Aus "52 Wochen-Impulse" von Emanuel Keller

37. Gute Zeiten

 

Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. Psalm 30,7

 

Jeder Leserin und jedem Leser gönne ich von Herzen solche Zeiten, in denen es ihnen einfach gut geht. Eine bedrückende Zeit ist zu Ende gegangen; gnädig hat uns Gott aus einer Not herausgeführt. Oder wir freuen uns, dass wir über eine Versuchung, die uns immer wieder das Bein stellte, nun den Sieg geschenkt bekommen haben. Alles ist gut, und man kann sich nicht vorstellen, dass es anders sein könnte. David fühlte sich auf einen hohen, sicheren Fels gestellt (Psalm 30,8). Wie schön!

 

Gott gönnt uns solche Zeiten. Er weiss, dass wir sie brauchen, um aufzuatmen und wieder Mut zu schöpfen. David sagt, er sei durch Gottes Wohlgefallen in so eine sicher-frohe Zeit gekommen. Ja, es gefällt meinem Herrn, meine Füsse auf weiten Raum und festen Boden zu stellen (Psalm 31,9). Und er will gar nicht, dass wir dann pessimistisch sagen: "Ja, ja, schön und gut - aber es wird ja wieder Schweres kommen..."

 

Jeden Morgen sollen wir uns über die täglich neue Gnade freuen und fröhlich sein, auch wenn wir im Hinterkopf wissen: "Es kann immer mal wieder eine Prüfung kommen." Doch die Frage, was das wohl sein könnte, soll uns nicht bedrücken. Seien wir einfach in kindlichem Vertrauen froh und geborgen.

 

Ziehen aber Wolken auf, dann wissen wir ja, was wir zu tun haben. Davids Not in Psalm 30 war so happig, dass er dachte, Gott habe sein Antlitz vor ihm verborgen und kehre ihm nun uninteressiert den Rücken zu. Doch reagierte er richtig: Er schrie zum Herrn. Dankbar bin ich für einsame Waldwege in unserer Nähe, auf denen ich manchmal ungestört mal rufen kann: "Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!" (Lukas 18,38). Seine Antwort darauf kenne ich schon: "Was willst du, dass ich für dich tun soll?" (Lukas 18,41). Getrost lasse ich dann meine Herzenswünsche und Sorgen einfach aus mir heraussprudeln. Und bereits kommt in mir wieder frohe Gewissheit hoch. Ich bin ja in den besten Händen!

 

Es ist nicht falsch, wenn wir nach einer durchgestandenen Prüfung aufatmen oder uns über den geschenkten Sieg über Versuchung freuen und uns (natürlich irrtümlicherweise) recht stark fühlen.

 

Kommt aber wieder mal eine Zeit, in der wir uns unserer Zerbrechlichkeit schmerzhaft bewusst werden, wollen wir unsern Herrn Jesus einfach anrufen. Psalm 30 gibt uns die Gewissheit:

Der Herr verwandelt unsere Klage wieder in einen Freudentanz, und an die Stelle von Traurigkeit tritt ein Lobpreis, der nicht mehr enden will (Psalm 30,12-13).

 

Darum freu dich einfach über die Gnade am heutigen Tag.