Gott segnet Ehrlichkeit
Du sollst nicht stehlen.
Dass doch niemand von euch leide als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der sich in fremde Sachen mischt; wenn aber als Christ, so schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott in diesem Namen. (2. Mose 20,15; 1. Petrus 4,15.16)
Es war in der armen Nachkriegszeit im Siegerland. Ein Christ baute mit viel Mühe ein einfaches Haus am Dorfrand für seine wachsende Familie – noch ohne Heizung und fließendes Wasser. Für den Anschluss an die Hauptwasserleitung fehlten lediglich 20 Meter Leitungsrohre. Doch genau diese Rohre waren – wie vieles in jener Zeit – einfach nicht erhältlich. So musste die Familie ihr Wasser täglich am Brunnen im Dorf holen.
Der Familienvater, der für eine Spedition arbeitete, freute sich, als er eines Tages ins Ruhrgebiet fahren sollte – dorthin, wo es solche Rohre zu kaufen gab. Doch als er erwartungsvoll an jenem Samstagmittag bei der betreffenden Firma ankam, war sie bereits geschlossen.
Der Pförtner hatte Mitleid mit ihm und ermutigte ihn, sich einfach bei den Rohren zu bedienen; er wolle beide Augen zudrücken. Doch das kam für den Christen nicht infrage. Er fuhr ohne Rohre wieder nach Hause – traurig, aber mit einem reinen Gewissen. Seiner enttäuschten Frau sagte er: „Ich will nicht aus gestohlenen Leitungen Wasser trinken.“
Und Gott belohnte seine Treue! Wenige Tage später erhielt er einen Anruf von einem Geschäftsmann, der ihm anbot, sich am nächsten Tag an einem bestimmten Ort die benötigten Rohre abzuholen.
Wenn die Tochter dieses Christen, inzwischen selbst hochbetagt, heute davon erzählt, lobt sie die Güte Gottes – und die Gottesfurcht ihres Vaters. Er war bereit, Nachteile in Kauf zu nehmen, um das Zeugnis Christi in dieser Welt nicht zu beeinträchtigen. Wie leicht lassen wir uns von günstigen Gelegenheiten verleiten, uns Vorteile auf eine unehrliche Weise zu verschaffen.
aus dem Kalender "Der Herr ist nahe" - 02.06.2026
