Alan Redpath aus "Leben im Sieg"
Damit Wunden wieder heilen
Epheser 4,22-25.32
Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat! (V. 32)
Wieviel einfacher ist es doch, jemanden zu kränken als um Verzeihung zu bitten! Wer Gottes Segen braucht, um seine Beziehung zu ihm wiederherzustellen, muss einen Schritt gehen, der Selbstverleugnung beinhaltet: ein NEIN zum Ich und ein JA zu ihm.
Als erstes muss die Verfehlung vor Gott bekannt werden. 1. Johannes 1,9 ist eine herrliche Wahrheit, und wir nehmen diese Reinigung jedes Mal in Anspruch, wenn wir unsere Sünden bekennen. Aber oft reicht das nicht. Wir sollen nicht weiter sündigen, damit die Gnade überfließen kann (Röm. 3,8). Wer eine Sünde bekennt, verhindert damit nicht, dass er sie noch einmal begeht. Der zweite Schritt besteht daher in Wiedergutmachung.
Wo jemand die Gemeinschaft zerstört, wenn gelogen wird, sich Zorn oder irgendeine andere unchristliche Haltung gegenüber einer anderen Person zeigt, setzt Vergebung ein Bekenntnis voraus. Nur so kann die Betrübnis des Heiligen Geistes wieder aufgehoben werden. Die Worte Jesu in Matthäus 6,14.15 sind in diesem Zusammenhang sehr treffend, denn wir bekennen unser Unrecht nicht nur denen, an denen wir schuldig geworden sind, sondern wir sollen auch denen vergeben, die uns Unrecht getan haben. Sagst du, dass du das nicht kannst? Das MUSST du aber, denn sonst kannst du selbst Gottes Vergebung nicht in Anspruch nehmen. Vielmehr zeigst du durch deine Hartherzigkeit, dass du seine Vergebung und die Bedeutung von Golgatha letztlich nicht wirklich erfahren hast.
Um die Auswirkung dieser Vergebung geht es in Vers 32. Sobald das Verhältnis zum Heiligen Geist wieder ungetrübt ist, fließen Liebe und Kraft in unsere Herzen, und das ist sofort daran zu erkennen, dass wir anderen freundlich, liebevoll und versöhnlich begegnen. Solches Verhalten ist nicht das Ergebnis eigener Bemühungen, sondern Ausdruck der Freundlichkeit, Liebe und Vergebung, die Gott uns erwies, als er seinen Sohn für uns in den Tod gab.
Fall auf die Knie und bete, dass du dies täglich erfährst,
während du bemüht bist, mit Gott zu leben.
Andacht zum 3. Juni
