sie ähnliche Fragen und Gedanken, die sich aus persönlichem Leid oder aus Ihrem Mit-Leiden mit lieben Menschen ergeben. Dann möchten wir Ihnen Mut machen. Jesus Christus ist da. Er nimmt sehr genau Notiz von jedem Leid. Ja, Er empfindet mit uns in unserer Not (V. 33.35). Er will uns ganz nahe sein und uns helfen. Wir dürfen und sollen Ihm unsere Fragen und Probleme offen sagen. Er wird uns in seiner Liebe helfen und uns seinen guten Weg führen.

 

 

Christen haben eine Perspektive: Jesus Christus wird einmal alle zu sich in die Herrlichkeit holen, die Ihm durch den Glauben angehören. Dann wird jedes Leid beendet sein, und es wird keine offenen Fragen mehr geben. Auf diesen Tag können sich alle wahren Christen freuen (1. Thessalonicher 4,14-17; Offenbarung 21,4).


Und sie kommen nach Jericho. Und als Jesus aus Jericho hinausging mit seinen Jüngern und einer zahlreichen Volksmenge, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, der Blinde, bettelnd am Weg. Markus 10,46

 

Jesus, erbarme dich meiner!

 

Hier haben wir eine der vielen kleinen Szenen in den Evangelien vor uns, die nur wenige Verse umfassen, aber wunderschön sind. Wir begegnen einem Leben voller Not (Bartimäus), Herzen voller Unverständnis (die Menschenmenge) und der Liebe und dem Erbarmen des Herrn Jesus.

 

Jesus Christus ist auf seiner letzten Reise, die Ihn von Jericho nach Jerusalem führt. Dort wird Er wenige Tage später gekreuzigt werden. Eine „zahlreiche Volksmenge“ begleitet Ihn. Darunter sind sicherlich solche, die an Ihn als den Messias und Sohn Gottes glauben. Andere sind nur dabei, weil sie diesen Rabbi hören und sehen wollen, der so ganz anders ist als alle, denen sie bisher begegnet sind. Doch sicher sind in der Menge auch Kritiker, die Jesus ablehnend gegenüberstehen und nur darauf warten, dass sie Ihn verleumden oder anklagen können.

 

Dann kommt Bartimäus in unser Blickfeld: blind und bettelnd. Er kennt keine Farben und kein Licht; alles um ihn herum ist dunkel. Er ist eine Belastung für seine Familie, denn er kann sich den Lebensunterhalt nicht selbst verdienen. So muss er betteln und ist auf das Mitleid und die Almosen anderer angewiesen.

 

Wo finde ich, wo finden Sie sich wieder?

Bei denen, die an Jesus glauben?

Oder bei denen, die nur äußerlich mitgehen, aber (noch) keine persönliche Beziehung zu Jesus haben?

Vielleicht finden Sie Jesus Christus interessant – und lehnen Ihn doch ab, weil Er so geradlinig, so unbequem ehrlich ist?

Oder ist Bartimäus Ihr „Kandidat“: vom Leben gezeichnet, ausgegrenzt, ein offensichtlich „hoffnungsloser Fall“?

 

Und als Bartimäus hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meinerMarkus 10,47

 

Der blinde Bartimäus merkt, dass eine Menschenmenge an ihm vorüberzieht. Es sind viele; das gibt Hoffnung auf Mitleid und milde Gaben. Er erfährt, wer da vorbeizieht: Es ist „Jesus, der Nazarener“. Doch – wie erstaunlich! – Bartimäus ruft:  „Sohn Davids, Jesus“!

 

Jesus – das ist der Wundertäter, das ist der Zimmermann und Rabbi aus Nazareth, dieser kleinen und unbedeutenden Stadt, über die jemand einmal gesagt hat: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Und „Jesus, der Nazarener“ – das bedeutet: Geringschätzung und Verachtung. Zeigt sich das nicht auch heute, wenn man die biblischen Berichte über das Leben und den Tod Jesu Christi zerredet und zerpflückt und verwirft? Wenn man in Ihm nur einen Menschen sieht, einen zwar ungewöhnlichen Menschen, aber eben nicht den Sohn Gottes, den „Heiland der Welt“? (Johannes 1,46; 4,42).

Bartimäus ruft: „Sohn Davids, Jesus.“ Dabei ist Jesus für ihn nicht nur irgendein Nachkomme des Königs David, sondern der eine ganz bestimmte „Sohn“, von dem die Propheten des Alten Testaments gesprochen hatten: der Messias, der Retter, der die alten Verheißungen Gottes erfüllt. Die Wortwahl von Bartimäus zeigt seine Wertschätzung, aber auch seine ganze Hoffnung!

Er ruft weiter: „Erbarme dich meiner!“

Offensichtlich traut er Jesus Christus zu, dass Er ihm helfen kann.

Seine Worte „atmen“ seine Hochachtung und seine Not, aber auch sein Vertrauen und seinen Glauben.

Das will ich von Bartimäus lernen: Ich will den Herrn Jesus um Hilfe bitten, will Ihm gegenüber ehrlich sein und Ihm (wie Bartimäus wenig später) meine Not konkret mit Namen sagen. Und ich will alles von Ihm erwarten und überzeugt sein, dass Er helfen kann und helfen will.

 

Und viele fuhren Bartimäus an, dass er schweigen solle; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen.   Markus 10,48.49

 

Kann man den Unmut der Volksmenge über die lauten Rufe des Blinden nicht nachvollziehen? Die Menge ist groß, und jeder möchte mitbekommen, was Jesus sagt und tut. Diese schreiende Not stört die erwartungsvolle Spannung, deshalb will man Bartimäus zum Schweigen bringen. Doch warum führen die Leute den Blinden nicht einfach zu Jesus Christus? Dann hätte er doch aufgehört zu rufen. Ist es ihr Egoismus, ihre Gleichgültigkeit?

 

Die Leute beschimpfen den Blinden, schreien ihn an, werden vielleicht sogar handgreiflich. Ein Einzelfall, eine Ausnahme? Nein, damals wie heute regt sich Widerstand, wenn einzelne Menschen in ihrer Not zu Jesus rufen, wenn sie zu Ihm kommen wollen. Denn auch heute wissen Menschen, dass sie Sünde und Schuld auf sich geladen haben, und sie stehen vor Abgründen oder in Sackgassen, blicken auf ein verpfuschtes oder zerstörtes Leben zurück und schreien ihre Not heraus. Doch andere sind da, beschwichtigen und vertrösten, lenken ab oder hindern, machen vielleicht auch lächerlich. Echte Sündennot wird heute oft nicht mehr ernst genommen. Da wundert es uns nicht, dass man die geistlichen Hilferufe irgendwie zum Schweigen bringen will.

 

Was macht Bartimäus nun? Er will gehört und wahrgenommen werden und ruft deshalb einfach weiter Jesus um Hilfe an. Er bleibt dran, gibt nicht auf, schreit weiter deutlich seine Not hinaus. Was für ein Mann: blind, bettelnd, hilflos – und gleichzeitig energisch, drängend, nicht aufgebend. Ein Vorbild für echtes Durchhaltevermögen!

 

Und der Herr Jesus? Der hat bei all dem Menschenlärm das Rufen dieses Mannes gehört und bleibt stehen. Wird Er nun dem Rufer eine Lektion erteilen, oder wird Er die Volksmenge maßregeln?

 

Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes; steh auf, er ruft dich! Er aber warf sein Oberkleid ab, sprang auf und kam zu JesusMarkus 10,49.50

 

„Jesus blieb stehen.“ Ich liebe diesen Satz, zeigt er mir doch das ganze Mitgefühl meines Heilands! Auch für mich ist Jesus Christus sozusagen „stehen geblieben“ und hat mich zu sich gerufen. Ich habe erkennen dürfen: Der Sohn Gottes ist in Bethlehem Mensch geworden und ist dann am Kreuz für meine Sünden gestorben! Krippe und Kreuz beweisen mir, wie groß sein Erbarmen für mich ist. Hier bleibt Jesus stehen, weil Bartimäus Ihm wichtig ist – heute bleibt Er stehen, weil Sie Ihm wichtig sind!

 

Jesus sagt: „Ruft ihn!“, und die Umstehenden geben den Ruf an Bartimäus weiter: „Sei guten Mutes; steh auf, er ruft dich!“ Ob Menschen dabei sind, die ihn vorher zum Schweigen bringen wollten? Oder Leute, die sich ärgern, weil Jesus sich wieder einmal einem solchen Menschen zuwendet? – Die Aufforderung, den Ruf und die Einladung des Herrn Jesus weiterzugeben, besteht heute immer noch. Es ist die Aufgabe von jedem, der weiß, dass Jesus Christus für seine Sünden gestorben ist: Er soll hingehen und erzählen, soll einladen und Menschen zu Jesus bringen!

Ist Bartimäus nun über die plötzliche Aufmerksamkeit irritiert, oder ist er eingeschüchtert? Nein, er wirft sein Oberkleid ab, springt auf und steht vor Jesus. Auch heute muss ein Mensch Gewohnheiten ablegen (das „Oberkleid“) und Energie aufwenden („aufspringen“), um zu Jesus zu kommen. – Gott will uns die Kraft dazu geben; und wir müssen Gebrauch davon machen.

 

Bartimäus steht mitten in der Menge – und doch gleichzeitig ganz allein vor Jesus. Er steht vor dem Erlöser, dem er zutraut, dass Er Blinde wieder sehend machen kann.

 

Und Jesus hob an und sprach zu Bartimäus: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich wieder sehend werde. Markus 10,51

 

Da steht Bartimäus nun: hellwach und sicherlich sehr gespannt. Er hat nach Jesus gerufen – dieser hat ihn gehört, ist stehen geblieben und hat ihn jetzt zu sich gerufen. Was passiert nun?

 

„Und Jesus hob an und sprach zu ihm.“ Ja, der Heiland führt ein Gespräch nicht einfach so im Vorbeigehen, sondern Er möchte die volle Aufmerksamkeit und Konzentration seines Gegenübers haben. Das ist auch heute noch so: Wenn Jesus Christus zu einem Menschen redet, dann redet Er bewusst und ganz persönlich.

 

Jesus fragt: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Ja, kennt Er denn nicht die Not und Hoffnungslosigkeit dieses Mannes? Doch, aber Er möchte hören, was dieser Ihm zutraut. – Bittet Bartimäus nun um Geld oder darum, dass seine Lage erleichtert werde? Nein, er sagt: „Rabbuni, dass ich wieder sehend werde.“ Vertrauensvoll, fast kindlich, spricht er aus, was er sich von dem Mann erhofft, dem er gegenübersteht. Ihm, dem verheißenen Messias, traut er zu, seine Blindheit zu zerreißen und ihm wieder Licht zu geben.

 

Vielleicht haben andere bei seinen Worten den Kopf geschüttelt und gedacht: So etwas Verrücktes – das ist doch völlig unmöglich! Doch den Herrn hat die Antwort ganz sicher gefreut: Hier stand einer vor Ihm, der nicht resignierte, auch nicht aufbegehrte, sondern der Ihm seine Not offen sagte.

Und der überzeugt war: Jesus kann und Jesus will helfen! – Gibt es auch heute noch Menschen wie Bartimäus, die glauben, dass Jesus ihre Sünden vergeben kann? Und die dann Mut fassen und kommen und Ihm voll Glauben und Vertrauen sagen: Herr, ich möchte, dass du meine ganze Schuld, meine vielen Sünden wegnimmst und vergibst?

 

 

Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde er wieder sehend und folgte ihm nach auf dem WegMarkus 10,52

Jesus sagt: „Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt!“ Ja, der blinde Bartimäus hat Ihm die Heilung zugetraut und ist nicht enttäuscht worden.

 

Der Herr Jesus macht Bartimäus gesund: Er heilt seinen Körper. Diese Heilung des Blinden ist ein Bild davon, wie Jesus Christus bis heute die Menschen von geistlicher Blindheit heilen will – von der Blindheit in Bezug auf Gott, in Bezug auf das Gute und in Bezug auf sich selbst. Mit einem Wort: Er will die Seele retten. Und diese Rettung ist kein mühsamer Prozess, ist nicht etwas, was man sich mühsam erarbeiten muss, sondern sie ist ein Geschenk Gottes. Die Rettung der Seele geschieht wie die Heilung des Blinden damals „sogleich“ – unmittelbar und vollständig.

 

Jesus hat das Rufen von Bartimäus gehört, seinen Glauben gesehen und ihn gesund gemacht. Nun folgt Bartimäus Ihm nach und beweist seine Dankbarkeit. Er folgt Ihm nach, weil er errettet ist – nicht, um errettet zu werden. Damals führte der Weg Jesu nach Jerusalem, wo die Welt zeigte, dass sie Ihn ablehnte, indem sie Ihn an das Kreuz brachte; und wenn wir Jesus Christus heute nachfolgen, indem wir nach seinem Willen leben, werden auch wir auf diesem Weg weder Ehre noch Anerkennung erfahren.

 

Wenn Sie jetzt noch einmal zurückdenken: Stehen Sie noch in der Volksmenge und schauen zu, wie andere Menschen gerettet werden? Oder rufen Sie schon um Hilfe so wie Bartimäus? Verspüren Sie vielleicht gerade jetzt den Widerstand von Menschen? Oder haben Sie schon Jesus Christus Ihre Sünden bekannt und seine Errettung im Glauben angenommen? Wie schön wäre es, wenn es auch heute heißen würde: Er (oder sie) wurde sehend und folgte Jesus nach auf dem Weg.

 

 


Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.   Johannes 6,37

Beinahe

 

Ein Gramm wiegt nie eine Tonne. Ein einzelner Dachziegel kann nie das Dach eines Hauses bilden. Eine Blattseite ist kein Buch. Ein Baum ist kein Wald. Ein Buchstabe kann nie einen ganzen Satz ersetzen. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, lautet ein Sprichwort. – Das alles ist für uns selbstverständlich; darüber wundern wir uns nicht.

 

Aber es kommt durchaus vor, dass Menschen

  • beinahe das Geld für eine Flugreise beisammenhaben und doch zu Hause bleiben müssen,
  • im Examen beinahe durchkommen und eben doch durchfallen,
  • beinahe rechtzeitig am Bahnhof sind und doch den Zug verpassen.

Und das Erschütterndste? Es gibt Menschen, die beinahe Christen geworden wären und doch für ewig verloren sind. Das „Beinahe“ bedeutet dann „überhaupt nicht“.

Der König Agrippa sagte einst zum Apostel Paulus: „In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden.“ Beinahe war er überzeugt. Und Christus selbst sagte zu einem der jüdischen Schriftgelehrten: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes“ (Apostelgeschichte 26,28; Markus 12,34).

Auch heute gibt es viele, die vom Glauben an Jesus Christus gar nicht weit entfernt sind. Vielleicht haben sie schon oft das Evangelium gehört, vielleicht waren sie manches Mal nahe daran, dem Herrn Jesus Christus ihre Sünden zu bekennen und sich Ihm ganz anzuvertrauen. Aber wenn man diesen Schritt dann nicht tatsächlich getan hat, ist man in Wirklichkeit noch so weit von Ihm entfernt wie eh und je.

 

Niemand weiß, ob Gott ihm noch eine weitere Gelegenheit gibt, umzukehren. Deshalb ist jedes Zögern verhängnisvoll.


An dem Tag, als ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt: In meiner Seele war Kraft.

Der HERR wird es für mich vollenden. HERR, deine Güte währt ewig. Psalm 138,3.8

 

Die belebende Kraft des Wortes Gottes!

 

Im April 1943, während des Zweiten Weltkriegs, wurde der schottische Pfarrer Donald Caskie, der in Frankreich lebte, ins Gefängnis geworfen, weil er alliierten Soldaten geholfen hatte, aus Frankreich zu flüchten.

Über seine Gefangennahme schrieb er später: „Es war eine äußerst demütigende Erfahrung, die einen Menschen leicht zur Verzweiflung führen kann. Aber die Kenntnis der Bibel hat mich davor bewahrt.“ Zwar wurde ihm seine Bibel weggenommen, aber er sagte: „Ich hatte sie in meinem Herzen und in meinem Gedächtnis; so hat sie meinen Glauben und mein seelisches Gleichgewicht aufrechterhalten.“

 

In einem anderen Gefängnis sah Caskie die Namen zahlreicher Gefangenen an die Wände seiner Zelle geritzt. Da fügte auch er etwas hinzu: „So spricht der HERR: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden“ (Jes.43,1.2). Bei diesen Worten dachte er auch an andere Gefangene und betete dafür, dass Gott ihnen Frieden geben möge.

 

In wieder einem anderen Gefängnis erzählte ein Gefangener Caskie seine Geschichte: „Ich war drauf und dran, meinem Leben ein Ende zu setzen (um der Folter zu entgehen), als ich an der Wand Worte entdeckte, die mich innehalten ließen und mir Trost und Kraft gaben. Jetzt fürchte ich mich nicht mehr. Ich werde diese Worte nie vergessen.“

Es waren die Verse, die Caskie in die Wand geritzt hatte. Das Gebet von Caskie war erhört worden. Gottes Wort hatte seine belebende Kraft erneut unter Beweis gestellt.

 

 


Auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.

Und sie hatten jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk. Offenbarung 4,4; 5,8

 

Keine Worte, um die Schönheit des Himmels zu erklären!

 

Manchmal trifft man Menschen, die seltsame Vorstellungen haben: Sie wollen nicht in den Himmel, weil es ihnen dort zu langweilig ist! Sie stellen sich vor: Tag für Tag weiße Kleider anziehen, Kronen tragen, Harfe spielen …

Als am 24. November 1922 der Archäologe Howard Carter (1873–1939) bei seinen Ausgrabungen im Tal der Könige in Ägypten eine Tür freigelegt hatte, die das Siegel des Pharaos Tutanchamun trug, machte er eine kleine Öffnung, zündete eine Kerze an, hielt sie hinein – und blieb lange Zeit stumm. Endlich fragte ihn jemand: Können Sie etwas sehen? Er drehte sich wie verzaubert um und sagte nur: Ja, wunder­bare Dinge!

 

Wenn man die Menge und die Schönheit der Gegenstände aus diesem Grab kennt, dann klingt seine Antwort schwach. Doch ihm fehlten die Worte, um die Herrlichkeit, die er sah, zu beschreiben.

 

Ist es mit dem Himmel nicht ähnlich?

Fehlen der menschlichen Sprache hier nicht auch die Worte, um ihn angemessen zu beschreiben? Kleider, Kronen, Harfen und Gold stehen für das Unaussprechliche, Unbeschreibbare: Kleider stehen für Stellung und Rang, Kronen für Ehre und Würde, Harfen für Freude und Erfüllung und Gold für Reichtum und Schönheit.

 

Auch hier bleiben menschliche Worte weit hinter der Herrlichkeit und Wirklichkeit des Himmels zurück!

 

Die Bibel sagt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz aufgekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben“ (1. Korinther 2,9).

Wenn wir auf der Erde schon faszinierende Schönheit sehen können, wie viel herrlicher muss dann der Himmel sein!

 

Sehen wir uns dort?


Ich würde mich schämen Hilfe anzunehmen!

 

Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühmeEpheser 2,8.9

 

Der neue Vorstandschef der deutschen Großbank ist nicht zu beneiden. Seinen Mitarbeitern schrieb er, er habe die schlechten Nachrichten satt. Und in der Tat: Die glorreichen Zeiten, in denen die Bank als unantastbar galt, sind längst vorüber. Dabei hat man die Finanzkrise von 2008/09 vermeintlich sogar besser überstanden als die US-Konkurrenz, die Staatshilfe im großen Stil in Anspruch nahm.

 

Allerdings meinen Branchenkenner heute, dass es damals ein Grundfehler gewesen sei, staatliche Finanzhilfen abzulehnen. Ein früherer Vorstandschef hatte damals gesagt: „Ich würde mich schämen, Staatshilfe anzunehmen. Ich bin stolz darauf, nicht auf Staatsgelder angewiesen zu sein.“ Zehn Jahre sind seitdem vergangen. Und das Geldhaus kommt aus der selbst verschuldeten Krise nicht heraus.

 

Ich würde mich schämen, Hilfe anzunehmen. Ich bin stolz darauf, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein.Das ist die Haltung vieler Menschen. Und in manchen Lebensbereichen ist sie nicht unberechtigt. Doch es gibt auch Bereiche, wo dieses Prinzip nichts taugt, wo es sogar ungeheuren Schaden anrichtet. Dabei denken wir vor allem an die Beziehung des Menschen zu Gott.

 

Wenn es um die zerbrochene Beziehung zu Gott geht und um die Frage von Schuld und Sünde, dann sind wir auf Gottes Hilfe und Vergebung angewiesen. Dieses Problem können wir nicht selbst aus der Welt schaffen. Das macht unser heutiges Bibelwort ganz klar.

 

Uns die Schuldenlast abnehmendas kann nur Jesus Christus, der Sohn Gottes. Gott hat die Sünden schuldiger Menschen an Jesus Christus bestraft, als Er am Kreuz hing und in den Tod ging. Deshalb werden alle, die an Christus glauben, vor dem ewigen Verderben gerettet – „durch die Gnade“ und „mittels des Glaubens“.

 

 

( Eph.2.8;Eph.2.4+5;Ps.51.3+4;1.Pet.5.10 )


Am Ende deiner Reise wirst Du Rechenschaft ablegen müssen

 

Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Johannes 12,32

 

Michelangelo Buonarroti (1475–1564) ist einer der gewaltigsten Künstler des Abendlandes. Er ist bekannt als Maler, Bildhauer und Architekt, aber er hat auch meisterhafte Gedichte hinterlassen. In seinem letzten Sonett zieht er als etwa 80-Jähriger Bilanz. Er vergleicht sein Leben mit der Fahrt auf schwankendem Kahn durch stürmische See; und er macht sich bewusst, dass er am Ziel dieser Reise Rechenschaft über all sein Tun ablegen muss.

 

Seine Hingabe an die Kunst kann ihm in diesem Punkt nicht helfen, das weiß Michelangelo. Deshalb wendet er den Blick nach vorn und schließt mit den Worten: „Nicht Malen und nicht Meißeln schafft der Seele Heil, sondern nur die Hinwendung zu der Liebe Gottes, die am Kreuz die Arme öffnet, uns zu ergreifen.“

In diesen Worten sehen wir, wie jemand die Verheißung unseres Bibelwortes in Anspruch nimmt, denn die „Erhöhung“, von der Jesus in unserem Tagesvers spricht, bedeutet eben seine Kreuzigung. Für jeden Menschen ist diese Einsicht Michelangelos unabdingbar: Alles eigene Tun kann uns vor Gottes Gericht nicht rechtfertigen; und nur indem wir uns zu dem Einen hinwenden, der auf Golgatha die Strafe für die Sünden getragen hat, können wir „der Seele Heil schaffen“ – das heißt Vergebung der Schuld und ewiges Leben erlangen.

Die ausgebreiteten Arme des Gekreuzigten sind der höchste Ausdruck der Liebe Gottes. Gott will nicht das Verderben des Ihm entfremdeten Menschen, sondern Er ruft ihn in seine Gemeinschaft zurück; ja noch mehr: Er will ihn als sein Kind annehmen. Jesus bezeugt von sich selbst:

 

 

„Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ Johannes 3,14.15; vgl. 4. Mose 21,6-9


Du ahnst nicht, wie gefährdet Du bist

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht.

Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein. Joh. 8,34.36

 

Pfarrer Wilhelm Busch erzählt von einem unerwarteten abendlichen Besucher:

 

„Retten Sie mich“, bat ihn ein Industriemanager. Sein Vater war Alkoholiker gewesen. Und auch ihn selbst überfiel die Sucht zwei- oder dreimal im Jahr wie ein Feuer. „Ich ruiniere mein Leben. Meine Frau und Kinder müssen mich verachten! Und doch – ich muss!“, keuchte er. „Retten Sie mich!“

 

Ich riss mich zusammen: „Wie sollte ich Sie retten können? Die Ketten des Teufels sind doch viel zu stark, als dass ich sie zerbrechen könnte. Wie sollte ich das können, wo Sie selbst es nicht einmal konnten!“

Mit einem unbeschreiblichen Jammerlaut sank er im Sessel zusammen: „Haben Sie mir sonst nichts zu sagen?“ – „Doch“, sagte ich, „doch! Wir sollten uns nach einem umsehen, der stärker ist als der Teufel.“ – „Wo sollte ich so einen finden, der stärker ist als der Teufel?“, murmelte er. Da sagte ich nur einen Namen: „Jesus!“

 

Er fuhr auf. Mit einem Hoffnungsblick im Auge: „Jesus! – Meinen Sie wirklich?“ – Ich nickte. Und dann knieten wir nieder und riefen Jesus an, den Jesus, der die Werke Satans zerstört; den Jesus, der mit Blut Sünder erkauft hat; den Jesus, der stärker ist als Satan. – Von dem Tag an war die Macht des Teufels gebrochen. Es gab noch Kämpfe. Es gab auch Niederlagen, die jetzt noch viel schrecklichere Scham hervorriefen als früher. Aber – der Bann war gebrochen!

 

 

Als wir später einmal zusammensaßen – wir waren inzwischen Freunde geworden –, sagte er: „Du ahnst nicht, wie gefährdet ich bin. Ohne Jesus bin ich im Nu verloren. Darum muss ich mich jeden Tag Ihm in die Hände geben. Jeden Morgen rufe ich Ihn an.


Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken, dass wir nicht umkommen. Jona 1,6

 

Mit der Stange im Nebel?

 

Wenn jemand hilflos und ohne Ahnung von der Sache zu haben, mit irgendeinem Problem fertigwerden will, dann sagt man gelegentlich: „Er tastet herum wie mit einer Stange im Nebel.“ Das soll heißen: Es ist dem Zufall überlassen und noch dazu sehr unwahrscheinlich, dass er je zum Ziel kommt.

Der Prophet Jona befand sich auf einem Schiff, das auf hoher See in größte Seenot geraten war. „Die Seeleute fürchteten sich und schrien, jeder zu seinem Gott.“ Als alles nichts half, trat der Obersteuermann mit den Worten unseres heutigen Bibelverses an Jona heran: „Rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken.“ Wie wenig wussten diese Menschen doch vom wahren Gott! Sie wollten es mit allen Göttern versuchen, in der Hoffnung, dass wenigstens einer dabei war, der wirklich helfen konnte.

 

Die Athener zur Zeit des Apostels Paulus waren auch nicht weiter. Unter den vielen Altären in ihrer Stadt gab es auch einen mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott“. Sie hielten zwar sehr viel von ihrer Weisheit, aber man konnte ja nie wissen …

 

Doch auf diese Weise kann man Gott nicht finden. Dazu braucht man eine Orientierung, die von keinem Menschen kommen kann. Diese Orientierung ist die Bibel, Gottes Wort. Darin hat Gott selbst geredet, zuerst durch seine Propheten und dann in seinem eigenen Sohn Jesus Christus, der auf diese Erde kam, um uns zu Gott zu führen.

 

Jesus Christus ist „der Weg“. Für jeden, der Ihn kennt, hat das Suchen und das Stochern im Nebel aufgehört. (Johannes 14,6)

 

 

„... damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl ertasten und finden möchten, obgleich er nicht fern ist von einem jeden von uns.“ Apostelgeschichte 17,27


Greife zu!

 

Unsere Ungerechtigkeiten sind uns über das Haupt gewachsen, und unsere Schuld ist groß geworden bis an den Himmel. Esra 9,6

 

Der kleinste Schneemann der Welt war mit dem menschlichen Auge nicht zu erkennen: Genau 0,003 Millimeter groß war die Figur, die Ende 2016 in einem kanadischen Institut entstand. Die Nanotechnologie hatte es möglich gemacht.

 

Klein, kleiner, am allerkleinsten. Alles will der Mensch miniaturisieren. Was in der Technik funktioniert, versucht man auch beim Thema Sünde und Schuld. Man redet klein, verniedlicht, banalisiert – und wenn das alles nicht hilft, dann entschuldigt und erklärt man. Dann geht es nicht um Sünde, sondern nur um ein Knöllchen, um eine Steuerhinterziehung, um einen Seitensprung. Zu klein, um sich ernsthaft damit zu befassen, um sich etwas vorzuwerfen!

Sünde miniaturisieren? Das geht höchstens in unseren Gedanken, nicht aber in der Wirklichkeit. Sünde dürfen wir nicht verniedlichen, denn sie trenntvon Gott – manchmal aber auch vom Ehepartner, vom Chef, vom Freund, von den Kindern. Sünde zerstört und verletzt. Manchmal, wenn wir allein sind, spüren wir, dass sie „groß ist bis an den Himmel“.

 

Die Bibel zeigt den Ausweg: „Wo die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überreichlicher geworden.“ Deshalb besteht Hoffnung für jeden, dem seine Schuld zu schaffen macht. Denn Gott hat seine Liebe bewiesen: Er hat seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, damit jetzt „jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Rö.5,20) (Joh.3.16).

 

Reden wir Sünde nicht klein!

Stellen wir uns ihr!

 

Sünde kann in Wahrheit nicht miniaturisiert werden, und sie darf nicht verniedlicht werden – Sünde kann und soll ausgelöscht werden! Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Deshalb liegt jetzt für jeden, der will, Gnade und Vergebung bereit. Nicht nur ein wenig, sondern überreichlich! – Greifen Sie zu!


Worin liegt deine Sicherheit?

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes1. Johannes 5,13

 

Vor einigen Jahren besichtigte ich ein Bergwerk. Als ich im Korb hinunterfuhr, hatte ich seltsamerweise das Gefühl, als ob es aufwärtsging – wobei ich natürlich wusste, dass ich abwärtsfuhr. Als ich später im Korb aus der Dunkelheit wieder ans Licht fuhr, war es genau umgekehrt: Jetzt meinte ich, dass es abwärtsging – aber ich wusste, dass ich aufwärtsfuhr.

 

Etwas Ähnliches erfährt ein Mensch, der ohne Gott lebt. Sein Weg führt ihn abwärts in die ewige Dunkelheit, doch er denkt: „Alles in Ordnung! Mir geht es gut. Ich hoffe, ich komme in den Himmel!“ Doch sein Gefühl täuscht ihn, denn jede Hoffnung muss auf das Wort Gottes gegründet sein.

 

Die Bibel sagt: „Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu erretten“ (1.Tim.1,15)

Wie der Korb in die Finsternis des Bergwerks hineinfuhr, um mich zu holen, so kam der Herr Jesus in diese dunkle Welt, um mich zu retten. Und so wie ich mich dem Korb anvertrauen musste, um nach oben zu kommen, so muss ich mich auch Jesus Christus ganz anvertrauen und an Ihn glauben – an den Sohn Gottes, an den Retter und Herrn.

 

Vielleicht sagt jetzt jemand: „Ich weiß, dass Jesus für meine Sünden gestorben ist. Aber ich fühle nichts!“ Doch das ist eine List des Teufels: Dem, der auf dem Weg zur Hölle ist, dem will er das Gefühl geben, dass alles in Ordnung ist – und dem, der Jesus Christus als seinen persönlichen Retter angenommen hat, dem will er das Gefühl geben, dass alles verloren ist!

 

Ich will nicht länger auf mich und meine Gefühle sehen! Ich will das glauben, was Gott gesagt hat:

Ihr sollt wissen, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

 

 

Darin liegt meine Sicherheit!


Nachfolge und Orientierung

 

 

Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gott zu Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges LebenRömer 6,22

 

Wie kann jemand frei sein und zugleich gehorchen? Für viele Menschen ist das eine widersprüchliche Kombination von Begriffen. Für sie bedeutet Freiheit die Möglichkeit, alles zu tun, was ihnen gefällt oder gerade in den Sinn kommt – ohne irgendeine Einschränkung. Sie sagen: „Wenn ich jemand gehorchen muss, bin ich nicht frei.“

 

Auch Christen könnten versucht sein, so zu denken. Doch wer dem Herrn Jesus Christus nachfolgt und sich an Gottes Wort orientiert, für den erhalten die Worte Freiheit und Gehorsam einen neuen, tieferen Sinn.

  • Echte Freiheit ist dem Menschen durch die Sünde verloren gegangen.

Der Herr hat einmal gesagt: „Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht“ (Johannes 8,34). Von Natur aus praktizieren alle Menschen die Sünde und sind daher Knechte von Begierden, Neid, Hass, Selbstsucht und Eigenwillen.

  • Echte Freiheit kann man nur durch Jesus Christus finden.

Der Sohn Gottes selbst hat auch gesagt: „Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein“ (Joh.8.36). Er macht uns frei von der Knechtschaft der Sünde. Er vergibt nicht nur unsere Sünden, sondern Er schenkt uns auch eine neue Natur, die den früheren Zwängen nicht unterliegt.

 

Von dieser neuen Natur geprägt, will der Gläubige freudig für Gott leben und Ihm dienen. Dabei fügt er sich den Maßstäben und Grenzen, die Gott in seinem Wort setzt. Er empfindet das nicht als Einschränkung, sondern er weiß, dass sie zu seinem Besten dienen.

 

 


Ich glaube allem, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben stehtApostelgeschichte 24,14

Erfreuliches in der Stasi-Akte

Der Apostel Paulus sitzt in Untersuchungshaft. Unter Führung ihres Hohenpriesters Ananias haben die Juden ihn bei Felix, dem römischen Statthalter, angeklagt: Paulus würde gegen das jüdische Gesetz handeln, überall Aufruhr stiften und sei ein Anführer der „Sekte der Nazaräer“.

 

Paulus streitet gar nicht ab, zu diesen Leuten zu gehören. Er bekennt sich offen zu seinem Herrn – zu diesem Jesus, dem Nazaräer. Aber der Apostel bestreitet, dass ein Widerspruch zum jüdischen Gesetz vorliege. Ganz im Gegenteil – Paulus erkennt alles an, was Gott gesagt hat und was im Alten Testament geschrieben steht!

Etwas Ähnliches trug sich auch in jüngerer Zeit zu:

Theo Lehmann aus Sachsen ist als Pfarrer, Jugendevangelist und Buchautor weithin bekannt geworden. In der DDR hatte sich auch das Ministerium für Staatssicherheit für ihn interessiert und inoffizielle Mitarbeiter in seine engste Umgebung eingeschleust.

 

Nach der Wende bekommt Lehmann Einsicht in seine Stasi-Akte. Er liest dort, wie ein Pfarrer sich nach einer Evangelisation bei der Stasi über seine „primitive Theologie“ lustig machte und wie die Stasi sich über die Bekehrung junger Menschen mokierte. Doch etwas berührt Theo Lehmann auch positiv.

Er erzählt, wie der Stasi-Bericht über ihn endete:

„Für ihn gilt die Bibel als uneingeschränkt wahr.  – Das war einer der wenigen Sätze in der Akte, über die ich mich gefreut habe.“

 

 

„Dein Wort ist Wahrheit.“ Johannes 17,17


Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.    Sprüche 16,25

Jesus spricht zu Thomas: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14,6

 

Die Todespiste

Vor vielen Jahren, als die Obere Halbinsel von Michigan praktisch noch unbewohnt war, machten sich zwei Männer auf den Weg zu einem neuen Bergarbeiterlager. An einem Wintermorgen begannen sie die letzte Etappe ihres Weges. Doch während der Nacht hatte der Schnee die Fußspuren unsichtbar gemacht, die frühere Reisende hinterlassen hatten.

Dennoch brachen die beiden Männer zuversichtlich auf. Je später es im Lauf des Tages wurde, desto dichter wurden die Wälder. Im tiefen Wald und bei diesen Witterungsverhältnissen konnten sie sich nicht mehr an der Sonne orientieren. Etwas beunruhigt gingen sie weiter.

Erleichtert entdeckten sie auf einmal frische Fußspuren im Schnee: Zwei Menschen gingen in nur geringem Abstand vor ihnen her. Beruhigt beschleunigten die beiden ihre Schritte. Und nach einer weiteren Stunde waren sie sich sicher, ganz nahe am Ziel zu sein.

Doch die Dämmerung setzte ein, und das Lager kam immer noch nicht in Sicht. Da bewegte sich vor ihnen ein Schatten. Instinktiv erfassten die Männer ihre Waffen. Der Schatten – es war ein Indianer – sprach sie dann in gebrochenem Englisch an: „Weiße Männer sind verloren auf der Piste des Todes.“ Da begriffen sie ihren Irrtum: Die Spuren, denen sie folgten, waren ihre eigenen; sie waren im Kreis gelaufen!

In übertragenem Sinn ergeht es vielen ganz ähnlich: Sie hoffen, den Himmel zu erreichen, aber sie orientieren sich dabei nur an sich selbst und ihrem eigenen Urteil.

 

Und so befinden sie sich auf der „Piste des Todes“! Nur die Orientierung an Jesus Christus, dem Retter und Herrn, führt zu Gott und zum Himmel.


Das verschlossene Buch

 

Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Jesaja 45,22

Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel.

Psalm 32,7

„Papa“, der Gesichtsausdruck meiner Tochter verrät, dass es ihr ernst ist, „du darfst nicht in mein Tagebuch gucken!“ Dabei ist das quadratische Buch mit dem kleinen Vorhängeschloss noch ganz neu und ohne jeden Eintrag – ein Geschenk zum siebten Geburtstag.

Interessant, wie gern eine Schreibanfängerin etwas aufschreibt, was nicht einmal der eigene Vater lesen soll. Ab sofort nimmt das abschließbare Tagebuch einen zentralen Platz auf dem kleinen Schreibtisch im Kinderzimmer ein. Und ehrlich gesagt: Ich würde schon gern einmal hineinschauen; aber natürlich beachte ich die klare Anweisung meiner Tochter.

Dieses Erlebnis beschäftigt mich gedanklich noch ein wenig. Haben nicht alle Menschen das Bedürfnis nach einem persönlichen Schutzraum, nach einem Ort, wo wir unsere Gedanken, unsere Wünsche und Träume, vielleicht auch unsere offenen Fragen und Sorgen niederlegen können? Wohin gehen wir mit unseren ganz persönlichen Anliegen, die wir vielleicht niemand anvertrauen möchten – nicht einmal unseren engsten Freunden? Wie verarbeiten wir das, was wir täglich erleben, ob Freude oder Leid?

Glücklich sind die, die den „Bergungsort“, diesen persönlichen „Schutzraum“, in Gott gefunden haben!

 

Durch seinen Sohn Jesus Christus haben sie die Vergebung ihrer Sünden. Und jetzt erfahren sie: Gott ist unser Vater! Er hat uns lieb und wir sind Ihm wichtig – jeder Einzelne von uns und mit allen Fragen seines Lebens. Weil Er sich um uns kümmert, vertrauen wir Ihm jeden Tag das an, was unser Herz bewegt.


Woher weißt Du, dass es Gott gibt?

 

Jesus hat sich den Aposteln nach seinem Lei­den in vielen sicheren Kennzeichen lebend dar­gestellt, indem er ihnen vierzig Tage hindurch erschienApostelgeschichte 1,3

Woher weißt du, dass es Gott gibt? Weil dich die Beweise, die Indizien überzeugen? Oder gibt es vielleicht noch etwas mehr?

Eine kleine Illustration dazu: Woher weißt du, dass dein Chef in der Firma ist?

  • Du siehst sein Auto auf dem Parkplatz vor der Firma.
  • Du legst deine Hand auf die Motorhaube: Sie ist noch warm.
  • Du fragst die Sekretärin, ob der Chef da ist. Sie bestätigt es.
  • Die Tür zum Büro des Chefs steht offen. In dem Büro ist Licht an.
  • Du hörst die wohlbekannte Stimme des Chefs am Telefon.

Können dich diese Indizien überzeugen? – Ja, sie sind klar, eindeutig und kaum zu widerlegen. – Also bist du hundertprozentig überzeugt? – Na ja, nicht so ganz. Wer weiß …? – Jetzt kommt der Chef aus dem Büro. Du gibst ihm die Hand und sprichst mit ihm. Bist du nun völlig überzeugt, dass der Chef in der Firma ist? – Ja natürlich! – Warum? – Weil du ihn gesehen und gesprochen, also erlebt und erfahren hast.

Sind dadurch die vorigen Beweise und Indizien bedeutungslos geworden? Keineswegs, aber es gibt etwas, was weit mehr bedeutet als Indizien: die persönliche Begegnung.

So ist es auch mit der Frage nach der Existenz Gottes oder nach der Auferstehung Jesu Christi. Es gibt sehr starke Indizien und Gründe, die darauf hinweisen, dass Gott existiert und dass Jesus lebt.

 

Aber völlig überzeugt wird das Herz eines Menschen erst dann, wenn es dem lebendigen Gott und dem Herrn Jesus Christus persönlich be­gegnet ist und wenn diese Begegnung ihre unverwechselbaren Spuren in seinem Leben hinterlässt. Zu dieser Begegnung lädt Gott uns durch die Bibel immer wieder ein.


Wer ist denn dieser?

 

Es fiel ein Sturm auf den See, und das Schiff lief voll Wasser, und sie waren in Gefahr. Lukas 8,23

Der See Genezareth liegt im Norden Israels. Bei einer Fahrt über den See gerieten Jesus Christus und seine Jünger einmal in einen sehr heftigen Sturm. Unter den Männern gab es erfahrene Fischer, aber jetzt standen sie Todesängste aus und flehten den Meister um Hilfe an. Wie erleichtert waren sie dann, als Wind und Wellen plötzlich Ruhe gaben und sich dem Machtwort Jesu fügten!

Fassungslos riefen sie aus: „Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?“ (V. 25)

Dabei kannten die Jünger den Herrn Jesus doch schon! Sie hatten Ihn ja im Glauben als ihren Erlöser angenommen, und sie folgten Ihm nach. Allerdings gab es für sie noch so vieles zu lernen – vor allem, was seine herrliche Größe als Sohn Gottes anging.

Auch heute kennen viele dieses frohe Erstaunen über den Sohn Gottes: „Wer ist denn dieser!“ Immer wieder neu werden gläubige Christen in oft schwierigen Lebensumständen davon überrascht, wie Christus ihnen seine Liebe und seine göttliche Kraft zuwendet, und das oft viel mehr, als sie erwartet haben.

Andere allerdings zweifeln eher oder sind kleingläubig und fragen aus diesem Grund: „Wer ist denn dieser?“

  • Wer ist denn dieser Jesus, dass Er Ansprüche an mein Leben geltend macht?
  • Ist Er wirklich der Sohn Gottes?
  • Kann ich Ihm mein Leben für Zeit und Ewigkeit anvertrauen?

Alle, die noch so fragen, möchten wir dazu anspornen, die Bibel zu lesen.

 

Sie zeigt uns an vielen Beispielen: Für alle, die Ihm vertrauen, erweist sich Jesus Christus in allen Lebensumständen als Helfer und als Herr der Situation.


Jahresende

 

Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße! Den Stab deiner Macht wird der HERR aus Zion senden; herrsche inmitten deiner Feinde!

Psalm 110,1.2

 

Das Jahr 2018 geht zu Ende und mit ihm auch die vielen Hinweise auf Jesus Christus, den Sohn Gottes. Kein Kalenderjahr reicht aus, um Ihn zu beschreiben. Er ist der Mittelpunkt der Bibel. Und weil Er auch der Mittelpunkt des Universums und der Mittelpunkt des göttlichen Heilsplans ist, läuft das ganze Weltgeschehen auf Ihn hinaus.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: In Psalm 110 spricht Gott, der HERR, zu dem auferstandenen Christus, dem Herrn Davids. Er gibt dem gestorbenen und auferstandenen Christus den Ehrenplatz zu seiner Rechten. Und der Zeitpunkt wird kommen, wo Christus auch auf der Erde in Macht und Herrlichkeit regieren wird. Von Christus heißt es auch: „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge … und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters.“ (Philipper 2,9-11)

Jesus Christus kommt wieder! Zuerst nur für alle, die an Ihn geglaubt und Ihn als Herrn über ihr Leben anerkannt haben. Sie werden in den Himmel aufgenommen. (1. Thessalonicher 4,13-18)

Danach kann niemand mehr gerettet werden, der Christus abgelehnt hat oder gleichgültig geblieben ist. Eine zweite Chance im Jenseits gibt es nicht: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Johannes 3,36)

Schließlich wird Christus in Macht und Herrlichkeit auf die Erde kommen und alle seine Feinde richten.

 

Gerade deshalb weist Gott mit großer Geduld jeden Menschen zu Lebzeiten immer wieder auf Christus und seine Gnade hin.


 

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Römer 8,28

Wir wissen, dass wir … Jesus gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1. Johannes 3,2

 

Gewissheiten des Glaubens

Ich kann Ihnen die Wunder Gottes nicht erklären – aber „eins weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe.“   (Johannes 9,25)

Manchmal habe ich den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, als Christ in dieser Welt zu leben, wo man Gott nicht ehrt – aber „ich weiß, dass es denen, die Gott fürchten, wohl ergehen wird, weil sie sich vor ihm fürchten.“  (Prediger 8,12)

Ich sehe, dass die Politiker dieser Welt für gravierende Probleme keine Lösungen anbieten können – aber ich vertraue Gott, weil „ich weiß, dass der HERR alles vermag.“   (Hiob 42,2)

Ich bin traurig darüber, dass einige meiner Angehörigen dem Herrn Jesus Christus nicht nachfolgen – aber ich bete für sie, weil ich weiß, dass Gott „will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.   (1.Timotheus 2,4)

Ich muss erleben, dass meine Freunde nach und nach von der Erde scheiden, und manchmal bedrückt mich der Gedanke an den Tod – aber „ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen.“  (Hiob 19,25)

Das Jahr 2018 geht zu Ende.

Da frage ich mich, was mir die kommenden Tage, Monate und Jahre bringen werden – ‘‘aber ich weiß, dass ich Gott und seiner Führung auch weiterhin vertrauen kann‘‘.

 

„Auf dich vertraue ich; tu mir kund den Weg, den ich wandeln soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele!“ Psalm 143,8


Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl. Meinen Keim sahen deine Augen. Ps.139,14.16

 

In diesem großartigen Psalm spricht König David von der Allwissenheit Gottes. David ist sich dessen bewusst, dass Gott ihn ganz und gar kennt und dass er vor Ihm nicht fliehen kann:

„Nähme ich Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen.“ Vers 9.10

Diese Allwissenheit Gottes und seine Nähe sind David nicht unangenehm. Er weiß nicht nur um die Größe Gottes, sondern auch um seine Güte. Gott hat ihn ja „auf eine erstaunliche und ausgezeichnete Weise gemacht“. Und Gottes „Augen“ sahen schon den Embryo im Mutterleib.

Mein Schöpfer sah „meinen Keim“ mit seinen Erbanlagen, mit seiner Individualität. Jeder Mensch ist absolut einzigartig – auch in seinem Wert für Gott. Jeder ist ein unverwechselbares Original. Und David rühmt staunend den großen Gott, der dieses „Wunderwerk Mensch“ erdacht und konstruiert hat.

David hat erkannt, dass sein Leben nur dann sinnvoll und glücklich verlaufen kann, wenn er es in Gemeinschaft und Harmonie mit seinem Schöpfer lebt. Deshalb öffnet er auch die verborgensten Winkel seines Herzens ganz für Gott. (V. 23.24)

 

In Jesus Christus lädt Gott heute jeden Menschen dazu ein, in diese harmonische Gemeinschaft mit Ihm zurückzukehren. Denn Er will uns segnen, und wir werden Ihn wie einst König David preisen für seine Größe, für seine Güte und Gnade und für seine Vergebung.


Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde1. Mose 1,1   (24.Dezember)

Gedanken zu Weihnachten

Am 21. Dezember 1968 startete das Raumschiff Apollo 8 zum ersten bemannten Flug zum Mond. Frühmorgens am 24. Dezember schwenkten die Raumfahrer in eine Umlaufbahn ein, auf der sie den Mond zehnmal umkreisen sollten.

Immer dann, wenn Apollo 8 aus Sicht der Erde hinter dem Mond verschwand, riss auch der Funkkontakt mit den Astronauten ab. Niemand konnte daher „live“ miterleben, wie die Raumfahrer als erste Menschen die „Rückseite“ des Mondes erblickten und schließlich die Erde über der kargen Mondlandschaft aufgehen sahen – ein atemberaubender, unvergesslicher Anblick!

Einer der Astronauten, James Lovell, sagte später: „Wir reisten zum Mond und entdeckten die Erde.“ Er nannte den blauen Planeten „einen wunderbaren Stein auf dunklem Hintergrund“.

Die drei Männer standen noch ganz unter dem Eindruck der blau-weiß über dem Mondhorizont aufgehenden Erde, als sie wieder Funkkontakt bekamen und schließlich auch live im Fernsehen zu sehen waren.

Wie konnten sie das, was sie sahen und empfanden, angemessen beschreiben? Sollten sie Ein­-
stein zitieren oder irgendeinen berühmten Dichter? – Nein, was sie in diesen Augenblicken im Innersten bewegte, ließ sich nur auf eine einzige Weise in Worte kleiden: Abwechselnd lasen die drei
Astronauten die ersten zehn Verse der Bibel vor: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde …“

Etwa eine Milliarde Menschen haben damals, am 24. Dezember 1968, diese „Weihnachtsbotschaft“ aus dem All gehört. Und viele von ihnen haben an diesem Tag auch daran gedacht, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, auf die Erde gekommen ist, um den Menschen durch seinen Sühnungstod den Frieden zu bringen.

 

Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort, dann jauchzt mein Herz Dir, großer Herrscher, zu:
Wie groß bist Du! Wie groß bist Du!


Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden.

Lukas 15,24

Weihnachtswünsche

Die Zeitung hatte dazu aufgerufen, Weihnachtswünsche zu formulieren und einzusenden. Auf diese Weise sollten die Wunschzettel von Kindern und Erwachsenen öffentlich gemacht werden. Es war interessant, welche Wünsche da zusammenkamen: Puppenhäuser, Eisenbahnen, Smartphones und sogar ein Pferd. Ein Wunsch war jedoch ganz anders als alle anderen: Marie wünscht sich, dass Henry wieder nach Hause kommt!

Ich versuchte mir vorzustellen, welche Geschichte sich hinter diesem Wunsch verbarg: Waren da Bruder und Schwester durch ein Unglück auseinandergerissen worden? Hatte sich ein Ehepaar getrennt? Oder trauerte ein Kind um den Vater, der ausgezogen war? … Wie viel Leid, wie viel Tragik enthielt dieser Satz, wie viel Schmerz und Sehnsucht atmete er! Was wäre, wenn sich dieser Wunsch nicht oder sogar nie erfüllen würde?

Ich musste an einen ganz anderen Wunsch denken: Gott wünscht sich, dass Menschen nach Hause kommen! Auch Er wartet – wartet schon viele Jahre, wartet auf Sie und auf mich!

Was wäre, wenn Henry heute nach Hause käme? Dann wäre Maries Wunsch erfüllt. Sicherlich würde sie ihm um den Hals fallen, und ihre Augen würden strahlen. Und Henry? Würde er sich nicht von ihrer Freude anstecken lassen? Doch warum macht Henry sich nicht auf? …

 

Was wäre, wenn ein Mensch heute zu Gott umkehren würde? Würde er dann nicht erleben: „Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um den Hals und küsste ihn sehr“? Ja, es wäre Freude bei Gott, „Freude im Himmel“ über einen, der Buße tut und nach Hause kommt‘‘. Wenn Sie dieser eine Mensch sind – wie glücklich können Sie dann heute noch werden! (V. 7.20).


Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung. Psalm 62,2

 

Pfarrer Wilhelm Busch hatte ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Mutter. Sie verstanden sich ausgezeichnet. Auf einer Zugreise, so erzählte er, hatten sie lange Zeit wortlos nebeneinandergesessen. Es schien, als hätten sie Streit. Doch das Gegenteil war der Fall. Er erklärte später dazu: „Worte waren zwischen uns nicht mehr nötig.“ – So kann geistliche Harmonie aussehen.

Diese Harmonie strebt auch Gott mit seinen Geschöpfen an. Er möchte sie mit seinen Gedanken und Zielen in Einklang bringen. Das hat Ihn viel gekostet. Dazu musste Er seinen Sohn Jesus Christus in den Tod geben. Um uns zu retten, ist Christus stellvertretend für verlorene Sünder am Kreuz gestorben. Wer an Christus und sein Erlösungswerk glaubt, hat den entscheidenden Schritt zu Gott hin getan.

Dieser Schritt ist eigentlich ganz einfach, doch dem „aufgeklärten“ Menschen fällt er unendlich schwer. Warum? Weil dieser Schritt mit Selbstverleugnung zu tun hat. Der Mensch muss nämlich zu der Einsicht kommen, dass er vor seinem Schöpfer schuldig geworden ist und selbst gar nichts tun kann, um seine Schuld ungeschehen zu machen.

Wir merken, dass der Glaube an Gott und den Herrn Jesus Christus zuerst die Hürde unserer eigenen „Größe“ überwinden muss. Und genau das ist Gottes Absicht. Er weiß, dass wir unsere Sünden nicht selbst aus dem Weg räumen können. Deshalb ist dieser Glaubensschritt nötig. Und dann kommt das Wunderbare, das auch David, der unseren heutigen Psalm gedichtet hat, erlebt hat: Sein Herz kommt zur Ruhe, und inmitten einer lauten, unruhigen Welt genießt er die Nähe Gottes in seinem Leben.

 

Dieses Psalmwort von stillem Vertrauen und von der Rettung Gottes mutet uns vielleicht sehr schlicht an. Doch dahinter steht ein Leben, in dem Davids Gottvertrauen immer wieder auf die Probe gestellt wurde. Und immer wieder neu erfuhr David: Der Glaube trägt! – Gott ist treu und steht zu seinen Zusagen!


Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Römer 7,14

 

Befreiung von der Macht des Bösen

Nie wieder!“ Wie oft sind diese beiden Worte schon über Menschenlippen gekommen! Wie eine heilige Versicherung, wie ein Schwur klingt es: „Nie wieder!“ Jeder, der die Folgen selbst verschuldeter Irrwege zu spüren hat, wird wohl so sprechen. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer; aber ist es nicht ein ebenso altes Sprichwort, dass der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist?

Nie wieder wollte der junge Mann sich auf sexuelle Unmoral einlassen. Nie wieder wollte ein anderer sich in schlechte Gesellschaft begeben, ein Dritter sich nie wieder zum Glücksspiel verleiten lassen und ein Vierter nie wieder seine Angehörigen belügen und betrügen und harte Worte gegen sie gebrauchen.

Aber wie ein schlechter Baum keine guten Früchte trägt, so hat auch der Mensch von Natur aus nicht die Fähigkeit, das Gute hervorzubringen. Der Herr Jesus Christus weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Baum nur solche Frucht bringen kann, die seiner Natur entspricht (Mtt. 12,33). Das ist der springende Punkt: Wir brauchen eine radikale Veränderung unseres Herzens, dann wird auch die Frucht gut – anders nicht. Und wie ist eine solche Veränderung möglich?

 

Durch sein Wort will Gott in uns die Einsicht wirken, dass wir Sünder sind und uns nicht selbst retten können. Wenn wir zu Ihm umkehren und unsere Lebensschuld und unsere Gebundenheiten offen eingestehen, vergibt Er uns jede Schuld und schenkt uns das ewige Leben – und damit eine ganz neue Natur. Wenn wir uns im Glauben auf das stützen, was Gott selbst durch Christus getan hat, müssen wir „der Sünde nicht mehr dienen“, sondern können unser Leben frei und froh mit Gott führen.(Rö. 6,3-6)


Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst5. Mose 30,19

 

Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch sie eingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden. Matthäus 7,13.14

 

In den meisten Fällen, wo wir eine Wahl zu treffen haben, hat das keine weittragenden Folgen: Welches Kleidungsstück wir wählen, was für ein Auto und welchen Ferienort – unsere Zukunft hängt nicht davon ab. Schon bedeutsamer ist die Wahl unseres Wohnortes und unseres Berufs, und von besonderer Tragweite ist die Wahl unseres Ehepartners. Aber auch diese Entscheidungen betreffen nur unsere irdische Zukunft.

Doch wie ist es mit der Wahl, die unsere ewige Zukunft betrifft? Hier ist jeder dazu aufgerufen, einmal die rechte Entscheidung zu treffen und den Weg zu wählen, der zum ewigen Leben führt. Jesus Christus erklärt uns, dass der eine Weg, der zum Verderben führt, breit ist und dass viele darauf gehen. Der andere Weg aber, der zum Leben führt, ist schmal, und nur wenige finden ihn.

Der breite Weg erscheint zwar leichter. Man hat dort zahlreiche Weggefährten und entschuldigt seine Verfehlungen mit dem Gedanken: „Das tun doch alle!“ Aber Christus, der Herr, sagt unmissverständlich, dass dieser Weg ins Verderben führt.

Der andere Weg führt durch die Umkehr zu Gott und den Glauben an Jesus Christus zum ewigen Leben. Es ist ein „schmaler“ Weg. Wer ihn betreten will, muss hinderliches Gepäck zurücklassen, nicht nur die Sündenschuld seines Lebens, sondern auch das Vertrauen auf die eigene Gerechtigkeit.

 

Aber was für ein Glück: Auf dem schmalen Weg erhält man die Gewissheit, dass dieser Weg zum Leben führt!


Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht steht auf dem Weg der Sünder und nicht sitzt auf dem Sitz der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!    Psalm 1,1.2

 

Erino Dapozzo (1905–1974) arbeitete bei einer Baufirma. Er war ein Christ, der seinen Glauben lebte und bekannte – und deshalb oft von den Kollegen gemobbt wurde. Auch sein Chef ließ keine Gelegenheit aus, ihn zu demütigen.

An einem Wintertag erschien er mit seinem Lkw auf der Baustelle, um die Arbeiter abzuholen. Jeder drängte sich ins warme Führerhaus, doch nicht alle passten hinein. Da machte einer den Vorschlag, Dapozzo könne ja auf der Ladefläche mitfahren – sein Gott würde ihn sicherlich warm halten!

Und so fuhr man los: Im Führerhaus war es warm und lustig, draußen auf der Ladefläche dagegen kalt. Bald erreichten sie den Fluss, den sie auf einer nur behelfsmäßig gesicherten Brücke überqueren mussten. Dabei verlor der Chef die Kontrolle über den Lkw, der Wagen durchbrach die Absperrung und stürzte in den Fluss. Auch Dapozzo wurde ins Wasser geschleudert, konnte sich aber schwimmend retten. Als er später im Krankenhaus untersucht wurde, erfuhr er, dass er als Einziger überlebt hatte. Alle anderen waren im Führerhaus umgekommen.

Drinnen im Warmen hatten alle über Dapozzo und seinen Gott gelacht und gelästert. Doch Dapozzo hielt an Gott fest, auch wenn er deshalb draußen frieren musste. Und dann wurde er als Einziger gerettet.

 

Vielleicht sind Sie Christ wie Dapozzo: Sie leben und bekennen Ihren Glauben – und werden dafür ausgegrenzt. Fassen Sie Mut, und halten Sie sich weiter treu zu Jesus Christus! Auch wenn Ihnen manche den Eindruck vermitteln wollen, dass Sie auf der falschen Seite stehen – Gott hat das letzte Wort!