Alan Redpath aus "Leben im Sieg"
Gebet
Lukas 11,5-8
Und er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir drei Brote, da mein Freund von der Reise bei mir angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll! (V. 5.6)
Die meisten Christen wissen sehr wenig über das Gebet des Glaubens. Wir lassen uns so viel Segen entgehen, indem wir zu früh aufhören zu beten. Oft ist das Problem allerdings nicht unser Widerwille, sondern unsere Unfähigkeit. Diese Geschichte aus Lukas 11 bietet uns eine "Anleitung" zum glaubensstarken Gebet.
Erst einmal gibt es ein Bedürfnis (V.6), einen unerwarteten Besucher, der sich mitten in der Nacht verirrt hat und in großer Not ist. Wie reagieren wir auf die Menschen um uns herum, die sich in der Dunkelheit der Sünde verirrt haben?
Der Mann nimmt den Reisenden bei sich zu Hause auf, obwohl er weiß, dass sein eigener Vorratsschrank leer ist. Aber Liebe und Sorge veranlassen ihn, den Gast aufzunehmen, der ihm zum Freund wird (V. 6), und einen Nachbarn um Hilfe zu bitten. Offen bekennt der Mann seine Unfähigkeit zu helfen: "Ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen soll", und mit dieser Einstellung treten wir in die Gegenwart Gottes. Aus uns heraus sind wir nichts und haben nichts und können in keiner Weise den bedürftigen Menschen um uns herum helfen. Zunächst erscheint der reiche Nachbar zurückhaltend, aber der Mann überzeugt ihn von der großen Not und seiner eigenen Armut, so dass ihm schließlich alles gegeben wird, was er braucht.
Diese Geschichte lehrt uns etwas sehr Wichtiges. Wenn wir unserem himmlischen Vater unsere abgrundtiefe Not schildern, ihm sagen, dass wir nichts haben, gibt er uns aus Liebe und Barmherzigkeit alles, was wir brauchen. Dabei ist es sehr wichtig, dass es uns, wie dem Mann in der Geschichte, nicht darum geht, uns selbst zu bereichern, indem wir alles in Anspruch nehmen, was Gott uns geben kann, sondern dass wir uns von dem Wunsche leiten lassen, seine Güte und Gnade an jene Menschen um uns herum weiterzugeben, die in tiefer Not sind.
Ein Gebet:
Lieber Herr, mach mir meine Schwachheit und Unzulänglichkeit bewusst,
wenn ich mich den Anforderungen einer bedürftigen Welt um mich herum stelle,
damit ich mit meiner Unfähigkeit als Beweis dafür dienen kann,
dass du alle meine Bedürfnisse zur Genüge erfüllst,
um deines Namens willen.
Andacht zum 25. Januar
