Erkenntnis im Angesicht des Todes

 

Dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. (Lukas 23,41)

 

Während unter dem Kreuz viele Menschen Jesus verspotteten, richtete einer der Mitgekreuzigten bemerkenswerte Worte an Ihn – Worte, die den sterbenden Heiland außerordentlich erfreut haben müssen.

 

Im Licht Gottes erkannte der Räuber nicht nur seine eigene Schuld, sondern auch die makellose Reinheit dessen, der neben ihm hing. Der Glaube machte ihm bewusst, wie groß der moralische Abstand zwischen ihm und dem Herrn war – obwohl das natürliche Auge in diesem Augenblick keinen Unterschied erkennen konnte. Jesus hing wie er als Verurteilter am Kreuz, doch der Räuber sah in Ihm den vollkommen Schuldlosen.

 

„Dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan.“ Diese Worte gehen über die Zeugnisse von Judas, Pilatus und all den anderen hinaus. Judas Iskariot hatte zwar bekannt, dass er „schuldloses Blut über­liefert“ hatte (Matthäus 27,4), und Pilatus hatte erklärt: „Ich habe an diesem Menschen keine Schuld gefunden“ (Lukas 23,14). Doch die Aussage des Räubers offenbarte noch mehr: Seine Worte be­zeu­gen die moralische Vollkommenheit des Herrn Jesus. 

 

Dann wandte sich der Räuber mit einer Bitte an Jesus: „Gedenke meiner, Herr, wenn du in deinem Reich kommst!“ (V. 42):

 

  • Obwohl die Herrlichkeit Jesu hinter tiefer Erniedrigung verborgen war, erkannte er Ihn als den Herrn an.

  • Obwohl Jesus eine Dornenkrone trug, wandte sich der Räuber an Ihn als den rechtmäßigen König des Reiches.

  • Obwohl kein Entrinnen vom Tod möglich war, glaubte er doch an die Auferstehung und daran, dass der Herr „in seinem Reich kommen“ würde.

 

In kürzester Zeit bewirkte der Geist Gottes bei dem Räuber eine erstaunliche Erkenntnis über die Person Christi! Er sprach, als hätte er den Herrn Jesus schon viele Jahre gekannt. 

 

aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 04.01.2026