Als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.
Apostelgeschichte 2,1–3
Das Fest der Pfingsten (1)
Sieben Wochen sind vergangen seit jenen dramatischen Ereignissen, die ganz Jerusalem und Umgebung in Atem gehalten haben. Jesus Christus, der wundermächtige Lehrer und Prediger, wurde von den Führern des Volkes wegen Aufruhrs angeklagt, in einem rechtswidrigen Prozess unschuldig zum Tod verurteilt und grausam hingerichtet. Seine Anhänger hatten sich voller Angst zurückgezogen, wagten kaum, sich zu zeigen. Die Ankläger Jesu wähnten sich am Ziel: Endlich ist Ruhe eingekehrt. Doch ist das wirklich so? Für die leider so blinden Führer des Volkes fängt der „Ärger“ erst richtig an.
In Jerusalem wird das „Fest der Wochen“ gefeiert, eins der drei großen jüdischen Feste. Es ist ein Erntedankfest und findet 50 Tage nach dem Passahfest bzw. dem Fest der Erstlingsgarbe statt. Jerusalem ist in diesen Tagen wieder voller Pilger, voller Menschen, die mit religiösem Eifer das Fest begehen wollen. Doch Gott hat etwas Neues im Sinn. Einen neuen Anfang, dessen Grundstein sein Sohn Jesus Christus gelegt hat. Die ersten Christen sind alle an einem Ort zusammen, als etwas Überwältigendes geschieht. Lukas, der Chronist, beschreibt es bildhaft: ein gewaltiges Brausen, wie von einem Sturmwind, und zerteilte Zungen wie von Feuer. Alle dort Versammelten haben soeben den Heiligen Geist empfangen!
Eins wird deutlich: Es ist ein mächtiges Ereignis, ein Eingreifen vom Himmel, das hier stattfindet. Ein Eingreifen, das sich nicht verdrängen oder leugnen lässt. Aufgeregt und neugierig strömen die Menschen aus allen Himmelsrichtungen zusammen, denn jeder hört die Nachfolger Christi in seiner Sprache reden.
Petrus aber stand auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Männer von Judäa und ihr alle, die ihr in Jerusalem wohnt ... dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure alten Männer werden Träume haben. ... Und es wird geschehen: Jeder, der irgend den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.“
Apostelgeschichte 2,14.16.17.21
Das Fest der Pfingsten (2)
Jesus Christus hatte seinen Jüngern beim letzten Zusammensein vor seinem Sterben am Kreuz angekündigt, dass Er bald zu seinem Vater im Himmel zurückkehren würde. Er versprach ihnen: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch“ (Johannes 14,16–18).
Dieses Versprechen löste Jesus Christus jetzt ein - begleitet von spektakulären äußeren Zeichen. So konnten die ersten Christen plötzlich in Fremdsprachen sprechen, die sie nie gelernt hatten, und richteten sich damit direkt an die ausländischen Pilger, die sich zu diesem Zeitpunkt in Jerusalem aufhielten.
Doch vor allem die innere Verwandlung der Nachfolger Jesu macht sprachlos. Furcht, Verzagtheit und Scheu sind wie weggeblasen. Die Jünger, die sich nach dem Tod Jesu noch hinter verschlossenen Türen versteckt hielten, treten nun mutig an die Öffentlichkeit. Petrus nutzt die Gelegenheit und hält seine erste flammende Predigt - vor einer staunenden Menge in Jerusalem. Mit klaren Worten ruft er alle Zuhörer zum Glauben an den Herrn Jesus Christus auf.
aus dem Gute Saat-Kalender - 24.05. und 25.05.2026
