Nimrod - irdischer Reichtum macht nicht satt!

 

Nimrod fing an, ein gewaltiger Herr werden auf Erden, und war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Der Anfang seines Reiches war Babel; und er baute Ninive und Resen. Dies ist die große Stadt. 1. Mose 10,8-12

 

In Nimrod haben wir ein Bild großer Erdenherrlichkeit vor uns. Er war der Enkel des Ham, den Noah verflucht hatte. Aber obwohl er zu diesem verfluchten Geschlecht gehörte, stieg er doch äußerlich zu großem Glanz empor. Er war nicht nur ein gewaltiger Jäger, der es mit den stärksten Tieren aufnahm, er war auch der Gründer eines großes Reiches. Babel, Erech, Akkad und Chalne waren der Anfang seines Reiches.

 

Man hätte denken können, das sei genug gewesen. Aber Nimrod war nicht befriedigt. Ein unersättlicher Tatendrang trieb ihn weiter. Immer neue Städte, Länder und Reiche musste er beherrschen, immer größere Herrlichkeiten besitzen. Er zog nach Assyrien, baute Ninive, Rehoboth-Ir und Kalah, dazu Resen, die große Stadt.

 

Was soll uns das zu erkennen geben? Wer irdischer Größe, Macht und Reichtum nachjagt, wird niemals satt. Er muss immer mehr haben. Hätte jemand den Nimrod gegen das Ende seines Lebens gefragt: "Hast du jetzt genug? Bist du jetzt glücklich!", er hätte gesagt: "Dies ist nur der kleine Anfang! Ich muss die ganze Welt gewinnen!"

 

Tersteegen war es gegeben, die Unersättlichkeit des Menschen zu kennzeichnen und zu erklären. Er sagt:

"Hab, was du willst; sei's noch so viel,

dein nagend Hungern hat kein Ziel.

Hab, was du willst, stets heißt's aufs neu,

ach, hätt' ich jenes noch dabei!

Und hast du's auch, so ist's nur Rauch.

Wie du's gefunden, ist's schon verschwunden.

Gott bleibt allein!" 

 

"Nur Gott allein! O güldnes Wort,

such's, wo du willst, am andern Ort,

du findst es nicht! Und wenn's geschicht,

auch dein Gefundnes ist es nicht.

Wer nicht begehrt, dem wird's gewährt

in Gott allein."

 

aus dem Andachtsbuch "Deine Zeugnisse - mein ewiges Erbe" von Alfred Christlieb - 24. Januar