Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand. (Jeremia 18,6)

 

Im Haus des Töpfers

 

Gott schickt Jeremia in das Haus eines Töpfers, um ihm eine besondere Lektion für sein Volk mitzuteilen. Der Prophet beobachtet den Töpfer bei der Arbeit und lernt dabei etwas darüber, wie Gott mit den Menschen handelt. – Drei Aspekte aus den Versen 1-10 können wir hilfreich auf unser Glaubensleben anwenden:

 

Erstens: Gott ist souverän. Er hat das Recht und die Macht, so zu handeln, wie Er es tut. Wir sollen uns Ihm bereitwillig unterordnen und uns seinem Willen fügen. Gott besteht darauf, dass Er mit uns handeln kann, wie es in seinen Augen richtig ist, und dass Er uns keine Rechenschaft darüber ablegen muss (vgl. V. 4; Römer 9,19.20; Jeremia 50,44). Dabei kann sein Handeln manchmal sehr wehtun, und wenn wir nicht wissen, warum Gott so handelt, wie Er es tut, könnte uns das zur Verzweiflung bringen.

 

Was uns trösten kann, ist der zweite Aspekt: Gott spielt nicht mit uns. Für den Töpfer ist es eine Arbeit (Jeremia 18,3), Er meint es ernst. Er hat einen Zweck vor Augen und ein Ziel mit uns. Aber selbst dieser Gedanke hilft uns nicht immer weiter. Wir bleiben dann oft unruhig und haben Zweifel.

 

Wenn wir uns dem „Töpfer“ bereitwillig unter­ordnen und das Gute in seiner Arbeit erkennen wollen, muss unser Blick zum Töpfer selbst gehen. Das ist der dritte Punkt. Er, der gerade an dir arbeitet, ist nicht ein menschlicher Willkür­herrscher, sondern Er ist vollkommen gut und tut Gutes. Er ist Licht, und alles, wirklich alles, was Er tut, ist gerecht und gut. Er wird dich nicht unnötig quälen (Psalm 119,68; 1. Johannes 1,5; 1. Petrus 1,6).

 

Wenn Gott an uns arbeitet und uns dabei Schmerz zufügt, schreien wir gleichsam: „Weißt Du überhaupt, dass Du mir wehtust?“ Und Er antwortet liebevoll: „Ich weiß genau, wer du bist und was ich mit dir tue. Ich habe einen guten Plan für dich und habe Großes mit dir vor. Irgendwann wirst du es verstehen“ (vgl. Psalm 103,14; Jeremia 29,11; Hesekiel 14,23).

 

Aus "Der Herr ist nahe" - 09.08.2023