Der alte Mann und die Medienflut.

 

Rolf Müller.

 

Unkontrollierte Zuwanderung muss verhindert werden. / Es gibt keine Obergrenze für Asyl. Jeder wird willkommen geheißen./ Wir schaffen das./ Die Hilfsbereitschaft der Bevölker-ung ist einzigartig./ Die Ängste in der Bevölkerung sind unan-gemessen./ Wer gegen die ungebremste Einwanderung von Flüchtlingen demonstriert, der schürt Fremdenhass und ist ein Rechtsradikaler./ Es muss verhindert werden, dass massen-weise Menschen ohne Kontrolle in Deutschland einreisen./ Die Polizei hat zu wenig Personal, um Konflikte zu verhindern./ Die Kommunen sind mit der Aufnahme der Flüchtlings-ströme überfordert./ Es müssen Lehrer eingestellt werden, Deutschkurse organisiert und das Gesundheitswesen neu geordnet werden, um die sanitäre Betreuung der Flüchtlinge zu gewährleisten. / Es müssen Unterkünfte in Turnhallen, Schulen, Zelten und Containern bereitgestellt wer-den./ Die deutschen Schulden beziffern sich in Billionenhöhe./ Wir streben einen ausgeglich-enen Haushalt ohne Neuver-schuldung an./ Wir sind ein reiches Land und von daher verpflichtet, uns um die Armen der ganzen Welt zu kümmern./ Wir schaffen das nicht allein./ Eine europäische Lösung muss gefunden werden./

 

Solche und ähnliche Nach-richten hört, liest und sieht der alte Mann jeden Tag. Medien gehören zu unserem Leben. Das ist zunächst positiv. Medien dienen der Kommunikation, erweitern den Horizont, ver-mitteln Bildung  und sorgen für Unterhaltung. Was dem alten Mann Sorgen macht, ist die ständig wachsende Medienflut. "Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen bestimmen das Handeln der Menschen." Der alte Mann merkt, dass er nicht durch Fakten, sondern durch Meinungen über Fakten beein-flusst wird. Da entsteht dann oft ein ganz falsches Bild der Wirklichkeit. Die Parolen in den Medien wollen die Öffentlich-keit in eine bestimmte Richtung lenken. Wer hat da noch Durchblick?

 

Der alte Mann fragt sich: Was höre ich, was lese ich, was sehe ich? Nicht alles, was berichtet wird, ist wahr. Die Medien informieren. Sie beeinflussen auch und desinformieren. Wie gehen wir damit um? Der alte Mann weist darauf hin, dass nicht die Medien an sich böse sind. Der Mensch ist das Problem. Medien sind ein Spiegel der Gesellschaft. Sie bedienen vorhandene Bedürf-nisse. Die Einschaltquoten bestimmen das Programm. Das wird vor allem beim Fernsehen deutlich. Es gibt drei Phasen: "Kluge Leute machen Programm für kluge Leute. Kluge Leute machen Programm für Dumme. Dumme machen Programm für Dumme." Die Spirale geht nach unten. Es gibt viele Sender, aber es ist oft der gleiche Schwach-sinn.

 

Der alte Mann muss den Umgang mit den Medien noch lernen. Er kann nicht alles konsumieren. Er will seine Seele nicht mit Müll füllen. Er muss Gutes und Schlechtes unter-scheiden. Er muss abwägen, wieviel Zeit er mit dem Medien-konsum verbringt. Er will seinen Tagesablauf nicht vom Fernsehen abhängig machen.

 

Es ist schwierig, sich in der Medienflut zurechtzufinden. Man kann leicht die Orientierung verlieren und sich von den Zeitströmungen fortreißen lassen.

 

Der alte Mann hat versucht, sich in den vielen widersprüchlichen Meldungen über das alles beherrschende Flüchtlingsdrama eine eigene Meinung zu bilden. Die Politik hat den Flüchtlings-strömen nichts entgegenzu-setzen. Die Schlagworte Toleranz und Humanismus zeigen die ganze Hilflosigkeit und Ratlosigkeit. Es ist zu spät, das Ruder herumzureißen. Die Zustände in den Aufnahme-einrichtungen sprechen Bände. Viele Migranten murren und tragen ihre Konflikte unter-einander aus. Die Nerven liegen blank. Mit klugen Sprüchen werden die Probleme nicht gelöst. Es wird neue Schwierig-keiten geben. Die unkontrollier-te Zuwanderung über die Grenzen hat die Unterbring-ungsmöglichkeiten erschöpft. Trotzdem stellen manche Politiker besorgte Bürger in die rechtsradikale Ecke. Wenn jemand Bedenken gegen die gegenwärtige Asylpolitik äußert, wird er als ausländerfeindlich eingestuft.

 

Der alte Mann hat zahlreiche Freunde und Bekannte, die bezweifeln, ob die Politik das Flüchtlingsproblem in abseh-barer Zeit lösen kann. Der alte Mann denkt genauso. Nach Meinung der Medien gehört er jetzt zu den Fremdenhassern. Er ist mit den vielen Tausenden, die ähnliche Bedenken haben, ohne es zu wollen oder zu wissen ein Nazi-Anhänger geworden. Damit wird er als "Pack", "Mischpoke" und als kriminell eingestuft.

 

Der alte Mann fragt, ob ver-nünftige Überlegungen und besorgte Fragen der Bürger in Deutschland verboten sind! Ist die Meinungsfreiheit, die übrigens von allen Medien als hohes Gut eingefordert wird, in Deutschland jetzt abgeschafft? Darf man das Wort Deutschland noch ungestraft aussprechen oder macht man sich damit schon verdächtig? Stellt man damit  die "bunte" Gutmensch-en-Ideologie schon in Frage?  Linke und Grüne machen sich stark für eine noch größere Zahl von Zuwanderern. Sie sind mit verantwortlich, wenn diese Menschen dann den Winter in Massenunterkünften und unbe-heizten Zelten verbringen müssen. Sollte man nicht besser realistisch bleiben und sich auf das Machbare beschränken?

 

Der alte Mann fürchtet, dass es dazu schon zu spät ist. Wir schaffen das nicht, weil auch die Willkommensbegeisterung in großen Teilen der Bevölkerung logischerweise nachgelassen hat. Die Medien zeigen ergreifende Einzelschicksale von Frauen und Kindern, denen geholfen werden muss. Von den Konflikten in den Aufnahmelagern, von der überforderten Polizei, von den vielen jungen männlichen Flüchtlingen, die sich schon vor ihrer "Integration" den demo-kratischen Rechtsnormen widersetzen, berichten sie nur am Rande.

 

Der alte Mann fühlt sich trotz der gigantischen Medienflut mangelhaft informiert. Was entspricht den Tatsachen? Was ist manipuliert? Welche Zahlen stimmen? Wer berichtet objektiv?

 

Kann sich der alte Mann als evangelischer Christ wenigstens auf die Aussagen der leitenden Persönlichkeiten der Kirche verlassen? Wenn er das täte, wäre er verlassen. Die Kirche schwimmt voll auf den Wellen des Zeitgeistes. Sie hat ihr biblisches Fundament verlassen und den Kompass mitsamt der Seekarte über Bord geworfen. Die Kirche als Institution geht dem Untergang entgegen. Sie kann auch durch ein groß gefeiertes Reformationsjubiläum nicht mehr gerettet werden.  

 

Muss der alte Mann jetzt verzweifeln? Nein, denn er glaubt der Bibel. Er weiß aus der Bibel, dass ein Christ auf die Zeichen der Zeit achtet.  Die Bibel ist für jeden Christen verbindlich. Alle Aussagen der Bibel haben sich in der Vergangenheit  erfüllt und werden sich in der Zukunft  noch erfüllen. "Was Gott sagt, trifft alles ein, es muss Ja und Amen sein." Ohne Gott kann der Mensch seine Probleme nicht bewältigen. Die Lösung scheitert am Menschen selber. Die Menschen sind nicht edel, hilfreich und gut, sondern böse von Jugend an. Das kann nur Gott ändern. Er bewirkt, was kein Sozialismus oder Atheismus kann: Er macht alles neu. Er setzt Regierungen ab und Regierungen ein. Wir haben das handgreiflich 1989 miterlebt. Was niemand für möglich hielt, hat Gott getan. Er hat sich wieder einmal mehr als Herr der Geschichte erwiesen.

 

Der alte Mann schreibt die gegenwärtige Völkerwanderung nicht dem Zufall, nicht dem Syrienkrieg und auch nicht der Willkommensbotschaft der Bundeskanzlerin zu. Keine dieser Ursachen hätten für sich genommen eine solche Sogwirkung auslösen können. Wer steckt dahinter? Der alte Mann ist nicht Gottes Geheimrat. Er weiß nicht, was Gott mit dieser Flüchtlingswelle bezweckt. Ist es Gericht für Europa oder Bereicherung? Wir leben in der letzten Zeit. Die Welt wird nicht am Klimawandel, am Ozonloch oder an der Flüchtlingskrise zugrunde gehen, sondern an ihrer Gottlosigkeit. Durch die Abwendung von Gott kommt alles Unheil und alle Ungerechtigkeit. Rettung ist möglich durch die Hinwendung zum Schöpfer.

 

"Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Das muss so geschehen, aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden.                    (Matthäus 24, 6-13).