Gott spricht und bestellt einen Sturmwind, der hoch erhebt seine Wellen. Sie fahren hinauf zum Himmel, sinken hinab in die Tiefen; es zerschmilzt in der Not ihre Seele. Sie taumeln und schwanken wie ein Betrunkener, und zunichte wird all ihre Weisheit. Psalm 107,25–27

 

Verschwunden im Dunkel

 

Am 1. Januar 1995 tobt vor der holländischen Küste ein schwerer Orkan. Zwei Rettungsboote laufen aus, um einem Frachtschiff in Seenot zu helfen. Bei diesem Einsatz geht ein holländischer Helfer über Bord. An der sofort eingeleiteten Suchaktion beteiligt sich auch der Borkumer Seenotrettungskreuzer ALFRIED KRUPP. Nach ca. 2 ½ Stunden wird der Schiffbrüchige entdeckt und gerettet. Die ALFRIED KRUPP nimmt Kurs auf die Heimfahrt.

 

22.14 Uhr. Der Maschinist Theo Fischer ist vom oberen Fahrstand der ALFRIED KRUPP auf dem Weg in den Maschinenraum. Da wird das Schiff plötzlich von schweren Grundseen und gewaltigen Wassermassen erfasst. Es kentert, wird überrollt und liegt kurzzeitig kieloben. Teile der Ausrüstung reißen sich los, schlagen sich in die Decke ein. Zwei Scheiben brechen, die Elektrik wird beschädigt, die Motoren schalten sich sofort ab. Zwar richtet sich die ALFRIED KRUPP nach dem gewaltigen Schlag wieder selbst auf - doch Theo Fischer ist nicht mehr an Bord. Er hat sich für den Kontrollgang nach unten nur kurz abgeschnallt - da riss die Welle ihn fort.

 

Ja, das Leben ist gefährlich. Nicht nur auf dem Wasser, auch an Land. Sind wir vorbereitet, haben wir vorgesorgt? Kennen wir den, der das Leben jedes Menschen in seiner Hand hat? Kennen wir Jesus Christus als unseren Retter und Herrn? Er will uns Frieden im Gewissen und Ruhe im Herzen schenken. Er will unser Leben gestalten - und uns sicher „in den ersehnten Hafen“ bei Ihm bringen (V. 30). Vertrauen wir uns Ihm an!

 

Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. 1. Johannes 3,16

 

 

1. Januar 1995, 22.14 Uhr. Der Seenotrettungskreuzer ALFRIED KRUPP kentert in einem Orkan, richtet sich jedoch selbstständig wieder auf. Doch das Schiff ist manövrierunfähig - ohne Antrieb, ohne Strom. Der Fahrstand ist beschädigt, das Tochterboot zusammengedrückt. Die Mannschaft kann noch einen Notruf absetzen, dann bricht der Funkkontakt ab.

 

23.50 Uhr. Ein Helikopter sichtet das havarierte Schiff, das in schwerer See treibt. Vormann Bernhard Gruben hangelt sich aufs Vorschiff und versucht, das Winden-Seil des Hubschraubers zu greifen. Doch die See ist zu schwer, die Rollbewegung des Schiffs zu heftig - es liegt mit fast 100 Grad Schlagseite im Wasser. Gruben beschließt, sich zurück zum Aufbau zu hangeln. Doch da stürzt eine weitere gewaltige Wassermasse über das Schiff und er wird über Bord gerissen. Nur kurz noch ist das Lichtsignal an seiner Rettungsweste zu sehen, dann ist er verschwunden.

 

Über 87.000 Menschen sind in den 160 Jahren seit Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gerettet worden: Segler im Sturm, Fischer in Not, Seeleute auf Frachtern und Bohrinseln, Kranke und Schwangere von den Inseln. Doch immer wieder sind dabei auch Retter auf See geblieben.

 

Von ihnen, die ihr Leben eingesetzt und es verloren haben, gehen meine Gedanken zu dem größten aller Lebensretter: zu Jesus Christus. Er kam, um Menschen für die Ewigkeit zu retten, und wusste, dass Er dafür sein Leben lassen musste. Und Er war bereit dazu. - Weil Er am Kreuz gestorben ist, darf ich jetzt schon ein Leben mit Ihm führen und im Himmel einmal ewig bei Ihm sein. Seine Hingabe und Liebe überwältigen mich!

 

aus dem Kalender "Gute Saat" - 09. und 10.03.2026