Der alte Mann und Amalek (2. Mose 17, 8-16).

 

Rolf Müller.

 

Das Volk Israel hat die Knechtschaft hinter sich gelassen. Auf dem Weg ins Land der Verheißung stellt sich ihnen der Feind entgegen. „Da kam Amalek.“ Er will verhindern, dass Israel ins verheißene Land kommt. So ist es auch, wenn ein Mensch die Knechtschaft der Sünde hinter sich gelassen hat. Wenn jemand zum Glauben kommt, fängt der Kampf an. Der Feind will erreichen, dass wir auf dem Weg des Glaubens stecken bleiben.

Das Volk Israel hatte Gottes großartige Durchhilfe erlebt. „Da kam Amalek.“ Der alte Mann hat das auch schon erfahren. Nach einer gesegneten Freizeit, einer Konferenz, einem bewegenden Gottesdienst kommt die Gefahr. Satan will uns den Segen rauben. Amalek setzt auf Stärke. Er kommt mit Heer und Kraft. Amalek ist ein Bild für den Feind des Gottesvolkes zu allen Zeiten.

Israel hat den Kampf nicht gesucht. Es wurde hineingestellt. Amalek kommt nicht von vorn. Da könnte man sich darauf einstellen. Er kommt von hinten. Er hat ein hinterlistiges Wesen. Er verstellt sich. Wenn alles schläft, sät er das Unkraut unter den Weizen.

Der alte Mann weiß, dass Amalek gern die Schwachen, die Alten, die Nachzügler, die Frauen und Kinder angreift. Das sind auch heute die Brennpunkte des Angriffs Satans. Wenn die Kraft nachlässt, sinkt der Mut. Wenn Krankheiten kommen, ist die Anfechtung wirksam. Es ist die Art Satans, auf die Schwachen einzuschlagen. Der Herr Jesus dagegen nimmt sich der Schwachen an.

Das Volk Israel nimmt den Kampf in einer zweifachen Weise auf. Josua kämpft im Tal, Mose betet auf dem Berg. Beides ist wichtig! Den alten Mann wundert es, dass nicht das gesamte Volk kämpft.  Es sind nur Auserwählte. Man konnte in diesem Kampf nicht jeden gebrauchen. Es kommt nicht auf die Menge an.

Den ganzen Tag über war voller Einsatz gefordert. Der Kampf war hart. Ohne den Josua im Tal geht es nicht. Aber ebenso wichtig ist, dass Mose auf dem Berg betet. Kampf und Gebet, beides gehört zur Nachfolge. Gekämpft wird im Tal, entschieden wird auf dem Berg.

Beten heißt, mit Gott zusammenzuarbeiten. „Aufgabe des Beters ist nicht, Gottes Pläne zu ändern, sondern ihm zu vertrauen und für diese Pläne zu danken.“

Der alte Mann bedauert, dass heute so viel ohne Gott oder sogar gegen Gott getan wird. Das führt ins Nichts. Am Ende steht man mit leeren Händen da. Mose, der Mann Gottes, konnte diesen Gebetskampf nicht allein durchhalten. Seine Hände wurden schwer. Aaron und Hur stehen Mose zur Seite. Sie stützen ihm die Hände.

Auch der alte Mann weiß, dass er Brüder und Schwestern an seiner Seite braucht. Wir sind miteinander und füreinander verantwortlich auf dem Weg des Glaubens. Nur mit Unterstützung der Brüder konnte Mose durchhalten bis die Sonne unterging und der Sieg errungen wurde.

Josua bekommt den Auftrag, das Geschehen für die nachfolgenden Generationen aufzuschreiben. Es darf nicht vergessen werden. Es soll sich ins Gedächtnis einprägen. Ein Volk, das seine Vergangenheit vergisst, hat auch keine Zukunft. Geschichtsvergessenheit führt zu Gleichgültigkeit und Undankbarkeit.   

Der alte Mann ist wie Israel auf dem Weg ins verheißene Land. Sein großes Ziel ist die Herrlichkeit beim Herrn. Auf diesem Weg ist er nicht auf sich allein gestellt. Er weiß den Herrn an seiner Seite, der ihn bewahrt. Das ist der große Trost für uns Christen: Er bringt die Seinen ans Ziel. Kein Amalek, kein Tod und kein Teufel können ihn daran hindern.

 

Mein Heimat ist dort droben,

da aller Engel Schar

den großen Herrscher loben,

der alles ganz und gar

in seinen Händen träget

und für und für erhält,

auch alles hebt und leget

wie es ihm wohlgefällt.

 

Zu dem steht mein Verlangen,

da wollt ich gerne hin;

die Welt bin ich durchgangen,

dass ichs fast müde bin.

Je länger ich hier walle,

je wen`ger find ich Freud,

die meinem Geist gefalle,

das meist ist Herzeleid.

 

Du aber, meine Freude,

du meines Lebens Licht,

du ziehst mich, wenn ich scheide,

hin vor dein Angesicht

ins Haus der ewgen Wonne,

da ich stets freudenvoll

gleich wie die helle Sonne

mit andern leuchten soll.

 

 

(Paul Gerhardt).