Alan Redpath aus "Leben im Sieg"

Die Stunde ist gekommen

Johannes 13,1

 

Vor dem Passahfest aber, als Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zu dem Vater hinzugehen - da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende.

 

Wenn wir über die Ereignisse der Karwoche nachsinnen, ist es wichtig, alle vier Evangelien einzubeziehen. Lukas gibt einen kurzen Einblick in die Gewohnheit Jesu, jede Nacht zum Ölberg zu gehen (21,37) - hat er jemals geschlafen? Dann folgen Berichte über die Vorbereitung des Passahfestes, aber Johannes erzählt von einem besonderen Ereignis von großer Wichtigkeit. Die Schlüsselworte stehen hier in Vers 1: "Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, zu dem Vater hinzugehen."

 

Er wurde sozusagen von Gottes Zeitplan durchs Leben geführt, und er ging in majestätischen und bedächtigen Schritten. Johannes weist darauf in seinem Bericht über die Reisetätigkeit des Herrn hin, und die erste Stelle, an der etwas darüber steht, ist die Erzählung über die Hochzeit von Kana, dem Schauplatz seines ersten Wunders (Joh. 2,4). In Kapitel 7,30 und 8,20 ist es seinen Feinden unmöglich, ihn festzunehmen, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. In Kapitel 12 findet ein Szenenwechsel statt, und in den Versen 23 und 27 weiß Jesus, dass seine Zeit auf der Erde sich nun schnell dem Ende nähert. Wenn wir nun Kapitel 17,1 aufschlagen, ist es soweit: "Die Stunde ist gekommen", und es gibt kein Zurück.

 

Wir können uns nicht vorstellen, was bei diesen Gelegenheiten in unserem Herrn vorging, aber sein unerschütterlicher Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes ist höchst offenkundig, und wir staunen, dass er diesen einsamen Weg um unseret- und nicht um seinetwillen ging. In diesem Zusammenhang sollte man Paulus' Worte in Römer 5,6-8 lesen: "Christus ist zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben." Welch beispiellose Liebe!

 

Andacht zum 25. März (Gedanken zur Karwoche)