Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.

(Matth. 18,20)

Jesus sollte … sterben; … damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte. (Joh. 11,51.52)

 

Die Gemeinde (4) – Nicht allein bleiben!

 

Das Neue Testament macht deutlich: Gott möchte, dass seine Kinder zusammenkommen. Manche Christen verspüren jedoch kein Bedürfnis, Gemeindestunden zu besuchen. Ein Leben als Einzelgänger-Christ scheint ihnen nichts auszumachen. Doch sie verpassen dabei etwas Wesentliches und entgehen dem Segen, den Gott schenken möchte.

 

Eine Zusammenkunft von Christen mit dem Herrn Jesus Christus in der Mitte ist ein erfüllender Moment der Freude und des Friedens – etwas, das man sonst nirgendwo findet. Allein zu bleiben, würde auch bedeuten, dem Herrn die Freude zu nehmen, „inmitten der Versammlung zu lobsingen“. Er selbst will dieses Lob und diese Freude auslösen, so wie Er es an seinem Auferstehungstag tat. Er will sich den Gläubigen offenbaren, und sie sollen sich an seinen Tod und seine Auferstehung erinnern (vgl. Hebräer 2,12; Johannes 20,19.20).

 

Nicht immer sind Trägheit oder Gleichgültigkeit der Grund, wenn Kinder Gottes den Zusammenkünften als Versammlung fernbleiben. Häufig gibt es konkrete und schmerzliche Erfahrungen: liebloses Verhalten von Glaubensgeschwistern; Predigten, die oberflächlich bleiben oder nicht verständlich sind sowie Spannungen, Machtkämpfe oder Meinungsverschiedenheiten. Dies ist in der Tat eine traurige Realität.

 

Doch lassen wir uns nicht entmutigen. Bitten wir Gott stattdessen, dass Er uns seinen Willen zeigt. Sagen wir Ihm unseren aufrichtigen Wunsch, als Gemeinde zusammenzukommen. Wer den Herrn liebt und Ihn durch Gehorsam und Hingabe ehren will, muss nicht allein bleiben. Er wird solche finden, „die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“ (2. Timotheus 2,22). Vertrauen wir Ihm!

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 13.06.2026

 

 

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So wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus.

Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, jedes einzelne von ihnen an dem Leib, wie es ihm gefallen hat. (1. Korinther 12,12.18)

 

Die Gemeinde (3) – ein Organismus

 

Die Versammlung oder Gemeinde Gottes besteht aus allen, die an Jesus Christus glauben und durch den Heiligen Geist mit Christus verbunden sind. Dadurch sind die Gläubigen auch miteinander verbunden. Die Gemeinde Gottes ist ein lebendiger Organismus – ein Leib, der aus vielen Gliedern besteht. Deshalb vergleicht die Bibel die Gemeinde mit dem menschlichen Körper. Dieser illustriert die harmonische Funktionsweise der Glieder, die eng miteinander verbunden sind und in gegenseitiger Abhängigkeit agieren, während sie zusammen einen Leib bilden. Der Heilige Geist übernimmt die Leitung in diesem Organismus. Er hat die Glieder – also die Gläubigen – dorthin gestellt, wo Er sie haben will, und jedem einzelne Fähigkeiten und eine bestimmte Verantwortung zugewiesen. Wie im menschlichen Körper ist kein Glied nutzlos. Alle Glieder, auch solche, deren Wirken nicht sofort sichtbar ist, sind für das Funktionieren des Ganzen unentbehrlich. Jedes Glied erfüllt seine Aufgaben zum Wohlergehen des ganzen Leibes.

 

Leider neigen wir Menschen dazu, die Dinge nach eigenen Vorstellungen zu organisieren. Gewiss ist es oft gut gemeint, hierarchische Strukturen mit Regeln und Traditionen einzuführen; schließlich will man für eine lebendige Gemeinde sorgen. Doch greifen wir damit nicht teilweise in Gottes Rechte ein? Und wird dadurch der von Gott geschaffene Organismus nicht sogar manchmal blockiert? Wenn alle Gläubigen an Jesus Christus, dem „Haupt seines Leibes“, festhalten (Kolosser 1,8; 2,19), indem sie Ihm vertrauen und in allen Fragen nach seinem Willen fragen, dann ist es auch heute noch möglich, den „Leib Christi“ als lebendigen, von Ihm gesteuerten Organismus zu erleben. 

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 09.06.2026

 

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… damit du weißt, wie man sich verhalten soll im Haus Gottes, das die Versammlung des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.

(1. Timotheus 3,15)

 

Die Gemeinde (2) – Gottes Haus

 

Was würdest du von jemand halten, den du in dein Haus einlädst, der aber sofort nach seiner Ankunft beginnt, dir die Entscheidungen über den Ablauf des Abends abzunehmen? Wenn dieser Gast bestimmt, welches Essen serviert wird, wie die Sitzordnung am Tisch aussieht und welche Musik gespielt wird? Du würdest zu Recht denken, dass er ein ziemlich dreister Gast ist – einer, der die Redensart „Fühl dich wie zu Hause!“ etwas zu wörtlich genommen hat.

 

Aber ist es nicht so, dass wir uns in der Versammlung oder Gemeinde, die das Haus Gottes ist, manchmal ähnlich verhalten?

 

Jesus nennt sie „meine Versammlung“ (Mat­thäus 16,18). Für sie hat Er am Kreuz sein Leben gegeben. Dieses Eigentumsrecht, das Er mit einem so hohen Preis erworben hat, schließt von vornherein den Anspruch der Menschen aus, „ihre“ Kirche oder Gemeinde zu gründen oder das Gemeindeleben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Die Gemeinde gehört Christus – und das soll auch gesehen werden.

 

Andere Bibeltexte sprechen von der Gemeinde Gottes und dem Haus Gottes. Wenn wir uns als Gemeinde versammeln, sind wir bei Ihm, nicht bei uns. Was dort geschieht, ist also nicht unserem eigenen Ermessen überlassen: Wir sind aufgerufen, den Willen des Hausherrn, Gott selbst, zu suchen. In der Bibel hat Er uns seine Gedanken zu diesem wichtigen Thema mitgeteilt: „… wie man sich verhalten soll im Haus Gottes, das die Versammlung des lebendigen Gottes ist“. 

 

Jeder Christ steht vor dieser grundlegenden Frage: Möchte ich Gemeinde nach meinen eigenen Vorstellungen leben und mich dort wie bei mir zu Hause fühlen – oder möchte ich den ehren, dem sie gehört?

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 05.06.2026

 

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Jesus sagte: Ich werde meine Versammlung bauen.(Matthäus 16,18)

Ihr aber seid Christi Leib  und Glieder im Einzelnen. (1. Korinther 12,27)

 

Die Gemeinde (1) – wie Gott sie sieht

 

Das Wort „Kirche“ oder „Gemeinde“ hat zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen. In der Umgangssprache bezeichnet „Kirche“ oft ein Gebäude, wo christliche Gottesdienste stattfinden. Außerdem wird manchmal von der „Ortsgemeinde“ gesprochen, wenn man die Christen meint, die sich regelmäßig an einem bestimmten Ort versammeln.

 

Wenn jedoch der Herr Jesus sagt: „Ich werde meine Versammlung (oder Gemeinde) bauen“, oder wenn der Apostel Paulus schreibt: „Christus hat die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben“ (Epheser 5,25), dann meinen sie kein Gebäude und auch keine bestimmte christliche Gruppe, sondern die Gesamtheit aller Christen, die an Jesus Christus als ihren Erlöser glauben. Diese Versammlung besteht seit dem Pfingsttag, als der Heilige Geist alle Gläubigen „zu einem Leib getauft“ hat (1. Korinther 12,13).

 

In den letzten 2000 Jahren hat sich das Christentum in eine Vielzahl von Gruppen aufgespalten. Jede von ihnen trägt ihren eigenen Namen, der sich meist auf eine bestimmte Lehre oder Gewohnheit bezieht. Und jede hat ihre eigene Mitgliederliste und spezielle Aufnahmerituale …

 

So etwas kennt die Bibel nicht. Sie lehrt vielmehr, dass der gläubige Christ nur zu einer geistlichen Gemeinschaft gehört: zur weltweiten Gemeinde, zur „Versammlung des lebendigen Gottes“ (1. Timotheus 3,15). Zwar kamen die Gläubigen damals an unterschiedlichen Orten zum Gottesdienst zusammen – vielfach auch in Wohnhäusern –, aber nirgends lesen wir von verschiedenen „Gemeinden“. Alle Gläubigen sind Teil der einen Gemeinde. Diese grundlegende Wahrheit ist auch heute noch aktuell.

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 01.06.2026