Im Florenz des 16. Jahrhunderts betrachtete eine Gruppe von Künstlern einen riesigen Block aus wunderschönem Marmor. Er war über 4 Meter hoch, aber leider hatte ihn ein ungeschickter Bildhauer an einer Stelle grob verunstaltet. „Daraus kann man nichts mehr machen“, dachten die Künstler.

Doch eines Morgens errichtete ein junger Mann einen Zaun um den verlassenen Block. Von nun an hörte man mehrere Jahre lang das Klopfen des Meißels, der den Stein bearbeitete. Als der Zaun verschwand, staunten die Florentiner nicht schlecht: Sie erblickten eine wunderschöne David-Statue. Noch heute ist sie eines der Schmuck­stücke von Florenz. Unter dem Meißel des Meisters war aus dem formlosen und scheinbar unbrauchbaren Block ein herrliches Kunstwerk entstanden. Der David von Michelangelo (1475-1564) gilt als die bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte.

Es gibt Leute, die zerknirscht feststellen: „Ich habe mein Leben verschwendet.“ Sie spüren, dass der „Marmor ihres Lebens“ verunstaltet ist, und fragen sich, was von ihren Anstrengungen und Hoffnungen übrig geblieben ist.

Aber es gibt keinen Grund zu verzweifeln: Jesus Christus lädt uns ein, Ihm unser Leben anzu­vertrauen. Er kann uns zur Ehre Gottes formen. Das ist aber nur möglich, wenn wir unsere Pläne und Vorstellungen aufgeben und nur noch sein Wort, die Bibel, gelten lassen.

Vielleicht brauche ich erst mal etwas Distanz zu allem, was ich früher geliebt habe, weil es sonst seinem Werk im Weg steht. Wir müssen Ihn jedenfalls an unser Herz lassen - dorthin, wo der Sitz unserer Persönlichkeit ist. Denn was Er in mir gestalten will, ist sein eigenes Bild. Geduldig arbeitet Er daran, bis es Gestalt in mir gewinnt.

Ja, Jesus Christus kann aus dem, was ich verpfuscht habe,

ein Meisterwerk entstehen lassen.