Die sieben „Ich bin“-Worte im Johannesevangelium

 

Ich bin das Brot des Lebens                                        Joh. 6,32-35,47-59

Ich bin das Licht der Welt                                            Joh. 8,12

Ich bin die Tür                                                              Joh.10,1-10

Ich bin der gute Hirte                                                   Joh. 10,11-18, 27-30

Ich bin die Auferstehung und das Leben                     Joh. 11,25-26

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben            Joh. 14,6

Ich bin der wahre Weinstock                                       Joh. 15,1-6

Fotos Aus der Broschüre ‘‘Ich bin Worte‘‘ Missionswerk Friedensbote entnommen

 

 

 

Ich bin das Brot des Lebens

Joh. 6,32-35

Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.

34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! 35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens.[5] Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten.

 

Joh. 6,47-59

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49

Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben;

 

Parallelstellen:

 

Lebens: Joh. 11,25; 14,6 – die anderen ICH-BIN-WORTE

 

Hungern: Jes. 55,2-3;

Warum wiegt ihr Geld ab[1] für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise! 3 Neigt eure Ohren und kommt her zu mir; hört, so wird eure Seele leben! Denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren: die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind.[2]

 

Offb. 7,16

Und sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten; auch wird sie die Sonne nicht treffen noch irgend eine Hitze;

 

Dürsten: Joh. 4,14; 7,37-38

Quelle des Lebens, Ströme lebendigen Wassers

Jesus gibt uns mit seinen „Ich-bin-Worten“ Bildnisse aus unserem irdischen Leben. Jedes einzelne ist ein Synonym für seine Wesensart in der Bedeutung für unsere Nachfolge.

 

Vor diesem Ich-bin-Wort steht auch nicht zufällig die Speisung der Fünftausend. Aus 5 Broten und 2 Fischen speiste der Herr die Volksmenge von 5000 Männern (zuzügl. Frauen, Kinder) in der Weise, das noch 12 Körbe Brocken anschließend übrig blieben. Das war nun ein ähnliches Wunderwirken wie das Manna in der Wüste. Doch Jesus wollte damit auch aufzeigen, dass es nicht nur Nahrung für den Bauch wichtig ist, sondern vielmehr geistige Speise, eine, die bis ins ewige Leben reicht. Daraufhin fragen auch die Jünger den Herrn, was Er denn wirkt, damit sie glauben können.

 

Jesus also als das Brot des Lebens ist die unentbehrliche geistliche Nahrung für unser Glaubensleben. Brot ist im Irdischen nur körperliche Nahrung. Und das soll uns das Bild des Brotes zeigen: Ohne Nahrung wird man erst mager und krank und schließlich führt Nahrungsentzug zum Tod. Und diese irdischen Tatsachen geistlich umgesetzt heißt, dass wir ohne geistliche Nahrung im Glaubensleben ebenso verkümmern, krank werden oder sogar den geistigen Tod, also Abfall vom Glauben erleiden können. Also ist der Herr Jesus als Brot des Lebens der Erhalter unseres geistlichen Lebens.

 

Schauen auf den praktischen Alltag unserer hiesigen Esskultur. Im Normalfall essen wir drei Mahlzeiten am Tag! Auch dank der Gnade und Fürsorge unseres Herrn Jesus Christus, dass wir in unserem Land nicht Hunter leiden müssen. Hier kämpfen wir eher mit dem Gegenteil, dass man übergewichtig wird. Aber man bedenke – 3x am Tag. Machen wir das auch mit dem Brot des Lebens, z.B. nehmen wir uns regelmäßig 3x – zumindest mehr als einmal morgens – die Zeit für den Herrn? Und wenn nicht, warum? Habe ich keinen Hunger nach dem Brot des Lebens? Wenn ich dreimal etwas esse, weil ich das Bedürfnis habe zu essen, wieso ist das so schwer mit dem geistlichen Appetit?

 

Auch das Abendmahl, das Brotbrechen, steht im Zusammenhang mit unserem „Brot des Lebens“, da haben wir in jedem Fall auch Gemeinschaft mit Geschwistern, wenn wir das Gedächtnismahl halten. Ist auch kein Zufall, dass der Herr das „Brot“ auch hier verwendet für sich, für seinen Leib, den er hingegeben hat.

 

Ein anderes Bild für den Gläubigen ist Kind Gottes. Und auch die Wiedergeburt ist ein Bild aus dem irdischen menschlichen Leben. Wenn man zum Glauben kommt, wird man wiedergeboren, das alles geistlich und dennoch ist es wie beim Menschen, der als Säugling auf die Welt kommt. Es ist nötig im Glauben zu wachsen wie im normalen Leben. Und dafür brauchen wir die geistliche Speise, Jesus, das Brot des Lebens.

 

Praktisch heißt das: Dabei ist auch die lebendige Gemeinschaft mit Jesus wichtig, Sein Wort – also die Bibel lesen – und beten, mit Ihm reden und mit dem Herzen hören, was Er zu sagen hat. Und nicht nur sonntags oder sonst wie sporadisch, sondern jeden TAG!

 

Vor dem Vers 35 gibt der Herr darum auch seine einleitende Erklärung und erinnert die Jünger an das Manna, dem Brot aus dem Himmel. Es war ein Vorläufer vom Herrn. Jesus erklärt nun, dass Er das wahre Brot des Lebens ist, welches vom Vater im Himmel uns gegeben wird.

 

Und hier kommt dann auch der Ausdruck „Brot Gottes“, und dieses bezieht Jesus auf sich selbst. Das Jesus als „Brot des Lebens“ eine größere Kraft und Verheißung hat, erklärt er danach in Vers 47-49. Ernährt mit IHM, also mit dem Brot des Lebens haben wir ewiges Leben, wohingegen im AT das Manna, auch von Gott aus dem Himmel gegeben, nur irdisch versorgt hat und das Volk Israel damals in der Wüste ist dennoch gestorben.

 

Das Brot des Lebens in Form unseres Herrn Jesus ist also pure unverdiente Gnade für ein ewiges Leben.

Zum Schluss noch ein Gedanke: Wes‘ Brot ich ess, des‘ Lied ich sing…..

 

 

 

 

Ich bin das Licht der Welt                        

Joh. 8,12:

Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.

 

Parallelstellen:

 

LICHT

Joh. 9,5: Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

Jes. 60,1: Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!

Eph. 5,14: Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten[2]!

Offb. 21,23: Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, daß sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.

 

FINSTERNIS

Joh. 12,35: Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfällt! Denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.

Joh. 12,46: Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.

2. Mo 13,21: Und der Herr zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht ziehen konnten.

Spr. 4,19: Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.

 

Gegensatz: Licht (gut) und Finsternis (böse)

 

Tag und Nacht – am Tag, wenn alles hell ist, finden alle Aktivitäten leichter statt, alles ist offenbar, nachts im Dunklen kann man Verstecktes tun, Unrecht. So auch die beiden geistlichen MächteGottes Geist bedeutet Licht, Satans Geist bedeutet Finsternis. Die Verkleidung des Teufels als Engel des Lichts, ein falsches Licht.

 

Im Dunklen sieht man nichts, wohin man geht. Geistliche Finsternis ist Gottlosigkeit, keine Führung Gottes, kein Leuchten, kein Wort Gottes als Leuchte – ewiges Straucheln und Fallen

 

Erkenntnis = Erleuchtung. Mir geht ein Licht auf, ich erkenne etwas, was mir vorher, weil im dunklen, verborgen, nicht sichtbar war. Der Herr Jesus als Licht erleuchtet mich.

 

Ich selbst als wiedergeborener Christ und Nachfolger Jesu soll ein Licht sein und leuchten in der finsteren Welt, Zeugnis geben mit Wort und Tat

 

Zukünftig sogar ersetzt Gottes Herrlichkeit die Lichter, die er geschaffen hat. Durch Ihn haben wir Licht genug. Der Jesus als das Lamm ist dann unsere Leuchte als Herrlichkeit Gottes selbst.

Licht ist auch notwendig für Leben. Ohne Licht wachsen keine Pflanzen, die meisten Lebewesen benötigen Licht, um gesund zu leben.

Durch die ganze Bibel ziehen sich Bildnisse und Begriffe rund um Licht und Finsternis, so auch im AT bei Tag die Wolkensäule und bei Nacht die Feuersäule als Orientierung des Weges.

 

So ist das Licht von der Praxis der Physik her im Leben von uns Menschen klar an Beispielen, die gleichwohl auch im Geistlichen anwendbar sind. Vom irdischen Begriff Licht hin zum Herrn Jesus Christus als Licht des Lebens.

Der Herr Jesus war nur solange Licht der Welt, solange er in der Welt ist – anwendbar auf sein irdisches Wandeln.

 

 

Ich bin die Tür          

                                    

Joh. 10,1-10:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe. 3 Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. 4 Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. 6 Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.

7 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe. 8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. 9 Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluß haben.

 

Jesus bezeichnet sich als eine Tür. Was bedeutet das?

 

·         Eine Tür ist ein Eingang zu etwas zu einem Raum, wenn sie geöffnet werden kann, wenn man also einen Schlüssel hat

 

·         Eine Tür kann auch Schutz sein, wenn man in dem Raum sicher ist und eine Gefahr ausserhalb des Raums ist. Kann die Tür geschlossen werden, ist man beschützt. Wobei es darauf ankommt, wie diese Tür beschaffen ist, ob sie gewaltsam zerstört werden kann oder nicht. Wenn Jesus unsere Tür ist, verkörpert sie eine unzerstörbare Sicherheit.

 

·         Doch es geht im Grund zunächst darum, in etwas hineinzukommen, was eine Tür hat.  Der hinter der Tür befindliche Raum  ist der Glaube an Gott, den Vater im Himmel und die wiederhergestellte Gemeinschaft mit ihm trotz unserer Sünden. Es ist der Glaube an das Versöhnungswerk Jesu. Und Jesus selbst ist der einzige rechtmäßige Zugang zu diesem Raum. Was finde ich darin?

Ø  In diesem Raum finde ich


Frieden mit Gott
erfahre Vergebung meiner Sünden durch Gnade und Liebe Gottes
das Wort Gottes und damit Erkenntnis über Gott und auch mich selbst, mein bisheriges Leben und den Unterschied zwischen Welt und Gottes Reich uvm.
Sinn des Lebens überhaupt
Gewissheit über ewiges Leben nach dem irdischen Tod
Trost und Durchtragen in Nöten
Freude über Rettung und ewiges Heil
Begegnung mit anderen Geschwistern im Glauben

·         Es ist aber ein Geheimnis, denn auch Jesus als Tür selbst ist unser Herr und Gott und gleichzeitig kommen wir durch IHN als Tür zum Reich Gottes, auch wenn wir noch hier auf der Erde leben. Dabei nimmt Jesus als Beispiel die Schafe für uns Menschen und die Schafhürde, ein Platz der Sicherheit für die Schafe, die eine Tür hat.

·         Dann bezeichnet er sich selbst als die Tür. Wir Schafe finden durch ihn Eingang zu diesem sicheren Verwahrungsort.

·         Gleichzeitig ist auch die Rede vom Türhüter, später auch vom Schafhirten, auch diesen verkörpert Jesus. Es ist also wiederum ein Geheimnis, mit allen Begriffen alles unter einen Hut zu bekommen. Der Schafstall steht für seine eigene Herde: seine Gemeinde. Der Weg hinein geht über seinen Körper, den Er am Kreuz für unsere Sünden opferte. (s. herold-mission)

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Im Abreißkalender der guten Saat las ich am 14.05. auch von einer Tür, die im Jahr 1452 in einem Belagerungskrieg schlicht vergessen wurde und die dann zum Verhängnis wurde, weil der Feind durch sie eindringen konnte. Es war eine Tür zum Tod. Jesus dagegen ist die Tür zum Leben. Denn er sagt, wer durch Ihn hineingeht, wird gerettet werden.

Wie wenn jemand vor dem Löwen flieht, und es begegnet ihm ein Bär; und er kommt nach Hause und stützt seine Hand an die Mauer, und es beißt ihn eine Schlange.  Amos 5,19

 

Das Wunder der Gnade Gottes

 

Hier entkommt ein Mann einem Löwen und einem Bären. Doch dann, zu Hause und in vermeintlicher Sicherheit, wird er von einer Schlange gebissen. Der Tod lauerte dort, wo er ihn möglicherweise gar nicht vermutete!

 

Als im Jahr 1452 die osmanische Armee Kon­stantinopel belagerte, kämpften die oströmischen Soldaten um den letzten byzantinischen Kaiser Konstantinos XI. (1404-1453) mit dem Mut der Verzweiflung. UmsonstSie verloren die Schlacht und die Stadt und Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Bücher mit der Weisheit von Jahrhunderten wurden zerstört, verbrannt oder geplündert.

 

Warum fiel die Stadt? Weil man die Kerkaporta, eine kleine Nebentür in der Mauer, vergessen hatte! Die Tür hatte keine strategisch militärische Bedeutung, so vergaß man sie. Aber sie war nicht verriegelt, nicht verschlossen! Durch sie kam der Feind in die Stadt, zunächst vorsichtig, weil er einen Hinterhalt vermutete, dann ungläubig, dann verwegen, dann siegreich. Eine kleine Nachlässigkeit, eine Gleichgültigkeit - und der Tod war in der Stadt.

 

Wie viele Beziehungen werden zerstört - durch eine einzige Tat, einen Klick im Internet, eine Nacht … So wie am Anfang, als „durch den Ungehorsam des einen Menschen“, Adam, die Sünde in die Welt kam und an alle Menschen weitervererbt wurde. (Römer 5,19) Und alle zu Sündern wurden. Da war der Tod eingezogen!

 

Doch es gibt auch das Gegenteil: das Wunder der Gnade Gottes. Wie durch einen einzigen Menschen Verderben kam, so kam durch einen Menschen auch das Heil, durch Jesus Christus. Dieses Mal war es keine „Tür“ zum Tod - sondern zum Leben! Denn Jesus ist die Tür, durch die jeder errettet werden kann! (Johannes 10,9)

Aus Gute-Saat-Kalender 14.05.2021

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Von: https://herold-mission.com/ich-bin-worte-jesu-ich-bin-die-tuer/

Im antiken Palästina gab es zwei Arten von Schafställen und auf beide bezieht Jesus sich in diesem Kapitel. Zuerst gebraucht Er im Gleichnis die am besten gesicherte Anlage in den Städten der damaligen Zeit: Ein Schafstall mit hohen Wänden und mit einem bezahlten Wachmann, in den alle Schafhirten ihre Herden bringen.

Danach bezieht Er sich auf die eher rustikalen Ställe, draußen in den Feldern. Diese waren kleiner und weniger stark ausgebaut und wurden nachts für die Sicherheit der Schafe verwendet. Das Schlüsselmerkmal dieser Schafställe war, dass sie keine Tür besaßen, sondern nur eine Öffnung in einer Mauer aus aufgeschichteten Steinen. Nachdem der Hirte seine Schafe hineingebracht hatte, legte er sich selbst mit seinem Körper vor den Eingang. Auf diese Weise wurde er selbst zur Tür.

Der bekannte Prediger Sir George Adam Smith reiste einst durch Palästina, als er einen Hirten mit dessen Schafherde erblickte. Während Smith und der Hirte sich unterhielten, zeigte er ihm den Pferch, in dem er nachts seine Schafe hütete. Dieser Pferch bestand aus vier Wänden mit einer kleinen Öffnung als Eingang. „Wenn die Schafe durch diesen Eingang hineingehen, sind sie perfekt gesichert“, erklärte ihm der Hirte. „Aber es gibt keine Tür“, stellte Sir George fest. „Ich bin die Tür“, sagte der Hirte und erklärte: „Wenn die Sonne untergegangen ist und alle Schafe in den Pferch geführt wurden, lege ich mich in die Öffnung. Kein Schaf würde jemals über meinen Körper nach draußen kommen und kein Wolf kommt zu ihnen hinein, es sei denn, er kommt an mir vorbei! Ich bin die Tür.“[1]

Genau diese Tatsache erläuterte Jesus, als Er sich mit denselben Worten bezeichnete: „Ich bin die Tür!“ Der Schafstall steht für seine eigene Herde: seine Gemeinde. Der Weg hinein geht über seinen Körper, den Er am Kreuz für unsere Sünden opferte. Jesus ist die Tür der Schafe und alle, die durch Ihn eingehen sind für alle Ewigkeit sicher.

Ich bin der gute Hirte                                       

Joh. 10,11:

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.

Joh. 10,12-18:

Der Mietling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe. 13 Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert. 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt, 15 gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe.

16 Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein. 17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Joh. 10,27-30:

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. 30 Ich und der Vater sind eins.

 

Parallelstellen:

Hirte

1. Sam. 17,30-35: Und er wandte sich von ihm ab zu einem anderen und wiederholte seine vorige Frage. Da antwortete ihm das Volk wie zuvor. 31 Und als man die Worte hörte, die David sagte, meldete man es dem Saul; und er ließ ihn holen. 32 Und David sprach zu Saul: Niemand soll seinetwegen den Mut sinken lassen; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen! 33 Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um gegen diesen Philister zu kämpfen, denn du bist noch ein Knabe; dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf! 34 David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; wenn nun ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde hinwegtrug, 35 dann lief ich ihm nach und schlug ihn und entriß es seinem Rachen. Und wenn er sich gegen mich erhob, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn.

Jes. 40,11: Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und im Bausch seines Gewandes tragen; die Mutterschafe wird er sorgsam führen.

Hebr. 13,20: Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes,

1. Pt. 2,25: Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen;[8] jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.

Lässt

Joh. 10, 15.17-18: gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. … Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Joh. 15,13: Größere Liebe hat niemand als die, daß einer sein Leben läßt für seine Freunde.

Eph. 5,2: und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott.

Mt. 20,28: gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

 

Ein so umfassendes Thema! Wo soll man beginnen? Der Herr Jesus nennt sich den guten Hirten. Was bedeutet das? Die große Fülle an Parallelstellen in Gottes Wort sagt aus, wie wichtig dieses Bildnis für uns ist. Besonders darf man erkennen, dass der Herr Jesus Christus mein persönlicher Hirte ist, wenn ich wiedergeboren und ein Jünger Jesu bin.

®     Er gibt sein Leben für mich

®     Er beschützt mich

®     Er sorgt für mich

®     Er leitet mich

®     Er rettet mich, wenn ich mich verlaufe

®     Er erzieht mich

®     Er tröstet mich

®     Er verbindet meine Wunden und heilt sie

®     Er gibt mir seine Liebe und viel Geduld

Alles das erfordert viel Zeit, Mühe und Arbeit, ja des Hirten ganzer Lebensinhalt, sein Leben eben. Das bedeutet auch, ich als Schaf kann nicht einen der o.g. Punkte selbst für mich tun.

Setzt man eine wirkliche Schafherde einem Hirten, der Mensch ist, in Relation, so erahnt man trotz der lebendigen Beziehung und Gemeinschaft zum Herrn Jesus etwas von dem gewaltigen Unterschied zwischen mir als Schaf und IHM als Hirten.

Ein Schaf ist durch und durch angewiesen auf den Hirten. Er weiß, wo es Futter gibt und führt das Schaf dorthin, er baut einen Zaun zum Schutz, auf der Weide gibt es Wasserstelle zum Trinken. Der Hirte passt auf, dass keinem Schaf etwas passiert oder es wegläuft, der Hirte kennt jedes Tier mit Namen und spricht auch zum Schaf –

und geistlich betrachtet ist auch unser Glaubensleben mit dem HERRN Jesus genau das gleiche System. Praktisch heißt das, ohne Jesus Christus als unser Glaubenshirte können wir nicht überleben im Glauben.

®     Wir brauchen Sein Wort als Nahrung und lebendiges Wasser,

®     das Gebet, um mit Ihm zu reden, Ihm zu danken und mitzuteilen, wo wir Not und Mangel haben,

®     wir brauchen Seine Führung im Leben und viel Gemeinschaft, damit wir Seine Stimme kennen, um sie von falschen Stimmen der Verführer zu unterscheiden.

®     Durch Jesu Führung beschützt er uns vor Gefahren und Irrwegen.

®     In Not und Kummer finden wir bei Ihm Trost und Heilung.

 

®     Seine Geduld und unermessliche Liebe bereitet uns tiefe Freude und Frieden auf Ewigkeit.

Bibelstunde wird fortgesetzt