Ein verhängnisvolles "Draußen"

 

Fritz Binde

 

„Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.“ Offenbarung 22,15

 

Ein solches Draußen ist dem ungläubigen Menschen ungemein lächerlich. Dieses Draußen, sagt er, bezieht sich ja wohl auf den Himmel, ich glaube aber an keinen solchen Himmel, also geht mich die ganze Geschichte nichts an. Zudem bin ich kein Hund, kein Zauberer, kein Hurer oder Mörder usw. - das sind ja lauter ganz rückständige Begriffe einer veralteten Weltanschauung! - Ich bin ein aufgeklärter Mensch, bitte, bleiben Sie mir mit solchen Kindergeschichten vom Leibe!

 

Jawohl, die bequemste Art, sich das biblische Christentum vom Leibe zu halten, ist die, es als eine längst abgetane Rückständigkeit inhaltslos und ungültig zu machen. Zudem hat man biblisches Christentum so gut wie gar nicht kennen gelernt. Man kennt nur das Zerrbild des Christentums, das einem als äußerlich aufgezwungener Dogmenglaube und Formendienst schließlich nur Heuchelei und Volksverdummung scheint. Oder man kennt das Christentum nur als Moralpredigt, der man zwar in äußerlicher Weise, um sich mit der nötigen gutbürgerlichen Wohlanständigkeit zu dekorieren, noch ein wenig nachzukommen sucht, die aber innerlich nichts Verpflichtendes mehr für einen hat, durch wie viel Zusatz von moderner Wissenschaft und Kunst man solche Moralpredigten auch wieder schmackhaft zu machen sucht. So steht denn der moderne Ungläubige allem „Christlichen“ und Biblischen“ mit jener überlegenen, kühl ablehnenden Selbstsicherheit gegenüber, die nicht im mindesten erschrickt, wenn sie von einem „verhängnisvollen Draußen“ hört, das so viel als Ausschluss aus dem christlichen Himmel bedeutet. Mit den Engeln, den Spatzen und den Dummen.

 

Aber dadurch wird jenes „Draußen“ ja nicht im geringsten weniger verhängnisvoll. Es gehört mit zu der gedankenlosen Dreistigkeit des Unglaubens, dass er meint, Gott, Ewigkeit und Gericht mit einer Handbewegung abtun zu können. Das eitle Menschlein meint, was es in seinem gelehrten oder ungelehrten Unsinn beschließe, sei so gut wie ein Weltregierungerlass. Wie einen Bazillus hat man den persönlichen Gott und sein Wort unter die Lupe genommen und mit aller Verständigkeit bewiesen, dass dieses hinfort nichts mehr zu bedeuten hat. Mit derselben „Wissenschaftlichkeit“ hat man die biblisch geoffenbarte Auferstehung der Toten zum Gericht in der Ewigkeit zum simplen Problem der menschlichen Unsterblichkeit verflüchtigt, das heißt, Auferstehung, Gericht und Los in der Ewigkeit zu einer offenen Frage gemacht, die sich jeder beantworten kann, ganz wie er will. Als ob solche blöde Willkür im Kopfe des beschränkten, anmaßenden Menschen irgendwie über jene zukünftigen, ernsten Dinge, über Sein oder Nichtsein zu bestimmen hätte! Nein, mein Freund, hier hast nicht du, sondern hier hat Gott selbst die letzte Antwort zu geben. Rede du was du willst, er wird es dir schon beweisen, dass er ist, und dir zeigen, was Auferstehung, Gericht und Ewigkeit für dich zu bedeuten haben. Und dann wird sich auch das Wort vom „verhängnisvollen Draußen“ für dich erledigen, ganz gleichgültig, ob du jetzt gläubig oder ungläubig hier zuhörst.

 

Denn dieses Wort vom verhängnisvollen Draußen gleicht der Inschrift einer Warnungstafel, aufgestellt nahezu am Ende der Bibel. Viele meinen ja, die Bibel sei ein unklares, widerspruchsvolles Buch. Aber es gibt kein Buch, das mit solcher Bestimmtheit redet und so folgerichtig von der ersten bis zur letzten Seite aufrechterhält und durchführt, was es zu sagen hat, wie die Bibel.

 

entnommen dem Telegram-Kanal von Georg Walter

"umhergetrieben von jeder Lehre"

veröffentlicht am 27.03.2026