HERZLICH WILLKOMMEN !

 

Der Fokus dieser Webseite liegt in der Weitergabe von bibeltreuen Predigten als MP3 oder Videobotschaft und wertvollen Textbeiträgen für den wiedergeborenen Christen, aber auch für alle, die noch auf der Suche nach dem rettenden Glauben an Jesus Christus unterwegs sind.  

 

Auf unserer START-Seite bringen wir im wöchentlichen Wechsel stets ausgesuchte besonders wertvolle Beiträge zu den verschiedensten biblischen Themen - Aktuelles, Gedankenanstöße, Geschichten, aber auch Grundlegendes zum Evangelium - möge es allen auf dem Weg mit dem Herrn Jesus Christus eine segensreiche Hilfe sein!



2 IMPULSE ZUR ZEITLAGE

Hurra - der Schnee ist da!

 

Hi.37,5 Gott donnert mit seiner Stimme wunderbar; er tut große Dinge, die wir nicht verstehen.

 

Hi.37,6 Denn er gebietet dem Schnee: Falle auf die Erde!

 

Schnee, wohin das Auge blickt! Herrlich, wunderbar und rein die ganze Winterlandschaft! Zur Freude vieler Kinder, Schiliftbetreiber, Fremdenverkehrsorte, Hotelbesitzer, aber auch zum Leidwesen der Alten und gebrechlichen Menschen! Schneeflocken - ihre individuelle Form erhalten sie dabei durch die Temperatur, den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt ihres Gefrierens. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nie zwei komplexe Schneekristalle gegeben hat, die exakt gleich waren! Sie gehören zu den Wundern, die der allmächtige Schöpfer-Gott getan hat! Und über die wir immer wieder staunen werden, weil wir alle noch so wenig wissen!

 

Jes.1,18a Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee.

 

Das einzelne Schneekristall ist transparent, doch eine genügend große Menge Schnee sieht weiß aus. Unberührt, rein. Dieses Bild benutzt Gott für das Wunder der Vergebung, wenn ER sagt: „Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden“!

Sünden sind scharlachrot und fallen auf. Doch wenn sie vor Jesus Christus bekannt werden, vergibt und reinigt ER uns von all unserer Sündenschuld!

 

Ps.51,9b Wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!

 

Vielleicht staunst du gerade jetzt über diese vielen Schneeflocken, die vom Himmel fallen und einen wunderschönen weißen Mantel über die Erde legen! Doch kennst Du auch die Vergebung deiner Sünden, die weiß macht wie Schnee?  Der Schneefall erinnerte mich an eine geistliche Wahrheit! So wie der Schnee alles in unserem Blickfeld bedeckte, so bedeckt Gottes unverdiente Gnade unsere Sündenschuld.

 

Ps.147,16 Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche,

 

Ps 147,17 er wirft sein Eis wie Brocken; wer kann bestehen vor seinem Frost?

 

Der allmächtige, heilige Schöpfer-Gott, Herr aller Heerscharen, König aller Könige ist groß und von großer Kraft; und ist unbegreiflich, wie ER regiert! Sündenbekenntnis ist der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Gott bietet uns völlige Vergebung an, wenn wir unsere Sünden bekennen. Dann verspricht ER, uns zu reinigen! (1.Joh.1,9) ER wäscht unsere Herzen weiß wie Schnee und Wolle, die beide von Natur aus weiß sind. Aber wir müssen auch glauben, dass Jesus Christus die Macht hat, uns zu verändern!

 

Das Gewicht der Sünde wird nur durch das Blut Jesu Christi aufgewogen! Jeder, der Gottes große unverdiente Gnade durch den Kreuzestod SEINES Sohnes Jesus Christus annimmt, wird durch IHN „errettet“! Der erhöhte Herr Jesus Christus! Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee; und seine Augen waren wie eine Feuerflamme. Offb.1,14 Schnee wird in der Heiligen Schrift als ein Symbol für die Intensität von Weiß gebraucht. Die Sünden wie Scharlach werden weiß wie Schnee; die Kleidung des Herrn auf dem Berg der Verklärung war weiß wie Schnee! Gibt es ein reineres Weiß als Schneeweiß? Selbst die trübste Landschaft erstrahlt, wenn sie schneebedeckt ist. Erst wenn du mit deinen Sünden zu Jesus Christus gehst und ihn als deinen Retter annimmst, wäscht Gott dich so rein, dass du auch „im Herzen“ weiß wirst. Dann bist du weißer als Schnee! Je höher die Schneedecke wächst, desto stiller wird es, weil der Schnee die Geräusche dämpft! Jesus Christus, der im Heiligen Geist wirkt! Diese Erinnerung legt sich auf unser Bewusstsein wie schwebende Schneeflocken. Diese nachhaltige Berührung mit unserem Herrn stärkt unseren Glauben, der unser aller Leben trägt.

 

Walter Ertl

 

( Alle Bibelstellen der Schlachter 2000 entnommen )


 

Hunger und Armut hat sich zum Flächenbrand entwickelt!

 

Am.8,11 Siehe, es kommen Tage, spricht GOTT, der Herr, da werde ich einen Hunger ins Land senden; nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort des HERRN zu hören.

 

Pandemien, Inflation, Ukraine Krieg auch heuer im Jahr 2023 wird kein Ende der massiven Hungerkrise in Sicht sein! Die Menge der dadurch verlorenen Lebensmittel könnten somit eine Menge von zig Millionen Menschen satt machen! „Nahrungsmittel“ werden für die gesamte Menschheit immer knapper werden und für viele Menschen immer unerschwinglicher werden! Wir reden hier von 349 Millionen betroffenen Menschen! Und das in 79 Ländern der Erde! Diese Knappheit an Lebensmittel, die daraus resultierende Armut, der nicht gestillte Hunger wird sich zu einem großen Flächenbrand entwickeln! Not, Leid und Elend, wohin man sieht! Die gottlose Welt steht vor großen Herausforderungen und die Sorge um eine Energieknappheit wird weiter wachsen! Tatsächlich herrscht heute in vielen Gemeinden eine geistliche Hungersnot aufgrund des Mangels an treuen Predigern.

 

Ps.105,16 Und er rief eine Hungersnot herbei über das Land und zerschlug jede Stütze an Brot.

 

Die Sicherheit der Nahrungsversorgung! Hungersnot im geistlichen Sinn, nur auf diesem Weg werden die Wahrheiten der Schrift treu verkündet, so dass die Zuhörer mit geistlicher Nahrung versorgt und durch Gottes Wort verändert werden.

 

Ps.34,10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

 

Es geht mehr um ein ehrliches und treues Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Diese Furcht Gottes ist eine Frucht des in uns lebenden Heiligen Geistes. Darum ist es immer wichtig, die Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus zu pflegen! Die inneren Augen zu bekommen dort, wo Menschen nach SEINEM Wort hungern!  Haben wir also Geduld mit uns selber. Stärken wir unseren schwachen Glauben durch unsere Gebete mit unserem Schöpfer-Gott und die Stille Zeit seines Wortes!

 

Joh.6,35a Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.

 

ER ist das Brot des Lebens und deshalb die Antwort auf unseren Lebenshunger.Ich bin das Brot des Lebens“. Mit anderen Worten, ohne Jesus verhungert die Seele. ER ist es, der Kraft zum Leben schenktER öffnet Perspektiven, die über das Sichtbare hinausgehen. Jesus Christus ist es, der unseren Glauben ernährt! ER allein! ER ist Gottes gutes Wort an uns! ER ist der Schlüssel, der uns alle SEINE Worte in der Bibel im Alten und Neuen Testament aufschließt! Und wenn ich mich von seinem Wort ernähre, bekomme ich alles, was ich brauche, damit mein Leben gelenkt und geleitet wird!!

 

In Matthäus 25,35 sagt unser Herr Jesus : „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist“. Diese Aussagen zeigen mir, wie ich auf andere Menschen reagieren soll. Jesus möchte, dass ich jeden so behandle, als wäre es Jesus selbst. Wenn ich nach seinem Willen leben will, gehört es dazu, mich für andere Menschen einzusetzen. Ich sollte meine inneren Augen also generell offen halten und da helfen, wo Not am Mann ist! Also Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, sich Kranken zuwenden und Menschen im Gefängnis besuchen. Wo sind Menschen in meinem Umfeld, die hungrig sind nach SEINER Barmherzigkeit und Gnade? Greifen wir tagtäglich nach dem Brot des Lebens, das Jesus für uns ALLE bereithält. Werde satt mit und durch SEIN heiliges Wort! Gott segne und behüte Dich!

 

Walter Ertl  

( Alle Bibelstellen der Schlachter 2000 entnommen )


Feiern und spotten

 

In unserer Zeit folgt ein Fest dem anderen. Eine Party hier, ein Event dort. Die Medien fördern es kräftig und werben für das Vergnügen: "Fun" ist heute angesagt. Wenn bei solchen feuchtfröhlichen Partys die Stimmung "steigt", kommt das Gespräch schon einmal aufs Religiöse. Mit Spott und Ironie werden der christliche Glaube, die Kirche oder der Pfarrer lächerlich gemacht. In großer Gesellschaft geben viele ihr Bestes, um den Glauben und alles, was mit ihm zusammenhängt, zu verspotten. Man vergreift sich dabei an den heiligsten Dingen. Gott wird als einer verlacht, mit dem man leicht Spott treiben kann.

 

In der Bibel berichtet der Prophet Daniel über ein solches Fest in Babel. Als jedes Vergnügen ausgekostet war, ließ König Belsazar die heiligen Gefäße herbeiholen, die Nebukadnezar seinerzeit aus dem Tempelschatz von Jerusalem erbeutet hatte. Man trank Wein daraus, um damit den lebendigen Gott zu verspotten.

 

Als das Gelage seinen Höhepunkt erreichte, griff Gott ein. Eine Menschenhand erschien an der Wand und schrieb: "Mene, mene, tekel upharsin." Auf Deutsch übersetzt: "Gezählt, gezählt, gewogen und zerteilt." Sofort wurde allen klar: Jetzt haben wir es mit einem Höheren zu tun! Jetzt folgt die Abrechnung!

 

In unserer Zeit hat Gott noch nicht eingegriffen. Aber der Moment, in dem Er Rechenschaft fordern wird, liegt viel näher, als Sie denken. Gott lässt sich nicht spotten!

 

Vielleicht lachen Sie beim Lesen dieses Textes über "das fromme Getue", weil Sie das alles als wirklichkeitsfremd und unsinnig abtun. Jetzt können Sie noch so denken - aber demnächst nicht mehr. Bald wird Gott handeln und Sie werden vor Schrecken sprachlos ein - genauso wie König Belsazar in Daniel 5.

 

Wollen Sie nicht zur Einsicht kommen? Wollen Sie nicht zugeben: "Ja, wir machen uns bei unseren Partys schuldig. Wir meinen, alles tun zu dürfen. Wir rechnen eigentlich nicht mit Gott"?

 

Wenn Sie zu diesem Eingeständnis bereit sind, möchten wir Ihnen gern sagen: Es ist noch nicht zu spät! Heute können Sie noch zu Gott umkehren, und Ihre Sünden vor Ihm bekennen. Sie dürfen an Jesu schristus glauben, der auch Sie vor dem göttlichen Gericht retten will. Wenn Sie diesen Schritt tun, werden Sie von aller Schuld freigesprochen und brauchen sich vor Gott nicht mehr zu fürchten.

 

Nun dürfen Sie "feiern", weil Ihre Sünden vergeben sind und Sie Frieden mit Gott haben. Bald beginnt bei Gott im Himmel ein Fest, das nie aufhören wird.

 

Dieses Glück und diese Freude wünschen wir Ihnen.

 

aus "Sinnlos? Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, Beröa-Verlag, 5. Auflage 2021 


Jüngerschaft: Den Spielereien der Welt den Abschied geben

 

Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den er denen verheißen hat, die ihn lieben.
Jakobus 1,12

 

Es gibt ein Leiden unter den Menschen, das nur bei Christen bekannt ist: Sie nehmen willentlich und absichtlich und bewusst um Christi willen Bedrängnisse auf sich.

 

Solch ein absichtliches Leiden bedeutet, wenn es sich heute unter uns ereignet, eine seltene Kostbarkeit, deren Wert unermesslich ist und die eine Quelle des Reichtums darstellt, die alles Begriffsvermögen übersteigt. Leider ist es genauso selten, wie es kostbar ist. Denn wer wird in unserem dekadenten Zeitalter aus eigenem Antrieb in diese dunkle Mine hinabsteigen, um die dort lagernden Juwelen herauszugraben?

 

Man muss es eben selbst wollen – denn es gibt keine andere Möglichkeit, dahin zu gelangen. Gott will uns nicht zu dieser Art Leiden zwingen. Er wird uns ein solches Kreuz nicht auferlegen noch uns mit Reichtümern belästigen, die wir nicht haben wollen.

 

Es gibt Reichtümer, die solchen vorbehalten bleiben, die in der Legion derer dienen, die sich zum Opfer bereitfinden, die ihr Leben bis zum Tode hin nicht lieben, die freiwillig für Christus leiden und die ihrer Berufung treu bleiben, indem sie ein Leben führen, das den Teufel herausfordert und die Wut der Hölle entzündet.

 

Solche Menschen haben allen weltlichen Spielereien Lebewohl gesagt. Sie haben erwählt, mit dem Volk Gottes Schmach zu leiden. Sie haben Mühen und Bedrängnisse als ihr irdisches Los akzeptiert.

 

Aber wo findet man sie? Ist diese Art Christen auf Erden ausgestorben? Haben sich die Heiligen dem albernen Gejage nach Sicherheit angeschlossen?

 

Sind wir heute leidensscheu und unwillig zu sterben? Ich hoffe es nicht – befürchte es aber.

Und nur Gott weiß die Antwort!

aus "Verändert in sein Bild"  - Tägliche Andachten von A.W. Tozer - Tag: 01. Februar


Niemand stirbt aus Zufall!

Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68,21

 

Kinder Gottes, die sich schon der Hoffnung der seligen Stunde herzlich freuen, in der sie aus dem Elend in die Herrlichkeit eingehen werden, beben dennoch zuweilen vor dem Tode und scheuen sich davor. Das rührt ganz natürlich nur daher, dass sie noch nicht lauter Geist, sondern auch Fleisch sind, und dass, wie Luther sagt, das „dumme Fleisch“ nichts Besseres weiß. Bist du fremd vor Gott, ist das Gewissen krank und hast du nicht die Gewissheit der Freundschaft Gottes, dann ist es nicht verwunderlich, dass du beim Anblick des Todes erbebst, dann hast du aber auch allen Grund, diese Gewissheit bald zu suchen. Wenn aber auch diejenigen, die in einem guten Verhältnis zu ihrem Gott stehen, zuweilen von einer merkwürdigen Angst vor dem Tode ergriffen werden, dann sollen sie doch wissen, dass dies nur herrührt von den „feurigen Pfeilen“ des argen Satans, mit denen der Feind, solange er kann, die armen Herzen der Gläubigen zu verwunden sucht. Es hilft da nichts anderes, als den anzurufen, der mit Macht die Teufel austrieb.

 

In den Zeiten der Todesfurcht sollten wir besonders zwei Dinge bedenken.

 

Erstens, dass uns nichts geschehen kann, was nicht der treue Vater uns zusandte. Wir sollten nie vergessen, dass unser Heiland, der Treue und der Wahrhaftige, gesagt hat: „Eure Haare auf dem Haupte sind alle gezählt. Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Und doch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater. Ihr seid besser als viele Sperlinge.“

 

Ja, Herr, Du achtest uns wohl mehr wert als einen Sperling.

 

Dank und Lob sei Dir!

 

Dann wird uns nichts geschehen ohne Deinen Befehl.

 

Niemand stirbt aus Zufall, sondern man stirbt gerade in dem Augenblick, in dem man sterben soll, nicht früher und nicht später. „Alle Tage waren in Dein Buch geschrieben, die noch werden sollten“, sagt David. Und Hiob sagt: „Du, Herr, hast uns ein Ziel gesetzt, das wird kein Mensch überschreiten.“

 

Der Tod ist nicht ein Werk einer Krankheit oder des Schwertes, sondern ein Werk des Willens Gottes.

 

Wie ungebührlich ist es darum, wenn wiedergeborene Christen sich vor dem Tode fürchten! Kein Unglücksfall, keine Menschenhand, keine Seuche kann ihnen schaden, solange die Stunde nicht geschlagen hat, die neben ihrem Namen in dem Buch im Himmel eingetragen steht.

 

Zweitens: Ob es dem Fleisch auch widerstrebt, so ist es doch gut, dass der Herr uns ruft, wenn Seine Stunde da ist. Obwohl eine Mutter ihr Kind gar oft zum Schlafen zwingen muss und darum seinen kleinen Arm festhält, bis es durch Weinen ermüdet einschläft, so tut es dem Kinde doch gut, dass es Schlaf erhält. So ist es auch für einen Christen ein unendliches Glück, wenn er im Glauben entschläft aus einer Welt voller Gefahren, Sorgen und Not, obwohl das Fleisch diesen Schlaf nicht liebt. Wir müssen Gott danken, dass unsere Abneigung gegen den Tod uns nicht verdammt, da wir ja immer auf Vergebung leben.

 

Unsere Begnadigung steht auf einem weit festeren Grund, als dass sie durch eine Sünde oder Schwachheit erschüttert werden könnte, solange wir in allen Dingen unsere Hoffnung unter den Flügeln Christi haben. Wenn der Herr uns ruft, dann geschieht das Große, woran wir so lange gedacht haben, der feierliche Eintritt in die Ruhe des Herrn, in eine Welt, deren Herrlichkeit kein Auge vorher gesehen und kein Ohr vorher gehört hat. Bedenke nur, was es bedeutet, wenn wir von allem Übel in dieser argen Welt der Sünden und der Sorgen erlöst werden und all das Gute in Empfang nehmen sollen, das ein allmächtiger Gott Seinen Freunden in einem Reich der Seligkeit bereiten kann, wenn Er ihnen Gutes tun will!

 

So sehen wir denn, dass der Tod, obwohl die Natur ihn nicht liebt, sondern sich windet und sich vor ihm scheut, doch gut und wohltuend ist, wenn man nur unter den Flügeln Christi entschläft. Darum sollen die Christen ihr Herz vor Gott stillen und versuchen, eine milde, versöhnte Haltung dem Tod gegenüber zu erhalten, auf dass sie nicht in die Schlinge des Teufels fallen und anfangen, sich eigenwillig vor dem weisen und guten Willen ihres zärtlichen Vaters mit ihnen zu scheuen. - Dennoch ist es ganz in der Ordnung, dass es einem Christen wunderlich zumute wird, wenn der letzte Gast ihn grüßt.

 

Aus einer Welt in eine andere zu gehen - o welch ein Schritt ist das! Aus dem Schlafgemach vor das Antlitz des Höchsten zu treten, in den Kreis der heiligen Engel - bedenke, welch eine Veränderung! Vor welch wundersamem Gefühl muss das Herz doch in einer solchen Stunde klopfen!

 

Was aber für ein begnadigtes Kind ungebührlich ist, das ist jene eigenwillige Abscheu und jenes Bangen des Unglaubens, wodurch man den Einbruch des Todes als einen feindlichen Eingriff betrachtet, während er doch kommt, um uns von allem Übel zu befreien und uns eine gute Ruhe zu bereiten. Sollte man es wohl für einen feindlichen Eingriff halten, wenn eine Mutter ihr zartes Kind in die Wiege legt? Oder wenn ich von Feinden eingesperrt wäre und ein König käme mit seiner Kriegsmacht, mich zu befreien, dann erhöbe sich gewiss ein Streit und Lärm, sollte ich dann aber beben wie vor einem feindlichen Angriff? Sollte ich nicht bedenken, dass es mir zum Besten wäre?

 

Soll ich ängstlich werden, wenn ein feierlicher Zug von Engeln naht, um mich meinen Feinden zu entreißen und die Krone des Lebens auf mein Haupt zu setzen? Alles dies geschieht ja jedem Kinde Gottes in seinem Tode ebenso gewiss, wie unser Heiland bei Seinem zärtlichen Abschied sprach: „Ich werde wiederkommen und euch zu Mir nehmen, auf dass ihr seid, wo Ich bin.“

 

O Herr Jesu, lass mich nicht,

Lass mich nicht von Deiner Seite;

Du bist meine Zuversicht,

Deine Hand mich führ’ und leite,

Bis Du mich aus aller Not

Heim wirst hol’n zu Dir, mein Gott!

 

Aus dem ‘‘Täglichen Seelenbrot‘‘ von Olaf Rosenius

(herausgegeben von LUTH. MISSIONSVEREIN SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V. http://www.rosenius.de)  


Gott wird dich tragen

 

Gott wird dich tragen, drum sei nicht verzagt,
treu ist der Hüter, der über dich wacht.
Stark ist der Arm, der dein Leben gelenkt,
Gott ist ein Gott, der der Seinen gedenkt.

 

Gott wird dich tragen mit Händen so lind.  
Er hat dich lieb wie ein Vater sein Kind.
Das steht dem Glauben wie Felsen so fest:
Gott ist ein Gott, der uns nimmer verlässt.

 

Gott wird dich tragen, wenn einsam du gehst;
Gott wird dich hören, wenn weinend du flehst.
Glaub' es, wie bang dir der Morgen auch graut,
Gott ist ein Gott, dem man kühnlich vertraut.

 

Gott wird dich tragen durch Tage der Not;
Gott wird dir beistehn in Alter und Tod.
Fest steht das Wort, ob auch alles zerstäubt,
Gott ist ein Gott, der in Ewigkeit bleibt. 

Text: Walter Rauschenbusch (1890) 

Walt(h)er Rauschenbusch (* 4. Oktober 1861 in Rochester, New York, USA; † 25. Juli 1918 ebenda) war ein US-amerikanischer baptistischer Theologe, Vordenker und Hauptvertreter des Social Gospel und Autor mehrerer Schriften, die viel Beachtung erhielten und eine große Wirkung entfalteten.

 

Rauschenbusch war das jüngste von vier Kindern einer baptistischen Familie deutscher Herkunft. Sein Vater August Rauschenbusch war lutherischer Pfarrer in der siebten Generation, schloss sich aber gemeinsam mit seiner Ehefrau Caroline nach seiner Auswanderung in die USA den Baptisten an. Er kehrte später nach Deutschland zurück und übte durch seine schriftstellerische und theologische Lehrtätigkeit wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des damals noch jungen deutschen Baptistenbundes aus.

 

Ab 1879 besuchte er das Gymnasium in Deutschland, wo er 1883 das Abitur am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in Gütersloh machte. Es folgte ein Grundstudium an der Universität von Rochester in Rochester. In der gleichen Stadt erhielt er seine theologische Ausbildung am baptistischen Theologischen Seminar, die er 1886 beendete.

 

Rauschenbusch wurde Baptistenprediger der Second German Baptist Church in Hell's Kitchen, einer armen Gegend Manhattans. Hier beschäftigte ihn das Schicksal der vielen europäischen Einwanderer in die USA, die oft in städtischen Slums von New York City und anderen Großstädten landeten und verelendeten. Sie arbeiteten und lebten häufig unter menschenenunwürdigen Bedingungen und litten an Überarbeitung, Mangelernährung, Krankheiten, Gewalt, Alkoholismus, Kriminalität, Korruption und starben eines zu frühen Todes. Er schloss sich einer Gruppe von Gleichgesinnten an, aus der heraus das Konzept des Social Gospel entwickelt wurde, um etwas von der Gerechtigkeit des Reiches Gottes bereits in dieser Welt sichtbar werden zu lassen. 1891 während eines Sabbaticals in England und Deutschland arbeitete er diese neue Sichtweise weiter aus.

 

1897 erhielt Rauschenbusch einen Ruf als Professor an das Baptistische Theologische Seminar in Rochester. In mehreren Schriften, vor allem in Christianity and the Social Crisis (1907) und in A Theology of the Social Gospel (1917), schuf er die theologische Grundlage einer sozialen Dimension des Evangeliums und einer daraus resultierenden Verantwortung der Christen für gesellschaftliche Reformen als Schritte auf das Reich Gottes hin.