Aus "52 Wochen-Impulse" von Emanuel Keller

19. KW - Warten lohnt sich

 

Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden

Hebräer 10,12-13

 

Wie bitte? Jesus wartet? Heute noch? - Dass er in seinem Erdenleben warten musste, ist uns ja bewusst. Erst mit dreißig Jahren durfte er sein Wirken beginnen, musste aber auch dann noch warten. Er ordnete sich dem vollkommenen Zeitplan des Vaters unter. Alles, was er wirken durfte, musste reif sein - auch das Erlösungswerk Gottes, für das er Mensch geworden war. "Meine Stunde ist noch nicht gekommen", (Johannes 2,4), erklärte er seiner Mutter an der Hochzeit in Kana. Etliche Zeit später sagte er: "Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche", (Johannes 17,1). Und auch als er bald darauf am Kreuz hing, wartete er in größter körperlicher und seelischer Not, bis er wusste, dass sein Erlösungswerk nun vollendet war. Erst jetzt rief er: "Es ist vollbracht!", und starb (Johannes 19,28-30).

 

Hat er damit nun nicht genug gewartet? In Epheser 1,22 lesen wir: "Alles hat er unter seine Füße getan." Und doch wartet er laut Hebräer 10,12-13, bis seine Feinde unter seine Füße getan werden. Er wartet also auf das, was er bereits hat!

 

Darüber muss ich nachdenken! Denn auch bei dir und mir ist das so: Das, worauf wir warten - weil er es uns verheißen hat und wir es von ihm erbeten - das haben wir bereits. Und nicht zuletzt, weil Warten so schwierig und herausfordernd ist, nimmt Jesus daran Anteil, hat das Warten selber erlernt und erfahren. Er ist aus Liebe uns einfach in allem gleich geworden, kann mitfühlen, versteht und ermutigt uns: "Warte nur noch ein wenig. Dein Anliegen ist bereits erhört, und die Stunde kommt, in der du es sehen darfst."

 

Seien wir also ermutigt und im Warten eng mit unserem lieben Herrn Jesus verbunden; denn wir wissen ja:

 

  • Warten führt zur Freude (Sprüche 10,28).

  • Wer wartet, wird Frucht sehen (Jakobus 5,7).

  • Warten führt zu Gebetserhörung, Errettung, Ruhe und Sicherheit (Psalm 40,2-3).

  • Durchhaltendes, wachendes Warten bewirkt, dass wir bereit sind, wenn unser Herr zurückkommt, um seine Gemeinde zu sich zu nehmen (Lukas 12,35-37). Im Vertrauen Wartende erreichen das göttliche Ziel.

  • Und schließlich "Keiner wird zuschanden, der auf dich harret", (Psalm 25,3).