Liebe im praktischen Alltag

Röm. 12,9-21

Die Liebe sei ungeheuchelt! Haßt das Böse, haltet fest am Guten! 10 In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander; in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor! 11 Im Eifer laßt nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn! 12 Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet! 13 Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen, übt willig Gastfreundschaft!

14 Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht! 15 Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! 16 Seid gleichgesinnt gegeneinander;[5] trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug!

17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. 18 Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr«.[6] 20 »Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.«[7] 21 Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!Welche Liebe ist in diesem Gebot gemeint?

 

Vers 9

Die Liebe sei ungeheuchelt! Hasst das Böse, haltet fest am Guten!

Parallelstellen:

Liebe:
1. Tim. 1,5: das Endziel des Gebotes[3] aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.

1. Joh. 3,18: Meine Kinder, laßt uns nicht mit Worten lieben noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit!

Böse:
Am 5,15: Haßt das Böse und liebt das Gute, und gebt dem Recht seinen Platz im Tor; vielleicht wird der Herr, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein.

Ps 34,15: weiche vom Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und jage ihm nach!

 

Unsere Liebe muss ehrlich sein. Das Wort „geheuchelt“ steht für vorspielen eines nicht vorhandenen Tatbestandes. Geheuchelte Liebe ist nicht echt und kommt nie aus dem Herzen. Diese unechte Liebe hat nur den Zweck zur eigenen Ehre, es ist eine Zurschaustellung, dass wir für unsere Nächsten Liebe haben, aber wenn wir sie heucheln, kommt sie nicht aus uns selbst, sondern ist etwas Nachgeahmtes, Vorgespieltes, um gut vor den Leuten da zu stehen und Ansehen zu erlangen. Bei der erstbesten Situation, wo diese Liebe durch Umstände geprüft wird, fällt sie wie ein Kartenhaus in sich zusammen und zeigt den wahren Charakter. Beispiel: ich kümmere mich um Geschwister, die in Not sind, halte das eine Weile auch durch, obwohl es evtl. anfängt, mich zu nerven, aber um gut dazustehen, mache ich es, manchmal sogar zuviel, ich überzeuge Geschwister, dass sie mich brauchen und dränge mich förmlich auf, beschenke sie über normales Maß, um eine Art Liebe zu geben (oder Liebe zurück zu bekommen). Aber indem ich mich aufdränge und die Geschwister viel besuche, die es aus Höflichkeit erst mal nicht ablehnen, da brauche ich es viel mehr als diese selbst, das ist dann Eigenliebe und nicht mehr Nächstenliebe. Brüske ich mich mit solchem Verhalten auch noch vor anderen, bin ich auch meinem Stolz verfallen, weil ich doch so „lieb“ zu allen bin und damit im Grunde nur angebe. Bricht diese geheuchelte Liebe in sich zusammen, ist der Fall meistens sehr tief. Außerdem, wenn ich eine solche Liebe nur heucheln kann, muss ich mich fragen, wie meine Liebe zum Herrn Jesus aussieht. Liebe ich Jesus, liebe ich Gott ehrlich oder ist das auch nur Heuchelei? Kann ich nicht echt lieben, bin ich leider nicht mal in Gott, in Jesus angekommen.

 

Das Böse hassen, Festhalten am Guten. Hier ist die Voraussetzung, dass ich Bescheid weiß, Erkenntnis habe, was denn Böses ist und was Gutes ist, dass ich die richtigen Handlungen überhaupt vollbringe. Was gut und was böse ist, das lehrt uns nur Gott allein. Und zwar in seinem Wort. Es geht nicht darum, was in den Augen der Menschen gut und böse ist, das kann oft von Gottes Maßstab abweichen, und damit verfehlen wir dieses Gebot dann leider. Also muss ich erst mal aus der Bibel lernen, was gut und böse ist. Dazu muss ich nicht nur eine Stelle lesen, sondern dazu ist die gesamte Bibel nötig, also nicht nur Neues Testament, auch das alte Testament zeigt uns viel vom Wesen Gottes. Und wenn wir das Wesen Gottes, das Wesen unseres Herrn Jesus Christus durch das Lesen der biblischen Geschichten, der Gebote und Hinweise kennenlernen, wissen wir nach und nach, was in den Augen Gottes böse ist und was gut ist. Die Geistesfrüchte kommen auch hier wieder zur Anwendung und unser Gehorsam, wie wir in unserem neuen Leben in Christus durchs Leben wandeln. Was ganz sicher ist und im Wort steht, dass die Welt „im Argen“ ist, also dass die Welt, in der wir ja noch leben müssen, auf jeden Fall böse ist von ihrem geistlichen Einfluss her. Denn dort regiert der Fürst dieser Welt, das ist Satan, der gefallene Engel. Er ist der Gegenspieler Gottes und unter ihm kann nichts Gutes sein. Also vieles, was in der Welt gilt und für die Welt erstrebenswert ist, das ist für uns als böse anzusehen, weil es den falschen Einfluss hat. Hier wird meistens unser Eigenleben angesprochen, in dem auch nichts Gutes ist. Man entfernt sich von Gott, handelt gottlos  oder umgibt sich damit. Es gibt Beispiele, bei den Spöttern sitzen, Trunksucht, Drogen, Süchte, Plätze oder Ereignisse, wo Trinken, Ehebruch, Tanzen, okkulte Musik eindeutig Werkzeuge Satans sind, die mit unserer Nachfolge in Christus nichts Gemeinsames haben.

 

Vers 10

In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander; in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor!

Parallelstellen:

Bruderliebe

Joh. 13,34: Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.

1. Pt. 1,22: Da ihr eure Seelen im Gehorsam gegen die Wahrheit gereinigt habt durch den Geist zu ungeheuchelter Bruderliebe, so liebt einander beharrlich und aus reinem Herzen;

Ehrerbietung

Phil. 2,3: Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.

 

 

Bruderliebe unter Geschwistern

Jesus gebietet uns, dass wir die Geschwister lieben sollen. Da uns der Herr stets ein Vorbild sein soll, so auch in seiner Liebe zu uns. Dann können wir uns untereinander so lieben, wie er uns liebt. Wenn wir nun diese Bruderliebe anwenden, gibt es noch ein wichtiges Attribut und zwar sollen wir es herzlich tun, das Gegenteil von herzlich wäre herzlos. Unter herzlos versteht man allgemein auch lieblos, kalt, ohne Gefühl, ohne Motivation, die aus dem Herzen kommt. Wie kann man das? In der 2. Parallelstelle steht eine Voraussetzung dazu. Es geht nur mit gereinigter Seele. Die Seele wurde gereinigt durch den Gehorsam gegen die Wahrheit und zwar durch den Geist, darunter verstehe ich die Wiedergeburt an sich. Ohne diese ist weder das Herz noch die Seele je gereinigt worden. Und der natürliche Mensch hat diese Reinigung nicht. Wir wissen, aus dem Herzen eines Menschen kommt mehr das Böse und egoistische Denken und Handeln. Damit kann wohl keine Bruderliebe entstehen, schon gar nicht eine ungeheuchelte, also ehrliche Bruderliebe bzw. Geschwisterliebe.

Mk. 15,19: Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.

Aber wenn durch die Wiedergeburt der Heilige Geist und Christus in unser Herz einzieht, dann kann dort die gebotene Bruderliebe entstehen

Eph. 3,17: daß der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet,

 

Ehrerbietung

Was ist das genau? Ich gebe jemandem die Ehre, z.B. unserem Gott. Ihm allein gebührt die Ehre. Das sagen wir in der Theorie sehr oft, weil wir aus dem Wort Gottes gelernt haben, dass wir ohne Gott, ohne Christus nichts sind und tun können, was wirklich gut und gelungen ist, was in Gottes Augen wohlgefällig ist. Nein, das können wir nicht von uns aus ohne göttliche Hilfe. Also die Ehre für dieses Gelingen gebührt Gott. Nun sollen wir auch unseren Geschwistern Ehre erweisen. Jemandem Ehre erweisen, dazu ist eine besondere Einstellung nötig. Es ist eine demütige Einstellung, die sich dabei unter denjenigen hält, dem ich Ehre zukommen lassen möchte. Genauso, wie ich mich demütige vor Gott, weil IHM allein die Ehre gebührt, wenn etwas Gutes von mir bewerkstelligt werden konnte. Soll ich Geschwistern nun nur dann Ehre erweisen, wenn sie etwas Gutes geschafft haben? Ich denke, das ist hier nicht ausschließlich gemeint, sondern es ist eine grundlegende Haltung und Einstellung gegenüber meinen Geschwistern. Ich soll generell mich nicht über den anderen stellen. Das ist Hochmut und Stolz und unterstreicht nur meinen Egoismus. Wenn ich den anderen nicht höher achte, sondern mich selbst höher achte, daraus entstehen problematische geschwisterliche Beziehungen. Ich halte mich dann für besser als den anderen, das merkt dieser natürlich und fühlt sich entsprechend schlechter gestellt und behandelt. Man stellt sich mit dem Mangel an Ehrerbietung automatische eine Stufe höher als den Bruder oder die Schwester und agiert somit nicht mehr geistlich, sondern fleischlich – stolz und hochmütig, das entspricht nicht dem, was dem Herrn gefällt und was er uns in seinem Wort lehrt.

 

Vers 11

Im Eifer laßt nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!

Parallelstellen:

Eifer

Gal 6,9-10 : Laßt uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. 10 So laßt uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens[3].

brennend

Apg 18,25: Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes.

dient

Kol. 3,24: da ihr wißt, daß ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet; denn ihr dient Christus, dem Herrn!

 

Eifer
Der 11. Vers gibt uns Anweisungen für drei Tätigkeiten, Handlungsweisen bzw. Gesinnungen und benutzt dafür besondere Worte, die die Ausführung speziell beschreiben. Wir denken daran, dass alles  unter dem Hauptthema „Liebe im praktischen Alltag“ zu betrachten ist. Als erstes wird uns gesagt, dass wir eine ganz besondere Eigenschaft täglich haben sollen. Wir sollen einen gewissen Eifer haben, etwas zu tun. Wenn jemand eifrig bei etwas ist, dann ist stetig mit Freude und Schwung bemüht, etwas zu tun. Er wird dieses Tuns nicht müde und matt und handelt nicht nur gelegentlich, sondern in reichlichem Maß. Der Parallelvers greift Handlungen auf, die infrage kommen. Gutestun, also sollen wir Werke tun, die für wem auch immer etwas Gutes bedeuten, vor allem – das steht am Schluss des 10. Vers in Gal 6, für unsere Glaubensgeschwister, dann aber auch für alle anderen Menschen. Wir sollen ausserdem nicht ermatten und müde werden zu diesen Arbeiten, Gottes Wort spricht sogar von einer gewissen Ernte für  uns selbst. Auf jeden Fall sollten wir auf die Gelegenheiten achten, die sich ergeben oder die Gott wirkt, wo wir eben dieses Gute tun sollen.

Synonyme eifrig =

tätig beschäftigt aufmerksam bemüht entschlossen rege bestrebt gespannt energisch hartnäckig eifrig fleißig tatkräftig gewissenhaft nervös flink ungeduldig hastig gehetzt forsch aufgeregt fieberhaft schwungvoll gefällig fanatisch zielbewusst

rührig geschäftig erpicht willensstark versessen resolut emsig entsagungsvoll übereifrig unternehmenslustig unternehmend strebsam regsam pflichteifrig nimmermüde erwartungsvoll eilfertig dienstfertig diensteifrig bienenhaft betulich betriebsam bebend arbeitswillig arbeitsfreudig

 

 

Brennend im Geist

Die zweite Aussage betrifft ebenfalls eine Eigenschaft, eine Gesinnung, wie man etwas macht oder wie man ist. Brennend im Geist bedeutet hier nicht, wie an vielen anderen Stellen in Gottes Wort, dass von einem Gericht Gottes die Rede ist, sondern diese Aussage brennend stützt sich auf das erstmalige Ausgießen des Heiligen Geistes, dass damals den Jüngern wie Feuerzungen erschienen ist. Es gibt eben auch ein „gutes“ Feuer in Gottes Wort. Man spricht oft von besonders eifrigen Gläubigen, dass sie für den Herrn „brennen“. Wenn man für etwas brennt – das kennt man auch aus der Sprache in der Welt, dann liebt man das, wofür man entbrannt ist, ganz besonders. So soll unsere Liebe sich ganz besonders brennend zeigen, indem wir, wie in der Parallelstelle lesen, feurig im Geist sein sollen, also hochkonzentriert sein im Geistlichen, gänzlich orientiert am Wort Gottes, welches uns ja durch den Heiligen Geist aufgeschlossen wird, wenn wir da nachlässig oder nur sporadisch uns mit beschäftigen und aus der Wahrheit Gottes heraus Dinge tun, dann ist unser ganzes Handeln nicht mit unserem ganzen Herzen und von ganzer Seele, sondern nur unterkühlt und nur am Rande unseres Lebens.

Duden: für etwas brennen: heftig nach etwas streben, trachten; auf etwas sinnen

 

Dem Herrn dienen

Und drittens kommt jetzt ein eigentliches Handeln, das Dienen dem Herrn Jesus Christus. Und dazu braucht man ganz besonders diese beiden zuvor genannten Eigenschaften, sonst wird jedes Dienen seinen eigentlichen Zweck nicht erfüllen, sondern ebenso matt und ausdruckslos  unterkühlt sein.

 

Also der komplette 11. Bibelvers gibt uns hier speziell Anweisung, dem Herrn eifrig und brennend im Geist zu dienen. Und mit diesem Dienen geht es dann ja auch wieder um  unsere Liebe zueinander und untereinander und auch im Miteinander aller Menschen in unserem Leben. Unser Dienst für den Herrn ist ja so vielseitig. Er beschränkt sich nicht auf bestimmte Tage und Abläufe wie z.B. ein Gottesdienst oder gewisse gemeindliche Tätigkeiten, Hausbesuche und Kümmern um Geschwister, sondern wir dienen dem Herrn eigentlich rund um die Uhr, auch im Beruf, in der Familie, beim Arzt, beim Friseur, beim Einkaufen, beim Sporteln, beim Wandern usw. Wir dienen dem Herrn, indem wir auch mit Eifer und brennend im Geist auf uns selbst achten, indem wir uns in Seinem Wort belehren lassen und forschen, wenn wir ins Gebet gehen und ihm danken und Fürbitte leisten, wir dienen dem Herrn, wenn wir so ausgerüstet am Tag den Menschen begegnen, wie wir sie behandeln mit Wort und Tat. Ohne die göttliche Zurüstung über unsere Gedanken, Worte und Handlungen, unser gesamter Lebensstil, alles, was die Menschen an uns sehen, ist ein Zeugnis von dem, was in uns ist. Wenn Eifer und brennende geistliche Beschäftigung mit Gott und Jesus Christus Mangelware in unserem Leben sind, wird die Liebe ebenso fehlen in unserem praktischen Alltag.

Jeder kann, wenn er sich mit diesen drei Wörtern beschäftigt und sein tägliches Leben daraufhin betrachtet, herausfinden, wo es noch kräftig mangelt. Unser Ich, unser Eigenleben steht uns sehr oft im Weg und möchte den größten Teil des Kuchens bekommen. Die Gefahr besteht, dass man schnell übertreiben kann mit dem Eifer und brennend im Geist sein. Und zwar so übertreibt, dass das eigene Ich der Antreiber plötzlich ist, damit man viel „schafft“ und Lob und Ehre von den anderen Menschen bekommt. Man bemerkt oft leider nicht, dass man plötzlich in die eigene Tasche wirtschaftet mit dem Eifer, man denkt ja, man dient dem Herrn und arbeitet und arbeitet, aber wenn es zuviel wendet sich das Blatt und man schadet sich selbst am meisten.

 

Vers 12

Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet

Parallelstellen:

fröhlich

1. Pt. 1,8: Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,

 

 

haltet

Jak. 5,11:  Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr [für ihn] bereitet hat;[2] denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen.

 

beharrlich

 

Lk. 18,1: Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, daß es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden; 

 

fröhlich

Wie oft ist man fröhlich, jeden Tag? Oder nur gelegentlich? Wie lange hält das an? Einen ganzen Tag oder sogar mehrere Tage oder nur eine Stunde oder kürzer? Sollten wir nach dem Vers 12 nicht anhaltend fröhlich sein? Man gewöhnt sich so leicht an etwas und die Freude, das Fröhliche geht weg. Das Lesen in Gottes Wort erinnert uns wieder an die Hoffnung in Christus, weil so viele Verheißungen darin stehen.

 

haltet

 

In Notzeiten und Krisensituationen braucht man die Freude und Hoffnung aus dem ersten Teil unseres Verses, um eben dadurch standzuhalten, die Not, das Negative und Unangenehme auszuhalten und auch den Stand des Glaubens festzuhalten.

 

beharrlich

Mit dem Werkzeug "Gebet" kann man schließlich bei Versagen der beiden ersten Teile, wenn man also nicht fröhlich ist, keine Hoffnung hat und nicht festhalten oder standhalten kann, um Hilfe beim Herrn bitten. Aber überhaupt sollen wir tagtäglich im Gebet bleiben, also in der Gemeinschaft mit unserem Gott und nicht aufgeben und vom Angesicht Jesu weggehen.

 

Vers 13

Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen, übt willig Gastfreundschaft

Parallelstellen:

Nöten

1.Joh. 3,17 Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt – wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?

Gastfreundschaft

Hebr. 13,1-2: Bleibt fest in der brüderlichen Liebe! 2 Vernachlässigt nicht die Gastfreundschaft; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.

 

Nöte der Heiligen

Bereit sein, abzugeben und zu teilen, ja Anteil nehmen, nicht wegschauen, wenn wir Geschwister kennen, die wenig besitzen und die Not dort sichtbar wird. Hier ist aber in erster Linie mal nur die Rede von den Heiligen und das bedeutet, es geht hier bei dieser Aufforderung nicht um die Menschen generell. Es geht um unsere Glaubensgeschwister. Und um überhaupt von der Not Kenntnis zu erlangen, ist auch eine Gemeinschaft nötig, die nicht nur oberflächlich ist, sondern tiefer, verbunden mit Aufrichtigkeit und Vertrauen, so dass der notleidende Bruder oder die Schwester auch von ihrer Not berichten oder im anderen Fall, wenn sie ohne Reden uns offenbar wird, dass wir dann unser Herz nicht verschließen vor der Not, vorausgesetzt, man ist in der Lage zu helfen. Es gibt ja auch Geschwister, die aus anderen Motiven gerne „helfen“ und sogar mit geliehenem Geld, d.h. Schulden, armen Geschwistern was spenden. Dies kann nicht richtig sein, sondern nur aus eigenem Besitz heraus abgeben ist vor Gott richtig und hier gemeint. Der es mit Schulden macht, mag wohl davon ausgehen, dass er wirklich Armen helfen möchte, doch unbewusst ist es doch wieder die Eigenliebe, so besonders als Spender da zu stehen und vielleicht ist er auch auf Dankbarkeit erpicht, die seiner Eigenliebe guttut und sein Fleisch streichelt. Da sollte sich jeder ganz ehrlich fragen beim Spenden, in welcher Form und mit welcher Motivation er das tut. Derjenige, der wirklich nur helfen will und sich nicht scheut, seinen Besitz dadurch zu verkleinern, nur der tut es aus der Liebe heraus, die hier in der Parallelstelle 1. Joh. 3,17 angesprochen wird.

 

Gastfreundschaft

Die Tatsache, dass die Nöte der Heiligen und auch die Gastfreundschaft hier besonders erwähnt werden, zeigt, dass der Mensch allgemein aus seinem Egoismus heraus anfällig dafür ist, hier nicht richtig zu handeln oder auch zumindest die Gefahr besteht, in beidem nachlässig zu werden. Denn wer Gäste einlädt zum Essen oder sogar zum Übernachten, nimmt einige Mühe auf sich, es seinen Gästen angenehm zu machen. Und man gibt auch Einblick in das Wohnen und alltägliche Leben und Wandeln, so sieht man, wie man eingerichtet ist, ob es sauber und ordentlich ist oder eher schmutzig und unordentlich. Lädt man zum Essen ein – auch hier gibt man ab und teilt. Die Tatsache, dass im Parallelvers Hebr. 13,2 davon die Rede ist, dass man ohne zu merken evtl. auch Engel beherbergt hat, zeigt, dass Gott dem Gastgeber vermitteln möchte, dass es eigentlich sogar eine Ehre war, dass Gott für seine dienstbaren Engel diesen Ort ausgesucht hat, um durch ihn und durch den Gastgeber zum Ziel zu kommen, vielleicht auch um zu prüfen, ob der Gastgeber ein wirklicher Gastgeber mit Herz am rechten Fleck ist oder nur ein Angeber und Stolzer. Auch hier gibt es ja leider wieder die falschen Motive, weshalb man sich Gäste einlädt. Man möchte seinen Besitz zeigen und evtl. auch zeigen, wie gut man kochen oder backen kann etc. Aber in erster Linie ist es für einen Gastgeber eine Ehre, seinem Gast das Beste zu geben und auch alle Mühe aufzuwenden, damit alles rundherum schön und angenehm ist. Was nutzt nämlich das beste Menü, wenn es rundherum fürchterlich schmutzig ist, stinkt und unaufgeräumt ist. Das passt nicht zusammen.

 

Ein besonderer Aspekt bei der Gastfreundschaft ist natürlich auch die gemeinsame Zeit zu verbringen, sich kennenzulernen, sich auszutauschen und miteinander zu beten. Die Gastfreundschaft ist aber auch auszuweiten auf generell alle Menschen, die um einen sind, also nicht nur die Glaubensgeschwister, aber die auf jeden Fall besonders.

 

Vers 14

Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht

 

Parallelstellen:

Mt. 5,44-45: Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt es regnen über Gerechte und Ungerechte.

1.Pt. 3,9: Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wißt, daß ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.

Es gibt eine Verbindung zum vorhergehenden Vers 13 bezüglich der Gastfreundschaft. Das kann man so sehen, weil man als Gastgeber seinem Gast etwas Gutes tut, er also durch meine Gastfreundschaft gesegnet wird.

 

Segen Gottes: Zusage und Erweisung von Wohltaten an den Menschen in geistlicher und/oder materieller Hinsicht (das steht im Anhang unserer Schlachterbibel 2000 zum Stichwort „Segen“

 

Der Segen ist klar das Gegenteil von Fluch

 

Fluch= Verkündung und Verhängung von Missgeschick, Not und Elend als Konsequenz des göttlichen Gerichts.

 

In diesem Vers 14 wird eingegrenzt, das wir solche segnen sollen, die uns verfolgen. Da Verfolger – und hier ist auch jedweder Ärger oder schädliche Behandlung gemeint – normalerweise nicht durch Geschwister, Kinder Gottes, geschieht, sondern durch Gottlose, Ungläubige, sollen diese Menschen Ziel unserer Segnung werden. Denn wiedergeborene Christen haben bereits allen Segen in den himmlischen Örtern (s. Eph. 1) erhalten. Darum hört man von einigen Auslegern,  sei es unsinnig,  auch Geschwistern Segen zu wünschen. Meines Erachtens gibt es aber dennoch auch irdischen und hierin enthalten auch materiellen Segen, gesundheitlichen Segen, Segen und Gelingen bei unseren Tätigkeiten auch bei Geschwistern. Daher meine Frage: Können wir also doch auch Geschwister segnen oder gilt es wirklich ausnahmslos nur für die Ungläubigen?

 

Es ist so oder so eine schwere Aufgabe, diejenigen, die einen peinigen, zu segnen. Dazu ist eine tiefe Gemeinschaft mit Gott und viel Glauben, Vertrauen, Gelassenheit, Geduld und viel viel Demut erforderlich, dass wir uns stattdessen nicht wehren und doch zurückschlagen oder sogar fluchen. Wie wirkt denn überhaupt das Fluchen? Haben wir Menschen überhaupt eine Verfügung über Fluchen? Auch diese Frage kann ich hier nicht einfach beantworten. Wir alle sollten darüber nachdenken. Flucht evtl. Gott allein bzw. wirken die bösen Folgen, die er Fluch nennt auch, wenn wir als Menschen das aussprechen? Sicher ist, wir wissen aus Gottes Wort, dass Gott für uns Rache nimmt und wir stille sein sollen. Dennoch viele Fragen bleiben. Welche Verfügung hat unser Segen, den wir verteilen sollen? Segen geben, Segen wünschen?

 

Eine gute Auslegung findet sich hier:

Auslegung von E.A. Bremicker (Bibelkommentare)

 

Vers 15

Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden

Parallelstellen:

1. Kor. 12,26: Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.

Hebr. 13,3: Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben.

 

Erschreckend war für mich die Erkenntnis, dass es eine bösartige oder fatale Umkehr gibt:

Statt Freude mit anderen: Schadenfreude

Statt Mitleid mit anderen: Selbstmitleid

Wie schnell ist der Mensch auch neidig, wenn er sieht, dass es anderen gut geht. Das soll ich überwinden und mich mitfreuen, statt missgünstig zu denken. Ebenso soll ich versuchen, mich in die Not des anderen hinein zu versetzen und mitzuleiden und mitzuweinen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid (was sogar der Welt bekannt ist).

Beides gehört zusammen, wechselhafte Lebensumstände, es geht um innere Teilnahme, nicht ein Zurschaustellen und Heucheln. Wir teilen, wenn wir Vers 15 anwenden.

 

Das Praktizieren von Vers 15 entspricht aber nicht unserer sündigen Natur. Die Freude zu teilen ist wohl der schwerere Teil für die meisten, denn gegen die Freude kämpfen Neid und Eifersucht, weil es mir vielleicht nicht so gut geht und ich nicht das empfangen habe, was ich beim anderen sehe. Da fehlt es an der wahren Liebe. Wahre Liebe findet immer einen Grund, an der Freude anderer echt und aufrichtig teilzunehmen (s. 2.Kor. 1,24). Auch Phil 2,17-18 spricht vom Thema: Mitarbeiter an eurer Freude.

Mit anderen zu weinen und echtes Leid beim anderen zu sehen, geht erst mal leichter als das Mitfreuen. Der andere tut mir dann schon wahrhaftig leid, weil ich sehe, dass es ihm schlechter geht als mir. Das Mitweinen schließt aber gänzlich die Schadenfreude und Genugtuung, die unsere Sündennatur oftmals auch empfindet, aus.

Spr. 17,5: Wer den Armen verspottet, verhöhnt den, der ihn gemacht hat, wer über Unglück sich freut, wird nicht für schuldlos gehalten werden.

Eine ernste Aussage. Mein böser Spott in Form von Schadenfreude hat als eigentliches Ziel unseren allmächtigen Schöpfergott!

Etwas über Mitleid finden wir auch im Buch Hiob (Hi 2,12.13).

 

Und schließlich leidet unser Herr Jesus selbst jetzt mit jedem von uns. Er ist auf dieser Erde durch alles erdenkliche menschliche Leid durchgegangen, ja sogar darüber hinaus am Kreuz bis zum Tod, und kennt zudem jede unserer Schwachheiten und Nöte. Darum ist er unser Fürsprecher im Himmel und betet für uns fortwährend. Welch ein Trost!

 

Vers 16

Seid gleichgesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug!

 

Parallelstellen:

 

gleichgesinnt

1.Kor. 1,10: Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einmütig seid in eurem Reden und keine Spaltungen unter euch zulaßt, sondern vollkommen zusammengefügt seid in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung.

 

hohen

Ps 131,1: O Herr, mein Herz ist nicht hochmütig, und meine Augen sind nicht stolz; ich gehe nicht mit Dingen um, die mir zu groß und zu wunderbar sind.

 

klug

Jes. 5,21: Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind, und die sich selbst für verständig halten!

 

Auch

Röm. 15,5: Der Gott des Ausharrens und des Trostes[4] aber gebe euch, untereinander eines Sinnes zu sein, Christus Jesus gemäß,

Phil. 2,2: so macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das Eine bedacht seid.

 

Wir werden aufgefordert, drei Dinge zu tun bzw. Eigenschaften an den Tag zu legen

1. gegeneinander gleichgesinnt sein

2. zu niedrigen Dingen sich halten, statt zu den hohen

3. sich nicht für klug halten, keine Selbstüberschätzung

 

Gleichgesinnt gegeneinander

Hier geht es um die geschwisterliche Gemeinschaft unter Gotteskindern. Phil. 2,2 sagt schon viel darüber, eines Sinnes = gleiche Denkweise, einer Meinung, gerichtet auf gleiche Ordnungen, auf Gottes Wort, auf die Gesinnung Jesu Christi zusammen mit gleicher Liebe, gleichen Zielen in allen Bereichen der Gemeinschaft. Das alles bestimmt die Richtung. Die Richtung müssen alle gemeinsam gehen, unterschiedliche Richtungen würden Probleme mit sich bringen. Das bedeutet nicht, dass wir alle wie in einer Uniform dahermarschieren, sondern dass wir das Ziel von harmonischen Beziehungen untereinander haben. Und diese sollten geprägt sein durch unser Verhalten, dass wir den anderen achten und wertschätzen, mehr als sich selbst und keine eigenen Rechte durchboxen.

 

Nicht nach hohen Dingen trachten

Von unserem menschlichen Ich her, mit dem wir auf die Welt kamen und das dort mehr oder weniger lang geprägt und trainiert wurde, wollen wir gerne „hoch hinaus“. Unser Ehrgeiz trachtet danach, sich gegenüber dem anderen zu erhöhen, besser zu sein, um sich erhaben fühlen zu können. Daraus entsteht dann Hochmut, was Gott ein Gräuel ist, denn es entspricht unserer Sündennatur und nicht der Gesinnung Jesu, die uns das Wort lehrt. Wir sollen gem. Vers 16 uns zu den Niedrigen halten. Was bedeutet das? Wir sollen uns nicht über unsere Geschwister überheben. Schnell ist man dabei, dann auch über den Bruder, die Schwester herrschen zu wollen, weil man sich ja „höher“ einstuft als diese. Es fehlt uns dann vor allem an der nötigen Demut gegenüber unseren Geschwistern. Dass man so nicht handeln soll, haben wir sicherlich von der Theorie her schnell verstanden. Doch man ist schneller auf dem falschen Weg, als man denkt. Oft merkt man es erst nicht und es ist Gnade Gottes, wenn der Heilige Geist es einem verständlich machen kann, so dass man sein Verhalten ändert.

Nur die Theorie der Demut und des Niedrighaltens verstanden zu haben, führt sehr oft auch zu übermäßiger zur Schau gestellter falscher Demut. Man weiß im Grunde, wie man sich verhalten soll  aus dem Wort Gottes, also wie hier aus Röm. 12,16, und spricht darüber bzw. wendet es nur verbal an, denkt aber im Herzen ganz anders. Zu viel Demut immer wieder hervortuend propagiert ist verbunden mit der insgeheimen Erwartung, dass der andere einen dann wieder lobt und höherstellt, und das streichelt dann wieder sehr das ICH und bewirkt statt Demut Hochmut, aber das ist nicht die Lösung, die der Herr erwartet. Der Herr Jesus sagt in Matth. 11,29, dass wir sein Joch auf uns nehmen sollen, denn er ist sanftmütig und von Herzen demütig. Wenn wir solch eine Haltung von Herzen einnehmen können, dann haben wir einen großen Schritt gelernt.

Wie ist man nun, wenn man richtig demütig ist? Es ist das Gegenteil von „stolz“ sein auf sich selbst. Es ist Bescheidenheit und Zurückhaltung gefragt. Wir wären nichts und können nichts ohne Jesus. Ich bin also echt demütig, wenn ich nichts von mir selbst halte. Das ist sehr schwer und nur wenige können das umsetzen und dauerhaft so bleiben. Immer wieder kämpft sich die alte Natur in uns durch und will diese demütige Haltung wieder verdrehen. Und oft genug gelingt ihr das auch. Immer wieder, so denke ich, dürfen wir den Herrn Jesus darum bitten, uns zu helfen, seine Gesinnung in unserem Alltag umzusetzen.

Demut ist eine Herzenshaltung, die sich darin äußert, dass wir nichts von uns selbst halten. Wer so geprägt ist, wird sich ohne Mühe zu den niedrigen (Menschen) halten. Sich zu „halten“ bedeutet wörtlich zu „führen“ oder „zusammen wegbringen“. Die Zeitform macht deutlich, dass man sich jederzeit bereitwillig bestimmten Umständen anpasst. Sich zu den Niedrigen zu halten, soll eine Lebensgewohnheit werden.

 

Sich nicht selbst für klug halten

 

Die Folge vom richtigen Halten zu dem oder den Niedrigen ist also, dass man sich nichts auf sich selbst einbilden soll, auch nicht auf Klugheit oder Weisheit. Alles ist uns von Gott geschenkt. Ob wir intelligent sind oder nicht, ob wir Lebensweisheit haben oder nicht, ist niemals unser Verdienst. Wenn wir verstehen, dass alles unser allmächtiger Herr, unser Schöpfergott uns dies aus Gnade gegeben hat, dann bildet man sich auch nichts mehr auf sein Können ein. Wer sich für klug hält, ist auch in der Regel stolz auf sich. Wer jedoch lernt, sich zu den Niedrigen zu halten und nicht nach dem Hohen im Leben zu trachten, wird auch logischerweise die dritte Aufforderung im Vers 16 beachten.

Sprüche 3,7: Halte dich nicht selbst für weise; fürchte den Herrn und weiche vom Bösen!

 

Sprüche 26,12: Siehst du einen Mann, der in seinen Augen weise ist – für einen Toren ist mehr Hoffnung als für ihn!

 

 

 

wird fortgesetzt