Aus "52 Wochen-Impulse" von Emanuel Keller

01. KW - Sicher geleitet

Niemals wich die Wolkensäule vom Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht -

2. Mose 13,22

 

Vierzig Jahre lang war sie immer da: Die Wolkensäule, die dem Volk Israel während der Wüstenwanderung den Weg zeigte. In der Hitze des Tages spendete sie Schatten und im Dunkel der Nacht leuchtete sie hell. Sie sorgte auch für einen gesunden Wanderrhythmus, indem sie mal kurze, mal lange Pausen anordnete. Und schließlich brachte sie das Volk sicher ans verheißene Ziel.

 

Niemals wich sie. Das ist erstaunlich. Hat nicht das Volk in ihrer Gegenwart gemurrt, gesündigt, Götzendienst betrieben und den von Gott bestimmten Weg als Irrweg bezeichnet? Aber die Wolke blieb.

 

Gott ist treu! Seine Absicht, dich und mich als seine geliebten Kinder sicher zu führen und ans herrliche Ziel zu bringen, ist größer und stärker als all unsere Schwankungen und Unsicherheiten, unser Versagen und Klagen.

 

Manchmal dachte ich schon: Ja, die Israeliten hatten es gut! Die hatten die Wolkensäule. Die war unübersehbar. Für uns aber ist es nicht immer leicht, den rechten Weg zu erkennen.

 

Nun möchte uns der Herr aber nicht weniger präzis führen als sein Volk im Alten Testament. Nur ist die Methode eine andere. Wir Gotteskinder heute sollen uns ja im Glauben auf unsern Herrn abstützen und nicht auf Sichtbares. Die Wolkensäule aber sah man schon von weitem. Dazu musste man dem Herrn gar nicht besonders nahe kommen.

 

Uns aber möchte er ganz dicht an Seinem Herzen haben - so nah, dass wir seinen Puls fühlen. Und anstelle der Wolkensäule hat er uns den Heiligen Geist gegeben. Auch dieser lässt uns nicht im Stich und bleibt treu bei uns (Joh. 14,17b). Allerdings ist er nicht einige Hundert Meter weit weg, sondern in uns drin! Jesus sagt über ihn: "Er wird euch alles lehren... Er wird euch in alle Wahrheit leiten", (Joh. 14,26; 16,13).

 

Wenn wir finden, es sei nicht immer einfach, den Willen Gottes in konkreten Situationen zu erkennen, wollen wir uns überlegen, ob wir vielleicht etwas dazu beitragen können, ihn besser zu verstehen:

 

  • Stimmt unser "Wanderrhythmus"? Haben wir genug Ruhezeiten, in denen wir stille werden und auf ihn hören können?

  • Hören wir schlecht, weil andere Stimmen lauter reden als der Heilige Geist? Das kann unser eigener Verstand und Wille sein. Aber auch von außen will so vieles buchstäblich in uns "hineinschreien". Darum wollen wir, soweit es in unserer Macht liegt, Störfaktoren ausschalten, aber auch Belastendes am Kreuz abladen, um besser zu hören.

  • Vielleicht meinen wir bloß, Seine Führung nicht zu verstehen, weil wir vom Herrn einen "Fünfjahresplan" mitgeteilt bekommen wollen, während er uns nur den nächsten Schritt zeigt. Wenn wir aber den kennen, sind wir bereits richtig geführt...

  • Oder wir bitten um Führung, warten auf ein feines Reden, hören aber gar nichts. So gehen wir dann etwas irritiert "einfach so" durch den Tag. Oft aber merken wir im Nachhinein staunend und erfreut, dass wir doch goldrichtig geleitet waren...

 

So wünsche ich uns allen immer regelmäßiger die Freude an seiner treuen und richtigen Führung und Leitung, aber auch immer mehr Übung im Kennen unseres Gottes und seines guten Willens für uns.