factum Newsletter

Mai 2024

Liebe Leserin, lieber Leser

«Israel steht im Westen zunehmend isoliert da», schrieb ich im Editorial der aktuellen factum-Ausgabe (Nr. 03/2024 – Mai/Juni). Die Ereignisse der vergangenen Wochen bestätigen dies leider eindrücklich. Die USA wollen ihre Waffenlieferungen an Israel aufgrund Israels Offensive in Rafah im südlichen Gazastreifen aussetzen. Ein verheerendes Signal für die gesamte Region. Zeitgleich finden weltweit an vielen bedeutenden Universitäten zutiefst antisemitische «Protest-Camps» statt. Dann haben Norwegen, Irland und Spanien angekündigt, «Palästina» als Staat anzuerkennen. Und letzte Woche sprach der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu sowie dessen Verteidigungsminister Yoav Gallant aus und stellte sie damit auf eine Stufe mit den Hamas-Terroristen Yahya Sinwar, Ismail Haniyeh und Mohammed Deif. Als ob das noch nicht genug wäre, antwortete Steffen Hebestreit, der direkte Sprecher von Bundeskanzler Olaf Scholz, auf die Frage, ob «sich die Bundesregierung auf jedem Fall an die Entscheidung des internationalen Strafgerichtshofs halten und diese Entscheidung umsetzen» würde, mit: «Natürlich … Wir halten uns an Recht und Gesetz.» Mit anderen Worten: Deutschland würde Benjamin Netanjahu festnehmen, sobald dieser deutschen Boden betritt!

Vielleicht sollten sich diese Protagonisten folgendes vor Augen führen: Nur wenige Wochen, nachdem der Iran Israel massiv angegriffen und einmal mehr mit der Vernichtung desselben Staates gedroht hat, kamen der iranische Präsident Ebrahim Raisi, sowie dessen Aussenminister Hossein Amir-Abdollahian und weitere hochrangige Regierungsmitglieder bei einem Helikopterabsturz ums Leben. Beim Abflug in Aserbaidschan war das Wetter noch bestens, auch stürzte im Konvoi von drei Hubschraubern just derjenige mit Raisi ab. Es obliegt mir nicht, über die Gründe des Absturzes zu sinnieren, mich darüber zu freuen, oder zu urteilen, ob es ein «Fingerzeig» Gottes war. Aber ich weiss um die Stelle aus Sacharja 2,12: «Wer euch (Israel) antastet, der tastet meinen (Gottes) Augapfel an.» Es wird nicht ohne Folgen bleiben, Israel in einer ungerechtfertigten Art und Weise «anzutasten»!

Mit diesem Gedanken der Zuversicht wünsche ich Ihnen eine inspirierende Lektüre.

Herzliche Grüsse aus der factum-Redaktion

Ihr Raphael Berger

 

ESC: divers, antisemitisch, satanisch

Nemo Mettler aus der Schweiz hat mit seinem Lied «The Code» den diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) im schwedischen Malmö gewonnen. Nicht nur sein Name, sondern auch sein orange-weisses «Kostüm» erinnerte an einen Clownfisch. Clownfische sind männlich, produzieren männliche Keimzellen, wechseln später aber ihr Geschlecht und produzieren Eizellen, sind also Zwitter. Nemo identifiziert sich seit letztem November tatsächlich als «non-binär» (weder männlich noch weiblich) und präsentierte sich im kurzen Röckchen. In «The Code» zelebriert er die Selbstliebe und seine eigene Reise zum Coming-out. Zweigeschlechtlichkeit sei ein Code, den es zu knacken gilt.

Bezeichnend ist, dass Israel beim Juryvoting nur Platz zwölf bekam, beim Televoting dagegen mit Platz zwei beinahe siegte, was in der Gesamtwertung zum fünften Platz führte. In Deutschland und der Schweiz lag Israel bei den Zuschauern auf Platz eins. Die Israel vertretende 20-jährige Sängerin Eden Golan berührte in «Hurricane» durch einen schönen, melodischen Song in einem eleganten weissen Kleid. Es wird deutlich, wie weit sich eine politisch linke Elite von ihren Bürgern entfernt hat. Eden Golan musste für die Dauer des ESC vor einem wütenden Mob geschützt werden. Der israelische Geheimdienst war anwesend, sie fuhr in einer waffengeschützten Wagenkolonne vor, norwegische und dänische Polizisten halfen zusätzlich aus. Die irische ESC-Teilnehmerin wechselte das Hotelzimmer, weil sie nicht neben Eden schlafen wollte. In Malmö protestierten tagelang Tausende gegen die Teilnahme Israels, schwenkten palästinensische Fahnen und skandierten mit «From the River to the Sea» für die Ausweitung Gazas und Palästinas, gegen Israels Existenzrecht. Eden liess sich von all dem nicht beirren und zog in heldenhaft israelischer Manier ihren Auftritt durch.

Den linken, queeren Gruppen ist offenbar nicht klar, dass ein LGBTQ-Aktivist in Gaza sofort einem Lynchmob zum Opfer fallen würde. Homosexualität wird unter radikalen Muslimen nicht geduldet. Immerhin verurteilte der deutsche Antisemitismusbeauftragte Felix Klein die Proteste: «Es entspricht einem gängigen antisemitischen Muster, Israelis kollektiv in Haftung für Handlungen ihrer Regierung oder ihrer Armee zu nehmen, die sie oftmals selbst verurteilen.» «Das ist die typische Täter-Opfer-Umkehr. Das ist tiefverwurzelter Antisemitismus», sagte WELT-Autor Peter Huth in einem Interview über die Ausschreitungen. Die meisten hätten vergessen, dass es die Hamas war, die den Krieg begonnen hat – mit unfassbaren Gräueltaten. Eden Golan hatte ursprünglich mit ihrem Song, der zunächst «October Rain» hiess, daran erinnern wollen, doch der Titel musste auf Druck des Veranstalters geändert werden, wie auch einzelne Liedzeilen, die sich mit emotionalen Auswirkungen des Angriffs auf israelische Familien auseinandersetzten. Die abstraktere Zeile «I’m still broken from this hurricane» («Ich bin noch gebrochen von diesem Hurrikan») durfte bleiben, wie auch: «While the time goes wild, everyday I‘m losing my mind» («Während die Zeiten wild sind, verliere ich jeden Tag den Verstand»). Ministerpräsident Benjamin Netanjahu twitterte Eden: «Du trittst erfolgreich gegen eine hässliche Welle von Antisemitismus an und stellst dich ihr entgegen … Du hast unserem Staat Israel und unserem Volk grosse Ehre gemacht, Herzlichen Glückwunsch!»

Erneut war auch eine satanische Gruppe am ESC dabei: Die ebenfalls non-binäre «Bambie Thug» für Irland mit ihrem Song «Doomsday Blue». Den Zuschauern wurde live ein Pentagramm, umrundet mit einem Feuerkreis, präsentiert – samt zwei schauderhaft satanisch verkleideten Darstellern. Auch der Liedtext war entsprechend primitiv: «I speak to destroy … through twisted tongues, a hex deployed on you» («Ich spreche, um zu zerstören ... durch verdrehte Zungen ein Fluch auf dich gebracht»). In einem Interview erzählte die Darstellerin, dass sie dem Hexenkult frönt. Erschreckend, dass Bambie Thug für ihre höllenhafte Darstellung Platz sechs, gleich hinter Eden (Israel) gewann. Als Nemo seinen Pokal erhielt, setzte Bambie Thug ihm in einem blasphemisch anmutenden Akt eine Dornenkrone auf, die sie wegen ihres Slogans «Crown the witch» dabeihatte.

Umso unverständlicher Nemos Tränen und Worte, als er sich bedankte: Er wünsche sich eine Welt, in der jeder so sein dürfe, wie er ist. Minderheiten wie er bekommen ihre Vorrechte schon lange auf dem Silbertablett serviert. Acht der 37 Darsteller des ESC waren non-binär oder gehörten zur LGBTQ-Gruppe, vier daraus schafften es ins Finale. Doch wenn es um Mehrheiten, gar den Ausschluss eines ganzen Volkes und Landes wie Israel geht, steht keiner auf. Auf Change.org gibt es schon jetzt eine Petition unter dem Titel: «Ban Israel from Eurovision Song Contest 2025».

Der ESC will laut Eigendefinition unpolitisch sein und war noch nie politischer. Er wurde gegründet, um die Wunden des Zweiten Weltkriegs zu heilen. Auch davon ist er so weit entfernt wie nie zuvor. Sollen wir als Christen solche Veranstaltungen einfach ignorieren? Nein, es ist wichtig, hinzusehen, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt, und aus der Sicht Gottes unsere Stimme dazu zu erheben. Gleichzeitig ist es kein einfacher Spagat, einerseits Kritik zu üben und andererseits ein Herz für diejenigen zu haben, die ihren Lebenssinn in Ruhm, Queerness oder Okkultismus suchen. Denn oft verbirgt sich hinter einer scheinbar perfekten Fassade viel Not und Elend.

Umso tröstlicher ist es, dass die Schweizer und deutschen Zuschauer sich vom woken Zeitgeist nicht haben beeinflussen lassen und einfach der besten Darstellerin mit der schönsten Stimme und dazu der wahren Heldin des Abends Platz eins gaben: Eden Golan aus Israel.

Bettina Hahne-Waldscheck

 

Hirntumorzellen mit Plasma abtöten

Forschern aus Zwickau ist es gelungen, Hirntumorzellen durch die Behandlung mit physikalischem Plasma abzutöten. Durch das Verfahren soll es möglich werden, Hirntumore restlos zu entfernen. Heute ist dies nicht immer der Fall, was die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Tumorwachstums erhöht.

(fa.) Beteiligt an der Forschung sind Wissenschaftler und Mediziner der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau (HBK) und des Universitätsklinikums Magdeburg. Seit 2022 arbeiten sie gemeinsam an dem Ziel, Hirntumorgewebe mit modernsten Techniken auch an Stellen vollständig zu entfernen, wo dies vorher nicht sicher möglich war, ohne die Gesundheit des Patienten zu gefährden. Durch ihr verdrängendes oder invasives Wachstum können Hirntumore erhebliche neurologische Beschwerden auslösen und zum Tod des Patienten führen.

Die Forscher wollen dies mithilfe eines künstlich erzeugten physikalischen Plasmas erreichen. Im Gegensatz zu natürlichem Plasma, aus dem zum Beispiel die Sonne besteht, ist dieses ionisierte Gas mit maximal 50 Grad Celsius eher kühl und besitzt die Eigenschaft, Keime und ungewünschtes Gewebe gezielt zu zerstören. Dieses Prinzip wird schon erfolgreich in der Wundheilung und teilweise bei der Behandlung von Tumoren an der Haut und im Mund-, Kiefer-, oder Gesichtsbereich eingesetzt.

Unter Laborbedingungen gelang es den Forschern nun, das Verfahren erfolgreich bei unterschiedlichen Formen an Hirntumoren anzuwenden. Krebszellen konnten dabei fast zu hundert Prozent eliminiert werden. Nach den Erfolgen im Labor geht es für die Wissenschaftler nun darum, die Ergebnisse in die Praxis zu überführen. In einem ersten Schritt soll dabei gezüchtetes Tumorgewebe bekämpft werden. «Wenn es uns durch unser Verfahren gelingt, die Tumore auch an solchen komplizierten Stellen zu entfernen, würde dies Tumorpatienten eine ganz andere Sicherheit geben», blickt Prof. Dr. Maik Fröhlich von der WHZ optimistisch voraus.

 

Der Mensch kann die Biodiversität erhöhen

Die Anwesenheit des Menschen erhöht die Verschiedenartigkeit und Komplexität von Ökosystemen und wirkt sich oft positiv auf deren Biodiversität aus. Dies zeigt eine archäologische Studie von Forschern aus Köln und Tübingen.

(fa.) Kulturelle Diversität wirkt sich vermutlich insgesamt positiv auf die Biodiversität von Ökosystemen aus. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Shumon T. Hussain von der Universität zu Köln und Dr. Chris Baumann von der Universität Tübingen. Ihren Artikel veröffentlichten sie im renommierten Journal Philosophical Transactions of the Royal Society B. Die Studie trägt verschiedene Fallstudien aus dem Spätpleistozän zusammen (mutmasslich ca. 120 000 bis 118 000 Jahre vor heute*). Die Autoren argumentieren, dass die Idee, Menschen hätten als Jäger und Sammler harmonisch mit der Natur gelebt, das Grundproblem der menschlichen Interaktionen mit den Ökosystemen falsch charakterisiert. Ebenfalls kritisieren die Wissenschafter, dass in der jüngeren Vergangenheit im Zusammenhang mit Aussterbeereignissen oft versucht wurde, nachzuweisen, dass der Mensch bereits vor mutmasslich mehr als 10 000 Jahren aktiv in sein Ökosystem eingegriffen hat, mit überwiegend negativen Konsequenzen. Und so argumentieren sie, dass «Biodiversitätsregime nicht vom menschlichen Einwirken getrennt werden können und nicht alle diese Einflüsse immer nur negativ sind», erklärt Dr. Hussain.

Die Forscher zeigen, dass das Verhältnis von Menschen und Ökosystemen schon immer sehr viel komplizierter und vielschichtiger war und neben negativen auch regelhaft positive Biodiversitätseffekte zu verzeichnen sind. Es könne sogar gesagt werden, «dass es oftmals durch menschliche Aktivität lokal zu Biodiversitätsverlust kommt, an anderer Stelle Biodiversität aber stark gefördert wird, und diese Dynamiken daher in einen grösseren Zusammenhang gestellt werden müssen», so Hussain. Die Untersuchung stützt sich zudem auf eine jüngere Studie der beiden Autoren zu eiszeitlichen Raben, die zeigt, dass diese Vögel vom Menschen als Nachbarn profitiert haben. Hussain und Baumann zeigen auf, dass bestimmte Tiere vom menschlichen Einfluss profitieren und andere, die vom Menschen lokal ausgeschlossen werden, zum Beispiel grössere Raubtiere, auf andere Regionen ausweichen. Insgesamt erhöht dies die Heterogenität und Komplexität solcher Ökosysteme und wirkt sich oft positiv auf die Gesamtbiodiversität aus.

* Zeitzählung unter Annahme der Evolution. Wir vertreten eine «Junge Erde» von etwa 6000 Jahren.