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SCHRIFTENDIENST FÜR JESUS !

Auf dieser Webseite biete ich ehrenamtlich Hilfe an für das Schreiben, Texten und Ausgestalten von christlichen Botschaften, Literatur oder Auflage von älteren Schriften. Wenn Sie als bekennender Christ Unterstützung brauchen bei der Verbreitung des Evangeliums Jesu Christi und der gesunden Lehre aus dem Wort Gottes, helfe ich gern. (Monika Ertl)

Außerdem im Angebot:

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Gedanken zur Stärkung für die 23. Woche:

Vor dem Richterstuhl Christi

Unser Leben, unser Verhalten, unsere Gedanken Worte und Taten, unser Einsatz für Gott bleiben und sind nicht ohne Bedeutung.

"Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit ein jeglicher empfange, was er vermittels des Leibes gewirkt hat, es sei gut oder böse." 2.Kor.5,10 

Und genauso wird beim Richterstuhl das benannt und belohnt werden, was aus unserem Leben an Segen für andere, als Ertrag für Gottes Reich, entstanden ist.

"Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Lichte aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht." Eph.5,13

So ist unser Erscheinen vor dem Richterstuhl Christi die Stunde der Wahrheit. Der Blick auf den Preisrichterstuhl Christi kann und soll uns anspornen, unseren Lauf mit Entschiedenheit und Zuversicht zu laufen.

"Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind." Joh.3,21 

Sich so auf Jesus einzulassen, bedeutet tatsächlich in dem Licht zu leben, in das Jesus mich gerufen hat.Wenn das Verborgene ans Licht kommt, dürfen wir erfahren, dass Gottes Werk mit uns und unser Werk für Ihn nicht umsonst war!

Ich wünsche eine gesegnete neue Woche! W.Ertl



Gesammelte Gedanken aus dem Gute-Saat-Kalender

Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.  Johannes 3,3

 

Von neuem geboren

 

Nicht wenige Menschen hoffen immer noch, dass mit dem umfangreichen Wissen unserer sogenannten Informationsgesellschaft über kurz oder lang die Probleme der Welt gelöst werden können. Ein Medienexperte sah das dagegen in einem Interview völlig anders:

„Die ernsten Probleme wie Armut, Krieg, Klima bestehen nicht deshalb, weil wir irgendetwas nicht wissen. Information allein hilft dabei nicht viel.“

 

In der Tat bekommen Informationen erst dann ihren Wert, wenn sie vom Empfänger nicht nur aufgenommen und verstanden werden, sondern wenn dieser auch richtig und konsequent darauf reagiert. Das gilt auch für die Botschaft dieses Kalenders.

 

Das Evangelium, die gute Nachricht von der Gnade Gottes in Jesus Christus, ist zunächst auch nur eine Botschaft.

Die ist zwar im Lauf der Jahrhunderte weltweit verbreitet worden, aber das heißt nicht, dass die ganze Welt deswegen christlich geworden wäre. Die Botschaft Gottes bringt nur denen Nutzen, die sie im Glauben annehmen. Auch das ist eine Aussage der Bibel. (Hebräer 4,2)

 

Nur der kann Anteil an Gottes Reich haben, der „von neuem geboren“, das heißt innerlich ein völlig neuer Mensch wird. Diese Mitteilung des Herrn Jesus Christus hilft dem Menschen aber nur dann weiter, wenn er sich damit auseinandersetzt und innerlich Ja dazu sagt. Erst dann erweist sich Gottes Wort als das Mittel zum Heil.

 

 

Gott will uns neues Leben schenken, doch wir unsererseits müssen anerkennen, dass wir uns von unserem Schöpfer entfernt haben und Ihm gegenüber schuldig geworden sind. Und wir müssen an Jesus Christus glauben und an sein Erlösungswerk am Kreuz.

aktualisiert 29.05.2020                                     weitere gute Gedanken aus dem Gute-Saat-Kalender lesen



Die eingemauerte Bibel

(aus "Ein Brief für dich" VdHS)

 

Als es den St.-Gotthard-Tunnel noch nicht gab, mussten alle Reisenden von Italien nach der Schweiz und umgekehrt zu Fuß über den St. Gotthard-Pass gehen. Das nahm viel Zeit in Anspruch.

Man ging dann oft in Gruppen. So zog auch eine Gruppe von Maurern aus der Gegend von Lugano nach der Schweiz, weil sie dort mehr Geld verdienen konnten. Unter ihnen war ein junger Mann namens Antonio, der auf der Reise mit einer älteren Dame ins Gespräch kam, die ihm von dem Herrn Jesus erzählte. Antonio wollte nichts davon wissen.

Die Dame bot Antonio eine schöne, in Leder gebundene Bibel zum Geschenk an. Er nahm sie mit, aber gelesen hat er nicht darin.

Bei seiner Arbeitsstelle in Glarus angekommen, musste er bei dem Bau eines großen Hauses mithelfen. Dabei spottete und fluchte er lustig mit, wenn seine Kameraden es taten. Beim Verputzen einer Mauer sah er ein Loch, das noch zugemauert werden musste. Plötzlich fiel ihm die Bibel ein, die er in seinem Rucksack hatte, und er sagte zu seinen Kameraden: "Passt auf, ich weiß jetzt einen schönen Spaß. Seht her, hier hab ich eine Bibel, die steck ich in dieses Loch."

Die Bibel ging knapp hinein, und der Einband wurde etwas beschädigt: "Siehst du wohl, jetzt noch Mörtel davor und", so sagte Antonio, "jetzt will ich doch einmal sehen, ob der Teufel die Bibel wieder herauskriegt!"

Ein paar Wochen später zog Antonio über die Berge wieder in seine Heimat zurück.

Im Jahr 1861, am 10. Mai, wütete in Glarus ein großer Brand. 490 Gebäude brannten völlig nieder. Die ganze Stadt war eine schreckliche Ruine; aber sie sollte wieder aufgebaut werden.

Ein Maurerpolier aus Norditalien, Johannes mit Namen, hatte den Auftrag, ein noch neues Haus, das teilweise eingestürzt war, zu untersuchen. Er klopfte mit seinem Hammer hier und da an eine der stehengebliebenen Wände, und plötzlich fiel ein Brocken Mörtel herunter.

Zu seinem Erstaunen fand er ein Buch, das in die Mauer eingeklemmt war. Er zog es heraus. Eine Bibel... Wie kam die hierher? Das war doch sonderbar, denn er hatte schon einmal eine gehabt, aber die hatte man ihm abgenommen. "Das soll  mir diesmal nicht passieren", dachte er.

Johannes fing in seiner Freizeit an, fleißig in der Bibel zu lesen, er verstand zwar längt nicht alles, nur die Evangelien teilweise und die Psalmen. Aus ihnen lernte er beten.

Wenn aber jemand aufrichtig ist, kommt Gott ihm zu Hilfe.

Und es dauerte gar nicht lang, bis er begreifen konnte, dass er ein Sünder war, aber auch, dass Gott ihn lieb hatte und dass er durch den Glauben an den Herrn Jesus Vergebung der Sünden empfangen konnte. Als er im Herbst wieder in seine Heimat und zu seiner Familie zurückkehrte, erzählte er überall, wohin er kam, mit großer Freude von seiner Errettung. 

In seiner Freizeit ging er mit einem Koffer voll Bibeln in die Dörfer der Umgegend, um die Frohe Botschaft von Jesus Christus, dem Retter, zu verbreiten.

So kam er auch in die Gegend, wo Antonio wohnte. Auf einem Jahrmarkt errichtete er einen Stand mit Bibeln. Als Antonio vorbeischlenderte, blieb er stehen und sagte: "Oh, Bibeln, die hab ich nicht nötig! Da brauche ich bloß nach Glarus zu gehen, denn da habe ich noch eine, die in einer Wand eingemauert ist. Und ich bin gespannt, ob der Teufel die da rausholen kann."

Ernst sah Johannes den jungen Mann an. Ihm war sofort alles klar und er sagte: "Seien Sie vorsichtig, junger Mann, Spotten ist leicht, aber was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen diese Bibel zeigte?"

"Du kannst mir nichts vormachen", sagte Antonio, "ich würde sie sofort wieder erkennen; denn ich habe sie gekennzeichnet. Und ich bleibe dabei: der Teufel kriegt sie nicht aus der Mauer!"

Johannes holte die Bibel hervor und fragte: "Kennen Sie das Zeichen, mein Freund?"

Antonio war zuerst sprachlos, als er die beschädigte Bibel sah. "Sehen Sie wohl? Aber das hat nicht der Teufel getan, sondern Gott. Der tat es, damit Sie sehen können, dass Er lebt. Er will auch Sie retten."

Nun brach der alte Hass, den Antonio gegen Gott hatte, hervor. Sein Gewissen redete, aber er rief seinen Kameraden zu: "Kommt her, was hat dieser Kerl hier mit seinem frommen Bibelladen zu suchen!"

In wenigen Sekunden war Johannes ganzer Stand umgerissen. Er selbst bekam ordentliche Schläge, und die Täter verschwanden schnell zwischen den zusammengelaufenen Zuschauern.

Antonio wurde seitdem immer feindseliger gegen Gott.

Als er eines Tages wieder einmal bei seiner Arbeit zuviel Alkohol getrunken hatte, fiel er von einem 17 Meter hohen Gerüst, wurde schwer verwundet und kam ins Krankenhaus. Johannes erfuhr das. Er schickte ihm einen schönen Blumenstrauß und besuchte ihn sogar im Krankenhaus. Aber Antonios Herz blieb wie ein Stein, obwohl ihn die Liebe, die Johannes ihm bewies, sehr beeindruckte. Jede Woche besuchte ihn Johannes und allmählich, erst aus Langeweile, später aus Interesse, begann er in der Bibel zu lesen.

Einmal las er in Hebräer 12: "Mein Sohn, achte nicht gering des Herrn Züchtigung."

Da, das passte zu seinem Unfall. Antonio las weiter und Gottes Wort, das Felsen zerschmettern kann, begann in Antonios Herz zu wirken. Er lernte seine Schuld einsehen und vor Gott zu bekennen. Er lernte aber auch, vertrauensvoll an das vollbrachte Werk an dem Kreuz zu glauben. Seine Seele war genesen, aber seine Hüfte blieb lahm. Seinen früheren Beruf konnte er nun nicht mehr ausüben, aber er fand leichtere Arbeit, und später führte er eine glückliche Ehe mit der Tochter des Johannes. Sein Schwiegervater war nun gleichzeitig sein Freund.

Antonio ist nun schon in dem himmlischen Vaterland, aber die von ihm eingemauerte Bibel gilt seinen Kindern als das schönste Erbstück.


Wanderung durch den Frühling

 (von Hedi Bode)

 

Vor mir breitet sich die schöpferische Vielfalt in ihrem Frühlingskleid aus. Ein Blütenmeer, dessen zarte Farben einen Reigen bilden. In mir erwacht eine bisher nicht gekannte Frühlingssinfonie. Ihre harmonisch weichklingenden Töne gehen sanft ineinander über und verklingen in einem etwas schwerfälligen Mollakkord. Mir will das Herz zerspringen. Ich werde ganz still und denke:

 

War das ursprüngliche Leben der Menschen nicht auch so geschaffen? Wo ist die Blütenpracht der Menschen?

 

Hinweggerafft durch Atom, Bakterien, Chemikalien und Technik. Durch Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit und Ichsucht. Es ist der Zeitgeist, der aus dem Menschen ein Zerrbild geschaffen hat.

 

Weiß denn niemand mehr, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist?

 

Wo sind die Blumen unter den Menschen?

Ich bin ständig auf der Suche nach ihnen. Eigentlich möchte ich einen ganzen Strauß solcher Blumen finden, um mit ihnen blühen zu können. Also gehe ich weiter durch den Frühling – suche weiter – und was finde ich?

Traurige Menschen – ohne Trost und Hilfe.

Einsame Menschen – allein mit ihrem Herzeleid.

Haben sie nie das Erwachen des Frühlings in seiner ganzen Schönheit erkannt? Sind sie nie eine Knospe gewesen, die sich durch Wärme und Geborgenheit entfalten konnte? Entfalten  zu einer wunderschönen Blüte? Entfalten in ihrem ganzen Sein und Können?

Hat ein Sturmwind sie in ihrer vornehmsten Blütezeit dahingerafft? Abgeknickt und entwurzelt? War es ein menschlicher Unhold, der sie schamlos zertreten hat?

 

Auf all diese Fragen bekomme ich keine Antwort. Ich möchte ihnen etwas sagen, etwas Mut machen. Möchte mit ihnen ein Stück ihres Weges gehen. Ja, eine Freude möchte ich ihnen bereiten.

Warum begreifen sie das Erwachen in der Natur nicht? Warum hören sie nicht in der Frühe das muntere Zwitschern der Vögel? Warum lassen sie sich nicht von der Sonne erwärmen?

Ich habe es längst erkannt!

 

Der Mensch unserer Zeit hat den natürlichen Blick verloren.

 

Den Sinn für das Schöne. Die Gabe, seine Fähigkeiten zu verwirklichen. Gefährliche Strahlen flimmern ihnen eine andere unreale Welt vor ihre Augen. Ich glaube, die Menschen wollen es so …

 

Mit sehenden Augen können sie nicht mehr sehen!

Mit hörenden Ohren können sie nicht mehr hören!

 

Ein verdorbener Frühling? Haben Wind und Wetter die Sonne verdrängt? Was sind seine Früchte?

Aber wie ist es, wenn ich doch eine Blume finde? Eine, die mir besonders gut gefällt in ihrer Art und Weise?

Wie – wenn der Wind ihren Blütenstaub zu mir weht?

Wie – wenn der Duft ihrer Blüte mein Herz bewegt?

 

Ich versuche, mich gegen diesen Wind zu schützen. Eine unsichtbare Hand, eine starke Hand, hält mich. Diese starke Hand weiß etwas von mir, weiß etwas von meinem Sehnen.

 

An der Blütenpracht solcher Menschen will ich mich wohl erfreuen.

 

Ihr Wesen ist oft von geprägter Schönheit und faszinierend sind ihre Tugenden.

Sie blühen im Verborgenen, aber wie ein Vergißmeinnicht in meinem Herzen. So ein Mensch, so eine Blume unter den Menschen, könnte mir ein guter Freund sein, ein Freund, der zuhören kann, ein Freund, der mich versteht.

 

Aber pflücken werde ich so eine Blume nicht. Der Garten gehört mir nicht. Ich weiß, dass eine solche Blume tief an ihrer Wurzel verbunden sein kann mit einer anderen. Licht und Schatten, Freud und Leid haben sie gemeinsam getragen, das zeigt die Reife ihrer Blüte. Eine solche Wurzel darf man nicht zerstören! Keine von ihnen würde den neuen Frühling erleben. Keine von ihnen würde das Rauschen des Windes in den Zweigen mehr vernehmen.

 

In der Blütezeit sehe ich die Natur in einem feierlichen Gewand, geschmückt mit edlen Diamanten im Morgentau. Das allein kann Grund zur Freude sein. Ich möchte den Menschen zurufen:

 

Die Freude an dem Schöpfer dieser Dinge ist meine Stärke.

 

Es ist nicht eine trotzende Stärke, nein. Aber es geht eine wegweisende Kraft von ihm aus. Eine Geborgenheit, die einmal alles Sehnen erfüllen wird!

 

Wo sind die Blumen unter den Menschen, die diese Freude mit mir teilen wollen?

Wo sind sie? Wo?

 

Ich laufe weiter durch das frische Grün und suche. Alles ist noch nicht in voller Blütenpracht. Hier und dort wiegt der Wind noch manche schlafende Knospe. Aber bald, wenn die junge Lebenskraft drängt, wird sie sich dem Lichte öffnen.

 

 

Ich schaue mir die Knospen unter den Menschen an. Was ich nicht gesucht habe, das finde ich.

 

Ausdruckslose Kindergesichter – fragende Kinderaugen!

 

Was fragen sie? – Ist so das Leben?

Was suchen sie? – Ein Herz voll Liebe!

 

Diese Kinder sind vollgepumpt mit schmutzigen Dingen, die sie nicht verkraften können. Diese Kinder sind aufgehalten in ihrer Entwicklung durch eine Grenzüberschreitung der fortschrittlichen Technik…

Ihre Knospen können sich nicht zur natürlichen Schönheit entfalten!

Manch ein Vater ist verantwortungslos und lieblos manche Mutter. Niemand hat Zeit, um das Aufblühen ihrer Knospe mit dankbarer Freude zu erleben. Sie sind vom Wohlstand und Zeitgeist erfüllt, was ihren Blick verdunkelt. Solche Knospen faulen oftmals noch in ihrer Blütezeit…

 

Eine Schattenseite des Frühlings?

 

Andere Knospen, die ihren Blütenkelch in den Strahlen der Sonne öffnen, schließen sich am Abend wieder. Warum eigentlich?

War ihnen der Tag zu kalt?

War ihnen die Welt zu laut?

Lässt die Kühle der Nacht ihr zartes Empfinden erfrieren?

 

Eine Knospe beobachte ich täglich in ihrer Entfaltung. Ein Schmerz geht mir durch die Brust. Diese werdende Blume muss viel entbehren. Diese werdende Blume hat schon im Kern ihrer Blüte die Kälte des Schattens erfahren. Ich habe sie lieb und werde sie pflegen. Ich nehme mir Zeit dafür. Wir reden miteinander. Und was soll ich sagen? – Es tut ihr gut.

Ganz allmählich wird sie eine kostbare Blüte. Ich erfreue mich an ihr in stiller Dankbarkeit. Eine Blütenpracht wünsche ich ihr von geprägter Schönheit und faszinierender Tugend. Möchte ihre Blüte nur nach oben gerichtet bleiben. Mein Herz bangt ein wenig –

 

wird diese Blume Kraft genug haben, wenn die ersten Lebensstürme ihr begegnen?

 

Ganz anders sind die wilden, eigensinnigen Knospen. Sie öffnen sich nicht nur in der Sonne, nein, sie trotzen mit ihrem jungen Lebensdrang jedem Wetter. Sie breiten eigenmächtig ihre Blüten aus und verschleudern ihren Blütensaft! Sie sind von einer inneren Unruhe geprägt. Sonne und Herzenswärme kann ihre Wesensart nicht lange ertragen. Und doch, wenn man ihnen mit Liebe begegnet, nehmen sie es dankbar an. Arme Menschen sind es in ihrer Blütezeit. Sie kämpfen, um ihr Leben zu erhalten.

 

Eine besonders eigensinnige Knospe möchte ich pflegen, pflegen, bis ihre Wurzel gesund ist. Aber jedes Leben geht seinen Weg, man kann es nicht aufhalten. Eine tiefe Traurigkeit hat mich längst darüber erfasst! Nachdenklich und wieder suchend gehe ich weiter durch den Frühling.

Will die Sonne heute nicht scheinen?

Ziehen Wolken auf?

 

Eine bittere Wurzel lässt in meinem Herzen eine traurige Melodie anklingen und Tränen in meinen Augen wollen mir die Schönheit des Frühlings verwischen. Aber eine gewisse Hoffnung überwältigt mich und lässt mich mehr und mehr reifen.

Mein Weg führt durch den Wald.

Ich höre das Rauchen in seinen Zweigen und betrachte sein neues Leben. Der Duft dieser frischen Waldluft lässt mich tief durchatmen und gibt meinem Herzen neue Kraft. Sein dumpfes Rauschen zeigt mir, dass der Wind ein Spiel mit den Wipfeln der Bäume treibt. Es ist die Sprache des Waldes.

Was flüstert er denn?

Spricht der Wald mitten im Frühling vom Tod?

Fürchtet er das Sterben seiner Majestät?

 

Ich verstehe seine Sprache nicht und so lausche ich den Gesprächen der Menschen.

Worüber sprechen sie denn?

Ich höre genau hin!

Sie schwatzen miteinander, sie reden monoton, sie  murmeln etwas, einige flüstern und manche lachen sogar. Ihr Lachen ist eiskalt und unberechenbar. Mit den Augen sprechen sie ungewollt von ihrem Wesen. Ihre Worte verwirren mich! Ich höre immer das gleiche: Mode, Dauerwelle, Video, Fernsehen, Treibhaussalat – und wieder: Treibhaussalat, Fernsehen, Mode, Video, Nachbarn, Dauerwelle…

Welch eine Variante! Und alle sind eilig, ihre Interessen nehmen sie voll in Anspruch!

 

Von welchem Geist sind diese Menschen beherrscht?

 

Langsam gehe ich weiter. Viele Fragen stellen sich mir.

Aber wen soll ich fragen?

Wer lässt sich noch einen Moment aufhalten?

Noch etwas fällt mir auf. Ich sehe schweigende Menschen reden. Ihr Angesicht spricht von großer Enttäuschung. Sie sehen dem Treiben der Menschen zu. Sie haben keine Kraft mehr, keinen Mut und gewiss auch keine Hoffnung.

Ist der Sommer ihres Lebens schon vorbeizogen?

Sind sie Blumen, die zu früh verblüht und ausgetrocknet sind? Alles will mich erdrücken.

 

Ich möchte mit jemandem sprechen.

Ich suche und finde eine Blume unter den Menschen.

Darf ich ihr alles sagen, was mich innerlich bewegt? Darf ich meine Lasten in ihren zarten Blütenkelch legen? Ich tue es nicht. Es wäre zu schwer. Es könnte ihre Blütenpracht ein wenig knicken. Wir reden freundlich und herzlich miteinander.

Es tut uns gut!

 

Wohin gehe ich denn jetzt?

Zurück in den Wald – in die Stille.

Regenwolken haben das neue Leben in Wald und Feld getränkt. Die Luft ist kühl geworden. Aber noch mehr lässt mich die Kälte der Menschen zu frieren anfangen!

 

Ich gehe noch eine Weile etwas nachdenklich meinen Weg. Einige Sonnenstrahlen fallen wieder durch die Bäume und geben mir Wärme. Wärme ist wohltuend. Wärme gibt Geborgenheit. Wärme ist heilsam und noch etwas: Wärme kann befreiend sein, ich spüre es ganz deutlich! Der Wald lichtet sich.

Auf einen neuen Weg lockt mich der Frühling. An den Blüten hängen noch einige Regentropfen, die in der Sonne verdunsten. Sonne und Regen – denke ich – das gibt doch… Ich schaue zum Himmel und entdecke

 

einen wunderbaren Regenbogen.

 

Seine hellen Farben sind von unbeschreiblicher Schönheit.

 

 

Ist die erwachende Natur mit ihren lieblichen Tönen ein Spiegelbild des Regenbogens?

Oder ist der Regenbogen ein Abglanz der Natur?

Eine seltsame Frage. Weiß jemand die Antwort?

 

Fast unmerklich bleibe ich stehen und betrachte beides. Eine erhebende Freude erfüllt mich. War ich eben noch traurig, werde ich jetzt froh! Was hat es mit dem Regenbogen auf sich? Er ist ein Friedensbogen!

 

Einen Bund hat Gott mit den Menschen geschlossen zum Zeichen, dass es keine Sintflut mehr geben soll.

 

Die Erde sollte in ihrer natürlichen Vielfalt erhalten bleiben. Erhalten bleiben, denke ich, wirklich natürlich erhalten bleiben?

Will denn der Mensch das auch?

 

Mein Herz ist fröhlich und diese Freude möchte ich weitergeben.

Ob es jemand merkt?

 

Ich pflücke einen großen Strauß hübscher bunter Blumen. Auf meinem Weg singe ich ein Lied. Hier kann ich das, hier bin ich allein mit meiner Freude. Und welches Lied singe ich? Geh aus mein Herz  und suche Freud…

Es kommen mir einige Wanderer entgegen. Mein Gang ist beschwingt, nur ich singe nicht mehr, ich summe. Wir grüßen uns sehr freundlich und ich schaue in warmherzige Gesichter. Haben sie mein Summen gehört? Haben sie den Regenbogen gesehen? Ich weiß es nicht. Aber sie erfreuen sich mit mir an dem Wunder der Natur!

 

Der Waldweg endet an einer Straße. Mehr Häuser, mehr Menschen und wenig neues Leben. Ein bekanntes Bild. Verhärtete Gesichter, verzerrt und ohne Freude. Hier und dort begegne ich doch einem freundlichen Menschen, dessen Augen leuchten.

Solche Menschen sind Blumen am Straßenrand und nur wenige beachten sie.

 

In eines der Häuser trage ich meinen Frühlingsgruß hinein. Hin zu einer reifgewordenen Blume unter den Menschen. Mit ihren Augen kann sie die Farbenpracht nicht mehr sehen. Aber der frische Blumenduft kann ihr Herz bewegen und sie erfreuen. Mir bereitet dieses Grüßen ebenfalls Freude und so entsteht auf ganz einfache Weise eine doppelte Freude.

 

Gewiss gäbe es mehr Freude, wenn wir einander mehr helfen würden.

Gewiss gäbe es mehr Freude, wenn wir einander aufmerksamer begegnen würden.

 

Auf meiner Wanderung durch den Frühling sehe ich in Wald und Feld und Garten immer wieder Knospen, Blüten und Blumen mit einer ungesunden Farbe. Eine Farbe, die gar nicht in das farbenfrohe Kleid des Frühlings hinein passt. Blass, krank und schwach sehen sie aus. Angefault und abgestorben. Hat die Umwelt mir ihrer ungesunden Luft dazu beigetragen? Gibt der Boden nicht die richtige Nahrung zum Gedeihen? Hat niemand Zeit zur Pflege? Ich denke ein wenig nach.

 

Mir kommen die kranken Menschen in den Sinn.

 

Hat niemand Zeit zur Pflege?

 

Doch, viele Menschen werden in Heim und Haus versorgt. Sie finden Platz in sozialen Einrichtungen. Es sind Betreuer da und auch freiwillige Gemeindehelfer, die einen Dienst an dem Kranken tun. Es ist oft alles ganz vorbildlich durchorganisiert. Und doch bleibt ein trostloses Bild zurück!

 

Ist denn selbst die Pflege krank?

Oftmals ist es so. Die Herzen der Menschen sind krank, weil es ihnen an Liebe fehlt. Ein Mangel an selbstloser Liebe. Eine Liebe, die den anderen in seiner Not sieht. Eine aufopfernde Liebe mit einem freundlichen Wort, mit einem liebevollen Blick und ohne Hast.

Menschen, die ein wenig Sonne dem Kranken bringen.

Menschen, die den Kranken ein wenig in die Sonne bringen.

 

Hat doch die aufrichtige Nächstenliebe Ewigkeitswert!

 

Was sammelt der Mensch unserer Zeit für Werte?

Ist nicht alles vergänglich auf dieser Erde?

Sie sammeln und wissen nicht, wer es einnehmen wird.

Wo sind die Blumen unter den Menschen?

Ruft mich die schönste Zeit des Jahres noch immer? Soll ich noch weiter suchen?

 

Also gehe ich erwartend hinaus. Hinaus in einen Frühling, der seinen Abend erreicht hat.

Seine Blütenpracht neigt sich dem Ende. Verwaschen und kraftlos hängen diese an den Zweigen. Wind und Regen haben ihr Spiel mit den Blüten getrieben und langsam beginnt die Zeit des Reifwerdens. Ein warmer Frühlingstag kündet den Sommer an. Viele Menschen sind unterwegs. Sie machen eine Fahrt ins Grüne mit dem Auto oder mit dem Fahrrad. Andere gehen spazieren, und Kinder tummeln sich auf der Wiese und im Sand. Junge Menschen gehen verliebt Hand in Hand.

Ein recht buntes, fröhliches Bild und viel Leben.

 

Sind es die Blüten unter den Menschen?

Sind es die Blumen, die ich gesucht habe?

 

Ihr Gemüt ist aufgelockert und das Gesicht von der Sonne erwärmt. Habe ich endlich gefunden, was ich gesucht habe?

Mit einem fragenden Blick sehe ich ihrem fröhlichen Treiben zu. Tragen sie auch die Sonne im Herzen? Können sie auch Sonnenstrahlen von sich geben, wenn draußen ein Wetter tobt?

Wenn Blitz und Donner aus dem Munde anderer ihre Seele betrüben? Sind sie nur heute angenehm? Was ist morgen? –

Ich weiß es nicht –

Aber eins weiß ich,

 

Menschen brauchen die Sonne. Warum richten sie nicht ihren Blick nach oben, zu einer Sonne, die auch an kühlen Tagen wärmen kann?

 

Abseits, an einem stillen Flecken, lädt mich die Abendsonne zum Ausruhen ein. Gerne verweile ich hier. Der laue Abendwind trägt zarten Blütenduft herüber. Einige Blumen machen noch durch ihren herben Duft auf sich aufmerksam. Der frische Geruch des Nadelholzes und der Wiese dämpfen meine Müdigkeit. Der Blick auf die rotgoldene Abendsonne lässt mein Herz höher schlagen.

Ein Kampf beginnt in meinem Inneren. Ein Kampf mit der Natur?

 

Ich möchte ihn überwinden, möchte ihn besiegen.

Allein – es gelingt mir nicht.

Ist es die Glut der heißen Abendsonne?

Spricht ihr feuriges Temperament wortlos in die Abendstille?

War sie doch eben noch ein ruhender Pohl in meinen Augen –

Langsam verliert sich der rote Feuerball hinten den Wolken. Der Himmel trägt nur noch seine Farbe, die sich mit der ersten Dunkelheit vermengt.

Ist der Kampf entschieden?

Wer hat den Sieg davongetragen?

 

Etwas verträumt lehne ich mich zurück und lasse dabei meine Wanderung durch den Frühling an mir vorüberziehen. Von Ferne erklingt leise ein – Da capo al Fine – einer mir unbekannten Frühlingssinfonie.

 

Blumen habe ich gesucht, gefunden und gebunden…

Gepflanzt in meinem Herzen als Vergißmeinnicht.

 

Ist der Boden meines Herzens eigentlich gesund?

Will die Umwelt ihn verseuchen?

Ist die Wurzel meiner Blüte noch gesund?

Hat der Sturmwind etwas abknicken können?

Haben Menschen Blüte und Wurzel zertreten wollen?

Es ist ihnen nicht gelungen!

Es darf ihnen nicht gelingen!

 

Eine unsichtbare starke Hand hat mein Leben erhalten! Eine unsichtbare starke Hand wird mich durch den Sommer und den Herbst meines Lebens begleiten.

 

Die Abendsonne hat ihren Schein längst verloren.

Über mir breitet sich der sternenklare Himmel aus.

Die Nacht mit ihrer Kühle hat angefangen.

 

HEDI BODE



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