Die Worte des Ohrenbläsers sind wie Leckerbissen.

Du sollst kein falsches Gerücht aufnehmen. (Sprüche 18,8; 2. Mose 23,1)

 

Das Gesetz von Brandolini

 

Brandolinis Gesetz besagt: Es ist leicht, innerhalb weniger Minuten Unsinn zu verbreiten – doch ihn zu widerlegen, erfordert oft enormen Aufwand. 

 

Diese Erkenntnis, im Jahr 2013 vom Italiener Alberto Brandolini formuliert, wurde inzwischen durch wissenschaftliche Studien bestätigt: Wer Falschmeldungen empfängt, lässt sich durch spätere Richtigstellungen nur schwer überzeugen, manchmal ist es sogar aussichtslos.

 

Falschmeldungen gab es schon immer, lange bevor der Begriff „Fake news“ in aller Munde war. Doch durch soziale Netzwerke haben sich ihr Ausmaß und Einfluss massiv vervielfacht. Eine brandneue Information, die angeblich etwas Verborgenes enthüllt, weckt schnell Interesse – und sorgt für viele Klicks. Die Bibel sagt uns, dass eine erzählte Neuigkeit, ob falsch oder richtig, wie ein Leckerbissen ist – man hört sie gern.

 

Aber Gott spricht Klartext: „Du sollst kein falsches Gerücht aufnehmen.“ Wie gehe ich also mit Informationen um, die andere in ein schlechtes Licht rücken? Zunächst sollte ich mich vergewissern, ob sie überhaupt der Wahrheit entsprechen – was aber nicht bedeutet, dass ich stets jeder Sache nachgehen und intensive Nachforschungen anstellen muss. Ich sollte mich davor hüten, Gerüchte und kritische Äußerungen gedankenlos weiterzutragen – erst recht bei Falschmeldungen! Manchmal genügt ein einziges Wort, das weggelassen oder hinzugefügt wird, um einer Nachricht einen völlig anderen Ton zu geben.

 

Stattdessen wollen wir die weisen Worte des Apostels Paulus beherzigen: „Alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, … dies erwägt“ (Philipper 4,8).

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 30.01.2026